Christlicher Antijudaismus in Bayern: Rabbiner Dr. A. Eckstein über Ritualmordbeschuldigungen im Raum Bayreuth (1907)

Kürzlich gab HaGalil einen Aufsatz von Dr. Yaron Harel von der Bar-Ilan-Universität zu christlichen Ritualmordbeschuldigungen im muslimischen Syrien wieder. Für mich ein geeigneter Anlass das gleiche Thema mit dem Schwerpunkt auf Bayern, meinem Geburtsland, ebenfalls zu bearbeiten. Ritualmordvorwürfe sind keine Erfindung des Christentums, wenn sie auch auf das Engste mit ihm verbunden bleiben; ihr Ursprung liegt im Altertum. Besonders in den katholischen Regionen Europas hielten sich diese Auswüchse christlichen Antijudaismus‘ noch bis in die vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts…

Mehr …

Renovierung des Postnazismus

Österreich im Frühjahr 2009: In Serfaus, einem Urlaubsort in den Tiroler Bergen, verweigert eine Hotelbetreiberin einer jüdischen Familie ein freies Zimmer, da sie „schlechte Erfahrungen“ mit Juden gemacht habe. Bei einem Besuch der Gedenkstätte Auschwitz fallen Wiener Schüler durch antisemitische Pöbeleien auf. Bei der Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Ebensee schießen vermummte Jugendliche, die von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache umgehend als „wirklich blöde Lausbuben“ bezeichnet werden, mit Softguns auf Überlebende, grölen Naziparolen und zeigen den Hitlergruß…

Mehr …

GEW: „Die Verantwortung aber bleibt“

„Im Focus unserer gemeinsamen Seminare steht der Holocaust in allen seinen Aspekten. Es war und bleibt das Ziel, mit Unterricht und Erziehung dazu beizutragen, dass so ein Ereignis nie wieder geschehen kann. Der Holocaust ist Teil der europäischen Geschichte und muss deshalb auch im Curriculum aller Länder vorkommen,“ führte Dr. Avraham Rocheli im Januar 2008 auf einem internationalen Gewerkschaftssymposium zum Holocaust-Gedenktag in Krakau aus. Avraham Rocheli ist langjähriger Leiter einer pädagogischen Vereinigung in Israel, die im Namen der israelischen Lehrergewerkschaft Histadrut Hamorim gemeinsame Seminare mit der Gewerkschaft Erziehung & Wissenschaft“ (GEW) durchführt – seit 40 Jahren. Nun hat die GEW einen umfangreichen, gut gestalteten Reader über diese langjährigen Seminare vorgelegt…

Mehr …

„Die jemenitischen Juden“ von Sigmund Feist (1925)

„Stammeskunde der Juden“ ist eine Monografie betitelt, die sich Juden in verschiedenen Teilen der Erde widmet, so auch den jemenitischen Juden. Zu den Spezialgebieten ihres Autors, des Pädagogen, Sprachwissenschaftlers und Germanisten Sigmund Feist zählten zwar Völkerkunde und Judaistik nicht, dennoch hat er sich auch hier hohe Anerkennung erworben…

Mehr …