Gibt es für nichtjüdische Deutsche eine besondere moralische Verantwortung, Israel zu kritisieren?

Seit mehr als 50 Jahren sind Deutsche und Israelis durch politische, wirtschaftliche, kulturelle und zivilgesellschaftliche Kontakte verbunden – sie haben sich im Laufe der Zeit immer mehr verstetigt. Daher werden die deutsch-israelischen Beziehungen weithin als so gut und belastbar beschrieben, dass sie auch Meinungsverschiedenheiten aushalten. Die bleibende Erinnerung an den mörderischen Vernichtungsantisemitismus der Deutschen vor mehr als 75 Jahren, aber auch gemeinsame Werte und Interessen verleihen den beiderseitigen Beziehungen einen einzigartigen Charakter…

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Weiterhin über zwei antisemitische Vorfälle am Tag in Berlin

Weiterhin begegnet Antisemitismus Betroffenen in allen Bereichen ihres Alltags, wie aus der heute veröffentlichten Auswertung „Antisemitische Vorfälle in Berlin, Januar bis Juni 2020“ der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS Berlin) hervorgeht. Insgesamt 67 der Fälle –- beinahe jeder sechste bekannt gewordener Vorfall – hatten einen direkten Bezug zur Covid-19-Pandemie…

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Neonazi-Chatgruppe bei Essener Polizei?

Es gibt Nachrichten, die einen wirklich nicht überraschen: NRW-Innenminister Reul, eher dem sehr konservativen Flügel der CDU zuzurechnen, teilt mit, dass eine große rechtsradikale Chatgruppe innerhalb der Essener Polizei aufgedeckt worden sei. Der Spiegel schreibt, juristisch korrekt, „mutmaßlich rechtsextreme Chatgruppe“, fügt aber gleich hinzu, dass offenbar eine „gesamte Dienstgruppe betroffen“ sei, die schon seit Jahren bestehe…

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Vom Provisorium zur festen Institution

Der Zentralrat der Juden in Deutschland feiert den 70. Jahrestag seiner Gründung. Ob Neuanfang, Restitution oder die Integration von Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion – die Aufgaben und Herausforderungen wurden im Laufe der Zeit nicht unbedingt weniger. Und da ist immer noch das leidige Thema Antisemitismus…

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Ist jetzt alles wieder gut? Die Schlussstrichforderung

„Ein nach 1945 geborener Deutscher ist aber […] weder schuldig an diesen Verbrechen noch dafür verantwortlich, denn Verantwortung übernimmt nur, wer sich freiwillig in eine Position begibt. (Süddeutsche Zeitung 14.10.2019) Seit Kriegsende gibt es den Wunsch der nichtjüdischen, deutschen Bevölkerung, einen Schlussstrich unter die Schuld des Nationalsozialismus zu ziehen. Ist es auch heute, da die Shoah viele Jahrzehnte zurück liegt, noch ein antisemitisches Ressentiment, zu fordern, dass Schluss ist oder hat der Leserbriefschreiber Recht: kein nach 1945 geborener Deutscher ist schuldig oder verantwortlich? 

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