Vor 100 Jahren wurde Hannah Szenes geboren

Am 7. Juni 1944, als die Deportationen der ungarischen Juden ihren Höhepunkt erreichten, überschritt Hannah Szenes die ungarische Grenze und wurde von der ungarischen Polizei gefangen genommen, am 7. November wurde sie – nach schrecklichen Folterungen – erschossen. Durch ihr kurzes und bemerkenswertes Leben wurde Hannah Szenes ein Symbol für Idealismus und Selbstaufopferung. Die von ihr überlieferten Gedichte sind voller Hoffnung, sogar angesichts widriger Umstände…

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Wahlboykott im Iran – ein Referendum gegen die Islamische Republik

Nach den Wahlen im Iran, die wegen der mangelnden Beteiligung der Bevölkerung als Referendum gegen die Islamische Republik als Ganzes gewertet werden können, wurde Ebrahim Raisi, der Favorit des Revolutionsführers Khamenei, als Sieger ausgerufen. Raisi steht wegen Menschenrechtsverletzungen sowohl auf der Sanktionsliste der EU wie auch in den USA.

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Lemberg ist Poesie  –  wie alle Heimat

Jetzt ist Lemberg gestorben, jetzt ist es Gedicht. Der Tod mit 75 ist ein zu früher Tod. Immer sterben Dichter zu früh, auch Übersetzer, wenn sie denn Nach-Dichter sind und waren, eben wie Karl Dedecius (1921-2016) und Henryk Bereska (1920-2005). Adam Zagajewski starb am 21. März 2021 in Krakau, in jener Stadt, die ihren Habsburger Charme hinüberweht nach Lemberg, das einst zu den K und K-Kronländern gehörte. Dort wurde er 1945 geboren. Der Krieg zerstörte ihm die Heimat, die stalinistische Sowjetunion holte sich Lemberg in die Sowjetrepublik Ukraine und machte aus der von 1921 bis 1939 zu Polen gehörenden Stadt eine kommunistische. Und die Familie wurde weggeschoben, vertrieben, dorthin, wo einst die Deutschen wohnten und der Zweite Weltkrieg begann, nach Gleiwitz. Die Westverschiebung Polens bestimmte dieses Schicksal. 1,5 Millionen Polen ging es so…

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„Das Leben ist ein anderes…“

Als Hans Keilson 1984 gebeten wurde, ein Nachwort für die Neuauflage seines Buches »Das Leben geht weiter« zu schreiben, überkam ihn »das Gefühl, eine Art Nachruf, meinen eigenen, zu schreiben«. Ihm Frühjahr 1933 war Keilsons Erstling im S. Fischer-Verlag erschienen, 1934 von den Nazis verboten worden und erst fünfzig Jahre später in der Reihe »Verboten und verbrannt / Exil« im Fischer-Taschenbuch-Verlag wiederaufgelegt worden. In den fünfzig Jahren dazwischen ging in den Worten des Autors »bestimmt mehr verloren als nur die naive Hoffnung eines sehr jungen Mannes, der eben sein erstes Buch bei ›S. Fischer‹ herausgebracht hatte, Hoffnung, auf Erfolg, Ruhm, – ja, sagen wir es rundheraus: auf Unsterblichkeit.«

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