Nietzsche und der Antisemitismus

War er’s nun? War er’s nicht, Antisemit selbstredend? Spätestens seit Hitler, seit der Indienststellung beider, Wagners und Nietzsche, für dessen menschenverachtende Sache, tobt der Streit um diese Frage, bis hin zum Versuch neu-rechter Ideologen wie Siegfried Gerlich und Michael Klonovsky, Wagner, unter Bagatellisierung seines Antisemitismus, für die Sache der AfD Alexander Gaulands zu vereinnahmen. Unser Autor, ein Nietzscheforscher, der nichts gegen Wagners Musik hat, gibt eine sybillinische Antwort auf die Ausgangsfrage: Nietzsche war (rhetorischer) Antisemit (unter Wagnereinfluss) als junger Mann und entschiedener Anti-Antisemit als zur Reife und seiner Überzeugung gelangter Mit-Dreißiger, also etwa ab 1878. 

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Die Brücke aus Papier – Sprachen der Bukowina

Ein feines, ein ästhetisch schön gestaltetes Buch durchblättere ich, lese die fünf Gedichte von Lothar Quinkenstein. Für den Gedichtzyklus bekam der Lyriker 2017 in München den Spiegelungen-Preis für Lyrik. Ich durchblättere weiter und sehe, dass die Gedichte in viele Sprachen übersetzt wurden.*) Sprachen, die im Westen Europas nicht unbedingt geläufig sind. Erinnerungen an die Bukowina, an Czernowitz, die Stadt der vielen Völkerscharen, die dort vorbeigekommen sind und oft auch blieben, sollen diese Sprachen, diese Übersetzungen sein…

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Der 3-D-Test zu israelbezogenem Antisemitismus

„Dämonisierung“, „Delegitimierung“ und „Doppelstandards“ stehen für den 3-D-Test, der kritische Einstellungen zur israelischen Politik und antisemitischen Positionen gegen den Staat Israel unterscheidbar machen will. Die einzelnen Bestandteile bedürfen aber noch einer inhaltlichen Konkretisierung, wozu hier einige Anregungen und Vorschläge unterbreitet werden…

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Handreichung zum Umgang mit Antisemitismus an Schulen

Antisemitismus ist ein virulentes antidemokratisches Phänomen in der deutschen Gesellschaft – auch in Köln. Antisemitismus macht auch vor Schulen nicht Halt – im Gegenteil: Neuere Untersuchungen verweisen eindrücklich auf die Notwendigkeit, Antisemitismus als äußerst realer Belastung, Bedrohung und Gefahr für jüdische Schüler*innen und auch für Lehrkräfte zu begegnen…

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Paraschat haSchawua: Tasria / Metzora

Die Tora (die fünf Bücher Moses) ist bekanntlich die Religionsgrundlage des jüdischen Glaubens. Sie enthält Weisungen, Verhaltensregeln für die Gläubigen, einen quasi geschichtlichen Teil über den Ursprung der Israeliten und noch vieles mehr. Für den gläubigen Juden ist der Text der Tora (mit den vielen Interpretationen, die er im Laufe der Geschichte erfahren hatte) logisch, mehr oder weniger einfach zu verstehen und selbstverständlich. Trotzdem weist sich unsere Parascha mit ungewöhnlichem Inhalt aus. Es ist die Rede von teils ansteckenden Krankheiten und wie sie vom Priester beobachtet und behandelt werden.

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