Der Kampf um Rückkehr

Im linken Kontext hat man selten Probleme damit, weiße europäische oder amerikanische Neonazis beim Wort zu nehmen und eine radikal-nationalistische sowie antisemitische Kultur der Ehre und Schande als Motivation ihrer Taten zu konstatieren. Gegenüber ebensolchen Motiven bei arabischen bzw. muslimischen Terroristen, politischen Regimen oder Bewegungen praktizieren weite Teile des postkolonialen Soziologismus an den Universitäten, im Politikbetrieb und in den Medien hingegen eine paternalistische Ignoranz.

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Spott-Light: „Oh BamS, gib mir Deine sonntägliche Hate Speech auch heute!“

Mit einem Spruch dieser Art im Kopf betreten, so will es mir in letzter Zeit scheinen, Tausende zeugungsfähiger, muskelbepackter, solventer Männer um die 40 in Deutschland und Österreich Sonntag für Sonntag ihren, wie es in Wien so nett heißt, „Trafic“, etwa jenen unweit der Wohnung des Ehepaares Caroline Sommerfeld/Helmut Lethen gelegenen. So wie auch ich, allerdings ohne diesen Spruch und fast auch alles andere, namentlich die Muckis, die Heimstatt meiner „Brötchengeberin“ in Berlin betrat, etwa auch vor gut zwei Wochen, am 18. September 2022.

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Antisemitismus nicht trotz, sondern wegen Auschwitz

Antisemitismus kennt vielfältige Ausprägungen, was nicht zuletzt die antisemitischen Darstellungen auf der documenta in Kassel zeigten. Laut der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Bayern zeichnen sich mehr als die Hälfte aller dokumentierten antisemitischen Vorfälle im Freistaat durch einen Bezug auf den Holocaust aus. Der sogenannte Post-Schoah-Antisemitismus ist laut RIAS Bayern die ausgeprägteste Erscheinungsform des Antisemitismus in Bayern.

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haJamim haNora’im

Im Gegensatz zu den anderen wichtigen jüdischen Festen sind die „Hohen Feiertage“, „Furchtbaren Tage“, „Gewaltigen Tage“ oder „Tage der Ehrfurcht“ – Rosch haSchana (Neujahrsfest) und Jom Kipur (der Versöhnungstag) – nicht mit historischen Ereignissen verknüpft. Auch sind es keine fröhlichen Feste. Die „Furchtbaren Tage“, wie sie genannt werden, sind rein religiöse Feste, die G’ttes Rolle als Richter des Universums feiern. Sie heben nachdrücklich die Begriffe der Moral, der Gewissenserforschung, des Spirituellen und der Heiligkeit in den Vordergrund…

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20 Jahre Roma und Sinti Philharmoniker

Zu ihrem 20-jährigen Bestehen gastieren die „Roma und Sinti Philharmoniker“ am Montag, 14. November, in der Berliner Philharmonie. Der Dirigent Riccardo M Sahiti hat das einzigartige Ensemble 2002 gegründet, um zu zeigen, dass die Musik der Minderheit seit Jahrhunderten die bedeutendsten europäischen Komponisten beeinflusste. Gleichzeitig gilt es, gegen Vorurteile über Sinti und Roma anzukämpfen. Der Zentralrat und das Dokumentation- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg haben das Projekt von Beginn an unterstützt.

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Zu Rosch haSchana 5783

Am Neujahrstag wird es geschrieben
und am Versöhnungstag besiegelt:

Wie viele vergehen und wie viele entstehen, wer leben wird und wer sterben, wer an sein Ende gelangt und wer nicht an sein Ende gelangt.
Wer in Wasserflut, wer in Flammenglut, wer vom Schwert zerrissen, wer vom Tier zerbissen. Wer in Hungersnot, wer vom Durst bedroht.

Wer in des Bebens Rot, wer im Seuchentod, wer erwürgt und wer zerschmettert. Wer in Ruhe bleibe und wer unstet treibe. Wer in Frieden, wer auf der Flucht, wer in Glück und wer in Qual, wer arm, wer reich, wer sinkt, wer steigt.

Aber Umkehr und Gebet und Liebeswerke, wenden ab das Böse des Verhängnisses, denn so wie Dein Name, so ist Dein Ruhm:
Schwer zu erzürnen und leicht zu versöhnen!

Uns allen wünschen wir zu Rosch haSchanah 5783
Schanah towah umetukah! 

Seien wir für das neue Jahr zum Guten eingeschrieben, zu Gesundheit und Frieden. Zum Leben!

Andrea Livnat und Eva Ehrlich

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Die im Dunkeln gehen

Hanoch Levin war der wichtigste israelische Dramatiker des 20. Jahrhunderts, dessen Werk das israelische Theater bis heute maßgeblich beeinflusst. Aufgrund der stark gestischen, zugleich poetischen und verfremdenden Sprache seiner Texte gilt er als Klassiker des israelischen Gegenwartstheaters, dennoch begann seine Rezeption im Ausland erst spät. Die Anthologie Die im Dunkeln gehen stellt nun erstmals einen Querschnitt durch das vielfältige Werk Levins auf Deutsch vor.

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