Charlotte Knobloch: Stolpersteine, Synagogen und Sommermärchen

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Als Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland war Charlotte Knobloch die erste Frau in diesem Amt und die letzte Holocaust-Überlebende in dieser Funktion. Von den geschätzt mehr als 200.000 Juden in Deutschland repräsentiert Charlotte Knobloch rund 100.000 Mitglieder. Diese sind in bundesweit rund 100 Mitgliedsgemeinden organisiert…

Die Vergangenheit werden wir nicht bewältigen.
Wir müssen die Gegenwart bewältigen und die Zukunft gestalten.

„typisch deutsch“ – Moderator Hajo Schumacher spricht mit Charlotte Knobloch

Geboren wird sie als Charlotte Neuland am 29.Okt. 1932 in München. Die Nazi-Zeit und den Krieg überlebt sie versteckt bei einer Bekannten der Eltern, die sie als ihre Tochter ausgibt.
Nach dem Krieg widmet sie sich zunächst der Familie.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=YUDzQWxYM2k[/youtube]
1981 wird sie im Alter von 53 Jahren zum ersten Mal in den Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) München und Oberbayern gewählt, deren Vorsitz sie 1984 übernimmt. In den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rückte Knobloch im Juni 2006, nachdem sie nach dem Ableben von Paul Spiegel einstimmig zu seiner Nachfolgerin als Präsidentin des Zentralrats bestimmt worden war. Schwerpunkte ihrer Arbeit in dieser Zeit sind die Integration der Zuwanderer aus Osteuropa und der Kampf gegen ein Erstarken der deutschen Neonazi-Szene. Nach interner Kritik an ihrer Arbeit gibt sie Anfang 2010 bekannt, dass sie bei den Neuwahlen im November nicht wieder antritt, um einen Generationswechsel einzuleiten.

4 Kommentare

  1. Lieber Uri, mercí: Ehre wem Ehre gebührt.

    Eine Frage wäre vielleicht noch zu klären: entspricht Frau Dr.hc. Charlotte Knobloch eigentlich wenigstens teilweise der berühmten jüdischen (yiddishen) Mame? Schöner Clip dazu: http://www.youtube.com/watch?v=-36csndrLb8 .

    Wohl eher nicht, oder? Jedoch hatte sie ja in ihrem Amt als ZdJ-Präsidentin viele viele „Kinder“ unter ihren Fittichen und hat noch ungleich mehr als Vizepräsidentin des WJC. Aber, bittschön, nur für politische Angelegenheiten, wie sie im Interview betont. Deshalb ließ sie sich wohl auch (ausgerechnet von der CSU !) 2009 für die Wahl des Bundespräsidenten eintragen… Na ja, kein Mensch ist unfehlbar. Schwamm drüber.

  2. Danke für den Artikel und das Hineinstellen des Clips!

    Schick, die Lady. 80 will sie sein? Wers glaubt…
    Ausgesprochen sympathisch, charmant. Intelligent, nicht abgehoben intellektuell. Jemand zum Gernhaben. Kein Wunder eigentlich, dass sie Paul Spiegels Nachfolgerin wurde, obwohl sie bei ihrer Begabung, mit Menschen umzugehen und sie richtig anzupacken, schon genug Ämter inne hatte.

    Die Haare, die sie auf den Zähnen hat, die sie auch braucht/e, was sie oft genug bewies und noch beweisen kann, sieht ja nur, wer töricht genug ist, sich mit dieser bewunderungswürdigen Frau anzulegen : -)

    Mögen ihr wie allen Überlebenden noch viele gute und schöne Jahre beschert sein!

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