Holocaust: Die Bilanz der »materiellen Schoah« (4)

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Seltsamerweise wurde – sechzig Jahre nach der Befreiung von Auschwitz – immer noch keine umfas­sende Untersuchung über die wirtschaftlichen Folgen der »Endlösung« vorgelegt. Auch jüdische Historiker und Wissenschaftler, die sich mit dieser Geschichte befassen, haben ihren ökonomischen Aspekt kaum berührt…

Das ist umso erstaunlicher, als die Verdrängung der Juden aus dem Wirtschaftsleben und ihre systematische Enteignung einen bedeu­tenden Faktor für die Stabilität des Regimes bildeten. Dieser in der Geschichte beispiellose Raub sollte nicht nur die Ausgaben für den Krieg und für die Verwaltung der besetzten Länder decken. Er stellte auch in erheblichem Maße »Schmiergelder« für die Mitwirkung der Bevölkerung bereit.

Raul Teitelbaum (Wie die Schoah „wiedergutgemacht“ wurde)

Diesem Thema: »Wie die Nazis ihr Volk kauften« hat der Historiker Götz Aly eine eigene Untersuchung gewidmet, die in Deutschland brei­te Aufmerksamkeit erregte. »In einem prekären Abschnitt des Krieges brachte die Enteignung der europäischen Juden erhebliche Geldmittel in die deutschen Kassen,« heißt es darin. »Das förderte die innere Stabili­tät in Deutschland und die Kollaborationsbereitschaft in den besetzten Ländern.«9
Aly kommt zu dem Schluss, dass der deutsche Kriegshaus­halt zu zwei Dritteln durch Ausbeutung der eroberten Länder, Zwangs­arbeit und Ausplünderung der verfolgten und ermordeten Juden gedeckt wurde. Hitler hat also seinen Krieg hauptsächlich aus externen Quellen finanziert; die deutsche Bevölkerung selbst wurde nicht übermäßig zur Kasse gebeten. Im Gegenteil: Wie der Historiker feststellt, »verfügte die übergroße, damals noch ziemlich knapp bemittelte Mehrheit der Deut­schen im Krieg über mehr Geld als in den letzten Friedensjahren«.10

Erst in den neunziger Jahren erschienen einzelne Untersuchungen zu dieser Politik der Ausraubung durch die Nazis und die in ihrem Auftrag handelnden Institutionen – der deutschen Banken und Großkonzerne -, veranlasst insbesondere durch die Thematik von »Nazigold« und Schweizer Banken. Alles in allem setzten die europäischen Staaten etwa fünfzig historische Untersuchungskommissionen ein, die sich von Land zu Land mit den wirtschaftlichen Aspekten der Schoah, mit der Kollabo­ration lokaler Institutionen, aber auch mit der Wiederaufnahme der Überlebenden in ihren Heimatländern befassten. Das reiche Material, das sie ans Licht brachten, wartet noch immer auf Historiker und Wirt­schaftsexperten, die daraus umfassendere Schätzungen hinsichtlich des materiellen Schadens erstellen, der dem jüdischen Volk zugefügt wurde.

Die von jüdischen Stellen vorgelegten Berechnungen blieben frag­mentarisch und dienten ursprünglich dem Zweck, die gegen Deutsch­land erhobenen Entschädigungsansprüche zu beziffern. Erste Schätzun­gen dieser Art wurden schon vor Kriegsende vorgenommen. Aufgrund der von Adler-Rudel bereits im März 1941 vorgelegten Daten kam Nehemia Robinson im Jahre 1944 zu dem Ergebnis, dass sich der Wert des in Deutschland und Österreich geraubten jüdischen Vermögens auf 2 Milliarden US-Dollar belief.11
In Palästina legte der spätere Wirt­schaftsminister Dov Joseph der Jewish Agency am 27. April 1945 einen Bericht vor, der den Schaden auf 2 Milliarden Pfund Sterling (damals rund 6 Milliarden US-Dollar) bezifferte, ohne Berücksichtigung der Sowjet­union. Diese Zahl wurde im September 1945 in Chaim Weizmans Note an die Großmächte genannt und sollte immer wieder auftauchen, so auch zu Beginn der fünfziger Jahre in den Verhandlungen mit Deutschland. Sie war weniger hieb- und stichfest als vielmehr sehr griffig – 6 Milliar­den Dollar bei 6 Millionen Ermordete. Robinson kam 1961 in einer aktualisierten Berechnung auf die dop­pelte Summe von 12 Milliarden.12

Mindestens die Hälfte des jüdischen Besitzes in Westeuropa und fast der gesamte osteuropäische Besitz war demnach verlorengegangen. Obwohl die statistische Datengrundlage noch immer fragwürdig war – zumal hinsichtlich der osteuropäischen Länder, in denen die meisten Juden gelebt hatten -, hat Robinson die Berechnung der »materiellen Bilanz der Schoah« auf eine solide Basis gestellt. Er war auch der erste, der zwei zusätzliche Schadensaspekte berücksichtigte – den potentiellen Einkommensverlust und den Wert der Zwangsarbeitskraft. Er schätzte den ersteren auf 10-12 Milliarden und den letzteren auf 5 Milliarden Dollar, so dass sich eine Schadensbi­lanz von 27 bis 29 Milliarden Dollar (oder nach heutigen Wert 270 bis 290 Milliarden) ergibt. Dies alles beinhaltet natürlich nicht den un­schätzbaren Verlust an dem, was der ökonomische Fachjargon »Human­kapital« nennt.

Spätere Untersuchungen haben Robinsons Schätzungen kaum in Fra­ge gestellt.13
Das gilt allerdings nicht für die 1984 eingereichte Disser­tation von Klaus Scheurenberg,14 die den Gesamtumfang des geraubten Eigentums in den vierzehn besetzten und kollaborierenden Staaten Europas auf 50,9 Milliarden Reichsmark beziffert. Umgerechnet ergibt dies einen fast doppelt so hohen Betrag.

Ein eigenes Kapitel widmet Scheurenberg dem »letzten Besitz«, den man den Juden vor ihrer Ermordung abnahm. Die Belege finden sich hauptsächlich in den »wirtschaftlichen Bilanzen« der »Aktion Rein­hard«, wie die Vernichtungsaktion im polnischen »Generalgouverne­ment« hieß. Deren Leiter Odilo Globocnik veranschlagte im Januar 1943 den Gesamtumfang der letzten Habseligkeiten auf 1.901 Waggons mit Kleidung im Werte von 46 Millionen Reichsmark, dazu Bargeld ver­schiedener Währung (79 Mio. RM), Schmuck (44 Mio. RM), Gold und Silber in Form von Sakralgegenständen etc. (10 Mio. RM) und Gold­münzen (1,7 Mio. RM). Ein Thema für sich sind die Goldzähne, die man aus den Mündern der Ermordeten herausbrach. In einem Bericht, der imMai 1944 in Buchenwald und Sachsenhausen herausging, wird der Ver­sand von 241,45 kg Zahngold erwähnt. Alles in allem schätzt Scheuren­berg den Wert dieses »letzten Besitzes« auf 800 Millionen Reichsmark (ca. 335 Mio. Dollar).

Scheurenberg untersucht auch, wie das geraubte Eigentum zur Deckung der Kriegsausgaben verwendet wurde. Die vorgelegten Daten zeigen, dass allein der Raub jüdischen Vermögens in Deutschland (ohne den Wert der Zwangsarbeit etc.) fast die gesamte Aufrüstung der Wehr­macht vor dem Zweiten Weltkrieg und 7 Prozent des gesamten Kriegs­haushalts finanzierte.

Hinsichtlich des Gesamtumfangs des geraubten Vermögens liegt Scheurenberg, selbst Schoah-Überlebender und lange Jahre Vorsitzen­der der Berliner »Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammen­arbeit«, nicht nur weit über den Zahlen Robinsons, sondern auch über drei späteren Schätzungen, die gegen Ende der neunziger Jahren ver­öffentlicht wurden.15

In einem Dokument, das der Jüdische Weltkongress gemeinsam mit der Besitzrechtsnachfolgeorganisation WJRO der im Dezember 1997 einberufenen Londoner Goldkonferenz vorlegte, wurde der Schaden in drei Kategorien eingeteilt: geraubte Vermögenswerte (geschätzt auf 120 Milliarden US-Dollar), geschätzte Einkommensverluste (100 bis 150 Milliarden) und Wert der Zwangsarbeit (10 bis 50 Milliarden). Der Gesamtschaden wird also auf 230 bis 320 Milliarden Dollar beziffert.16

Die Unterschiede zeugen von der Schwierigkeit der Aufgabe. »Trotz der vielen Anstrengungen gelingt es bis heute nicht, eine vollständige Schätzung über den Umfang der wirtschaftlichen Zerstörung zu erhal­ten, die die Nazis den Juden zugefügt haben«, schrieb die amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Helen B. Junz in ihrer 1999 vorgelegten Bilanz, die dem Bericht der Unabhängigen Kommission zur Untersuchung der Schweizer Konten angehängt wurde.17
Unter Heranzie­hung von neuem Quellenmaterial (z.B. aus den Steuerbehörden) bezieht sie sich auf sechs Länder – Deutschland, Österreich, Polen, Ungarn, Holland und Frankreich -, in denen 57 Prozent der europäischen Juden lebten, wobei nach ihrer Einschätzung der Umfang des hier geraubten Vermögens 75 Prozent des geraubten jüdischen Besitzes in Europa aus­machte. Sie kommt auf rund 9,9 Milliarden Dollar nach damaligem Wert, berücksichtigt aber nicht den Wert von Einkommensverlust und jüdischer Zwangsarbeit.

Das gilt auch für die etwa gleichzeitige Untersuchung des amerikani­schen Finanzexperten Sidney Zabludoff, die der Jüdische Weltkongress in Auftrag gab.18
Zabludoff ging unter anderem davon aus, dass der durchschnittliche Pro-Kopf-Wohlstand der jüdischen Bevölkerung in den europäischen Ländern (einschließlich Osteuropa) um rund 25 Pro­zent über dem allgemeinen Durchschnitt lag, weil die Mehrheit in städ­tischen Gebieten lebte und der Anteil der freien Berufe und Akademiker relativ hoch war.
Das geraubte Vermögen in Deutschland, Österreich und den 20 besetzten Ländern wurde auf 90 bis 140 Milliarden US-Dol­lar (nach aktuellem Wert) veranschlagt. Die Untersuchung enthüllt zum Beispiel, dass in Frankreich, Belgien und Holland 70.000 Wohnungen geräumt, beschlagnahmt und 30.000 (!) Waggons mit Mobiliar sowie 21.000 Kunstschätze abtransportiert wurden, dazu allein in Frankreich Bibliotheken mit 20 Millionen Büchern. In Österreich stapelte sich damals rund eine Viertelmillion geraubter Bücher aus okkupierten Län­dern, darunter antike Ausgaben und sonstige bibliophile Kostbarkeiten.

Wenn wir die Summe aus diesen Untersuchungen ziehen, bewegt sich der finanzielle Umfang der »materiellen Schoah« – geraubtes Vermö­gen, Einkommensverlust und Zwangsarbeit – in einer Größenordnung von 230 bis 380 Milliarden US-Dollar nach heutigem Wert.19
In recht­lich-politischer Hinsicht kamen diese Schätzungen allesamt viel zu spät. Den Vertretern Israels und des jüdischen Volkes standen sie nicht zur Verfügung, als sie von den Deutschen Entschädigung forderten.

Anfang 2007 hat Zabludoff in einer neuen Untersuchung festgestellt, dass sich der Gesamtwert jüdischen Vermögens, das weder zurückgege­ben noch erstattet wurde, bei mindestens 115 bis 175 Milliarden Dollar (nach aktuellem Wert) bewegt.

Nur 20% der geraubten Werte wurden ersetzt

Trotz aller Anstrengungen und Abkom­men, Versprechungen und Zusagen wurden nicht mehr als 20 Prozent der geraubten Werte restituiert.20
Die immensen Anstrengungen, die in die Rückführung von privatem wie auch öffentlichem jüdischem Besitz investiert wurden, waren also letztlich nicht von Erfolg gekrönt. Deutschland ist im Grunde das einzige Land, in dem dieser Prozess nahezu abgeschlossen wurde. Die Aktivitäten der WJRO, 1993 auf Ini­tiative der israelischen Regierung und jüdischer Organisationen gegrün­det, um die Rückerstattung jüdischen Eigentums in weiteren, insbeson­dere den osteuropäischen Ländern zu betreiben, sind auf der ganzen Linie gescheitert (siehe Kapitel 5 des Buches).

Die historische Bilanz zwischen der Gesamtsumme der materiellen Schäden, die Deutschland dem jüdischen Volk zugefügt hat, und der gezahlten oder noch zu zahlenden Entschädigungssumme ist weit davon entfernt, ausgeglichen zu sein. Bis Ende 2007 wurden für die »Wieder­gutmachung« nationalsozialistischer Verbrechen insgesamt 65,1 14 Mil­liarden Euro – übrigens nicht nur an jüdische Empfänger – bezahlt.21 Das Bundesfinanzministerium geht davon aus, dass bis 2030, wenn der letzte Überlebende verstorben sein wird, noch etwa 9,5 Milliarden Euro zu zahlen sind, so dass der Gesamtbetrag aller Entschädigungszahlun­gen rund 74 Milliarden Euro erreichen wird. Das bedeutet, dass der deut­sche Staat dem jüdischen Volk nur knapp ein Viertel der unmittelbaren materiellen Schadenssumme (Schaden an Leib und Leben nicht einge­rechnet) erstatten wird.

All jenen, die der Ansicht sind, dass »die Juden die Deutschen auspressen«, sei diese historische Bilanz vor Augen gehalten.

  • 9   Götz Aly, Hitlers Volks Staat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus. Frankfurt/Main 2005,314.
  • 10  Ebd., 327.
  • 11  Robinson, Indemnification and Reparations, Institute ofJewish Affairs, New York 1944. Adler-Rudel hatte den Schaden auf 4 Milliarden Reichsmark beziffert, und Robinson rechnete diesen Wert in US-Dollar um, wobei er die unterschiedlichen Schadenskategorien auswies.
  • 12  Robinson, Beraubung und Wiedergutmachung, New York 1962. Siehe zum Folgenden Statistischer Anhang, Tab 1. (im Buch).
  • 13  Siehe z. B. Helmut Genschel, Die Verdrängung der Juden aus der Wirtschaft im Dritten Reich, Göttingen 1966, der das jüdische Vermögen im April 1938 auf 7,538 Milliarden Reichsmark (3,114 Mrd. Dollar) in Deutschland und 2,295 Milliarden Reichsmark (956 Mio. Dollar) in Österreich schätzt.
  • 14  Klaus Scheurenberg, Holocaust als Wirtschaftsfaktor, Diss., Century University, Beverly Hills, Calif. 1984 (Ms.).
  • 15  Zur Vergleichharkeit dieser hier auf unterschiedliche Währungen und teils histo-rische, teils aktuelle Werte bezogenen Angaben siehe Tab. 1 im Statistischen Anhang.
  • 16  World JewishCongress/WorldJewish Restitution Organization, >Indemnification and reparations: Jewish Losses«, December 1997, in: Nazi Gold – The London Conference, Foreign & Commonwealth Office, The Stationery Office, London 1998,719-766.
  • 17  Helen B. Junz, »Report on the Pre-War Wealth Position of the Jewish Population in Nazi-OccupiedCountries, Germany, andAustria«, in: IndependentCommittee of Eminent Persons (ICEP), Report on Dormant Accounts ofVictims of Nazi Persecution in Swiss Banks, Bern 1999, Appendix S, A127-A206.
  • 18  Sidney J. Zabludoff, Looted Jewish Assets: Nazi Seizures, World Jewish Congress, NewYork,June21, 1998.
  • 19 Statistischer Anhang, Tab. 1.
  • 20 Sidney Zabludoff, »Restitution of Holocaust-Era Assets: Promises and Reality«, Jewish Political Studies Review, 19, Nr. 1-2, March 2007.
  • 21 Siehe Statistischer Anhang, Tab. 3.

Raul Teitelbaum
Die biologische Lösung
Wie die Schoah „wiedergutgemacht“ wurde
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17 Kommentare

  1. @mfb

    “wie peinlich geht es denn noch??“

    …auch Dich, mfb würde ein vorbeugend medizinischer check up gewiss noch wohltuender fördern …

  2. Es stellt sich die Frage, ob hier nicht jemand haGalil als seine Domän betrachtet.

    So hilflos, wie dessen BetreiberInnen im vorstehenden Beitrag unausgesprochen indirekt dargestellt werden, sind sie nach bald 20 Jahren auch härtester Weberfahrung vermutlich nicht, I guess.

    Im Ãœbrigen halte ich es für unzulässig, bei einem Text wie dem von Teitelbaum, bei dem eine wie auch immer geartete, monetäre Kompensation für das Leiden der Verfolgten des Naziregimes logischerweise, weil menschenunmöglich, nicht benannt ist, genau das hineinzumanövrieren in Kommentare zu seinen Ausarbeitungen, die sich konsequent und schlüssig allein mit den ganz konkreten und – evtl. – durch Geld zu ersetzenden „wiedergutzumachenden“ Verlusten der jüdischen Bevölkerung Europas durch das „III. Reich“, in unterschiedlicher Art, beschäftigen.

    Das hat Jane auch garnicht versucht in ihrer meiner Ansicht nach falschen, unpassenden und ziemlich polemischen, dazu nicht gut getexteten (sie kann es besser) Verquickung mit ihrem sonst durchaus akzeptablem Hauptanliegen, dem Problem der ganzen PalästinenserInnenthematik, was ich oben schon kurz ausführte.

    Die Ermordeten und Gequälten aber müssen allen Lebenden für alle Zeiten heilig sein! Sich vor ihnen in Demut verneigen – ja. Ihrer gedenken, auch durch Monumente, Museen, Ausstellungen, Veranstaltungen, Vorträge u.a. – ja. Ihr Schicksal so gut als nur möglich erforschen – ja. Um sie trauern – ja. Ihre Verfolger und Mörder suchen, verurteilen und verdammen – ja.

    Aber es sollte nicht und niemals versucht werden, sie zu instrumentalisieren. Etwa um Leute irgendwo hinauszukomplimentieren, wenn die diese Opfer garnicht angetastet haben. Im Ãœbrigen ist die Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener ein Straftatbestand. Das liegt bei Jane nun wirklich nicht vor, wäre sonst ja auch eine Angelegenheit für Juristen, aber nicht für selbsternannte Richter: „Das Faustrecht ist dem deutschen Recht fremd“.

    • efem, bitte lass mich in dieser Sache beurteilen wie ich es für richtig halte und – bitte, lass mich bei diesem Thema in Frieden.

  3. @Jane!

    Sie haben mit Ihren Einlassungen zum vorliegenden Thema, eindeutig eine Grenze überschritten und das ist nicht hinnehmbar!

    Dabei ist es gänzlich unnötig, zu Argumentieren. Ihr Anliegen ist angesichts des absolut entsezlichen, unvorstellbaren Leides das Juden und dem Volk der Roma und Sinti angetan wurde und bis heute in Dimensionen, von welchen Sie aber, und zwar ganz offensichtlich, überhaupt keine Ahnung haben, nachwirkt, einfach nur eiskalt und unmenschlich.

    Damit haben Sie Ihre Denkstrukturen, Ihre Intention, Ihre Ideologie unmißverständlich offenbart.

    Ich halte Sie, Userin Jane, trotz demokratischer Meinungsfreiheit, nicht für würdig, hier weiter unter uns zu bleiben, weiterhin Ihre kruden Thesen zu Israel im allgemeinen, Judentum und Juden im Besonderen zu „posten“, behalte mir vor, sollten Sie dies trotzdem tun, diese Ihre Beiträge zu speichern um dieses unter jeden weiteren Postingversuch Ihrerseits hier auf dieser Seite zu setzen!

    Aus Notwehr!

    .

    • @ Jim,

      wie peinlich geht es denn noch??

      „Ich halte Sie, Userin Jane, trotz demokratischer Meinungsfreiheit, nicht für würdig, hier weiter unter uns zu bleiben,..“

      oh backe .. is det jetzt die „jüdäische Befreiungsfront“ oder die „Befreiungsfront Judäas“ ..

      vielleicht solltest du .. aus Notwehr .. doch mal zum Arzt gehen.

      Jane hat hier mit Sicherheit nicht die „krudesten“ Theorien gepostet. Aber jüdischen (Siedler-)Terroristen siehst du dies nach.

      Gerne darfst du auch meine Postings – aus Notwehr – bei meinen weiteren Postings auf diese Seite setzen .. lol ..

  4. Noch ein Fehler in meinem Text: die von mir (und Jane) benannte Internetseite spricht von DM, woraus ich im Unterschied zu ihr (Jane) fahrlässigerweise Dank nur überfliegendem Lesen Euro machte. Aber auch dann entspricht die Summe immer noch etwa dem Dreifachen des von Teitelbaum Errechneten, was sie klar in den Bereich von Stammtisch-Phantasien katapultiert und meine resignierende Schlussfolgerung nicht schmälert.

  5. Sorry, Schreibfehler. Es muss oben in meinem Text statt „in 1.000 Jahren wären es bei angenommen gleicher Bevölkerungszahl 0,984 Eurocents/Bundesbürger/Jahr, dann genügt eine ganze Dekade nicht, um auf 10 Cent jährlich zu kommen“ beidemal Euro statt ‚Eurocents‘ und ‚Cent‘ heißen, was nichts an der Sinnfälligkeit ändert.

  6. Die AraberInnen westlich des Jordan haben, außer dass bekanntlich zur Zeit des II. Weltkrieges einige von ihnen mit dem deutschen Reich kooperierten, war das doch der Feind der Briten und betrieb die Auslöschung der Juden, nichts mit Teitelbaums Überlegungen und Ausarbeitungen zu schaffen.

    Aber dass versucht wurde und versucht wird, die von deutscher Seite begangenen Verbrechen wenigstens in Ansätzen durch materielle Leistungen zu kompensieren, was bei Ermordeten schlechterdings unmöglich ist, sollte doch in etwa anerkannt werden.

    Teitelbaums Darstellung aber versucht, gerade diesen Aspekt als bessere Peanuts abzutun.

    Das ist nicht fair.

    In Teil 2 der Ausarbeitung steht zu lesen:

    „Im Laufe von mehr als 50 Jahren entfielen auf jeden Deutschen alles in allem umgerechnet 984 US-Dollar. Das sind 19 Dollar pro Jahr und 1,60 Dollar pro Monat, weniger als ein Glas Bier.“

    So kann man rechnen.

    Warum aber warten wir nicht noch weitere 50 Jahre, dann haben sich die 19 Dollar aufs Jahr gesehen bereits halbiert, und in 1.000 Jahren wären es bei angenommen gleicher Bevölkerungszahl 0,984 Eurocents/Bundesbürger/Jahr, dann genügt eine ganze Dekade nicht, um auf 10 Cent jährlich zu kommen.

    Es ist, wenn denn schon eine Pro-Kopf-Rechnung aufgemacht werden soll, vieles unbeachtet Gebliebene mit einzubeziehen: erstmal, wer überhaupt zahlte. Nämlich zunächst die arbeitende Bevölkerung allein Westdeutschlands ohne DDR, ohne Saarland, ohne Westberlin.

    Und wie hoch lag denn damals, als die Zahlungen anliefen, der Stundenlohn im Schnitt in der Bundesrepublik Deutschland? Bei etwa einer DM, das entspricht nicht ca. 1/2 Euro, sondern ist analog zu sehen zu dem Durchschnitts-Stundenlohn von heute, der bei ungefähr 15 Euro liegt, und genauso verhält es sich bei den Zahlungen, Sachgütern etc. Wird das zu Grunde gelegt, was einem Faktor von 30 entspricht, so würde die 1949 vereinbarte Summe von 3,5 Milliarden DM umzurechnen sein auf ein Äquivalent von heute 105 Milliarden Euro für 14 Jahre ab 1949, was sich schon ganz anders anhört. Adenauer durfte sich genug an Vorwürfen anhören für die damals durchaus nicht geringe, vereinbarte Summe, bei einem Staatshaushalt von damals 13 Milliarden DM. Schließlich war dies damals kein wohlhabendes Land, sondern fast völlig mittelloses Land, und Hunderttausende gingen in sog. Hungerdemonstrationen auf die Straße (hätten sie das mal besser 1933 getan), um zu protestieren gegen die absolut unzureichende Versorgung. Dazu wohnte ein Großteil noch in den Kellern der zerstörten Häuser, ständig kamen neue Flüchtlinge und Vertriebene hinzu, usw. usf.

    Wenn denn also schon so gerechnet werden soll, d.h. die Zahlungen auf die einzelnen Köpfe verteilt, bei denen neben denen der Arbeitenden auch die der ohne Entlohnung, d.h. der Kinder, der Alten, der Kranken, der damals noch vielen Invaliden, der Arbeitslosen usw., übrigens auch aller im Naziregime verfolgten bundesrepublikanischen Deutschen einbezogen sind, was ein im Kontext statistisch gesehenes Bild ohne Aussagekraft ergibt, so muss das dann wenigstens pro akutem Jahr gesehen werden ohne Jahrzehnte später unter Einbeziehung des Zeitfaktors, der die augenblickliche de facto „Belastung“ jede Sekunde geringer werden lässt – und ohne Berücksichtigung der ständig fortschreitenden Geldentwertung: beispielsweise gibts heute kein schlichtes, aber fabrikneues Auto aus einem Land der Siegermächte mehr für genau 3.600 DM (Citroen 2 CV, Luxusausführung, 1963), – was der Autor wohl umrechnen würde in ca. 1.800 Euro?

    A.a.O. im Internet (keine braune, aber +/- ultrakonservative Seite: http://www.pol-ag.de/html/wiedergutmachung.html, die übrigens auch Jane mit passender, ähnlicher Einschätzung zitiert) fand sich eine (ebenso angreifbare) Aufrechnung, die überschlägig bei der Summierung aller „Wiedergutmachungs-“ Leistungen sowohl der alten als der jetzigen BRD auf ca. 500 Milliarden Euro unter Berücksichtigung der realen Kaufkraft kommt. Wie das gerechnet wurde, ist nicht erläutert.

    Immerhin: da schwingt das Pendel zur anderen Seite.

    • @ Janes:

      „.Deutschland hat in dieser Hinsicht durchaus viel geleistet und auch wir haben in Deutschland mitunter bittere Armut und einen großen Schuldenberg. Da dürfen nachkommende Generationen schon mal nachfragen,ob es da immer mit rechten Dingen zugeht.“

      Weil die Juden immer so bescheissen und die (nichtjüdischen?) Deutschen in die Armut mit großen Schuldenbergen drängen.

      Genau!

      Kurz in der Adresszeile geirrt, altermedia ?

  7. Hier wird verbal ein Extrem gegen das andere ausgespielt (Schlussstrich – gegen materiell ausnehmen), letztendlich weil Emotionen in diesem speziellen Fall ein Stück weit Kapital sind und man somit natürlich ein emotionales Klima schafft – was aber nach 70 Jahren nicht unerheblicher Anstrengungen einer nüchternen Untersuchung bedarf.

    Es ist durchaus angebracht, nachdem, kaum zu bestreiten, erhebliche Anstrengungen gemacht wurden, um erlittenes Unrecht materiell wiedergutzumachen, Juden hier heute gut leben und der Krieg nun einmal bald 70 Jahre her ist. Reparationen und Rückführung jüdischen Besitzes war und ist moralisch absolut notwendig.

    Die mitunter schäumenden Emotionen könnten allerdings den Eindruck enstehen lassen, auf diesem Gebiet wäre bislang kaum irgendwas oder nur völlig unzureichend passiert – und das ist sicherlich falsch.

    Ob das wirklich in jeder Hinsicht angemessen und war und ist – kann natürlich auch auf den Prüfstand – aber eben sachlich und transparent.

    Tatsache ist – auch ‚Wiedergutmachung‘ ist mittlerweile zum einträglichen Geschäft und mitunter Gegenstand krimineller Machenschaften geworden – neben Funktionären der Wiedergutmachungsindustrie, auch ein hoch-lukratives Geschäft für Anwälte etc. Nicht selten werden dabei nüchterne Prüfung durch Aufwiegelung medialer Stimmungsmache ersetzt (Schweiz) – was nicht wirklich akzeptabel ist.

    “Die Betrüger kamen aus den eigenen Reihen: Sechs Mitarbeiter von zwei großen Entschädigungsfonds für Holocaust-Ãœberlebende haben mit gefälschten Anträgen dafür gesorgt, dass 42 Millionen Dollar an vermeintliche Opfer gezahlt wurden, denen das Geld überhaupt nicht zustand…
    ….Auch ein früherer Direktor der 1951 gegründeten Organisation in New York zählt zu den insgesamt 17 Angeklagten.“

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/betrug-mit-holocaust-geldern-ein-schamloser-plan-a-728297.html

    “…Kein Leid ist zu groß, als dass nicht jemand versucht, daraus Profit zu schlagen. Ein von Deutschland finanzierter Entschädigungsfonds für Holocaust-Ãœberlebende ist nach Erkenntnissen der US-Staatsanwaltschaft um mehr als 42 Millionen Dollar (30 Millionen Euro) betrogen worden. Die Summe sei in den vergangenen 16 Jahren an unrechtmäßige Empfänger überwiesen worden, teilten die Ermittler in New York mit….“

    http://www.sueddeutsche.de/politik/deutsche-holocaust-entschaedigungsgelder-fbi-deckt-millionenbetrug-auf-1.1021665

    Also jüdische Funktionäre, namhafter jüdischer Institutionen, haben jüdische Opfer des Holocaust erfunden um 42 Millionen Dollar einzusacken – nicht gerade ein Pappenstil.

    “Und Sie, Jane, Sie sind dann die, die prüft?“

    Nun – in dem Artikel oben fällt auf, dass die vermeintliche materielle Schuld währungstechnisch hochgerechnet wurde – das ist legitim – allerdings hat dies in einem Vergleich natürlich zwingend zur Folge, dass auch die gezahlte Widergutmachung entsprechend währungstechnisch hochgerechnet werden müsste, was nach meinen Recherchen – nicht der Fall ist und die ganze Kalkulation hinfällig macht. Dazu muss man kein Experte sein.

    Das verzerrt den gesamten Betrag mal locker um 1 bis 2 Hundert Milliarden – nicht gerade wenig oder?

    Anbei eine währungstechnisch, bereinigte Kalkulation der durch Deutschland geleisteten Wiedergutmachung,einer offensichtlich absolut pro-israelischen Site – die kommen währungstechnisch bereinigt auf einen Betrag von ca. 500 Milliarden DM im Jahr 2003. Damit dürfte man sich wohl währungstechnisch bereinigt und zzgl. der Zahlungen der letzten 9 Jahre den 300 Milliarden Euro nähern.

    http://www.pol-ag.de/html/wiedergutmachung.html

    Die Seite auf der diese Kalkulation erstellt wurde, hat übrigens keinerlei Sympathie von meiner Seite – nach kurzem Drüber scrollen ordne ich sie als eine rechtslastige, islamophobe, pro-zionistische Seite vermutlich zionistisch, evangelikaler Christen ein. Aber vielleicht findet ja noch jemand eine andere Quelle für eine währungstechnisch bereinigte Kalkulation deutscher Wiedergutmachungszahlungen.

    Natürlich ist das ein hochkomplexes Thema und natürlich bin ich nicht der Experte dafür und behaupte das auch nicht. Allerdings sticht dieses Detail auch einem Nicht-Experten ins Auge.

    Inwieweit dann an verschiedenen Stellen die gleichen Tatbestände mehrfach vergolten werden sollen ist auch eine Frage.

    Auf der einen Seite muss die Schweiz blechen, für Vermögen die sie vermeintlich von deutschen Juden eingesackt haben soll – auf der anderen Seite Deutschland auch. Na ja, das ist nur ein Gedankenspiel – aber wohl ein weiteres, dem man durchaus nachgehen könnte usw. usw.

    Ob die Zahlungen nun ausreichend waren oder sind – eines kann man jedenfalls konstatieren; dass auch jüdische Treuhänder für Entschädigungszahlungen nicht immer und notwendigerweise integre Verwalter der erstrittenen Gelder waren und sind und dass die Gelder den tatsächlichen Opfern zu Gute kommen sollten – Weiterhin, ob nun ausreichend oder nicht – die gleisteten Wiedergutmachungszahlungen für ein Jahrhundertverbrechen – sind so in der Geschichte auch ziemlich einmalig – insofern halte ich die mitunter schäumenden Vorwürfe nach alledem jedenfalls nicht für der Sache angemessen. Deutschland hat in dieser Hinsicht durchaus viel geleistet und auch wir haben in Deutschland mitunter bittere Armut und einen großen Schuldenberg. Da dürfen nachkommende Generationen schon mal nachfragen,ob es da immer mit rechten Dingen zugeht.

    Was nicht ganz so einmalig ist, ist der Raubzug an einem ganzen Volk,denkt man an die schwarzen Sklaven in den USA, an die Indianer an die Palästinenser (und das bis auf den heutigen Tag).

    Aus Tom Segevs ‚So werden Staaten gemacht..‘

    “…Das dritte Kapitel trägt die Ãœberschrift „Die Verteilung der Beute“. Es beschreibt mit vielen Details, wer von den Enteignungen, von der Landnahme profitierte und wie die verschiedenen Gruppen der jungen israelischen Gesellschaft sich um die zurückgelassenen arabischen Besitztümer stritten. „Ãœber 50 000 arabische Häuser waren verlassen worden, aber nur 509 Teppiche wurden in die Lagerhäuser der Treuhänder gebracht.“ Dank solcher Sätze beginnt der Leser sich eine Vorstellung von der Anarchie der Cliquenkämpfe zu machen. Der israelische Staat – seine Machtorgane – konstituierte sich wesentlich auch in dieser Auseinandersetzung. Der Nahe Osten glich sehr dem Wilden Westen. 140 000 bis 150 000 Einwanderer wurden damals in verlassenen – das ist ein Euphemismus – arabischen Haushalten angesiedelt. Das ungeschriebene Gesetz lautete: Wer ein Bett in ein Zimmer schaffte und darin eine Nacht schlief, dem gehörte das Zimmer. „Und so rissen sich Zehntausende von Israelis – Soldaten wie Zivilisten – Kriegsbeute unter den Nagel. Der eine nahm sich einen Lehnstuhl, der andere einen Teppich, der dritte eine Nähmaschine und der vierte einen ganzen Konzern….“

    http://www.fr-online.de/literatur/-die-ersten-israelis–so-werden-staaten-gemacht,1472266,3104324.html

    Haben Sie eigentlich auch schon mal über Wiedergutmachung der Palästinenser nachgedacht? Wäre dem Frieden sicherlich sehr zuträglich.

    Wie selbstverständlich auch erklären nicht wenige Zeloten, die Muslime,die Palästinenser kurzum zu Nazis, was dann besagten Raubzug legitimieren sollte – kann man also aus ein und dem selben Verbrechen immer wieder an x verschiedenen Stellen in jeder beliebigen Form ‚Wiedergutmachung‘ verlangen?

    Eines ist jedenfalls ganz klar – die Palästinenser sind die falsche Adresse für Wiedergutmachung deutscher Verbrechen.

    • Ich mein’, man muss nicht Linguist sein, um aus Ihren Worten hier herauslesen zu können, was Sie wirklich meinen.

  8. Im Anbetracht dessen ist der Film „Shutter Island“ von Scorsese als absolutes Meisterstück zu betrachten, als geniale Glanzleistung gerade der „deutschen Propaganda“ also der Täter, der dann mit stillisierten Scheinopfern. die sich mit echten Holocaust Opfern doch niemals vergleichen liessen, die Aggression genau gegen die lenkt, die sich, nicht aus Gründen der Instrumentalisierung, schon in der Kindheit mit diesen Dingen beschäftigte, und deshalb Zeit Lebens ein absolut ärmlichstes Leben ohne Anstellung, sogar in ständiger Lebensgefahr durchstehen musste. Eine geniale Umkehr und der Tausch der Rollen. Fast so perfide, wie Goebbels damals. Ein Hoch auf das „von Deutschland gesteuerte“ deutsche, deutschstämmige, germanische, katholische, deutsche Hollywood Propaganda Kollektiv;-). In diesem Film wurde den Holocaust Opfern auf das Unerträglichste, deutsche Rotze aus Deustchland direkt ins Gesicht gespuckt, und zwar von genau denen, die sich immer weigerten, den wahren Opfern eine auch nur ach so kleine Rente zu zahlen ! Welch Macht in aller Welt diese deustche Industrie immer noch hat.

  9. Warum ist das alles so eindimensional?
    Warum werden alle Dinge als Einbahnstrasse betrachtet?
    Warum wird alles isoliert diskutiert – was wäre, würde jemand aktuelle Entwicklungen (als vielleicht auch schlechte Gleichnisse) einstreuen?

  10. Der entscheidende Punkt ist hier doch, dass die immer wieder von deutschen „Schlussstrich-Fanatikern“ aufgewärmte Mär, wonach das arme Deutschland so arg viel an Entschädigungsleistungen an nimmersatte Juden hat zahlen müssen, schlicht und ergreifend Unsinn ist.

  11. Vorab: dass die National-Sozialisten einen Raubzug enormer Dimension an Juden und im Ausland generell und durch Zangsarbeit von Juden und Ausländern, begingen ist klar, dass man sich auch in den 30ern an allzu billig veräußertem jüdischen Besitz bereicherte auch – dass Wiedergutmachung richtig ist – und geraubtes Gut zurückzuerstatten ist, ist selbstverständlich, insofern der Tatbestand geklärt ist.

    – dennoch ist es recht undurchsichtig inwieweit solche Berechnungen tatsächlich der Sache gerecht werden (worüber ich mir denn auch kein Urteil stellen kann oder will, aber doch einige Fragen aufwerfen möchte).

    In der am Ende des Textes dargelegten Schätzung von 300 Milliarden Euro sind offensichtlich z.Bsp Immobilien etc in anderen Ländern inbegriffen, die zurückzuerstatten liegt aber nicht im Rahmen deutschzer Möglichkeiten, sondern ist moralische Pflicht der Länder, wo diese Immobilien etc. in der Nachkriegszeit womöglich noch standen oder mitunter noch stehen. Ich gehe davon aus, dass z.Bsp. Juden in den Niederlanden ihre Immobilien zurückerhielten, insofern sie den Holocaust überlebt hatten oder etwa nicht? Falls nicht wäre das dann ein Unrecht der niederländischen Regierung in Folge oder welcher auch immer – in der Sowjetunion und den ost-europäischen Ländern wurden gewissermaßen alle Menschen durch den Kommunismus enteignet, so auch in Folge der jüdische und der nicht-jüdische Besitz, auch jener der verlassen zurückblieb, auch jener, der eventuell in der Nachkriegszeit zurückerstattet hätte werden können – kann man dies heute den Deutschen in Rechnung stellen? Ich denke nicht.

    Lt.Aly war übrigens das durchschnittliche Einkommen der deutschen jüdischen Bevölkerung in den 20ern übrigens 5 mal höher, als dass der durchschnittlichen, deutschen christlichen Bevölkerung, was nicht zu letzt darauf zurück zu führen ist, dass viele Deutsche Analphabeten waren, bäuerlichen Verhältnissen entsprangen, in der Industrialisierung zu besitzlosen Arbeitern und in feudalen Verhältnissen ausgebeutet wurden, wohingegen Juden mit besser Bildung versehen und eher im städtischen Umfeld zu Hause die Moderne maßgeblich mit prägten und auch entsprechend gut verdienten.

    Die Schätzung der Schulden beinhaltet eine kaufkraft-bereinigte Hochrechnung, was den Betrag verfielfacht.

    Die Summe der deutschen Wiedergutmachungszahlungen des deutschen Staates wurde aber nach meinen Informationen (Wikipedia) nicht ensprechend kaufkraftbereinigt

    – das müsste man in diesem Zusammenhang dann natürlich auch machen und das enspricht dann einer geleisteten Wiedergutmachung in erheblich höherem Umfang.

    Daher kann man, insofern meine Information diesbezüglich korrekt ist, grundsätzlich sagen, dass der oben gestellte Vergleich nicht korrekt ist, da er Birnen mit Äpfeln vergleicht.

    Weiterhin berücksichtigen diese Hochrechnungen auch das in den 30ern transferierte jüdische Vermögen, welchem das zwischen Zionisten und National-Sozialisten geschlossene Haavara-Abkommen zu Grunde lag? Ich weiß es nicht.

    Sicher ist – es wurde wahrscheinlich noch kein Volk für begangenes Unrecht materiell so umfangreich und gründlich entschädigt wie das jüdische.

    Solche Ãœberlegungen mögen manchem pietätslos erscheinen – in Anbetracht dieser Tatsache allerdings und bald 70 Jahre nach Kriegsende muss es schon gestattet sein, dass man entsprechende Berechnungen dann auch entsprechend prüft.

    • Und Sie, Jane, Sie sind dann die, die prüft?!

      Ich mein‘, man muss nicht Linguist sein, um aus Ihren Worten hier herauslesen zu können, was Sie wirklich meinen.

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