Das archaische drakonische Gewissen oder: Schlagt sie alle tot

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Der rechstextreme Gewalttäter ist mit Recht ganz am Ende eines Spektrums der Pathologie anzusiedeln, dort, wo primitivster Sadismus an Stelle eines Gewissens steht. Ungemilderte Aggressionsäußerung und ein nahezu unbeherrschbarer Drang nach Machtausübung und Erniedrigung oder Ermordung anderer beherrschen das Welt- und Selbstbild des rechtsextremen Gewalttäters…

aus: Julian S. Bielicki, „Der rechtsextreme Gewalttäter – Eine Psychoanalyse“, Hamburg, Rasch und Röhring Verlag, 1993

Die Verbindung zu einer politischen Ideologie ist ein leises Anzeichen für ein rudimentär vorhandenes Über-Ich, wenn sie dadurch den Gewinn einer „moralischen Rechtfertigung“ suchen. Es ist, als handelten sie unter Geheiß einer extrem grausamen Gottheit, als hätten Grausamkeit, Egozentrismus, Rücksichtslosigkeit, Menschenverachtung die Bedeutung von Glaubensinhalten für diese Menschen. Meines Erachtens ist der Grund dafür in einem archaischen Über-Ich-Vorläufer zu finden, einer Tiefenschicht im Seelenleben des rechtsextremen Gewalttäters, die geprägt wurde von dem Bild einer überwältigenden und grausamen Elterngestalt, die totale Unterwerfung oder vollständiges Aufgenommenwerden in die Macht des omnipotenten Elternbildes als Voraussetzung für das eigene Überleben verlangte. Eine wechselseitig befriedigende Beziehung erscheint ihnen völlig unerreichbar, vor allem aber als beängstigend instabil und beinhaltet daher sogar die Aufforderung, zerstört zu werden, soll die sadistische Beziehung nicht verlorengehen. Der „Gewinn“ dieser Einstellung liegt in einem Gefühl der Freiheit von Angst, Schmerz und Furcht, sowie in der Überzeugung, die einzig deutliche Form einer Beziehung zu anderen zu leben.

Das normale Über-Ich ist beim Rechtsextremen nicht integriert, realistische elterliche Verbote und Forderungen wurden nicht internalisiert. Der rechtsextreme Gewalttäter ist nicht fähig, moralische Verantwortung zu übernehmen, es sei denn, er kann sie in der „nur guten“ Gruppe unter Beweis stellen. Kameradschaftlichkeit und Einsatzbereitschaft sind Anzeichen dafür, daß das Über-Ich in Ansätzen vorhanden ist (ansonsten hätten wir amoklaufende Einzeltäter vor uns), es funktioniert jedoch nicht überall, sondern nur auf den weissen Feldern eines streng schwarz/weiss gehaltenen kleinkarierten Schemas.

Die Angst oder: Was passiert, wenn andere merken, daß ich ein Charakterschwein bin ?

Mord und Selbstmord bieten eine extreme Erfahrung totaler Kontrolle über das Leben eines anderen Menschen, bzw. über das eigene Leben. Diese Erfahrung zu machen, verbietet dem normalen Menschen sein Gewissen. Wo das Gewissen fehlt, liegt diese Erfahrung nicht fern und kann sogar zu einer für den rechtsextremen Gewalttäter notwendigen Aggressionsäußerung werden, wenn er sein narzißtisches Größenselbst bedroht sieht. Ein In-Frage-stellen ihres Größenwahns, das auch nur den leisesten Riß in ihrer kalten, unbarmherzigen Schale erzeugen würde, bedeutet für sie ein In-Frage-stellen ihrer ganzen Person und ihres ganzen Lebens. Jeder leise Zug von Menschlichkeit, der an sie herangetragen wird, wird als äußerste Bedrohung empfunden und muß unter allen Umständen abgewehrt werden. Ihre innere Einstellung zur Welt und zum Leben ist bestimmt durch totale Unterwerfung oder totale Unterdrückung und wo die Totalität einen Riss bekommt, ist für sie nur noch das andere Extrem lebbar.
Deshalb müssen sie diesen Riß, koste es was es wolle, verhindern.
Dahinter steht die Angst vor der vollkommenen Leere, zum einen, daß sie selbst dieser Leere anheimfallen, zum anderen, daß andere diese Leere in ihnen entdecken könnten.
Der Selbstmord ist an sich eine grandiose Lösung für diesen Konflikt.

Mord löscht immer nur eine einzelne Person aus, die diesem Konflikt im Wege stand und es können immer wieder neue In-Frage-Stellungen kommen oder solche existieren, von deren Existenz er gar nichts weiß.
Selbstmord hingegen löscht all dies auf einen einzigen Schlag aus und mitunter ist Selbstmord der einzige Weg, sein Größenselbst zu bewahren und es sogar noch im Moment seiner Vernichtung zu vergrößern in der Phantasie, totale Kontrolle über die ganze Welt auszuüben, die er auf diese Weise im Gefühl des totalen Triumphes über das Weltall imaginär für immer auslöscht.

Nach seiner Verhaftung unternahm z.B. der Attentäter von Mölln, Peters, einen Selbstmordversuch, auch Hitler, und andere in ihrem Größenwahn gescheiterte Menschen töteten sich selbst, nachdem ihr mit heißer Luft aufgeblasenes Größenselbst zerplatzte. (…) S.166-168 Es ist für die Freudsche Psychoanalyse evident, daß der Mensch ein über den Lebewesen mit höchster Intelligenz und höchster Triebhaftigkeit ausgestattetes Mörder- und Liebestier ist. Seine Intelligenz benutzt er leider fast ausschließlich, um den beiden Trieben den Weg zu ihrer Befriedigung zu bahnen. Alle Massen- und Volksbewegungen sind kulturfeindlich und triebhaft. Deswegen wird bei Massen- und Volksbewegungen immer auch der Fremdenhaß und der Antisemitismus triebhaft. „Es ist immer möglich, eine größere Menge von Menschen in Liebe aneinander zu binden, wenn nur andere für die Äußerung der Aggression übrigbleiben. (…) Nachdem der Apostel Paulus die allgemeine Menschenliebe zum Fundament seiner christlichen Gemeinde gemacht hatte, war die Äußerste Intoleranz des Christentums gegen die draußen Verbliebenen eine unvermeidliche Folge geworden; den Römern, die ihr staatliches Gemeinwesen nicht auf die Liebe begründet hatten, war religiöse Unduldsamkeit fremd gewesen, obwohl die Religion bei ihnen Sache des Staates und der Staat von Religion durchtränkt war.“ (Freud, Sigmund: Fragen der Gesellschaft. Frankfurt 1982. Band IX. S.243)

Unsere Demokratie ist keine ‚Basisdemokratie‘, sondern eine‘ repräsentative‘ Demokratie. Die Forderung nach einer Basisdemokratie kann leicht zur Diktatur und zum Terror einer triebhaft agierenden Masse werden. Es ist wichtig, den repräsentativen Charakter unserer Demokratie energischer zu betonen, der unserer Hoffnung folgt, daß die gewählten Repräsentanten des Volkes, unsere Abgeordneten und Regierungsmitglieder, über ein stärkeres Gewissen verfügen als der Durchschnitt ihrer Wähler, so daß z.B. die Todesstrafe in Deutschland keinen Eingang findet, obgleich die Mehrheit des deutschen Volkes sich die Todesstrafe wünscht. Es ist wichtig, daß „Hinz und Kunz“ die vom Bundestag und Bundesrat verabschiedeten Gesetze achten, ob es dem Einzelnen paßt oder nicht.

Viele Deutsche haben offenbar vergessen, daß eine Demokratie durch ‚parlamentarische‘, und nicht ‚völkische‘ Mehrheiten regiert wird. Die Gefahr, die von den tollkühn gewordenen braunen Flegeln ausgeht, ist gerade, daß sie für sich in Anspruch nehmen, „das Volk“ zu sein. Auch wenn zutreffen sollte, daß „das Volk“ die Brutalität gegenüber Ausländern, Muslimen und Juden vertreten würde – trotzdem muß klar gemacht werden, daß sich ‚jeder‘ an Beschlüsse der demokratisch gewählten ‚Vertreter des Volkes halten muß,‘ mit oder ohne Einsicht ‚in den Sinn parlamentarischer Entscheidungen. Illusionäre Idealisierung „des Volkes“ muß kritisch betrachtet werden. „Auch die Bolschewisten hoffen, daß sie die menschliche Aggression zum Verschwinden bringen können dadurch, daß sie die Befriedigung der materiellen Bedürfnisse verbürgen und sonst Gleichheit unter den Teilnehmern an der Gemeinschaft herstellen. Ich halte es für eine Illusion.“ (S.Freud ebda S.283) Politische Veränderungen dürfen ’nur‘ auf parlamentarischem Wege geschehen, das Zündeln auf der Straße könnte sonst einen Flächenbrand entfachen. Psychisch kann ausschließlich die Kultur, wenn auch mehr oder weniger mangelhaft, die Triebhaftigkeit des Einzelnen und der Massen hemmen.

„Das menschliche Zusammenleben wird erst ermöglicht, wenn sich eine Mehrheit zusammenfindet, die stärker ist als jeder Einzelne und gegen jeden Einzelnen zusammenhält. Die Macht dieser Gemeinschaft stellt sich nun als `Recht` der Macht des Einzelnen, die als `rohe Gewalt` verurteilt wird, entgegen. Diese Ersetzung der Macht des Einzelnen durch die der Gemeinschaft ist der entscheidende kulturelle Schritt.“ ( S.Freud, ebda S.225) (…) „Die individuelle Freiheit ist kein Kulturgut. Sie war am größten vor jeder Kultur.“ S.Freud, ebda S.226

(…) „Die Kultur muß alles aufbieten, um den Aggressionstrieben der Menschen Schranken zu setzen, ihre Äußerungen durch psychische Reaktionsbildungen niederzuhalten.“ ( S.Freud, ebda S.241) Die Schicksalsfrage der Menschenart scheint mir zu sein, ob und in welchem Maße es ihrer Kulturentwicklung gelingen wird, der Störung des Zusammenlebens durch den menschlichen Aggressions- und Selbstvernichtungstrieb Herr zu werden.“ ( S.Freud, ebda S.270) Es besteht offenkundig keinerlei Aussicht auf Erfolg, die Aggressivität des Menschen abzuschaffen: es ist jedoch möglich, kurzfristig die Auswirkungen dieser unumgänglichen Aggressivität zu verhindern und langfristig in eine gesellschaftlich akzeptable Richtung zu lenken.

Der real existierende und weiterhin anwachsende Rechtsradikalismus wird uns vernichten, wenn wir nicht endlich an die faktischen Konsequenzen unserer Albträume denken und sie rechtzeitig, hier und jetzt, energisch, mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften, unterbinden. (S.199-201)

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10 Kommentare

  1. Reichlich naiv zu glauben, Geschichtsbildung alleine würde ausbreiten von Rechtsextremismus verhindern, als ob der Mensch ein rein rationales Wesen wäre, das mit den richtigen Informationen gefüttert, auch richtig entscheiden würde … (Der Mensch ist aber kein Computer!)
    Die Modernisierungsverlierer sehen für sich und ihr Leben auch keine Zukunftsperspektive und werden dennoch anfällig für rechtsextremes Denken, wenn Sie auch noch so viel Aufklärung über die Geschichte machen, ohne eine wirklich überzeugende Perspektive für die Zukunft zu bieten.
    Es ist nämlich völlig real, dass trotz steigendem Wohlstand der Gesellschaft als Ganzes immer mehr Menschen sozial ausgeschlossen werden, dass die industriell-kapitalistische Gesellschaft neoliberaler Zuspitzung in einer tieferen Krise sich befindet, die Finanzkrisen der normale Auswuchs des Systems ist und kein temporärer Zwischenfall ist. Weiters kommen noch Klimawandel, Rohstoff- und Energieverknappung (Peak Oil), Umweltzerstörung usw. hinzu (also eine Menge Stress), obwohl rein vom Stand der Technik und der Wissenschaft die meisten Probleme ja durchaus zu lösen wären.
    Im Vergleich zu früher haben wir es heute leichter zu wissen, dass es auch anders gehen könnte, wodurch der auszuhaltende Widerspruch wieder größer wird.
    Mit einfachen, linearen Erklärungen (Ursache -> Wirkung und daraus ableitbar ein eindeutiges Gegenmittel) werden wir da nicht weit kommen …

  2. es ist ebenfalls Rassimus zu denken die Deutschen seien alle Nazis
     
    Wo, sehr geehrte Frau @Birgit, behaupte ich denn konkret, dass alle Deutschen Nazis sind?
    Da ich ebenfalls Deutscher bin, würde ich mich mit einer derart pauschalen Feststellung doch selbst zum Nazi deklarieren.
     
    Unterscheiden Sie bitte Rassismus (Definition siehe Lexikon!) von berechtigter Kritik an unhaltbaren Zuständen.
    Kritik an Lüge, Klitterung, Geschichtsverzerrung sowie Bürgerfürblödfverkaufung durch einen verantwortungslosen Staat auf der einen Seite, und Rassismus auf der anderen, sind zweierlei.
     
    Ich kritisiere, dass man in Deutschland den Menschen die Mündigkeit abspricht, mit der eigenen Geschichte selbständig fertig zu werden.
    Anstatt die Bürger über sämtliche Aspekte ihrer Geschichte, dazu gehören auch die zahlreichen Kriegsverbrechen der Kriege vor und nach Hitler, aufzuklären, verzichten Nachschlagewerke und Lexika (wie gesehen, auch Wikipedia) immer häufiger, dieser Pflicht zur Vermittlung von Bildung und Basiswissen nachzukommen.
    Lesen Sie doch bitte selbst:
    http://www.judenundbayern.de/17Minderheitengeschichte.html
     
    Beklagen Sie sich daher nicht bei mir, schreiben Sie vielmehr Ihrer Bundeskanzlerin oder dem Parteichef Ihrer Lieblingspartei, dass Sie die Lügen ebenfalls satt sind und sich von einer Partei Ihres Vertrauens vollständige Aufklärung über die deutsche Geschichte erwarten.
     
    Frau Birgit, überlegen Sie einmal Folgendes.
    Die Thüringer Neonazigruppe, über die soeben so breit diskutiert wird, diese NSU. Warum gibt es die eigentlich? Warum gibt es noch andere Neonazis bei uns, trotz allem, was war? Wie kann es Neonazis im Deutschland des dritten Jahrtausends noch geben?
     
    Weil da junge Leute in ihrem Frust und ihrer Unbildung ein Bewusstsein entwickeln können, das dadurch gekennzeichnet ist, dass sie ihre eigene Nationalität über alle anderen Nationalitäten stellen. Mit anderen Worten sie überschätzen das Eigene bei gleichzeitiger Herabwürdigung alles Fremden. 
     
    Wie ist sowas möglich? 
     
    Es ist möglich, weil solche Leute in keinem populärwissenschftlichen Geschichtsbuch in keinem Lexikon, ja quasi nirgends die wahre Geschichte ihres so überbewerteten und überschätzten Deutschland erfahren können.
    Hätte man ihnen ein ehrliches deutsches Eigenbild vermittelt und ihnen die ganze furchtbare deutsche Geschichte, nicht nur die auf zwölf Jahre Hitler reduzierte (offizielle) ‚Ungeschichte‘ nahegebracht, würden sie verstehen, was es bedeutet Deutscher zu sein. Würden sie ebenso verstehen, dass man als Deutscher lieber schweigen sollte, lieber an der eigenen Identität arbeiten sollte mit dem Ziel einer allgemeinen Besserung der eigenen Mentalität, anstatt Anschläge auf unschuldige Migranten zu verüben.
     
    Darüber sollten Sie mal nachdenken, Frau Birgit.

  3. @Robert Schlickewitz es ist ebenfalls Rassimus zu denken die Deutschen seien alle Nazis, so ist es nicht. 
    Ein Hauptproblem sind eben die Massenmedien, wenn eben anstatt Nachrichten nur noch die Dogmen verkündigt werden, die man glauben soll. Es ist keine realistische Berichterstattung mehr.

    Es sollte wirklich alles offen diskutiert werden und behandelt, die Angst vor einer Islamischen Gesetzgebung die für alle gelten würde und doch auch für mich ein Schreckgespenst wäre. Und wie kann man es so machen das die Leute aus islamischen Ländern ihre Kultur und ihre Gesetze haben können und wir unsere ohne einander in die Quere zu kommen. So wie ihr es schon mal in Israel macht , dass die Araber den Freitag, die Juden den Sabbat und die Christen den Sonntag frei haben.
    Ich persönlich sehe es so das Gott am 7. Tag ruhte.

    Auf so eine Basis könnte man doch das Zusammenleben bereichern. Aber ich hab hier gar nix zu  sagen, sondern kann nur wählen zwischen all dem was ich nicht will. Dann legt man den Stimmzettel in die Urne  . Die deswegen so heißt, weil da die leeren Versprechungen begraben werden. (Welche Partei ist denn gut????!!!!)

    Die Nazis sind echt brutal ,auch ich wurde schon bedroht, obwohl ich Deutsche bin.

    Wie  schön könnte es sein wenn das aufhören würde, endlich…
     Bis jetzt scheint wohl das Zitat zu stimmen

    „Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt.“
    Mahatma Gandhi
    Aber es kann auch anders gehen wenn man will, Aderlass wird heute ja auch keiner mehr gemacht, wie im Mittelalter.

  4. @ efem
     
    Dass man jeden Begriff missbrauchen kann, ist nicht unbekannt. In der deutschen Sprache gibt es keine „unbelasteten“ Begriffe, da jedes Wort mindestens einmal von einem echten Nazi ge- oder missbraucht wurde.
     
    „Schließlich sind wir Deutschen “überall auf der Welt” berühmt-berüchtigt für unseren Untertanengeist, der uns befähigt, stets anständig zu sein.“
     
    Nun, das ist eine der klassischen Einlassungen gegen Deutsche, die als rassistisch anzusehen sind, da ein Hinweis auf die Menschen fehlt, die keinen „Untertanengeist“ hatten oder jetzt haben – und dazu zähle ich auch mich, wie sie unschwer erkennen können.
     
     
     
     

  5. Anstand, politisch gesehen, ist ein leerer, relativer Begriff, den die jeweils Herrschenden mit dem füllen, was ihrem Willen entspricht. Wer da mitmacht, ist anständig.

    Auch „Demokratie ist Herrschaft auf Zeit.“ (Theodor Heuss, erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland)

    Anständig ist in diesem Sinn, wer sich an die jeweiligen Gesetze hält. Das tat man denn auch vor 1933, das tat man genauso nach 1933, das tut man nach 1945. Schließlich sind wir Deutschen „überall auf der Welt“ berühmt-berüchtigt für unseren Untertanengeist, der uns befähigt, stets anständig zu sein

    “ „Ein Grundsatz muss für den SS-Mann absolut gelten: Ehrlich, anständig, treu und kameradschaftlich haben wir zu Angehörigen unseres eigenen Blutes zu sein und zu sonst niemandem. Wie es den Russen geht, wie es den Tschechen geht, ist mir total gleichgültig … Von euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammenliegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei … anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Dies ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte.“ (Heinrich Himmler, Posener Rede, 4.10.1943)  

  6. Werter Herr Schlickewitz,

    die Geschichte der Deutschen ist länger als die 12 Jahre des Dritten Reichs. Und Deutsche waren bekanntlich nicht nur Täter in ihrer Geschichte!

    Und seit 1945 haben Deutsche bewiesen, dass hier im Grunde genauso anständige oder unanständige Menschen leben wie überall auf der Welt. Eine andere Betrachtunsweise, die Deutschen besonders negative Eigenschaften unterstellt ist schlicht rassistisch.

  7. Wer hat denn solche Albträume.  Doch nur hyperventilierende Seismographen, die in jedem Ereignis eine Bestätigung ihrer Ängste und des beginnenden Untergangs sehen.
     
    Klar doch, wozu sich aufregen, wozu nachdenken über unser Deutschland und unsere Geschichte, wozu überhaupt kritische Gedanken hegen, wenn man doch nichts zu ändern vermag.
     
    Wegschauen, verdrängen, ablenken – nur ja nicht reflektieren und eine Änderung des Schlechten, aber (liebgewonnen-) Gewohnten, anvisieren. Das jedenfalls spricht aus nahezu einem jeden Ihrer Beiträge, Karl K. Sie wären mit einer Änderung der Verhältnisse zum Besseren hin wohl mental vollkommen überfordert, deshalb blenden Sie aus, was Ihr kleinkariert-christlich-germanozentriertes Weltbild stört. Ist doch so?
    Sagen Sie nun bloß nicht, Sie seien eben Realist!
     
    Da Deutschland schon mehrere Katastrophen, die von Glaubensgemeinschaften primärer oder sekundärer Natur angezettelt wurden, überlebt hat…
     
    Da haben Sie tatsächlich recht, Karl K., Deutschland hat überlebt.
    Nicht überlebt haben lediglich sehr zahlreiche Juden, „Hexen“, „Ketzer“, „Heiden“, Sinti, Roma, Homosexuelle, Freimaurer, Freidenker, Unangepasste, Arbeitsmigranten, Ausländer kurzum solche, die von Leuten wie Ihnen zu „undeutschen“ erklärt wurden. Aber die sind ja nicht so wichtig.

  8. „Der real existierende und weiterhin anwachsende Rechtsradikalismus wird uns vernichten, wenn wir nicht endlich an die faktischen Konsequenzen unserer Albträume denken und sie rechtzeitig, hier und jetzt, energisch, mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften, unterbinden.“
     
    Wer hat denn solche Albträume.  Doch nur hyperventilierende Seismographen, die in jedem Ereignis eine Bestätigung ihrer Ängste und des beginnenden Untergangs sehen.
     
    Da Deutschland schon mehrere Katastrophen, die von Glaubensgemeinschaften primärer oder sekundärer Natur angezettelt wurden, überlebt hat, so besteht nun bei mir aufgrund der Erfahrungen aus der Geschichte auch auf die Gefahr hin, als „Verharmloser“ eingedost zu werden, das gute Gefühl, dass glaubensbegründete Morde und von Deutschland initiierte Kriege auf absehbare Zeiten keine Akzeptanz in der deutschen Bevölkerung mehr finden.
     

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