Die Stadt Tel Aviv hat den Platz vor dem Tel Aviv Museum, der in den vergangenen Jahren zum Ort der Solidarität für die nach Gaza entführten Geiseln wurde, heute offiziell „Platz der Entführten“ benannt.
Eine Woche nach dem 7. Oktober hatte sich Avichai Brodetz, dessen Frau und drei Kinder aus Kfar Aza nach Gaza entführt wurden, in der Kaplan Straße vor das Armeehauptquartier gesetzt. Auf einem Schild, das er hielt, war zu lesen: „Meine Familie ist in Gaza“. Er wolle dort solange bleiben, bis seine Familie zurück ist, kündigte er an. Weitere Angehörige von Geiseln schlossen sich an, immer mehr Bilder von Entführten und Ermordeten wurden an die Mauer des Armeehauptquartiers geklebt und immer mehr Menschen kamen, um die Familien zu unterstützen. Für die Kaplan Straße war das bald nicht mehr passend und so stellte das Tel Aviv Museum in der Parallelstraße seinen Vorplatz zur Verfügung. Seitdem wurde der „Platz der Entführten und Vermissten“, wie ihn ein temporäres Straßenschild auswies, zum Ort der Solidarität und des Kampfes für die Rückkehr der Geiseln.
„Auf diesem Platz haben wir geschrien, geweint, gehofft und waren mit Freude erfüllt, als die Entführten nach Hause zurückkehrten. Manchmal waren Hunderttausende hier, manchmal nur ein paar Dutzend. Doch eines blieb immer bestehen: der Zusammenhalt. Menschen aus allen Schichten der israelischen Gesellschaft kamen hierher, um den Familien beizustehen, für Menschen zu kämpfen, die sie nicht persönlich kannten, und nicht einen Moment aufzugeben, bis sie wieder zu Hause waren“, schrieb Bürgermeister Ron Huldai heute.
In einer offiziellen Mitteilung heißt es, der Entschluss sei „Ausdruck des Bestrebens, den Ort, an dem Schmerz und Hoffnung aufeinandertrafen, zu ehren und sicherzustellen, dass die Erinnerung an den Kampf um die Rückkehr der Entführten ein untrennbarer Bestandteil der Geschichte der Stadt Tel Aviv-Jaffa und des Staates Israel bleibt.“
-> Chanukka am Platz der Entführten
Am Samstag waren es 449. Tage, seit denen sich die verbliebenen 100 Geiseln in Gaza befinden. Angehörige und Tausende Unterstützer versammelten sich an diesem vierten Chanukka-Abend am Platz der Entführten in Tel Aviv und forderten erneut ein Abkommen, das alle Geiseln nach Hause bringt.
-> 700 Tage
Hunderte versammelten sich heute auf dem Platz der Entführten zu einem Kabbalat Schabbat gemeinsam mit den Gemeinden von Sha’ar HaNegev und Nahal Oz, den Familien der Geiseln und Überlebenden der Gefangenschaft.
-> Die Uhr ist abgeschaltet
Gestern Abend, nach der Rückkehr von Ran Gvili, konnte endlich die Uhr am Platz der Entführten abgeschaltet werden – nach 843 Tagen, 12 Stunden, 5 Minuten und 59 Sekunden.
-> Erinnern – und den Schmerz ausdrücken
Bilder vom Platz der Entführten und Vermissten und vom Dizengoff Platz in Tel Aviv



