Köln bräuchte eine Ralph Giordano Straße…

Oder: Warum die liberale Großstadt Hamburg eine Ralph Giordano Straße hat, Köln jedoch nicht

Von Peter Finkelgruen und Roland Kaufhold

„Ich ging nicht, ich schwebte; ich atmete nicht, ich trank die Luft wie Nektar. Freiheit, Freiheit! Und das war vor allem Freiheit von Angst. Wenn ich heute, im neunten Lebensjahrzehnt, morgens die Augen aufschlage, frage ich mich immer noch verwundert und ungläubig: `Bist du wirklich da? Hast du das wirklich überstanden?“ Ralph Giordano (2007, in Kaufhold 2013, S. 52)

Vor gut sieben Jahren, am 10.12.2014, verstarb Ralph Giordano in Köln. Er war einer der bedeutsamsten, wirkmächtigsten, unbequemsten jüdischen Publizisten der Bundesrepublik.

Ralph Giordano, 2008, Foto: MMH / CC BY-SA 3.0

Sein Motto hieß „Dennoch“: Er wollte als Jude in Deutschland, dem Land der Shoah, bleiben. Der am 20.3.1923 in Hamburg Geborene Jude mit deutsch-italienischen Wurzeln – sein Vater war ein italienischer Pianist, seine Mutter eine jüdische Klavierlehrerin – , hatte die Jahre der rassistischen Verfolgung mit seiner Familie nur mit äußerstem Glück in einem Kellerloch in Hamburg überlebte. Als Giordano im März 1945 befreit wurde war er dem Tode näher als dem Leben. Er trug eine Pistole bei sich. Mit ihr wollte er seine Mutter im Falle ihrer Entdeckung erschießen, sie dürfe auf keinen Fall der Gestapo ausgeliefert sein.

Nicht Hamburg, sondern Köln wurde seine Wahlheimat. Hier verbrachte Ralph Giordano als WDR-Fernsehjournalist und Publizist ein halbes Jahrhundert, hier wurde er zu einem international wahrgenommenen streitbaren Journalisten. Mit seiner 1985 erschienenen jüdischen Familien- und Überlebenschronik Die Bertinis war er endgültig in die Welt der Literatur eingegangen. 22 Jahre später erschien mit seinen Erinnerungen eines Davongekommenen (Giordano 2007) die literarische Fortsetzung seiner autobiografischen Erinnerungen an die Jahre der Verfolgung; da war Giordano 84 Jahre alt. Mit diesen literarischen Werken wurde er zu einem der bedeutendsten Schriftsteller und literarischen Zeitchronisten der Bundesrepublik.

Ralph Giordano, der seit wohl Anfang der 1970er Jahre in Köln lebte, war eine der bedeutsamsten internationalen Stimmen Kölns. Und doch scheint er in Köln heute vergessen, ausgelöscht. Nichts erinnert mehr an ihn, weder an seinem ehemaligen Wohnort in Köln-Bayenthal (Wohnpark Bayenthal) noch im Zentrum Kölns.

Ganz anders verhält es sich jedoch in Hamburg, wo Giordano aufwuchs, wo er überlebte und wo er, beim NDR, seine beeindruckende Fernsehkarriere begann. Auch als er schon Jahrzehnte in Köln lebte wurde er vom Hamburger Bürgermeister, vom Senat immer wieder in Ehren empfangen, hielt dort zentrale autobiografische und erinnerungspolitische Reden.

Um dies zu verstehen erinnern wir zuerst einmal an Giordanos familiären Überlebenskampf in Hamburg als Jugendlicher und junger Mann.

 „Daß ihr Juden euch immer noch hierherwagt“ – Der Überlebenskampf der Giordanos in Hamburg

Ralph Giordano wuchs in Hamburg-Barmbek als Kind der jüdischen Musiklehrerin Lilly und des italienischen Musikers Alfons Giordano auf. Giordano besuchte das Johanneum-Gymnasium in Hamburg-Buxtehude, bis er 1939 als Jude aus rassischen Gründen der Schule verwiesen wurde. Bereits als Schüler erlebte er die Stufen des antisemitischen Verfolgungs- und Vernichtungswunsches der deutschen Mehrheitsgesellschaft – und fand doch immer wieder Verbündete, Weggefährten, Unterstützer, Retter. Beinahe täglich war er bedroht – und vermochte doch erst ein knappes halbes Jahrhundert später hierüber schreibend Zeugnis abzulegen. Einige knappen Szenen: Mitte der 1930er Jahre, kommt dem Zwölfjährigen und seinem Bruder am Jungfernstieg ein Mann entgegen, „in vornehmer Kleidung, ein Hanseat wie aus dem Bilderbuch.“ (Giordano 2007, S. 110). Er mustert die beiden Jungen, sagt ihnen dann väterlich-mahnend: „Daß ihr Juden euch immer noch hierherwagt.“ (ebd.) Dann fügt der bürgerliche Hanseat mit größerer Schärfe hinzu: „So glimpflich wie diesmal werdet ihr nicht immer davonkommen.“ (ebd.) Diese Szenen der Ausschließung, von denen es Unzählige gab, brannten sich in die Seele des Juden Giordano ein, nie wieder wurde er sie los, auch nicht durch sein Schreiben. Er blieb ein Gezeichneter – und empfand sie dennoch als Verpflichtung, sich in Deutschland, seinem Land, einzumischen. Seine nicht-jüdische Umwelt wird dies größtenteils niemals verstehen, ist unser Eindruck. Die aus „Schuld“ und innerem, narzisstischen Triumpf gespeiste Seele der Mehrheitsgesellschaft wird seine Erfahrungen immer zurückweisen müssen, auch in den nachfolgenden Generationen. Dies ist eine der Quellen des „ewigen Antisemitismus“ in Deutschland. Der israelische Psychoanalytiker Zwi Rix fand hierfür die Formulierung: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz niemals verzeihen.“

„Die Sehnsucht nach dem Tod, der Wunsch zu sterben“

Giordano beschreibt in seinen beiden autobiografischen Büchern (1982, 2007) weitere Phasen der Verfolgung und Ausschließung: Es folgten „ein handtellergroßes Stück schmutzigen Papiers“, auf dem geschrieben stand: „Judenschweine raus aus Deutschland“.“ (2007, S. 117). Aber es folgten auch einige Szenen der „ausgesprochen antifaschistischen Begegnungen“ (2007, S. 129), in denen die bedrohten Giordanos in Nazideutschland Solidarität erfuhren. Und er hatte einen Lehrer, Dr. Rösch, ein überzeugter Nationalsozialist, der dennoch immer korrekt zu dem jüdischen Schüler Giordano war, auch noch 1937: „Ich gebe zu Protokoll: Mein Klassenlehrer in der Obertertia, treuer Gefolgsmann seines „Führers“ und bekennender Nazi, hat mich nie anders als freundlich und zuvorkommend behandelt.“ (2007, S. 128) Der Jude Giordano wurde von ihm 1937 „mit den besten aller meiner Zeugnisse“ (ebd.) auf dem Johanneum in die Obersekunda versetzt. Giordano blieb zeitlebens, trotz seiner traumatischen Verfolgungserfahrungen, der unabhängige Chronist, der seriöse, um „Wahrheit“ bemühte Journalist, mutig im Stil, entschieden in Engagement und um Objektivität bemüht in der Sache. Dies blieb sein Markenzeichen.

Der bedrohte Schüler Giordano erlebte in den Monaten danach in sich selbst das Wachsen des Gefühls einer lähmenden „Wehrlosigkeit“ (2007, S. 130); im Sommer 1938 – da war er 15 – dann der Wunsch, angesichts der alltäglichen und zunehmenden Diskriminierung und Ausstoßung Suizid zu begehen: Die „Sehnsucht nach dem Tod, der Wunsch zu sterben“, so erinnert er sich 65 Jahre später (ebd., S. 131). Es folgten Ausschluss aus dem Johanneum, Verhaftung und Verhöre durch die Gestapo: „Kriegsausbruch und meine Verhaftung fielen zusammen. Sie kamen am späten Nachmittag, zwei Ledermäntel, zeigten wortlos auf mich und faßten mich an den Armen. Auf der Straße wartete ein Auto mit laufendem Motor.“ (2007, S. 141)

Gestapozentrale und der ewig gefühlte Tod

Es folgten Verhöre in der im Hamburger Stadthaus ansässigen Gestapozentrale – eine brutale Erfahrung, die er nie wieder loswurde.

Die Furcht vor dem, so schrieb er 2007, „jederzeit möglichen Gewalttod“ wurde zu seinem „zentralen Lebensgefühl.“ (S. 145) Ihr „Verbrechen“, so erfuhren die Giordanos über Jahre sehr konkret, körperlich, war nicht ihr Handeln, waren nicht ihre religiösen oder politischen Überzeugungen – es war ihre bloße Existenz als Juden in Deutschland. Auch Jahrzehnte nach Kriegsende, ein Jahrzehnte langes Leben in Freiheit, half ihm nur begrenzt, mit dieser Freiheit als gesichertem inneren Besitz umzugehen: Immer wenn Ralph Giordano sich der ehemaligen Gestapozentrale Hamburgs näherte entwickelte er massive Angstgefühle, machte einen Bogen um diesen Ort des Schreckens und um vergleichbare weitere Orte der erlebten Verfolgung. Jahrzehnte später entwickelte er, der mit seiner Familie in einer „Höhle“ überlebt hatte, eine so starke Klaustrophobie, dass er nicht mehr zu fliegen, also kein Flugzeug und auch keinen Fahrstuhl mehr zu betreten vermochte. Und als Giordano 65 Jahre später, 2004, einmal in einem Hamburger Hotel wohnte und eine Treppe hinunterging, blickte er mit großem Schrecken auf das Portal besagten Stadthauses – und fiel in Ohnmacht. Der Überlebende Giordano blieb in Deutschland ein Gezeichneter – und versuchte doch, sich dies nicht anmerken zu lassen. Sein sieben Jahre jüngerer Bruder Rocco – bei seiner Befreiung aus dem Unterschlupf 1945 war er 15 – sollte diese Angst in wohl noch stärkerem Maße als Giordano in sich behalten.

Nach seinem Rauswurf aus der Schule bemühte Ralph Giordano sich um kleine Jobs. Bei seinen Bewerbungsschreiben musste er immer angeben, dass er „jüdischer Mischling ersten Grades“ (S. 164) sei, was in 21 Fällen dazu führte, dass er noch nicht einmal eine Antwort erhielt. 1940 wurde er als Jude vom Wehrdienst als „nicht verwendungsfähig“ zurück gestellt. Und Giordano hörte von Auschwitz, erfuhr auch von den millionenfachen Massenmorden.

„Die Mutter Volljüdin; die drei Söhne jüdische Mischlinge“

Im Sommer 1943, nachdem ihre Wohnung „ausgebombt“ wurde, suchten die Giordanos für zehn Monate Schutz in der nur knapp 600 Einwohner zählenden Gemeinde Bösdorf in Schleswig-Holstein. Aus jener Zeit datiert das Schreiben eines Hamburger Bankbeamten, der die Existenz der jüdischen Familie Giordano nun endgültig vernichtet sehen wollte. Der Brief kursierte in Bösdorf, dies eben war Sinn dieses Schreibens über die Giordanos. Es lohnt sich, diese Szene im Original zu lesen:
„…Danach sei das, was da aus Hamburg eingefallen und ihm und seiner Frau im Falle der eigenen Ausbombung die Zufluchtsstätte im Haus der Schwägerin genommen hatte, ein Gesindel, wie man es sich übler nicht vorstellen könnte: die Mutter Volljüdin (das Wort war dick unterstrichen); ihr Mann, ein Straßen- und Kaffeehausmusikant, urkundlich nichtdeutscher Herkunft; die drei Söhne jüdische Mischlinge, die sich in der Heimat herumdrückten, während Gleichaltrige an den Fronten ihre Haut für „Führer“, Volk und Vaterland zu Markte trügen.“ (Giordano 2007, S. 190f.)

Es sei erwähnt, dass sich in den Gestapoakten meines Großvaters und dessen beiden Brüder (RK) nahezu identische Formulierungen fanden, um die Verschleppung nach Buchenwald, Ravensbrück und Westerbork zu „begründen“.

In der letzten Phase seiner Verfolgungsgeschichte, nach dem zehnmonatigen Aufenthalt auf dem Lande in Bösdorf – „Dann begannen wir zu packen. Unser Aufenthalt in Bösdorf war beendet, die Hoffnung, hier vergessen worden zu sein, zuschanden geworden. In drei Tagen hatten wir Bösdorf zu verlassen.“ (2007, S. 205) – , schlüpfte Ralph Giordano im Februar 1945 mit seiner Familie in dem Loch in Hamburg unter, absolute Dunkelheit, nahezu Bewegungsunfähigkeit, um der Gefahr der Entdeckung durch Nachbarn zu vermindern. Der 21-jährige Giordano wusste zu diesem Zeitpunkt, dass sich ihre unerträgliche Über-Lebenssituation nun noch verschlimmern würde. Die Aussichten auf ein Überleben, auf den Sieg der Alliierten gegen Nazideutschland, war gering. Oder wie Giordano es formuliert: „Plötzlich wußte ich, daß zu all dem Grauenhaften, das bereits hinter uns lag, nicht viel Grauenhafteres kommen würde.“ (2007, S. 208) Selbst 62 Jahre später sei es ihm nahezu unmöglich, die nachfolgenden drei Monate des Vegetierens in der Höhle schreibend zu erinnern.

Die Giordanos lebten, nahezu ohne Wasser und Nahrung, in diesem Loch, die Auseinandersetzungen mit seinem Vater nahmen zu. Von Februar bis Mai 1945 lebten sie „ohne Nahrung, ohne Wasser, starr vor Kälte“ (ebd., S. 133). Und doch wusste Giordano, dass es nur einen einzigen Grund für ihre Verfolgungserfahrungen gab: Weil er ein Jude war, „weil ich eine jüdische Mutter hatte!“ (ebd.)

Was ihn überleben ließ, so schien es ihm im Rückblick, war sein 1942 gefasster Beschluss, seine familiären Verfolgungserlebnisse aufzuschreiben, sie für immer festzuhalten – so er doch überleben sollte. Als Hamburg am 4.5.1945 befreit wurde, als sie ihr Loch verlassen konnten, vom grellen Licht geblendet, sie vermochten anfangs nur noch zu kriechen, da war Giordano gerade 22. Nur mit Mühe, ihre Kleidung zerfiel und zerbröselte, erreichten die fünf Giordanos eine Straße, erblickten einen englischen Panzer. 62 Jahre später schreibt Giordano über diese irreal anmutende Szene: „Schließlich hatten wir die Straße und den Kantstein erreicht und blieben dort liegen, fünf grauenhafte Gestalten, die mit Menschen nur noch wenig Ähnlichkeiten hatten und auf deren Anblick niemand gefaßt sein konnte.“ (S. 244) Als Giordano erstmals im Hellen seine Mutter und seinen Bruder sah weinte er denn doch: Die Haare seiner Mutter waren grau geworden und die ehemals braunen Haare seines Bruders hatten sich silbern verfärbt.

Giordano kroch zurück in sein Versteck, holte sein Manuskript heraus und notierte: „4. Mai 1945. Wir sind befreit.“ (2007, S. 244)

Die Hamburgerin Peggy Parnass

Immer wenn Ralph Giordano in Hamburg weilte besuchte er vor allem eine Hamburger Freundin: Die streitbare linke jüdische Publizistin Peggy Parnass. Gemeinsam mit ihr, mit der er politisch fast immer überquert war, ging er in Hamburg immer wieder essen. Ihre jüdischen Verfolgungserfahrungen, ihr verzweifelter Überlebenskampf – Peggy Parnass verlor allein an die 100 Verwandte – verband sie tief innerlich. Wortlos verstanden sie sich, teilten ihre Verlorenheit. 1990 feierte Giordano Peggys autobiografisches familiäres Werk Süchtig nach Leben im „Spiegel“ in geradezu hymnischer Weise, offenbarte hierin in literarischer Weise ihre Schicksalsgemeinschaft, die im Hamburg der 1920er und 1930er Jahre begann. „Nach dieser Lektüre wird auch der abgehärtetste Leser scharf durchatmen müssen“, notiert er über ihre familiäre Spurensuche und zollt hierbei vor allem ihrer unbürgerlich-überquellenden Lebensleidenschaft, dem „strikten Gegenbild aller deutschen Tugenden“ tiefsten Respekt. Im schwedischen Exil überlebte sie; ihr Bruder Gady gelang später die Emigration in einen israelischen Kibbuz. Dort besuchte sie, die überzeugte, heimatlose Linke, ihn häufig.

Und auch in dieser großen Hommage an Peggy kommt Giordano auf Hamburg zurück:

„Dennoch gibt es Festes, Dauerhaftes im Leben der Nomadin, wider Erwarten eigentlich nach allem. Heimat? Da hat sie ihre Schwierigkeiten, in die sie uns übrigens mit wunderbarer Sensibilität Zutritt gestattet, über die Kapitel „Wo es schön war“ und „Mein Hamburg“. Doch gleich die Einschränkung: „Wenn ich sage, ich lebe gern in Hamburg, meine ich in Wirklichkeit: Ich liebe das Leben mit meinen Freunden in St. Georg.“ Und auch dort fühlt sie sich bedroht…“

Und Peggy Parnass verabschiedete sich ein Vierteljahrhundert später von ihrem Hamburger Freund mit einem Nachruf: „Mein lieber Ralle“ ist dieser Abschied betitelt, den Giordanos Jüdische Allgemeine brachte. Sie erinnert sich hierin ihrer politischen Auseinandersetzungen, die sie gemeinsam überbrückten, indem sie beide innerlich vereinbarten, diese kontroversen Themen, auch die Bedeutung Israels für ihre jeweiligen Lebensläufe und Identitäten, zu umgehen. Vor allem jedoch betonte sie „Ralles“ unerschütterliche Solidarität, seine Hilfsbereitschaft: „Du warst bis zuletzt so wunderbar klar im Kopf, so kreativ, immer bereit, jedem, der Dich darum bat, einen Text von Dir neu zu schreiben. Nicht einen alten Text auskramen, den es schon gab, sondern wieder neue Reaktionen.“ Was sie innerlich und lebenslang verband das war auch und vor allem ihr gemeinsames jüdisches Schicksal, das in Hamburg begann.

„Ich bin und bleibe Hamburger“: Das liberale Hamburg ehrt Giordano

Die liberale Millionenstadt Hamburg ehrte Ralph Giordano bereits zu seinen Lebzeiten. Und sie führte dies und auch posthum mit Straßenbenennungen fort.

Immer wieder wurde der Kölner Giordano offiziell vom Hamburger Senat und Hamburgs Bürgermeister eingeladen und geehrt. Hier hielt er zentrale politische und autobiografisch gespeiste Reden, in denen er sich an die Jahre der Verfolgung und der Shoah erinnerte. Seine Erfahrungen, die Verfolgung der Juden in Hamburg und in Köln, war für ihn nie eine nur historische Angelegenheit. Sie prägte ihn und die meisten Verfolgten zeitlebens. Immer wieder ermöglichte Giordano hierdurch einen Brückenschlag zu den nachfolgenden Generationen, die die nationalsozialistische Verfolgung nur noch aus Geschichtsbüchern kannte. Seine Reden, gerade auch die in Hamburg gehaltenen Reden, sind in seinem Buch Ich bin angenagelt an dieses Land (1992) versammelt (Kaufhold 2013b).

Ein Kölner Beispiel hierfür, das sich in meine Erinnerung eingebrannt hat, sei erinnert. Köln 1986: Seit Wochen brachte die Kölner Lokalpresse aufgebracht-hetzerische Berichte über raubende „Zigeunerbanden“ in Köln. In Köln schien es nur noch ein Thema und eine Gefahr zu geben. Und die sollte ausgerechnet von einer Bevölkerungsgruppe ausgehen, die neben den Juden zu den Hauptopfern der Nationalsozialisten gehörte: Die Sinti und Roma. Giordano kannte deren Verfolgungsschicksal; mit deren Sprecher Romani Rose war er verschiedentlich gemeinsam aufgetreten. Viele von ihnen fühlten sich mit dem Shoahüberlebenden eng verbunden. Giordano war 1986 auf Einladung des linken Kölner „Roma-Aktivisten“ Kurt Holl in den völlig überfüllten Saal der Kölner VHS gekommen, um gegen den diskriminierenden Umgang der Verantwortlichen in Köln mit Sinti und Roma zu protestieren. Dieses Unrecht wollte er nicht länger hinnehmen. In einem Nachruf auf Kurt Holl wird dies in dieser Weise wiedergegeben: „Giordano betritt das Podium.  Und legt los, in einer selbst für ihn ungewohnten Vehemenz und Deutlichkeit. Er habe sich umfassend informiert, eine Initiative um Kurt Holl habe ihm zahlreiche historische Dokumente überlassen. Es sei ein ungeheuerlicher, ihn zutiefst empörender Skandal, wie die Kölner Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung und Justiz noch heute mit den ehemaligen Verfolgten der Nazis, mit den deutschen Sinti und Roma umgingen. Und der scharfzüngig-kämpferische Shoah-Überlebende Ralph Giordano attackiert die gesamte SPD-Stadtspitze, die Presse und die Kölner Polizei scharf für ihren unmenschlich-zynischen Umgang mit Sinti und Roma. Für ihre Geschichtsblindheit. Für ihre Unmenschlichkeit und Kaltherzigkeit.“ 16 Jahre später, 2002, erhoben Giordano und Holl noch einmal gemeinsam die Stimme, Auslöser war die Behauptung der Filmemacherin Leni Riefenstahl, den Sinti- und Roma-Statisten, die in ihrem Film „Tiefland“ mitgespielt hatten, sei nach dem Ende der Dreharbeiten nichts zugestoßen. Ralph Giordano empörte sich zeitlebens gegen offenkundiges Unrecht, gegen eine verweigerte Anerkennung des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges – auch und gerade in seinem Wohnort Köln (Kaufhold 2021, vgl. Giordano 2012a).

In Hamburg wurde Giordano über Jahrzehnte gefeiert und geehrt, in Köln hingegen blieb er zeitlebens eine randständige Person. Besonders übel hat man ihm offenkundig seine, teils gemeinsam mit Günter Wallraff formulierte scharfe Kritik an der Ditib in Köln, die er bereits Jahre vor der Eröffnung der riesigen Köln-Ehrenfelder „Zentralmosche“ als einen Interessenvertreter islamistischer Interessen bezeichnete. Als 2006, drei Jahre später, die Mosche unter Beteiligung zahlreicher erdogannaher Interessenvertreter eröffnet wurde, sagte er in Richtung Ditib, es gebe in den islamischen Verbänden in Deutschland Funktionäre, „die den liberalen Rahmen und die Toleranz der freiheitlichen Verfassung nutzen, um totalitäre Ansichten von Staat und Religion in ihren Enklaven durchzusetzen“. Und er prangerte den Versuch an, „die Spielregeln rechtsstaatlicher Verfasstheit zu unterminieren und die Standards der Demokratie zu verweigern“. (Die Welt, 2017: „Ralph Giordano durchschaute schon früh die Ditib“)

Die einzige Ehrung die Giordano in Köln erhielt war die Auszeichnung mit dem Giesberts-Lewin-Preis der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Jahr 2006. 

In Hamburg hingegen war Ralph Giordano über Jahrzehnte eine öffentliche Persönlichkeit, auf die Hamburg stolz war – und umgekehrt. 1988, bei einem Empfang zu seinem 65. Geburtstag, legte Giordano in seiner Dankesrede ein stolzes Bekenntnis zur liberalen Millionenstadt Hamburg ab: „Ich bin und bleibe Hamburger“ (Giordano 1992, S. 121) überschrieb er seine Rede. Und dann: „Bei jeder neuen Ankunft, bei jedem abermaligen Anblick Hamburgs, von welcher Himmelsrichtung auch immer – Herzklopfen, Herzklopfen bis zum Hals.“ (Giordano 2011, S. 328)

Der Bertini – Preis

Seit 1998 – Giordano wurde da 75 – wird in Hamburg an den Verfasser der Bertinis mit dem Bertini-Preis erinnert: Mit diesem Preis werden Menschen für ihre besondere Zivilcourage ausgezeichnet. Dieser wird jedes Jahr am 27. Januar, dem Gedenktag für die Shoahopfer, vergeben. Er steht unter dem Motto: „Lasst Euch nicht einschüchtern“. So wurde 2020 der Hamburger Schülersprecher Malte Kreyer für eine filmische Solidaritätsaktion nach dem Angriff auf einen jüdischen Studenten vor der Synagoge Eimsbüttel ausgezeichnet.

In Hamburg lebt das Erbe der unbequemen und aufrechten Kämpfers Giordano weiter. In Köln hingegen scheint er vergessen.

Der Giordano-Stieg und die Piazetta-Ralph-Giordano in Hamburg (2017)

Im Jahr 2008, zu Giordanos 85. Geburtstag, wurde in  Hamburg-Barmbek in der Hufnerstrasse 113 – Giordanos letztem Wohnort – , wo Giordano seinen Überlebenskampf führen musste, von der ortsansässigen „Wohnungsbaugenossenschaft Dennerstraße-Selbsthilfe“  ein Weg mit dem Schild „Giordano-Stieg“ benannt. Auf Aufforderung der Polizei musste der Zusatz „Dieses ist kein reguläres Straßenschild“ hinzu gefügt werden. Das an Giordanos Überlebenskampf erinnernde Schild hängt noch heute dort.

Foto: Gaston Kirsche

Anlässlich seines Todes wies die Wohnungsbaugenossenschaft in ihrem Mitgliedermagazin darauf hin, dass Giordano ab 1986 Mitglied der lokalen Geschichtswerkstatt Barmbek gewesen sei und „auch immer wieder Einladungen zu Veranstaltungen des Vereins“ angenommen habe. Ralph Giordano pflegte seine Beziehungen nach Hamburg, auch von seiner Köln-Bayenthaler Wohnung aus.

Im November 2017, noch nicht einmal drei Jahre nach seinem Dahingehen im Alter von 91 Jahren, wurde in Hamburg-Barmbek durch den Hamburger Kultursenator Carsten Brosda die Piazetta Ralph Giordano feierlich eingeweiht. „Wir ehren heute einen der großen Söhne unserer Stadt“, betonte Brosda. Der repräsentative Platz liegt direkt gegenüber vom Barmbeker Bahnhof, also unweit von Giordanos jugendlicher Lebenswelt. Jedoch auch hierzu ein dezenter Hinweis: Auf dem Gedenkschild wird Giordano als „Journalist, Publizist, Schriftsteller und Regisseur, hatte italienische Wurzeln“ sowie als „Verfolgter des Nationalsozialismus“ vorgestellt. Dass Ralph Giordano zuerst und eigentlich nur als Jude verfolgt wurde, worüber Giordano in seinen autobiografischen sowie in seinen publizistischen Büchern immer wieder Zeugnis abgelegt hat und was wir auch in dieser erinnernden Studie herausgearbeitet haben – das bleibt unerwähnt. Ob Ralph Giordano mit dieser vermutlich bewussten Weglassung – die ja nüchtern gesehen eine historische Irreführung ist, um es zurückhaltend zu formulieren – einverstanden gewesen wäre, das erscheint uns als zweifelhaft. Die Weglassung des Begriffs Jude dürfte unterschiedliche Motive haben. Wenn man es wohlwollend formuliert könnte man diese historische Fehlleistung als eine Unbedarftheit interpretieren. Vermutlich war es jedoch die naheliegende Angst, dass jeder öffentliche Hinweis auf Giordanos Identität als Jude im Stadtbild binnen kürzester Zeit antisemitische Schmierereien hervorrufen würde. Viele jüdische Einrichtungen und Mahnmale verzichten auch aus diesem Grund auf jede direkte Benennung des jüdischen Hintergrundes, weil dieser in Deutschland ewig zwanghaft den Reflex zur Zerstörung, zur zumindest symbolischen Vernichtung (etwa durch nazistische Schmierereien) auslöst – was die Autoren gleichfalls selbst erlebt haben und was sich auch in der seit Jahren anhaltenden Diskussion über die sogenannten „Stolpersteine“ widerspiegelt. Dass dieser Reflex keineswegs nur auf rechtsradikale Kreise begrenzbar ist sondern gleichermaßen, in etwas anderer Gestalt, auch in linken, „antizionistischen“ Kreisen und auch in der sogenannten gesellschaftlichen „Mitte“ anzutreffen ist, dies sei nur angemerkt. Dieser Hinweis trifft den Kern von Ralph Giordano Lebenswerk, beginnend mit von uns knapp nachgezeichneten Kritik am Stalinismus (1961) wie auch am „muslimischen Antisemitismus“ (Ditib-Kontroverse in Köln).

Zurück nach Hamburg: Und 2021 wurde vom Hamburger Konservatorium der Vorschlag in den Ausschuss für Kultur und Bildung eingebracht, in Hamburg-Altona eine Straße in Lilly-Giordano-Stieg – also nach Giordanos 1897 in Hamburg geborener jüdischer Mutter–, zu benennen. Lilly, die vier Kinder bekam, lebte in Hamburg-Barmbek in der Hufnerstraße 113 als Pianistin. 1935 wurde sie als Jüdin aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen, was einem Berufsverbot entsprach. Ihren gemeinsamen Überlebenskampf – im Juli 1943 erhielt sie den ersten Deportationsbefehl – hat Giordano in seinen beiden autobiografischen Büchern (1998, 2007) beschrieben. Als sie im Februar 1945 erneut von der Gestapo einen Befehl zur „Verschickung“ – also zum Abtransport in ein Vernichtungslager –  erhielt tauchte die Familie auf Initiative Ralph Giordanos in einem Erdverschlag in der Alterdorfer Straße unter und überlebte mit äußerstem großem Glück, unter täglicher Todesbedrohung. Aber auch nach ihrer Befreiung erlebte Lilly Giordano weitere antisemitische Bedrohungen, erstritt nach langem Kampf, da sie durch Traumata berufsunfähig geworden war, eine kleine Entschädigungsrente. Lilly Giordano verstarb 1980 in Hamburg.

Auch sie möchte man also in Hamburg zumindest posthum symbolische ehren.

Immer gegen den Strich – immer unbequem und unbeirrbar

Immer wieder suchte der Überlebende Jude Ralph Giordano, der „dennoch“ seelisch festgekettet war an Deutschland, Bündnispartner, Helfer. Selbst während der Jahre der Verfolgung, seines Untertauchens, hatte er diese vereinzelt gefunden. Dies hat er in seinen autobiografischen Büchern erinnert und dokumentiert: Diese retteten ihm und seiner Familie mehrmals das Leben. Nach Kriegsende, als er mit dem journalistischen Schreiben begann, war die KPD lange seine Hoffnung. Deren Funktionäre hatten auf seine ersten Beiträge reagiert, ihr schloss er sich an – wenn auch mit Ambivalenzen. Sein Mentor Karl Marx – also nicht der berühmte, sondern der große jüdische Journalist Deutschlands nach der Nazizeit und Autor der Wochenzeitung Jüdische Allgemeinen – warnte ihn vor diesem Parteieintritt in die KPD. 1955 ging der 32-Jährige sogar für einige Monate in die DDR, lernte dort Ernst Bloch, kennen. Dann, schrittweise der Bruch, als er realisierte dass „die Partei immer Recht“ habe. Wegen seiner Texte soll er sich vor der Parteikommission rechtfertigen. Giordano verweigert dies, verweigert die „Verhörstunde“ (S. 315) Er trat aus der KPD aus, gewann so, wie er es formulierte, „die Macht über meine Seele zurück.“ (S. 315) Wolfgang Leonhardt ermutigte ihn, über seine Erfahrungen ein Buch zu schreiben.1961 erschien seine Abrechnung mit dem Stalinismus (Giordano 1961). Man darf durchaus annehmen, dass dies den Groll einen Teils des politischen Spektrums hervorrief.

Gleich nach seiner Trennung von der KPD rief Giordano seinen Mentor Karl Marx an – und schrieb seitdem, „unter Tränen“ (2017, S. 318) wieder für seine Jüdische Allgemeine. Und von da an kontinuierlich, bis zu seinem Lebensende. Seine Bindung an die jüdische Publizistik blieb eine der festen Konstanten dieses unbeugsamen Individualisten. Als solcher jedoch blieb er, machen wir uns da nichts vor, „der Fremde“ (Sartre), der nicht-Zugehörige…

Giordano blieb sich treu. Immer wieder griff er, zuerst als Autor und dann für den WDR als Filmemacher, Tabuthemen auf:

Für die Jüdische Allgemeine schrieb er ab 1958 über KZ-Prozesse, wurde so ein Feindbild aller unverbesserlichen Rechten. Immer wieder erreichten ihn, der mit Adresse und Telefonnummer im Kölner Telefonbuch stand, massive und teils konkrete Morddrohungen. Auch mit seinen kontroversen Filmen griff er Tabuthemen auf, erregte damit die Gemüter: Mit Heia Safari – Die Legende von der deutschen Kolonialidylle in Afrika (1966), Hunger (1968) und mit Der perfekte Mord – Wie die Nazirichter freigesprochen wurden (1988). Vor allem aber auch mit seiner Dokumentation des türkischen Völkermordes an den Armeniern: Die armenische Frage existiert nicht mehr – Tragödie eines Volkes (1986) (vgl. Kessler 2015). Die Kette der konkreten Morddrohungen aus der türkisch-deutschen Community riss danach über Monate nicht ab. Das gilt in vergleichbarer Weise für seine Bücher – insbesondere Die zweite Schuld oder Von der Last, Deutscher zu sein (1987) sowie Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte (1991) – , die wir an anderer Stelle vorgestellt haben (Finkelgruen 2013, Kaufhold 2013 a, b, c).   

Ein Vorschlag

Am 20. März 2023 jährt sich der 100.te Geburtstag Ralph Giordanos. Wir sind gespannt ob man sich aus diesem Anlass in Köln eines ihrer bedeutendsten Bürgers erinnert. Und ob man ihm etwa durch eine angemessene Straßenbenennung die Ehre erweist, die einem Ralph Giordano gerecht wird.

Bild oben: (c) Gaston Kirsche

Literatur

Finkelgruen, P. (Hg., 2013): Jubeljung, begeisterungsfähig. Zum 90. Geburtstag von Ralph Giordano. Books on Demand, Norderstedt http://buecher.hagalil.com/2013/04/giordano/

Finkelgruen, P. (2020): „Soweit er Jude war…“ Moritat von der Bewältigung des Widerstandes. Die Edelweißpiraten als Vierte Front in Köln. Herausgeber: Roland Kaufhold, Andrea Livnat und Nadine Engelhart. Books on Demand. Norderstedt 2020. https://www.bod.de/buchshop/soweit-er-jude-war-peter-finkelgruen-9783751907415

Giordano, R. (1961): Die Partei hat immer recht. Kiepenheuer & Witsch, Köln. 

Giordano, R. (1982): Die Bertinis. Roman. S. Fischer, Frankfurt am Main.

Giordano, R. (1987): Die zweite Schuld oder Von der Last Deutscher zu sein. Rasch und Röhring, Hamburg.

Giordano, R. (1989): Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte. Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg. Rasch und Röhring, Hamburg.

Giordano, R. (1990): Ein Leben als Kunstwerk. Besprechung von: Peggy Parnass: »Süchtig nach Leben«, Der Spiegel, 27.5.1990: https://www.spiegel.de/kultur/ein-leben-als-kunstwerk-a-2d0d480b-0002-0001-0000-000013500930

Giordano, R. (1990a): „Die armenische Frage existiert nicht mehr.“ Erfahrungen mit einer Fernsehsendung II. In: Giordano, R. (1990): An den Brandherden der Welt. Ein Fernsehmann berichtet, Hamburg (Rasch & Röhring), S. 193-228

Giordano, R. (1990b): An den Brandherden der Welt. Ein Fernsehmann berichtet. Rasch und Röhring, Hamburg.

Giordano, R. (1990c): Israel, um Himmels willen, Israel. Kiepenheuer & Witsch, Köln.

Giordano, R. (Hg., 1993): Deutschland und Israel: Solidarität in der Bewährung. Bilanz und Perspektive der deutsch-israelischen Beziehungen. Gießen: Psychosozial Verlag.

Giordano, R. (1994): Ich bin angenagelt an dieses Land. Reden und Aufsätze über die deutsche Vergangenheit und Gegenwart. Kiepenheuer und Witsch, Köln.

Giordano, R. (2002): Sizilien, Sizilien! Eine Heimkehr. Kiepenheuer und Witsch, Köln.

Giordano, R. (2007): Erinnerungen eines Davongekommenen, Köln: Kiepenheuer & Witsch.

Giordano, R. (2010): Mein Leben ist so sündhaft lang. Ein Tagebuch. Kiepenheuer & Witsch, Köln.

Giordano, R. (2012): Von der Leistung kein Zyniker geworden zu sein. Reden und Schriften über Deutschland 1999 bis 2011. Kiepenheuer & Witsch, Köln

Giordano, R. (2012a): Für Peter Finkelgruen. Zum 70. Geburtstag…, haGalil, 5.3.2012: https://www.hagalil.com/2012/03/finkelgruen-6/

Kaufhold, R. (2013a): Unermüdlich streitbar: Filmemacher, Romancier, Essayist und Mahner: Ralph Giordano wird 90, Jüdische Allgemeine, 20.3.2013 https://www.juedische-allgemeine.de/politik/unermuedlich-streitbar/

Kaufhold, R. (2013b): „Du bist davongekommen, du bist davongekommen!“ Filmemacher, Romancier, Essayist und Mahner: Ralph Giordano wird 90, haGalil, 21.3.2013. https://www.hagalil.com/2013/03/giordano-4/

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Kaufhold, R. (2020): Die „Kölner Kontroverse“? Bücher über die Edelweißpiraten. Eine Chronologie. In Finkelgruen (2020), S. 217-342.

Kessler, J. (2015): „Wandernde Konzentrationslager“. Ihre „Umsiedelung“ kostete bis zu 1,5 Millionen Armenier das Leben. Auch 100 Jahre danach ist der Genozid in der Türkei mit Tabus besetzt – und nicht nur dort, haGalil, 2015: https://www.hagalil.com/2015/04/wandernde-konzentrationslager/

Parnass, P. (2014): Mein lieber Ralle. Letzter Gruß an einen alten Freund: Die Hamburger Autorin Peggy Parnass verabschiedet sich von Ralph Giordano, Jüdische Allgemeine, 15.12.2014: https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/mein-lieber-ralle/

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