Sonjas Tagebuch

Konrad und Gaby Kutt hatten im Namen der „BücherboXX“ in ihren privaten Salon Kunst Stücke in Grunewald eingeladen. Ein literarisch-musikalischer Abend war angekündigt, ein Abend für Sonja Borus wurde es. Die Erinnerung an Dr. Klaus Voigt, der vor Wochen in Berlin gestorben ist, sowieso. Eine Symbiose Sonja Borus und Klaus Voigt.

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„Parallelwelt“ Oberbayern

Wer irgendwo neu ankommt, ist immer in einer besonderen Situation. Es mischen sich Vorkenntnisse, Einstellungen, alles was man mitbringt mit neuen Eindrücken und Realitäten. Bestimmend ist der Wunsch willkommen zu sein und Verhältnisse vorzufinden, unter denen grundlegende Lebensbedürfnisse erfüllt werden können. Dazu gehören u.a. tragfähige Kontakte, idealerweise in einer gemeinsamen Aktivität oder Zielsetzung. Ich kam 2019 nach Bayern, auf Umwegen, die hier unwichtig sind, mit einer gewissen Skepsis gegenüber den politischen Gegebenheiten und der Hoffnung, diese in meinem privaten Leben außen vor halten zu können. Das ist nicht gelungen.

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Kaunas 2022 – Europäische Hauptstadt der Kollaboration

2022 wird die litauische Stadt Kaunas (jiddisch: Kóvne), gemeinsam mit dem luxemburgischen Esch-sur-Alzette, Kulturhauptstadt Europas. Während die globale Kulturindustrie mit Ausstellungen von William Kentridge, Marina Abramović oder Yoko Ono den Tourismus wieder zum Laufen bringen soll, bleibt der Umgang mit den Abgründen der litauischen Geschichte nahezu unberührt. Schrecklich, aber wahr: das heutige Kaunas ist die Stadt mit der größten Dichte von Erinnerungsstätten an lokale Holocaust-Kollaborateure auf diesem Planeten, so DefendingHistory.com.

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In Giebelstadt erinnert ein Rucksack

Seit letzter Woche gibt es im unterfränkischen Giebelstadt bei Würzburg ein weiteres Symbol für das unmenschliche Leid der früheren jüdischen Bürger: ein Rucksack aus zerbrechlichem Ton. Das neue Denkmal steht auf einem extra dafür bereitgestellten Platz. Angefertigt wurde der schlichte braune Rucksack mit der darüber festgeschnallten Decke von Frau Sieglinde Bösl in ihrer Eßfelder Keramikwerkstatt.

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Gedenkveranstaltung im Alten Rathaus

Nach rein digitalen Veranstaltungen im Vorjahr fand die Gedenkstunde zum Jahrestag des 9. November 1938 in München heuer erstmals seit zwei Jahren wieder in Präsenz statt. Zum 83. Jahrestag der Pogromnacht wurde insbesondere an die nahezu eintausend jüdischen Münchnerinnen und Münchner erinnert, die mit dem ersten Deportationszug aus München am 20. November 1941 vom Güterbahnhof Milbertshofen in die Nähe von Kaunas transportiert und dort nach ihrer Ankunft ermordet wurden.

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