Amos Oz in Prag: Kafka ist wie ein Schlag mit der Axt auf die Brust

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Der bekannte  israelische Schriftsteller Amos Oz kam nach Prag, um den Franz Kafka Preis entgegen zu nehmen. So steht er in einer Reihe mit Philip Roth, Elfriede Jelinek, Harold Pinter oder Haruki Murakamiho, die diesen einzigen tschechischen internationalen Buchpreis in der Vergangenheit erhalten haben…

KLICK! Vergrößerung...Robert Candra (Reportage anhören, tschechisch)

Für Amos Oz, der bereits viele literarische Preise und Ehrungen erhalten hat, hat der Franz Kafka Preis eine besondere Bedeutung. Er sagt, kein anderer Autor hat ihn so stark beeinflusst: „Er hat meine Sicht auf die Welt verändert. Ich fühlte, dass ich nicht  mehr an das glauben konnte, an das ich vorher glaubte. Ich war mir nicht sicher, ob Gebäude wirklich Gebäude sind. Ich bin anderen gegenüber misstrauisch geworden, fürchtete mich vor Dokumenten“, erinnert sich Oz daran, als er mit 16 Jahren zum ersten Mal den „Prozess“ von Kafka gelesen hatte. „Wie Kafka selber sagte, sein Werk erwischte mich, wie eine Axt auf die Brust.“

Das umfangreiche Werk von Oz  wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Zu seiner Muttersprache, hebräisch, in der er einige, allgemein gebräuchliche neue Worte erschaffen hat, hat Oz sehr persönliche Beziehung: „Hebräisch ist mein Musikinstrument. Ich verstehe Literatur als eine gewisse Verlängerung der Musik. Wenn ich ein Buch lese, höre ich Musik. Wenn ich keine Musik höre, lege ich das Buch weg. In der Wirklichkeit bin ich ein erfolgloser Musiker. Wenn ich komponieren könnte, würde ich hier heute nicht sitzen.“

Zur Übersetzung seiner Bücher hat er auch eine besondere Sicht: „Literatur in eine andere Sprache zu übersetzen, ist wie der Versuch, ein Violinkonzert auf dem Klavier zu spielen. Es kann nur gelingen, wenn man nicht bemüht ist, das Klavier wie eine Geige ertönen zu lassen. Deswegen sage ich zu allen meinen Übersetzern: seid unglaubwürdig, damit ihr loyal werdet.“

ìàøùéá íàå øéò :âøôOz, der älter ist als der Staat Israel, lebte mehr als 30 Jahre im Kibbuz: „In den Kibbuz Chulda kam ich mit 14 und halb, als ich von zu Hause weggelaufen bin und lebte dort bis 47. Es war die beste Universität für das Studium des menschlichen Charakters, die ich je besuchen konnte. Es war ein kleines Dorf mit weniger als 500 Einwohnern. Über jeden von denen wusste ich einfach alles, es gab keine Geheimnisse. Der Preis dafür war, dass alle anderen über mich mehr wussten, als es mir lieb war. Aber das ist fair. Während meiner Zeit im Kibbuz erfuhr  ich mehr über Menschen, als wenn ich in einer Stadt gewohnt hätte.“

Außer seiner literarischen und pädagogischen Arbeit  ist Amos Oz Mitglied der Organisation Shalom Achshav, die sich für die Zweistaaten-Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts stark macht: „Ich glaube nicht, das Israelis und Palästinenser als Eheleute in ein Bett springen sollten. Sie brauchen eine gerechte und faire Scheidung. Sie müssen ihr Haus in zwei kleinere Wohnungen aufteilen. Tschechen und Slowaken haben uns gezeigt, dass es ohne Blutvergießen geht.“

Radio Wave, Cesky rozhlas

Geschichten aus Tel Ilan

 

9 Kommentare

  1. Also da muss ich sagen, schein die Argumentation bei Jane wirklich falsch zu sein. Bilder sagen mehr als tausend Worte.
    Hier die Fakten, wer welches Gebiet „besetzt“ hat.
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    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Age-of-caliphs-en-text.png
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    Und ich muss sagen, es ist allen Menschen eher damit geholfen, endlich die „Allgemeinen Menschenrechte“ voll und ganz einzuführen, und sie endlich voranzubringen. Sharia, niemand kann heute mehr behaupten dass das Recht ist, ist kannibalisch und sollte sofort überall abgeschafft werden. Die Henker sollten sich in Den Haag verantworten und „lebenslänglich“ ins Gefängnis gesteckt werden. Wenn ich hingehe, und hier jemand die Hand abhacke, weil er ein Fahrad entwendet hat, komme ich für mindestens 15 Jahre ins Gefängnis. Und da, das zuweilen auch grausame Israel, das einzige Land ist, das als Vorreiter einer „modernen“ Verfassung Möglichkeiten bietet, eine Weiterentwicklung voranzutreiben, ist Israel ein Bollwerk und darf meines Erachtens auch noch viel größer werden, denn damit ist wohl allen Menschen geholfen. Ein Entwicklung zu den Menschenrechten hin, kann dann stattfinden und weiterentwickelt werden. Ein beispiel ist Ägypten, dort wird die „sharia“ gerade vollkommen abgeschafft und sogar mit Gefängnis bestraft. Ägypten will ein „modernes Land“ sein, und endlich überwinden, was Ägypten 50 Jahre so fatal zurückgeworfen hat. Hoffentlich, das sage ich wird die Entwicklung in Ägypten natürlich darauf „verzichten“ Folter, ungerechte Justiz, Menschenrechtsverbrechen, gegen „Islamisten“ durchzuführen. Das ist natürlich „verboten“, weil ja ein Vorreiter der Menschenrechte, dieses voll und ganz ablehnt. Jedenfalls ist es so, dass endlich einige arabische Staaten, die Grundproblematik angehen, hoffentlich werden die „Allgemeinen Menschenrechte“ in die Verfassungen von Tunesien, Ägypten, Lybien, und hoffentlich auch in Syrien, am besten in ganz Afrika endlich eingeführt, wenn zugleich, weltliche Konzerne sämtliche Menschenrechte im Westen vernichten wollen, damit sie ihre Umweltzerstörung weitertreiben können.

    • Also „Justice“ wo ist denn der Bezug auf die fundierten Beiträge von „Jane“ in dieser „Antwort“?

      Ich finde diesen jedenfalls nicht!

      Also ein argumentatives Falschspiel, der Sache ……. nicht dienlich und leicht durchschaubar als ein „heronscher“ Ablenkungsversuch, oder?

  2. Amos Oz glaubt immer noch, dass die Araber damit zufrieden sein werden, wenn Palästina in zwei Teile aufgeteilt wird und einen Teil die Palästinenser beherrschen. Er übersieht, dass die arabische Welt keinen jüdischen Staat dulden will. Die Hamas fordert gerade Abbas auf, die Verhandlungen zu beenden.
    Der Hass gegen Juden ist unter ihnen vergleichbar mit der Hetze der Nazis. Die Kinder werden von Jugend an damit infiziert und zum Kampf gegen die Juden erzogen. Was muss denn noch alles passieren, bis die ungläubigen Linken in Israel aufwachen?
    Abgesehen davon, dass sie nicht wahr haben wollen, dass es einen Gott gibt, der das ganze Land seinem Volk Israel wiedergibt und nur er Frieden geben kann.

  3. Jane meinte an anderer, inzwischen geschlossener, Stelle:

    „Die Liste belegt doch eines, dass NeoNazis feige Hunde sind, die sich an denen vergreifen, die eher am Rande der Gesellschaft stehen und ein geringes Standing haben, vor allem farbige Ausländer und mit Vorliebe auch jene Menschen, die denselben mit Empathie begegnen (Punks/Linke).
    Juden gehören HEUTE nicht zu dieser Gruppe.
    Oder gibt es in dieser Liste jüdische Opfer? Beim ersten Überfliegen habe ich keine entdeckt, aber vielleicht habe ich ja was übersehen Zeitgenosse, ich habe sie nicht alle einzeln gelesen. Sollte ich mich irren, dann korrigieren Sie mich gerne.
    Erst jubeln Sie die vermeintlichen Leiden anderer Minderheiten den Juden unter – und dann multplizieren Sie das noch auf Deutschland hoch.
    Eine integre Bestandsaufnahme ist was anderes.
    Sie finden diese Muster übrigens bei allen Menschen, leider ist davon keine Religion und keine Ethnie so gänzlich frei…“ Ende des Jane-Zitats.
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    „NeoNazis … feige Hunde…“ – keine Einwände, aber was ist mit den so zahlreichen Rentnerinnen und den anderen ganz normalen deutschen Bürgern die mit Nazisprüchen und Gewalt Minderheiten terrorisieren?
    Es ist doch nicht die Minderheitenfeindlichkeit einer kleinen Gruppe am rechten Rand – es ist die noch immer weitverbreitete Nazidenke in bürgerlichen Kreisen, die solche Auswüchse gebiert.
    Das haben auch die Wissenschaftler und die Studien immer wieder festgestellt.

    „Juden gehören HEUTE nicht zu dieser Gruppe.“ – sagt Jane.

    So, und was ist dann mit dieser recht aktuellen (Juni 2013) Pressemeldung, die ich hier wiederholt wiedergebe, die offensichtlich von Ihnen, Jane, übersehen wurde:

    „… 10,6 Prozent mehr antisemitische Straftaten
    Der Bundestag forderte auch, Programme des Bundesfreiwilligendienstes auf die Unterstützung von Holocaust-Überlebenden auszuweiten. Zudem soll die Bundesregierung einen neuen Bericht zum Antisemitismus in Deutschland anstoßen.
    Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist im vergangenen Jahr um 10,6 Prozent auf 1286 Fälle gestiegen. Die Behörden registrierten 36 antisemitische Gewalttaten, ein Drittel mehr als 2011. Für Aufsehen sorgte der Angriff auf den Berliner Rabbi Daniel Alter…“ http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/politik/artikel/antisemitismus-auf-dem-vormarsch/926528/antisemitismus-auf-dem-vormarsch.html

    1286 Fälle und über die sieht unsere Jane einfach so hinweg. Ist ihrem selektiv wahrnehmenden Auge anscheinend völlig entgangen.

    Jane meint: „Erst jubeln Sie die vermeintlichen Leiden anderer Minderheiten den Juden unter – und dann multplizieren Sie das noch auf Deutschland hoch.“

    Was soll dieser von Uneinsichtigkeit und Polemikfreude zeugende Vorwurf?
    Zunächst habe ich die allgemeine Intoleranzgeschichte Bayerns an einer Vielzahl von Beispielen in einer Liste belegt, dann einen Lexikoneintrag zitiert, der die einzigartige judenfeindliche Geschichte Bayerns wiedergibt.

    Was soll daran unzulässig sein?

    Bayern war zur Zeit des Erscheinens dieses Lexikonartikels die Wiege des NS. Nicht Preußen, nicht das Rheinland, nicht Sachsen, sondern eben Bayern. Ich weise nichts anderes als Kontinuität von Intoleranz nach.

    Jane: „Sie finden diese Muster übrigens bei allen Menschen, leider ist davon keine Religion und keine Ethnie so gänzlich frei…“

    Darauf erwidere ich – Deutschland ist kein ‚ganz normales Land‘, wie Sie es gerne hätten. Der Holocaust machte aus Deutschland ein Land mit ganz besonderer Vergangenheit und Gegenwart. Kein anderes Land durchlief sechs Jahrzehnte lang eine derartige Belehrung über seine Vergangenheit (des 20. Jh.). Bedauerlicherweise blendete diese Belehrung die Vorgeschichte des Holocaust aus und stellte den Judenmord als ein für viele deutsche Bürger unverständlichen ‚Fremdkörper‘ in die deutsche Geschichte hinein (Die Nazis waren es…). Ohne Bezüge, ohne Zusammenhänge, ohne eventuelle Vorläufer zu klären. Genau das ist es, was ich kritisiere, was ich zu korrigieren anrege, indem ich die schonungslose Aufklärung der Deutschen über ihre gesamte Minderheitengeschichte fordere. Ist denn das für Sie derart schwer zu begreifen?

    Lesen Sie meine Kommentare unter diesem Aspekt erneut: test.hagalil.com/2013/10/24/bayern-2012/‎Rechtsextreme und ausländerfeindliche Gewalt in Bayern 2012

    • „Bedauerlicherweise blendete diese Belehrung die Vorgeschichte des Holocaust aus und stellte den Judenmord als ein für viele deutsche Bürger unverständlichen ‘Fremdkörper’ in die deutsche Geschichte hinein“

      Das ist genauso wenig zutreffend wie das Gegenteil – der Antisemitismus fiel nicht vom Himmel – aber Normalität war das was im Dritten Reich passierte natürlich genauso wenig – und auch wenn es offensichtlich war, dass Juden entrechtet und massiv diskriminiert wurden – die Verbrechen der Nazis in den KZs waren den meisten Deutschen so nicht bekannt – sie unterlagen tatsächlich der Geheimhaltung – warum wohl?

      Ich denke, dass man mittlerweile aus dem Holocaust und dem Antisemitismus eine regelrechte Religion macht, mit der man das Gut-und Böse Problem auf der Welt greifbar machen will – aber das lässt die Menschen nur aufs neue den Blick abwenden von dem offensichtlichen Unrecht, wie z.Bsp. der Diskriminierung von Muslimen, Farbigen und Palästinensern.

      Tatsache ist, wenn Sie von Antisemitismus reden, reden Sie von einem sehr spezifischen Rassismus.

      Da müssen Sie wenn Sie ihn thematisieren und angeblich statistisch belegen, sich auch auf tatsächlich antisemitische Vergehen berufen und nicht auf anderen Rassismus, ansonsten macht der Begriff nämlich keinen Sinn und wir müssen ihn streichen – ich fände das übrigens ziemlich sinnvoll – Rassismus als die ausgrenzende Haltung gleich welcher Menschen, gegen gleich wen gemäß kollektiver Merkmale – ganz egal von wem gegen wen – das wäre weniger diskriminierend – gegenüber Opfern anderer Rassismen.

      Und die Statistiken über Antisemitismus sehe ich mit Skepsis, zu sehr drängen neo-liberale und jüdische Interessengruppen darauf, dieses Faktum, aus welchem politisch viel Kapital gezogen wird, aufzubauschen – ungeachtet dessen, dass es natürlich auch Antisemitismus gibt.

      Fraglich ist auch was alles als Antisemitismus deklariert wird – wann immer sich ein Mensch jüdischen Glaubens beleidigt fühlt durch einen Nicht-Juden, nennt man es Antisemitismus – was aber de Facto nicht unbedingt sein muss.

      Der Film ‚Defmation‘ des israelischen Regisseurs Yoav Shamir über die Arbeitsweise der Anti-Defamation-League – macht das recht deutlich.

      Aber das schöne ist – so oder so – natürlich führt auch das dauernde unter die Nase reiben des vermeintlichen Antisemitismus, dass Menschen (Nicht-Juden) von dieser Agenda zusehends genervt sind – und bingo – da haben wir ihn ‚den Antisemitismus‘ – also machen Sie sich keine Sorgen – so kann das natürlich noch lange weitergehen.

  4. Jane, wenn du das sagst, wird es vermutlich als antisemitisch interpretiert werden. Du kannst also nur gemeint haben, es bleibe einem beim Lesen der Bücher des Juden Kafka die Luft weg, da er als Jude den Deutschen zu einer Brunnenvergiftungslegende anstiften könnte um die geheimen Fantasien des BDM-Mädels bla bla bla bla.

    Jane, ich will dir nur sagen, dass bestimmt viele der hier mitlesenden und nicht keifenden Gäste gescheit genug sind, wenn auch still, um die Beleidigungen gegen dich zu bedauern.
    Ich bewundere immer wieder deine Gelassenheit angesichts dieser Schmähungen und Unterstellungen und ich bewundere auch die Bereitschaft der Redaktion, diese Leserbriefspalten nicht der extremen Rechten zu überlassen, womit ich die von dir historisch richtig als Zeloten bezeichnete lautstarke Minderheit meine.

    • Hallo Anat, ich weiß wie oft ich hier an der Schmerzgrenze schramme – und mit den Tabus, Klischees und Denkblockaden, welche die Kommunikation hinsichtlich des NahOstKonflikts so begleiten und auch den Abgleich jüdischer Interessen (von entsprechenden Interessenverbänden) mit der Umwelt – kann ich mich einfach nicht abfinden. Ich geb’s zu, das kann einem schon schwer an die Nieren gehen und irgendwie hat das schon was von Sisyphos – aber ist es richtig sich solcher Art einschüchtern zu lassen? Eigentlich billig – funktioniert aber trotzdem so gut und genau damit mag ich mich nicht abfinden. Ich bin aber froh über jede Äußerung, wie die Deine, die so erfrischend raustritt aus dem allgemein propagierten Schema.

      Vielen Dank für Deine Ermunterung.

    • Hallo Anat – ich muss doch noch mal erläutern. Ich empfinde es als einen etwas absurden Anschlag auf meine Integrität, wenn ich nicht sagen kann, dass ich die Besatzungspolitik unmenschlich und falsch finde, ohne Antisemitin genannt zu werden.

      Ich finde das einfach nicht akzeptabel. Irgendwie stimmt da was nicht.

      Ich kenne natürlich all die Theorien, die sich die Zeloten zurechtlegen, von wegen Entlastungstheorie usw. – aber ich halte das selbst für Entlastungstheorien.

      Das Absurde an dieser Art der Kommunikation ist etwas was ich gerne auflösen würde – aber es scheint, das ist wohl ein endloses Unterfangen.

      Es scheint mir einfach dass da eine mythische Konzeption die gegenwärtige Realität überlagert und auch dass das ein destruktiver Prozess ist. Ich halte diese Art der Kommunikation in vielerlei Hinsicht für unfair. Ich würde das gerne auflösen, bzw. meinen Anteil dazu geben – aber das ist wahrscheinlich ein bischen größenwahnsinnig – nur abfinden kann ich mich damit nicht. Vielleicht möchte ich es auch ein Stück weit transparent machen, für mich und andere, ob jüdisch oder nicht, ganz egal.

      Zuweilen empfinde ich die Attitüde mit der die Zeloten so selbstverständlich Etiketten und verheerende Urteile austeilen, und dabei nicht selten selbst auf Klischees und Pauschalurteile zurückgreifen eben auch als diskriminierend. Es ist was sehr dreistes daran und ich finde es nicht richtig, dass die Geschichte des Völkermords an den Juden dies rechtfertigen würde.

      Es ist verständlich, dass der Holocaust und das Dritte Reich es lange verunmöglichten, dass Juden und Deutsche irgendwie unbefangen miteinander umgehen konnten – das war so erst mal wirklich kaum anders möglich – aber ich denke, nachdem so viel Zeit vergangen ist muss man auch zu einer Neubewertung nachfolgender Generationen kommen – und auch wenn’s in Deutschland, wie in jedem Land der Erde viel zu bemängeln ist, so hat es doch heute kaum noch was mit dem Dritten Reich gemein und auf diese Unterscheidung lege ich Wert – man muss das Böse, Falsche bennenen – aber tut man dem Guten einen Dienst, wenn man es beiseite schiebt?, weil man sich das ‚böse Bild‘ nicht vermiesen lassen will – und ich denke, das ist nicht nur Kosmetik – da hat Deutschland wirklich einen langen Weg hinter sich gebracht. Natürlich war das Dritte Reich so ziemlich der Tiefpunkt menschlicher Zivilisation – aber ich glaube nicht, dass das etwas genuin deutsches wäre, sondern, dass es sich in anderer Art und Weise anderswo und natürlich auch hier, mitunter austobt (auch in Israel).

      Die Ingredenzien aus denen Rassismus und Antisemitismus u.ä. zusammesetzen, die gibt’s heute noch hier – und anderswo auch.

      Da sind so viele Klischees darüber, was man sagen darf und was nicht – ganz ungeachtet der Faktenlage – das ist nicht in Ordnung. Und in Ordnung ist es auch nicht, wenn die Zelotenfraktion selbst mit Hingabe ihre Feindbilder päppelt und offensichtlich eh nichts anderes will, da ist dann ständig von Rassismus (bzw. Antisemitismus) die Rede, eigentlich mit viel Selbstgefälligkeit und dabei sollten diese Leute dringend mal selbst in den Spiegel schauen.

      Liebe Grüße
      Jane

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