Das letzte Interview

Ein Schriftsteller, er heißt Eshkol Nevo, leidet unter einer Schreibblockade. Das einzige, das er zustande bringt, ist die Beantwortung von Leserfragen. Nach und nach entfaltet sich die Krise, die den Schriftsteller in seine Schreibblockade getrieben hat. Und nein, es ist kein weiterer selbstmitleidiger Roman über eine Midlifecrisis. Eshkol Nevos neuer autofiktionaler Roman ist ein faszinierendes Spiel mit Realität und Fiktion…

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„… dass jeder sie in sich trägt, die Pest“

Nach einer besonders schwierigen Zeit möchte ich aus einem besonders schwierigen Roman  ausgewählte Zitate aufführen (erkennbar an den Anführungszeichen in meinem Text), der im Jahre 1947 erschien – Albert Camus Die Pest. Ich habe ihn immer wieder vermieden. Die Krisenzeit der vergangenen Monate war eine gute Gelegenheit, sich darin zu vertiefen…

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Ein Spätsommer in Czernowitz…

Das 10. Internationale Lyrikfestival „MERIDIAN CZERNOWITZ“ steht in meinem Kalender. Ich möchte in diesem Jahr dabei sein, kaufe mir in Bukarest am Gara de Nord eine Fahrkarte. Gemächlich bewegt sich der Zug weit über elf Stunden in den Norden und kommt am berühmten Czernowitzer Jugendstilbahnhof der ehemaligen K&K Monarchie, an…

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Krokodilopolis

Krokodilopolis, die Stadt der heiligen Krokodile im Nil-Delta, ist nur einer der magischen Orte, die der vagabundierende Künstler Shimon ben S. auf seinen denkwürdigen Reisen durch den Nahen Osten des 2. Jahrhunderts nach unserer Zeit besucht. Pavel Feinstein tischt uns mit diesem jüdischen Münchhausen, Narr und Schelm eine so unglaubliche wie hochunterhaltsame Geschichte auf…

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„That such is man…“ – Nathan der Weise in Amerika

Die jüdische Rezeptionsgeschichte Nathan des Weisen sowie die Bedeutung, die dieses Aufklärungsdrama und sein Autor Gotthold Ephraim Lessing für die Emanzipation und Säkularisierung deutscher Juden besaß, wurde von der deutschsprachigen und hebräischen Forschung bereits hinlänglich aufgearbeitet. Dank Lessing stand im 18. Jahrhundert erstmals eine positiv konnotierte jüdische Figur auf der deutschsprachigen Bühne, die dem modernen jüdischen Theater die Tore öffnen sollte…

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Edgar Hilsenrath und Hedwig Brenner – im „Wiener Kaffeehaus“

Einer der großen deutschsprachigen Nachkriegsschriftsteller war er, Edgar Hilsenrath, da gibt es keinen Zweifel. Die Themen seiner Bücher sind schwer, für so manchen kaum lesbar, zimperlich ging er auch mit der Sprache nicht um. Am 2. April 2020 würde Edgar Hilsenrath vierundneunzig Jahre alt…

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20 Jahre AVIVA-Berlin

Vor 20 Jahren fragte sich die Journalistin und Fotografin Sharon Adler, wo die Frauen im Netz auftauchen. Ein umfassendes Online-Magazin von und für Frauen gab es noch nicht. Kurzerhand setzte sie sich an ihren rotlackierten Küchentisch und entwickelte über Monate ein Konzept für ein Format, das über die Erfolge und das Engagement von Frauen, über Literatur, jüdisches Leben, Kultur und Politik sowie Veranstaltungen in Berlin zum Inhalt haben sollte…

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