Ari Lipinski erklärt „Die Jüdischen Feiertage Rosch HaSchana, Jom Kippur, Sukkot, Simchat Torah“
Von Rabbiner Dr. Joel Berger, Landesrabbiner Württembergs a.D.
Meist werden Erläuterungen der Torah aus talmudischen Quellen oder aus dem Midrasch, der Exegese, von Rabbinern oder Privatgelehrten verfasst. Aber auch nichtjüdische Theologen und Gemeindepfarrer beider christlicher Konfessionen veröffentlichen Werke über die rabbinische Literatur, oft auch, um den christlich jüdischen Dialog zu vertiefen.
Das Werk von Ari Lipinski, eine „Auslese origineller Feiertags-Auslegungen“, ist in vielerlei Hinsicht und ohne Übertreibung als bahnbrechend zu bezeichnen. Rabbiner und jüdische Gelehrte verfassen ihre bibel-wissenschaftlichen Werke zumeist für fortbildungswillige Personenkreise, die in der Torah bewandert sind. Doch Ari Lipinski nimmt interessierte Juden und Nichtjuden in sein Blickfeld sowie alle, die Interesse am jüdischen Wissen, Denken und am jüdischen Schrifttum zeigen.
Es ist beeindruckend, dass jemand, der kein professioneller Religionswissenschaftler ist, es vermag, so kundig und fundiert die Heilige Schrift und jüdische Feiertage mit ihren Auslegungen einem breiten deutschsprachigen Publikum verständlich, deutlich und mit klaren Aussagen versehen näherzubringen.
Lipinski führt in diesem wunderbaren Werk viele eminente Kommentatoren auf und erläutert ihre Ausführungen präzise. Unter den zahlreichen Exegeten ragt der portugiesisch-jüdische Philosoph des 15. Jahrhunderts Don Jizchak Abarbanel hervor.
Zahlreiche Notizen, Fußnoten, Bildillustrationen oder die Faksimiles der vielseitigen und farbenfrohen israelischen Philatelie kommen allen Schichten der Leserschaft zugute. Die Darstellungen der Briefmarken des Staates Israel werden nicht nur philatelistisch bewanderten und interessierten Lesern Vergnügen bereiten, sondern lassen erkennen, wie prägnant die Lehren aus der Torah durch die künstlerisch ausgestalteten Briefmarken verkündet und verbreitet werden.
Bereichert wird Lipinskis Werk durch präzise Beschreibungen der Torah Stellen mit ihren hebräischen Quellen und auch mit einem Vergleich deutscher Bibelübersetzungen, sowie den Angaben der relevanten Bibelstellen.
Traditionelle und gesetzestreue Schrifterläuterungen lassen oft vermuten, dass sie wegen des Bildverbotes mit Illustrationen zurückhaltend sind oder diese ganz meiden. Nicht so bei Ari Lipinski. Er verwendet ein breites Spektrum von unterschiedlichen Illustrationen aus verschiedenen Epochen und von mannigfachen Illustratoren. Ganz besondere Aufmerksamkeit verdient der für die heutige, meist säkulare Leserschaft ausgearbeitete Vergleich diverser Kommentare, der eigentlich weit mehr als ein Vergleich ist: nicht nur wegen der besonderen Ergänzungen, sondern wegen der lehrreichen Formen der verschiedenen Erläuterungen.
Es ist zu hoffen, dass es dem kundigen Autor vergönnt sein wird, in gleichem Maße weitere Bücher der Torah und jüdischer Feiertage zu erläutern und zu unserer Bereicherung zu veröffentlichen.
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