Der wirkliche Knüller von Assange

24
73

Julian Assange ist ein gefährlicher Verbrecher. Der seltsame Mann mit dem langen blonden Haar und dem misanthropischen Gesichtsausdruck ist nicht nur ein Informationsterrorist neuer Art. Er ist nicht nur ein trügerischer Anarchist, der die größte Macht der Erde erniedrigt. Er ist nicht nur ein hemmungsloser Größenwahnsinniger, der die moderne Diplomatie verdirbt und die globale Ordnung erschüttert. Julian Assange ist ein gefährlicher Verbrecher, weil er das herrschende Dogma in Bezug auf alles, was das Verständnis des Nahen Ostens im 21. Jahrhundert betrifft, aufgesprengt hat…

Von Ari Shavit, Haaretz v. 03.12.10

Das Dogma besagt folgendes: Das Kernproblem im Nahen Osten ist der israelisch-palästinensische Konflikt. Das Kernproblem innerhalb des israelisch-palästinensischen Konflikts ist die Besatzung. Das Kernproblem der Besatzung sind die Siedlungen. Demzufolge müsse man lediglich die Siedlungen stoppen, damit die Besatzung verschwindet, der israelisch-palästinensische Konflikt gelöst und der Nahe Osten stabil wird.

Im vergangenen Jahrzehnt wurde das Dogma fixiert und heilig gesprochen. Es wurde zu einer Art unerschütterlichem Glaubenssatz. Dies war die Wahrheit, auf die man sich im Weißen Haus, im Elysee-Palast und in Downing Street Nr. 10 einschwor. Dies war die Wahrheit, von der in der Washington Post, in Le Monde und im Guardian berichtet wurde. Dies war die Wahrheit von höchstem moralischem Gewicht, die die Weltanschauung der aufgeklärten Eliten im Westen geprägt und die Politik der westlichen Mächte geleitet hat.

Dann kam Julian Assange und sprengte das Dogma. Die geheimen Berichte, die WikiLeaks veröffentlicht hat, beweisen, dass nicht die Siedlungen, nicht die Besatzung und nicht der israelisch-palästinensische Konflikt die Kernprobleme des Nahen Ostens sind. Die geheimen Emails beweisen, dass die Welt, über die man in Washington, Paris und London spricht, eine Phantasiewelt ist. Assange hat bewiesen, dass keinerlei Verbindung besteht zwischen dem wirklichen Nahen Osten und dem Nahen Osten, von dem man in der Washington Post, in Le Monde und im Guardian spricht. Er legte die Tatsache offen, dass die gesamte arabische Welt heute nur mit einem einzigen Problem beschäftigt ist: Iran, Iran, Iran.

Kein Zweifel: Julian Assange ist ein gefährlicher Verbrecher. Allerdings ist Assange nicht gefährlich, weil er in das Informationssystem des Pentagon eingedrungen ist, sondern weil er den Mangel an intellektueller Geradlinigkeit der westlichen Intelligenz offengelegt hat. Assange ist nicht gefährlich, weil er in nicht gekanntem Ausmaße Staatsgeheimnisse hat durchsickern lassen, sondern weil er vor uns allen aufgedeckt hat, dass der hegemoniale Diskurs im Westen oberflächlich und verlogen ist. Assange ist nicht gefährlich, weil er die Bündnispartner des Westens blamiert hat, sondern weil er bewiesen hat, dass der Westen von einer politischen Korrektheit befallen ist, der ihn von der politischen Wirklichkeit abschneidet. Assange hat uns allen einen riesigen Spiegel vor das Gesicht gehalten, der zeigt, wie dumm wir in den vergangenen Jahrzehnten gewesen sind. Ein falsches Dogma hat uns daran gehindert, die historische Herausforderung zu erkennen, die vor uns steht.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Die Siedlungen sind in der Tat ein Unglück. Die Besatzung ist unerträglich. Der israelisch-palästinensische Konflikt ist gefährlich. Aber nachdem der Misanthrop uns die Augen geöffnet hat, dürfen wir sie nicht wieder verschließen. Man muss die geheimen Emails immer wieder lesen und verstehen, was sie besagen. Es gibt keine Chance für den gegenwärtigen diplomatischen Prozess, sagen sie. Es gibt keine Chance für die Unterzeichnung eines israelisch-palästinensischen Friedensabkommens, solange Abu Mazen [Mahmoud Abbas] im bedrohlichen Schatten Ahmadinejads lebt. Es gibt keine Chance, zu einem regionalen Frieden zu gelangen, solange die arabische Welt unter dem sich drehenden Schwert Teherans lebt. Schließlich ist, genau wie der ägyptische Präsident und der saudische König und die Golffürsten es flüstern, der Iran der Kern des Problems. Der Iran ist die Quelle des Gifts und die Quelle der Panik. Solange der Iran erstarkt, atomar aufrüstet und den Nahen Osten bedroht, hat der Frieden keine Chance.

Die Lektion ist eine bittere. Wenn der Iran atomar aufrüstet, wird der Frieden verschwinden. Ein atomarer Iran würde die Aussichten auf eine Versöhnung zwischen Israelis und Arabern endgültig zunichte machen. Daher muss die Friedenstaube in Bezug auf den Iran sehr falkenhaft sein. Wer nach Frieden strebt, muss mit dem Iran umgehen. Auch das Gegenteil ist wahr: Jeder, der eine Versöhnung mit Ahmadinejad anstrebt, betrügt den Frieden. Wer gegenüber den Ayatollahs nachgibt, lässt Mubarak und Abu Mazen im Stich.

Es stimmt: Das Einfrieren des Siedlungsbaus würde dem Kampf gegen die Zentrifugen helfen. Aber nur das Einfrieren der Zentrifugen würde die Auflösung der Siedlungen ermöglichen. Sobald man sich aus den Trümmern des Dogmas erhebt, ist die strategische Tagesordnung völlig klar: der Iran zuerst.

24 Kommentare

  1. Die Welt ist so groß, die Menschen so viele, die Kulturen so unterschiedlich –
     
    “Es gibt keine Chance, zu einem regionalen Frieden zu gelangen, solange die arabische Welt unter dem sich drehenden Schwert Teherans lebt. Schließlich ist, genau wie der ägyptische Präsident und der saudische König und die Golffürsten es flüstern, der Iran der Kern des Problems.“
     
    Aber der Autor weiß es natürlich, jetzt wo Assange alles ans Licht gebracht hat, was ‚die arabische Welt‘ wirklich denkt.
     
    Nun ja, sowohl das Haus Saud, als auch Mubarak die besten Stützpfeiler der Amerikaner und herrschen als Diktatoren. Was also ‚die arabische Welt‘ denkt, werden wir wohl auch auf diesem Weg wohl kaum erfahren, das würde ja voraussetzen, dass diese eine freie Presse zulassen. Dass diese allerdings eine gewisse Paranoia in Anbetracht ihrer Situation zwischen allen Stühlen quält, das ist schon irgendwie plausibel.
     
    Aber – der Frieden wird ‚verschwinden‘ so lange der Iran aufrüstet? Welcher Frieden und wenn es keinen gibt, so war das bisher jedenfalls nicht die Schuld des Iran. Der hat ja in der neuzeitlichen Geschichte noch nie jemand angegriffen, ganz egal was man nun von ihm halten mag und dass er sich bedroht fühlen MUSS ist auch nachvollziehbar. Es wird ihm ja schon lange gedroht und Hussein wurde seinerzeit von den Amerikanern zum Krieg gegen den Iran angestiftet mitsamt Lieferung von C-Waffen etc. Wer würde da nicht nach der Bombe streben, vielleicht auch nur, um endlich seine Ruhe zu haben (wenn es denn so sein sollte)
     
    Israel kanns natürlich nicht gleichgültig sein, hält es die Umwelt ja auch mit seinem nicht unerheblichen Bedrohungpotential in Schach.
     
    Klar ist – so oder so – so wird nix gut.

  2. ‚Das schreibt ein moderner Deutscher…‘
     
    Herr Schlickewitz – sind Sie ein deutscher Israel-Nationalist, der auf eine kriegerisch, ruhmreiche Zukunft setzt?

  3. @flo
    Die mp3-Musik zu Chanukah ist gut zum Kuscheln ….  😉
    Und vielleicht auch zum Tanzen – da spüren sich dann auf einmal auch wieder Menschen selbst, die sich sonst nicht mehr spüren können!  🙂

  4. ich sehe schon – keine möglichkeit für einen vernünftigen dialog. nur gegenseitiges gebashe, heruntermachen und unterstützung von hetze.

    ist das 2010? na super!

    re: einstelllung: wieso sagt euer durchlaucht, dass man mit einer friedliebenden einstellung auf dieser homepage am falschen platz ist? bedeutet das, dass hier eine gruppe militanter hetzer ungestört ihr schauriges werk verrichten möchte? das erinnert mich an den prototyp des islamischen hasspredigers. sorry, da ist euer durchlaucht auf der gleichen stufe und keinen deut besser 😉

  5. @flo:
    1. Ich wüsste nicht, dass wir uns duzen!!!
    2. Wie man in den Wald hineinschreit, so kommt es zurück!
    3. Bei allem Respekt vor Demokratie und Meinungsfreiheit, aber wenn man so eine Einstellung wie Sebaldius und flo hat, ist man auf dieser Homepage am falschen Platz!
    4. Gut möglich, dass div. Herrschaften auf der Homepage der NPD besser „aufgehoben“ wären!

    Zitat: „Hieraus schließe ich, dass Du ihn lediglich reizen möchtest beziehungsweise provozieren.“
    Moi, der Arme wird es sicherlich verschmerzen können – so zart beseitet wirkt er ja nicht!
    Zitat: „seid halt einfach lieb zueinander!“
    Typisch scheinheiliges Getue – am besten flo geht mit gutem Beispiel voran … ob er das wohl schafft …

    PS: Aus flo’s Kommentar (ich wähle bewusst den 3. Fall) schließe ich, dass er keine Ahnung hat, mit wem er spricht!  😉

  6. Apropos Knüller
     
    http://www.middle-east-online.com/english/?id=42929

    WASHINGTON – Saudi Arabia proposed setting up an Arab force to fight Hezbollah militants in Lebanon with the help of the United States, UN and NATO, a leaked US diplomatic cable said Tuesday.
     
    http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3995997,00.html

    Syria refused to fight on Iran’s side in case of a military stand-off between Tehran and Israel following an attack on its nuclear facilities, an American document published by WikiLeaks revealed on Wednesday.

  7. @ herr schlickewitz,
    danke für den link. werd ich mir gleich mal reinziehen.

    ich finde es super, wenn die problematiken, welche in der geschichte wiederhot stattfanden, hier ausführlich behandelt werden, damit nix vergessen wird.

    sehe ich es jedoch, dass jemand aggressiv gegen andere vorgeht, in der absicht, den anderen so in die enge zu treiben, dass es für ihn keinen ausweg mehr gibt, dann wiederholt sich die geschichte wieder und wieder und wir sind wieder im progrom gegen russen, deutsche, juden, zigeuner, tschetschenen – what ever!

    warum lernen wir nicht endlich mal, wie wir MITEINANDER leben können und vergessen das gegeneinander. es bringgt doch nix, einen jungen menschen wie den seb so anzugehen.

    klingt zwar idealistisch, aber wräre doch eine möglichkeit?

  8. also sooo schlimm war das xx jetzt übrigens auch nicht ;))))
    also bitte nix schlimmes denken.
    seid halt einfach lieb zueinander!

  9. @ Wahrheit: Du willst doch nur Hass und Ärger auf der Erde schüren. Bei Deinen 3 Möglichkeiten hast Du dem Typ keine Möglichkeit gelassen, sich aus der Affäre zu ziehen. Hieraus schließe ich, dass Du ihn lediglich reizen möchtest beziehungsweise provozieren.
    Solche xxxxxxxxxxxx xxxxxxxxx xxxxxxxxx – wegen EUCH gibt es keinen Frieden, xxxxxx da Ihr immer weiter den Hass schürt und Eure Hetze verbreitet. xxxxxxxxx

  10. Lernen Sie präziser lesen, @flo@; an keiner Stelle bezichtige ich den Sebaldius der Schuld seiner Großväter. Ich mokiere mich lediglich über Deutsche, die die eigene Geschichte unbewusst oder absichtlich ausblenden und sich anmaßen, Richter über die Politik des souveränen Staates Israel spielen zu wollen.
     
    Was Ihre seltsame Art von „Frieden“ anbelangt, so beziehen Sie sich doch wohl auf jenen Frieden, der einkehren möge, wenn man die Geschichte ruhen lässt, nachdem man sich rasch mal schnell mit zwölf Jahren Drittes Reich befasst hat. Jenen spezifisch deutschen Frieden, der ganz von selbst und sofort einkehrt, wenn man ruft, „So, lasst uns nun nur noch nach vorne schauen und die Vergangenheit begraben“.
     
    Sind Sie wirklich der naive Tropf, der glaubt, wenn man sich so verhielte, würde gleichsam automatisch „Liebe“, Friede“, „Ruhe“ und womöglich noch Eierkuchen herrschen? – Ja?
     
    Dann sind Sie auf dieser Plattform grundfalsch.
     
    Denn ein großer Teil der hier bei haGalil in den zurückliegenden Jahren veröffentlichten Beiträge behandelt nun mal die Geschichte, und wie ich die Betreiber von haGalil kenne, werden sie daran so schnell nichts ändern.
     
    Überlegen Sie mal, flo, was wäre wohl eine jüdische Web-Plattform, die die Geschichte ausblenden würde?
     
    Doch wohl nur ein Rumpf, nicht mehr.
     
    Damit diser Rumpf Arme und Beine und vielleicht auch noch einen Kopf bekommt, haben haGalil-Autoren wie ich Beiträge zur Geschichte verfasst, keineswegs ausschließlich Beiträge zum Nationalsozialismus oder zum Holocaust, sondern zu einer ganzen Reihe weiterer Aspekte zum Beispiel der weit über tausendjährigen deutsch-jüdischen Geschichte.
     
    Ich lege Ihnen die Lektüre folgender Beiträge nahe, danach können wir uns gerne wieder sprechen.
    http://www.judenundbayern.de/17Minderheitengeschichte.html
     

  11. Wer im Glashaus sitzt, allerwertester Sebaldius, der sollte lieber nicht mit Steinen werfen!
     
    Schlicke, Du liegst daneben. Dieser Sebaldius wird von ganz besonderer Energie getrieben. Seine Beiträge beinhalten auf dramatische Weise sado-masochistische Züge. Es handelt sich um eine spezielle Perversion. Um ein im Internet, vor allem zum Thema Juden, Nationalsozialismus und Holocaust, leider immer wieder anzutreffendes Phänomen.

  12. 1. Von Zeit zu Zeit sehe ich mir israelische Nachrichten an und bin immer wieder sehr überrascht, wie sachlich und neutral über innerisraelische Angelegenheiten berichtet wird.
    Die Nachrichtendienste der westlichen Hemisphäre (angefangen vom deutschsprachigen Raum bis hin zu Großbritannien (BBC) und den USA (z. B. CNN etc.) ) könnten sich daran ein Beispiel nehmen.
    Wenn in Israel irgendjemand am falschen Platz einen „Furz“ lässt, wird sofort das Spotlight darauf „geworfen“ und mit der Lupe ausstalliert …. Die Folgen daraus kennen wir ….
    Aber bitte, wo auf dieser Welt passieren denn die größten Ungerechtigkeiten – und warum wird darüber nicht bis kaum berichtet?
    Welche Interessen stehen hinter diesem „verschwommenen Bild“, das uns tagtäglich in den Medien vorgegaukelt wird?
    Sehr oft rein wirtschaftliche Interessen (man denke neben dem Iran z. B. auch einmal an China, weitere Beispiele wären zahlreich anzuführen!)

    2. Halten wir uns einmal vor Augen, wie vielschichtig Israel „ausgestaltet“ ist. Neben dem jüdischen Volk (ca. 77% der Gesamtbevölkerung) leben ca. 20 % Menschen mit arabischer Herkunft (unter ihnen auch Beduinen). Des weiteren gibt es Minderheiten wie die Drusen, die Bahai, Alawiten etc.
    Innerhalb des Judentums reichen die Ausrichtungen vom ultra-orthodoxen Judentum bis zu den säkularisierten Israelis.
    Den Spagat zwischen allen Interessen zu schaffen, ist also ein Ding der Unmöglichkeit. 
    „Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“
    Vielleicht kann dieser Blickwinkel so manchem ständigen Israel-Kritiker dazu verhelfen, etwas milder auf manches „Unvollkommene“ zu schauen – ohne Fehler klein-, schön- oder wegzureden zu versuchen!

  13. Dieser Ahmadinejad tanzt der internationalen Gemeinschaft schon seit Jahren auf der Nase herum! Den Vergleich Ahmadinejads mit Hitler finde ich nicht so weit hergeholt. Dieser Unberechenbare spielt sich so lange, bis es irgendwann zu spät ist …

  14. @Sebaldius:
    Für Ihren sonderbaren (um nicht zu sagen erbärmlichen) Kommentar gibt es 3 mögliche Erklärungen:
    1. Sie sind betrunken – dann ist Ihre Meldung nicht ernst zu nehmen.
    2. Sie sind blind Рdann sollten Sie m̦glichst schnell einen Augenarzt aufsuchen.
    3. Sie beziehen Ihre Informationen und Ihr „Wissen“ aus der deutschen Bild-Zeitung oder äquivalenten Waschblättern – dann diskutiere ich jetzt nicht mehr weiter!

  15. hi robert,
     
    sorry, aber das finde ich jetzt leider etwas erbärmlich. was kann der dieser sebaldius dafür, was seine opas getan haben? ist das eine form der generationenunabhängigen kollektivschuldtheorie? wenn ja, dann können wir uns ja gleich wieder mit knüppeln hauen.

    habt ihr noch was anderes auf lager, als euch gegenseitig vorwürfe zu machen? maybe sone peace – nummer? so von wegen: wir schaffen wir es, dass endlich auf der erde frieden einkehrt, wir die alten auseinandersetzungen vergessen und für alle zeiten liebe und ruhe einkehrt? oder braucht es da noch ein paar jahrhunderte`?
     
    lg
     

  16. Aber – Wer immer wieder neue Kriege anzettelt, der muss auch damit rechnen, irgendwann einmal einen zu verlieren.
     
    Das schreibt ein moderner Deutscher, der sich offenbar nicht besonders der Tatsache bewusst ist, dass sein eigenes Land zwei Weltkriege, nicht etwa nur einen kleinen Regionalkrieg, nein, sondern zwei die ganze Welt in Mitleidenschaft ziehende Kriege, „anzettelte“ mit zusammen weit über 60 Millionen Toten und diese beiden Kriege dann auch noch ganz jämmerlich verlor. Jämmerlicher als irgendeine andere Nation davor oder danach.
     
    Wer im Glashaus sitzt, allerwertester Sebaldius, der sollte lieber nicht mit Steinen werfen!

  17. Na das kennt man doch schon zur Genüge aus Israel, diese übliche Melange aus Ohnmacht und Selbstüberschätzung, von Impotenz und Grössenwahn. Israel würde ja sooo gerne mal einen richtig fetten Krieg gegen die Iraner führen, traut sich aber doch nicht so recht, weil die pöhsen Iraner (im Gegensatz zu den palästinensischen Frauen und Kindern) schliesslich zurückschiessen könnten. Und leider traut sich Ari Shavit auch nicht, seine offensichtliche Sehnsucht nach Krieg deutlicher zu formulieren.
     
    Zuerst sollen also die Iraner besiegt und unterworfen werden, bevor über die jüdische Besiedelung der besetzten Gebiete nachgedacht werden darf, das ist seine Logik. Da aber Papa USA und Mama Europa nun offenbar nicht besonders willig sind, für Klein Israel in den grossen Krieg gegen den Iran zu ziehen, damit Klein Israel danach dann sein ach so kleines Palästinenser-Problem und sein angeblich noch kleineres Siedlungsproblem in den Griff bekommt, sieht Ari Shavit jetzt die Lösung in der Parole „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“, und möchte sich verbünden mit den ach so demokratischen totalitären Regimen wie Saudi Arabien und Ägypten. Solange es die noch gibt.
     
    Ari Shavit belegt wieder einmal, dass Israel die eigene Bestimmung und die eigene Zukunft offenbar nicht in einem Frieden und einem gerechten Ausgleich mit seinen Nachbarn zu sehen vermag, sondern nur noch in einer endlosen Folge von Kriegen, gegen jeweils immer mächtigere und bedrohlichere Feinde.
     
    Aber – Wer immer wieder neue Kriege anzettelt, der muss auch damit rechnen, irgendwann einmal einen zu verlieren. Könnte man eine Wette darauf abschliessen, welcher von den beiden Staaten Iran und Israel in 50 Jahren noch existieren wird, dann könnte sich wohl jeder an zwei Fingern abzählen, auf wen er sein Geld zu setzen hätte.
     
     

  18. ehrlich gesagt habe ich nach dem ersten absatz abgebrochen, weil ich mir dachte: so eine furchtbare hetze ziehste dir besser nicht rein. ich lese mich gerade quer durch die weltkriegsliteratur und das reicht mir grade irgendwie 🙁
    meinung ja, obige hetze nein. wer verbrecher ist und wer nicht und warum sollten richter entscheiden.

  19. Vielleicht lest Ihr alle den Text nochmal gaaaanz in Ruhe!
    Warum ist nach Shavit Assange ein Verbrecher?

    „weil er vor uns allen aufgedeckt hat, dass der hegemoniale Diskurs im Westen oberflächlich und verlogen ist“
    „weil er bewiesen hat, dass der Westen von einer politischen Korrektheit befallen ist, der ihn von der politischen Wirklichkeit abschneidet. Assange hat uns allen einen riesigen Spiegel vor das Gesicht gehalten, der zeigt, wie dumm wir in den vergangenen Jahrzehnten gewesen sind.“

    Hmm, wie er das wohl gemeint haben könnte? Na, rattert es im Oberstübchen?

    Rügemer äußert sich sehr wohl antisemitisch und hat damit nichts zu tun, flo. Völlig überflüssig diese Kiste hier jetzt wieder aufzumachen.

  20. hi,
    wahnsinnig, wie übertrieben hier mal wieder verteufelt wird. das ist ja zum totlachen leute.

    assange ist ein moderner robin hood. rügemer ist auch kein antisemit.
    ich habe das gefühl, die hagalil – leute würden das medium für hintergründige propaganda missbrauchen. da sollten die chefredakteure mal besser aufpassen, dass da nicht solche hetze gemacht wird. das ist ja richtig schlimm!
    lieben gruß
     
     

  21. Auch palästinensische Kinder, von den fast 10.000 gefangen gehaltenen Häftlingen in Israel, dreißig an der Zahl, werden gefoltert und müssen auf Hebräisch verfasste ‚Geständnisse‘ unterschreiben. Sie bekommen bei ihrer Verhaftung Kapuzen übergestülpt, ihnen werden wie Erwachsenen Handschellen angelegt und verschwinden dann in irgendwelchen Löchern, ohne dass die Eltern benachrichtigt werden. In diesen Löchern wird selbst wiederum die Apartheid praktiziert: Häftlinge aus Israel erhalten eine richtige Matraze, Häftlinge aus den besetzten Gebieten müssen sich mit sog. Gummimatratzen, hauchdünne Unterlagen, zufrieden geben.

    Und Dänemark hilft nun mit, diese Folterhöhlen mit Anlagen und Werkzeugen auszustatten.

    Quelle zu Folterungen in israelischen Gefängnissen:

    Ralph Schoenman, ‚The Hidden History of Zionism‘, Chapter 7, ‚The Prevalence of Torture‘, S. 77). Schoenman hat das internationale Tribunal zur Untersuchung der US-Kriegsverbrechen in Vietnam gegründet und war Direktor der Bertrand Russel Peace Foundation.

  22. Jeder bedient sich bei Wikileaks für seine Ãœberzeugungen und definiert sich eine subjektive Realität, aber auf jeden Fall  „Julian Assange ist ein gefährlicher Verbrecher“, Geht’s noch?

Kommentarfunktion ist geschlossen.