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Beschneidung: Das Kölner Urteil

oder:  In Deutschland häutet man nur Zwiebeln…

Von Ramona Ambs

So. Nun ist es soweit. Die christlich-jüdische Symbiose ist mal eben kurz auseinandergebrochen. Das geht ganz schnell und tut auch nur kurz weh. Ähnlich wie die Brith, die Beschneidung, die traditionell am achten Lebenstag eines neugeborenen Jungen im Judentum vollzogen wird. Die geht auch ganz schnell und tut nur kurz weh. Und den Rest des Lebens hat Mann (und Frau) dann nur noch Vorteile dadurch. Aber wir wollen nicht immer nur über (guten) Sex reden…

Zurück zur Symbiose. Also zur deutsch-jüdischen Symbiose. Oder auch christlich-jüdische Tradition genannt. Die ist jetzt nämlich futsch seit dem Kölner Urteil. Und schuld daran sind wieder mal die Moslems, obwohl die auch nix dafür können. Aber die beschneiden ihre Jungen eben auch. Und das stört einige deutsche Gemüter so sehr, dass sie sich dagegen formieren. Offenbar fühlt man sich durch fehlende Vorhäute bedroht. Oder man will eben, dass auch ja alle Schwänze in Deutschland gleich ausschauen. Penis-Einheits-Look sozusagen.

Und nun hat man bei diesem Kampf um die deutsche Vorhautpflicht einen Etappensieg errungen. In Form eines  Gerichtsurteils. Vom Landgericht Köln. Das Kölner Urteil eben. Dieses Gerichtsurteil erklärt, dass die Beschneidung von Jungen Körperverletzung ist. Zumindest für den Richter und die Staatsanwältin. Dass praktisch alle beschnittenen Männer sich nicht im geringsten verletzt fühlen und auch die WHO die Beschneidung unbedingt empfiehlt – geschenkt… Um die und deren Körper geht es nämlich nur vordergründig, denn sonst würde man wissen, dass man hier ein Problem konstruiert, das real nicht existiert. Aber das interessiert halt nicht weiter, weil durch den beschnitten jüdischen oder muslimischen Penis ein paar deutsche Seelen leiden. Also quasi körperverletzt wurden. Oder so ähnlich.

In den letzten Jahren haben sich deshalb regelrechte Gruppen (Mediziner, Journalisten oder eben Juristen) formiert, die in unterschiedlicher Weise gegen die Beschneidung kämpfen. Einer dieser Kämpfer ist Holm Putzke, Strafrechtler an der Universität Passau. Er wird im Gerichtsurteil oft zitiert und so lobt er auch ausdrücklich die Entscheidung des Gerichts: “Das Gericht hat sich – anders als viele Politiker – nicht von der Sorge abschrecken lassen, als antisemitisch und religionsfeindlich kritisiert zu werden”. Und weiter: “Diese Entscheidung könnte nicht nur die zukünftige Rechtsprechung prägen, sondern im besten Fall auch bei den betroffenen Religionen zu einem Bewusstseinswandel führen, Grundrechte von Kindern zu respektieren”, wird Putzke in der FTD zitiert.[01]

Das ist natürlich sehr fürsorglich. Und es ist gut, wenn sich deutsche Juristen mal wieder darum kümmern, dass Juden (und Muslime) endlich die Grundrechte von Kindern respektieren. Ich mein, hej,-jeder weiß doch, wie es da so zugeht in diesen beschnittenen Familien. Kinder zählen da doch garnix, das ist doch schon mal klar! Deshalb merke: Zu einem ordentlichen Umgang mit Kindern gehört auch eine ordentliche Vorhaut!!!

Putzke ist geradezu besessen von dem Thema, wie ein Blick auf seine Homepage verrät.  Der Konrad Adenauer-Stipendiat  hat mehrere Publikationen, u.a. im Deutschen Ärzteblatt 2008[02] zu diesem Thema vorzuweisen und arbeitet seit Jahren gezielt darauf hin, Ärzte, die die Zirkumzision durchführen wollen, juristisch einzuschüchtern. Kein Wunder, dass er in Naziforen dafür beklatscht wird. Detlef Nolde beispielsweise lobt Holm ausdrücklich für sein Engagement. Putzkes anderes Steckenpferd, die Zulassung des Lügendetektors als mögliches Beweismittel, ist dafür halt auch weniger geeignet.

Auf Nachfrage erklärt Putzke seine Sorgen um die Rechte der muslimischen und jüdischen Kinder wie folgt: „Was Ihre Frage angeht, so bin ich sicher, dass weder Juden noch Moslems ihren Kindern aus bösem Willen Schmerzen zufügen. Ich bezweifle aber, dass der archaische Ritus der Beschneidung mit dem modernen Verständnis des Schutzes von Kindern vor Gewalt kompatibel ist. Insoweit bestreite ich in der Tat, dass mit Blick auf den Beschneidungsritus im Islam und Judentum das Grundrecht der körperlichen Unversehrtheit und das Selbstbestimmungsrecht von Kindern in erforderlichem Maße respektiert werden. Denn es handelt sich um einen medizinisch nicht notwendigen Eingriff, der irreversibel und zudem mit Risiken verbunden ist, etwa Komplikationen während der Operation und Traumata wegen des zugefügten Schmerzes, erst recht wenn der Eingriff ohne Narkose durchgeführt wird. Aus diesem Grund wäre es sinnvoll, wenn auch innerhalb der betroffenen Religionsgemeinschaften eine Diskussion über Alternativen zustanden käme, etwa ein Verschieben der Beschneidung bis zu einem Alter, bei dem der zu Beschneidende selber entscheiden kann, ob er den Eingriff wünscht oder lieber lassen möchte. Alternativ könnte anstelle der irreversiblen körperlichen Verletzung auch ein symbolischer Akt treten.“

Möglicherweise will Herr Putzke umschulen auf Rabbiner. So ein neues religiöses Ritual der Ersatzbeschneidung sollte denn doch auf halbwegs fundierten theologischen Beinen stehen, oder? Oder sollen wir einfach nur noch so beten und leben, wie es sich Deutschlands Juristen vorstellen? Vielleicht hat er ja bereits konkrete Vorstellungen zu der Ausgestaltung des neuen rituellen Akts in der Schublade? Vermutlich merkt er nicht, wie anmaßend sein Vorschlag ist. Putzke wähnt sich nämlich als Fackelträger der Wahrheit, wie seine Festschrift zum siebzigsten Geburtstag von Rolf Dietrich Herzberg belegt. Dort zitiert er Lichtenberg und führt aus: “”Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemanden den Bart zu sengen”. Faul ist etwas in dem Moment, wenn die Bartträger (um bei dem Bild zu bleiben) versuchen, das Ergreifen und Tragen der Fackel zu verhindern. Und erst recht bedenklich wäre es, wenn die Furcht vor den Bartträgern dazu führt, dass niemand mehr die Fackel ergreifen will, sprich aus Furcht vor Repressionen, Selbstzensur an die Stelle vernünftiger Argumentation tritt. Nun geht es hier mitnichten um Religionskritik, denn die Beschneidung ist kein ausschließlich religiöses Phänomen, obwohl in Deutschland die meisten Beschneidungen sicher religiös motiviert sind. Ganz generell wurde die Frage nach der ethischen Vertretbarkeit dieses chirurgischen Eingriffs hierzulande weder in der Vergangenheit hörbar gestellt* noch wird sie es heute.“[03]

Ja, ja, – die Bartträger sind gefährlich. Da muss man schon aufpassen was man sagt. Aber man darf sich keiner Selbstzensur unterwerfen. Der Zwiebelhäuter hat das ja auch erst kürzlich gesagt. Also das, was gesagt werden muss… Schade eigentlich nur, dass ein Mann wie Putzke, der doch immerhin während seiner Studienzeit Stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Liberalen Hochschulgruppen war, nicht liberal genug ist, um Eltern selbst entscheiden zu lassen, ob sie ihr Kind beschneiden lassen oder nicht. Man darf es ja gerne für altmodisch und unmöglich halten – aber muss man Menschen, die das anders sehen und entscheiden ernsthaft strafrechtlich verfolgen? Muss man seine Sichtweise zu einem Thema anderen vorschreiben und Menschen kriminalisieren?

Zurück zum Kölner Urteil.

Dort heisst es: „Die Staatsanwaltschaft Köln wirft dem Angeklagten vor, am XXXX in Köln eine andere Person mittels eines gefährlichen Werkzeugs körperlich misshandelt und an der Gesundheit geschädigt zu haben“.

Das haben Sie jetzt nicht verstanden?

Das ist staatsanwältisch und heißt auf deutsch, dass der Arzt (Angeklagte) unter örtlicher Betäubung einen vierjährigen muslimischen Jungen (eine andere Person) mit einem Skalpell (gefährliches Werkzeug) von seiner Vorhaut befreit hat (mißhandelt und an der Gesundheit geschädigt). Danach hat er die Wunde ordnungsgemäß vernäht und versorgt. Ein Sachverständigengutachten hat bestätigt, dass der Arzt fachlich einwandfrei gearbeitet hat.

Eigentlich alles ein ganz normaler Vorgang. Und in einem ersten Urteil im September 2011 vom Kölner Amtsgericht dazu, wird das auch noch so gesehen. Der Arzt wurde freigesprochen. In der damaligen Urteilsbegründung hieß es: „Nach Auffassung des Strafgerichts war die durch den Eingriff tatbestandsmäßig vorliegende Körperverletzung  aufgrund der  w i r k s a m e n  Einwilligung der Eltern des Kindes als Personensorgeberechtigten gerechtfertigt, denn dieselbe richtete sich zutreffend an dem „Wohl ihres Kindes“ aus (§ 1627 BGB).“

Doch das Landgericht wollte nun, wenige Wochen später, dem Amtsgericht in dieser Meinung offenbar nicht folgen. Hier heißt es nun, dass weder das Elternrecht noch die im Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit  diesen Eingriff rechtfertigen könnten. Besonders „lustig“ liest sich der folgende Teil des Kölner Urteils: „Die in der Beschneidung zur religiösen Erziehung liegende Verletzung der körperlichen Unversehrtheit ist, wenn sie denn erforderlich sein sollte, jedenfalls unangemessen… Zudem wird der Körper des Kindes durch die Beschneidung dauerhaft und irreparabel verändert. Diese Veränderung läuft dem Interesse des Kindes, später selbst über seine Religionszugehörigkeit entscheiden zu können, zuwider.“

Man weiss nicht so recht, ob man an dieser Stelle laut lachen darf, weil eigentlich sind ja Urteile von deutschen Gerichten nicht als Witz gedacht.  Aber dennoch: Tausende von beschnittenen Männern haben ihre Religion gewechselt. Manche sogar mehrfach. Mir wäre auch keine Religion bekannt, die beschnittenen Männern die Aufnahme verweigert. Aber vielleicht wissen das die Richter in Köln nicht? Oder die Vorstellung eines beschnittenen Penis hat sie dermaßen aus dem Konzept gebracht, dass ..na lassen wir das.

Jedenfalls ist das Kölner Urteil ein unglaubliches Unheil für dieses Land. Und es wird viel Furore machen. Nicht nur in jüdischen und muslimischen Verbänden, sondern auch unter Ärzten und Chirurgen, die nun kriminalisiert werden.

Juden und Muslime werden sich fortan in Deutschland noch weniger heimisch fühlen. Aber immerhin hat man ihnen jetzt eine Lektion erteilt. Wie man in Deutschland jüdische und muslimische Traditionen lebt, entscheidet immer noch der deutsche Richter. Achja – und nur weils mir grad einfällt:

Demnächst merken die gleichen Leute, die gerade ein Herz für muslimische  und jüdische Vorhäute entdeckt haben, dass sie auch ein großes Herz für Tiere haben. Jede Wette!

Aber glaubt bloß nicht, dass sie dann gegen die Massentierhaltung losziehen werden und sich mit einem Schild „Fleisch muss teurer werden“ an die nächste Würstchenbude stellen. Nein, sie werden dann kommen und sagen, wie bestialisch es ist, Tiere zu schächten. Und dann wird es ein Urteil geben, dass man nicht mehr schächten darf. Und wenn dann der letzte Jude gelernt hat, wie man Kinderrechte respektiert und der letzte Moslem verstanden hat, dass man Tiere nur auf deutsche Art quälen darf, dann werden wir alle wahrscheinlich längst nicht mehr hier sein. Dann sind die christlichen Deutschen wieder unter sich und werden sich Gruselgeschichten erzählen von damals, als in Deutschland noch Juden und Moslems lebten…

Und nicht vergessen: Die Gefahr der unterlassenen Beschneidung: http://www.hagalil.com/archiv/2011/02/08/beschneidung-2/
Eine gute juristische Auseinandersetzung zu dem Thema gibt es hier: http://www.jurblog.de/2008/10/01/verbot-der-beschneidung-bei-juden-und-muslimen/

*) wenn man z.B. vom FAZ Aufmacher im letzen Jahr absieht, der damals auch schon Verwunderung hervorrufen musste, in Anbetracht der Dringlichkeit des Themas und seiner prominenten Platzierung auf der Titelseite der FAZ. (Anm. Hsg.).

  1. http://www.ftd.de/politik/deutschland/:koerperverletzung-gericht-stellt-religioese-beschneidung-unter-strafe/70054618.html []
  2. http://www.aerzteblatt.de/archiv/61273 []
  3. http://www.holmputzke.de/images/stories/pdf/2008_fs_herzberg_beschneidung.pdf []

107 comments to Beschneidung: Das Kölner Urteil

  • riciano

    @Uri ..dat passt …mit einfachen Worten sehr umfänglich den Kern des Ganzen …beschnitten am Herzen in allem Tun und Handeln von Mensch

  • Uri Degania

    Wie so häufig und immer wieder: Ramona Ambs sei gedankt.
    Ein kleiner, hierzu passender Witz, den ich soeben in Elisabeth Jupiters Buch “No, warum nicht?” (2010, Picus Verlag)über jüdische Witze gefunden habe:
    George Levy, ein erfolgreicher New Yorker Anwalt, ruft seine Mutter in Haifa an. „Mein Liebling, wie geht es dir denn bei der vielen Arbeit? Isst du auch genug? Vor allem, isst du koscher?“
    „Nein Mammi, das geht sich nicht immer aus, manchmal gehe ich schnell runter zu McDonald´s!“
    „Aber am Schabbes arbeitest du nicht?“
    „Na ja, manchmal lässt sich das einfach nicht vermeiden?“
    „Sag einmal, aber beschnitten bist du schon noch?“

  • Yael

    “Der Orientalist und Schriftsteller Navid Kermani drückt es in seiner Kritik an dem Urteil noch drastischer aus: „Die Mehrheitsgesellschaft will Juden und Muslimen einreden, sie seien alle – mehr oder weniger – krank, sie hätten sozusagen einen Schuss weg und würden es nur nicht merken.“

    http://www.tagesspiegel.de/meinung/kontrapunkt-die-linke-und-die-beschneidung-konflikt-der-ideale/6847044.html

  • Chiara

    übrigens, ich kenne ausgrenzungen und diffamierungen. Ich selbst gehöre einer Menschstamm an, der wo immer es geht ausgegrenzt wird. So jetzt sind wir schon deri gruppen, die es in diesem Land schwer haben!!!!

  • Chiara

    jim, ich verstehe nicht…vielleicht verstehen sie meine art zu schreiben nicht…erstens habe ich bezug auf das gebot Gottes genommen und zweitens habe ich für Menschen geschrieben, die die beschneidung aus einem anderen blickwinkel betrachten. So und wenn ich über die weise entscheidung Gottes schreibe, dann bezieht es sich auf diesen einen punkt! Gottes entscheidungen sind immer weise!!!!Das ich das jetzt noch hätte dazu schreiben sollen, ist mir ehrlich gesagt entfallen. Ich weis um was es geht und ich würde mich freuen, wenn sie sich ein bisschen mühe geben würden mich auch zu verstehen.

    schalom….

  • jim

    Also wenn ich mir das alles anschaue, war es ein weises Gebot von Gott die Jungen beschneiden zu lassen.

    Frage: Gibt es auch weniger weise Gebote Gottes? Wenn ja, bitte ich um Beispiele.

    Chiara, Sie sind schon ne ganz eigene Nummer, ehrlich: Hier geht es eindeutig nicht um Hygiene oder sonst irgendetwas an den Haaren herbeigezogenes, problemlos zu entkräftendes, hier geht es darum, dass ein Element jüdischer und moslemischer Kernidentität, warum auch immer, per Gerichtsentscheid, zumidest aus Deutschland, verbannt werden soll.

    Hier geht es um den Widerstand gegen neuerliche Trennung, Ausgrenzung und Diffamierung!

    • udosefrioth

      “Hier geht es um den Widerstand gegen neuerliche Trennung, Ausgrenzung und Diffamierung”!
      _________________________________________________________

      Unter anderem jm, aber das endet in einer Tyrannei der
      Mehrheit gegenüber den Minderheiten.

    • ente

      @ Jim: mein sonniges Gemüt wird doch etwas eingetrübt: http://www.faz.net/aktuell/politik/ethikrat-jacobs-beschneidung-11875890.html

      Hoffe, es handelt sich um die Kompromisslinie.

      Kleinlaut, minimal zweifelnd, eigentlich immer noch sicher seiend.

    • jim

      Besonders originell an diesem faz-beitrag, der zwischenruf: “kannibalistisch”. Der weiß ganz offenbar nicht, was so mancher kleine Christenjunge denkt, befürchtet, wenn er zur ersten Kommunion getrieben wird, …

      Hier nun aber etwas Solides gegen minimale Zweifel, aus AVIVA, Onlinemagizin für Frauen:

      Auf Messers Schneide – Religionsfreiheit

      Demo am 09092012, Bebelplatz, Berlin

      “[…] Wir fordern die lautstarken Beschneidungs-Gegner auf, sich eingehender mit Juden und Muslimen auseinanderzusetzen, anstatt vorschnelle Verbotsforderungen zu erheben. Wir fordern Respekt für unsere kulturellen und religiösen Traditionen. Und wir fordern Respekt für jüdische und muslimische Eltern, die ihre Kinder nicht weniger lieben als die Eltern der deutschen Mehrheitsgesellschaft dies tun. Wir wehren uns dagegen,
      kriminalisiert oder als archaisch und blutrünstig hingestellt zu werden.

      Für gegenseitigen Respekt und ein friedliches Miteinander!”

      Und hier, anlässlich der Sitzung des Ethikrates des Deutschen Bundestages am 23. August 2012

      “[…] Eine gesetzliche Regelung muss die Religionsfreiheit sichern, ohne in innere Angelegenheiten des Judentums einzugreifen. ´Wir sind bereit mit allen Menschen über das Thema zu diskutieren. Veränderungen des religiösen Ritus können aber nur aus einer Debatte innerhalb des Judentums resultieren. Wir lassen uns nicht von Außenstehenden vorschreiben, wie wir unsere Religion zu leben haben´, so Lala Süsskind, Vorsitzende des JFDA.”

  • Chiara

    Ich bin doch immer wieder überrascht wie Menschen an den Geboten Gottes vorüber gehen. Sie maßen sich an schlauer als Gott zu sein. Ein Gebot das dort heißt ….“beschneide deinen neugeborenen Sohn am achten Tag“….Gott hat Sein Gebot nicht aufgehoben, nein, dies ist ein Gebot auf ewig!!! Es heißt dort nicht….beschneide deine Tochter…! Also was soll das mit der Beschneidung eines Mädchen…das kann man nicht mit dem Gebot Gottes vergleichen. Hat sich schon einmal jemand gefragt warum gerade der achte Tag? Hat Gott nicht das Recht so zu entscheiden wie es für den Menschen gut ist? Man darf die Beschneidung nicht aus der Sicht eines Menschen sehen, sondern aus der Sicht Gottes. Die medizinische Seite zeigt in vielen Fällen, dass Frauen krank werden weil sie durch ihre Männer Entzündungen, Krebs und wer weiß was noch, bekommen. Ich war in der Pflege tätig und habe vieles gesehen. So zum Beispiel: „ Männer die es mit der Hygiene nicht so ernst nehmen und es vermeiden ihre Vorhaut bei der Reinigung zurückzuziehen und somit der Schleim unter ihrer Vorhaut sitzen bleibt. Was das für die Frau bedeutet kann sich jeder denken! Ich habe vor einiger Zeit einen Vortrag eines Frauenarztes auf einer Tagung gehört. Er sprach über den Gebärmutterhalskrebs. Er sagt unter anderem, dass der Träger dieser krankmachenden Keime, Bakterien, der Mann ist. Also wenn ich mir das alles anschaue, war es ein weises Gebot von Gott die Jungen beschneiden zu lassen.

    • Koshiro

      Hat Gott nicht das Recht so zu entscheiden wie es für den Menschen gut ist?

      Kurze Antwort: Nein. Hierzulande gilt: Landgericht > Gott. Das müssen Sie nicht mögen, aber es ist die Realität.

  • riciano

    …nun bleibt für alle Bürger “deutschen Landes“ Bundesrepublik nur zu hoffen, dass nicht gar noch der dort gefeierte Neujahrstag “unter Strafandrohung“ gestellt werden möge – in circumcisione domini – “das Fest zur Beschneidung des Herrn, mit dem acht Tage nach Heiligabend jeweils am 1. Januar der Beschneidung des J U D E N Jesu (Lk 2,21 EU) gedacht wird“!

    „Ihr sollt die Vorhaut eures Herzens beschneiden und nicht länger halsstarrig sein.“ (Dtn 10,16 EU).

  • Avichaj Meir

    BS”D

    Die Nachricht von dem Koelner Beschneidungsurteil verschlug mir zunaechst einmal die Sprache. Dem gerade erst ergangenen Urteil des Koelner Landgerichts zufolge, „erfuellt die religioese Beschneidung den Tatbestand der Koerperverletzung und ist somit strafbar, Eltern eines nicht einwilligungsfaehigen Jungen sind nicht zur Einwilligung in dessen Beschneidung berechtigt.“
    Dies Urteil des Koelner Landgerichts kriminalisiert die Juedische sowie die Muslimische Gemeinde in Deutschland (und nicht nur dort) per se – nicht mehr und nicht weniger. Das Urteil ist indes ein Novum, seit 1945 hat es ein solches Urteil in Deutschland noch nicht gegeben, und dennoch wird die in diesem Urteil wiederzufindende Rechtsauffassung auch von anderen Juristen in Deutschland geteilt, ganz zu schweigen von weiten Teilen der Deutschen Gesellschaft, wenn man sich die Reaktionen hierauf betrachtet.

    Das Urteil ist letztlich nichts anderes, als der Ausdruck einer kompromislos sekularen – um nicht zu sagen anti-religioesen – Lebenseinstellung, wie sie sich in der Mitte der Deutschen beziehungsweise Mitteleuropaeischen Gesellschaft etabliert hat.

    Die Koelner Richter urteilten, dass „die physische Unversehrtheit des Kindes, die Grundrechte der Religionsfreiheit sowie des Erziehungsrechts der Eltern ueberwiege“. Letztlich formulieren die Richter damit, dass kein Religionsgesetz ueber dem weltlichen Gesetz des Staates zu stehen habe. Zwar gewaehrt das Grundgesetz dem Buerger freie Religionsausuebung – aber bitteschoen nur als Privatangelegenheit im stillen Kaemmerlein.

    Es stellt sich indes auch die Frage, ob die Richter hier ueberhaupt eine ernstzunehmende Rechtsgueterabwegung in Betracht zogen. Deren Argument lautet, dass die Beschneidung eines unmuendigen Kindes nicht mit dem Recht auf freie Religionsausuebung zu vereinbaren sei – oder soll man besser sagen, „nichts damit zu tun habe?!“ Aus der Sicht der Befuerworter dieses Urteils, „beschneidet die Beschneidung eines Minderjaehrigen geradezu dessen Religionsfreiheit“, schliesslich koenne sich jeder Mensch auch als Erwachsener aus freien Stuecken zu dieser oder jener Religion bekennen und deren Traditionen annehmen, „ein Kind hingegen wuerde durch die Beschneidung irreversibel bevormundet.“ Aus der Sichtweise eines konsequent sekular denkenden Menschen scheint dies auch nur eine logische Schlussfolgerung zu sein.

    Voellig negiert wird mit dieser Auffassung aber letztlich nicht nur die Existenz, sondern auch nur die blosse Moeglichkeit der Existenz eines G“ttlichen Gesetzes. Ganz in diesem Sinne scheint auch das Koelner Urteil anscheinend klar stellen zu wollen, dass in diesem Staat allein nur das sekular staatliche Recht geltung habe. Ironischer Weise basieren aber die ethischen Grundlagen sowie sozialen Wertvorstellungen dieser Gesellschaft gerade auch auf den Prinzipien der Thora, dem Juedischen – und vom Christentum in weiten Teilen adaptierten – Grundgesetz.

    Die Deutsche Verfassung selbst, ist massgeblich vom Geiste der Kantschen Moralvorstellungen gepraegt, die wiederum auf wesentlichen Thora-Prinzipen, wie insbesondere dem Prinzip „ve’ahavta lere’acha kamocha“ (Vajikra/ Levitikus 19:18) – [liebe, beziehungsweise achte deinen Mitmenschen wie dich selbst] – basieren.

    Die sekulare Gesellschaft sieht „das Blut des beschnittenen Knaben“ und empfindet dies als „barbarischen Akt religioesen Wahns“ – wie religioese Traditionen auch ganz allgemein als rueckstaendig, ueberholt und unzeitgemaess empfunden werden – „schliesslich ist man heute ja aufgeklaert“. „Ethische Grundsaetze schon, aber bitte nur auf der Grundlage menschlichen Vernunftdenkens“. Doch wie beliebig aber auch „menschliches Vernunftsdenken“ sein kann, und wohin „gesundes Volksempfinden“ letztlich fuehren kann, hat uns die Geschichte leider nur zu leidvoll gezeigt.

    Dass hingegen ein Juedischer Knabe, der nicht am achten Tag beschnitten wurde, an seiner Seele blutet – und dies nicht nur fuer kurze Zeit, sondern andauernd – wird in einer sekularen Gesellschaft allzu oft nur „als Wahnvorstellung religioeser Spinner“ abgetan. Wie will man aber von einer Gesellschaft, die das Konzept von Seele, und erst recht die Vorstellung von einem G“ttlichen Gesetz, ueberhaupt nicht versteht und auch nicht verstehen will, also erwarten zu verstehen, was Religionsfreiheit eigentlich bedeutet? Das Rechtsgut der Religionsfreiheit wird in einer solchen Gesellschaft schliesslich reduziert auf deren (Un~)Verstaendnis dessen, was Religion eigentlich ist – abgesehen von „persoenlichen Jenseitsvorstellungen“ vielleicht.

    Auch das Argument, dass „wenn der Rechtsstaat die religioese Beschneidung von minderjaehrigen Knaben toleriere, er dann auch allen anderen moeglichen Menschenrechtsverletzungen im Namen der Religion, Tuer und Tor oeffnen wuerde“ – wie es von Seiten der Befuerworter des Koelner Urteils zu vernehmen ist -, ist schlichtweg an den Haaren herbeigezogen und zeugt von purem Sarkasmus. Die Brith Milah wird im Judentum seit Jahrtausenden praktiziert, sie gehoert seit Avraham Avinu unverzichtbar und unaufschiebbar zur Identitaet des Juedischen Volkes sowie eines jeden einzelnen Juden, sie hat ihre eindeutige Grundlage in der Thora (Bereshit/ Genesis 17: 9-14) – einem Gesetz, welches selbst in Deutschland gedruckt wurde (und zwar in lateinischer Uebersetzung, durch Johannes Gutenberg), lange zuvor ueberhaupt irgend ein weltliches Gesetz in Deutschland den Weg in eine Druckerpresse fand.

    Es bleibt also zu hoffen, dass das Urteil des Landgerichtes Koeln ein Einzelfall bleibt, dass andernfalls das Bundesverfassungsgericht sich eindeutig gegen diese Rechtsauffassung wendet oder – noch wuenschenswerter – der Gesetzgeber nun von sich aus klar regelt, dass die religioese Beschneidung von minderjaehrigen Knaben sehr wohl vom Recht der freien Religionsausuebung sowie vom Bestimmungsrecht der Eltern gedeckt ist und keinen Straftatbestand darstellt. Es waere eine unertraegliche Vorstellung, dass eine Jude eines Tages, seiner Religion wegen, wieder in einem deutschen Gefaengnis landen koennte. Dies wuerde schlussendlich bedeuten, dass „das Experiment eines Neuaufbau von Juedischem Leben in Deutschland nach der Schoah“ endgueltig gescheitert waere – sowie, dass die Deutsche Gesellschaft anscheinend doch nichts aus der Geschichte gelernt haette…

    • Jens

      Da hab ich mal eine Frage. Glauben Sie, dass man mit einer jüdischen, muslimischen, hinduistischen oder sogar deutschen Seele geboren wird? Oder (direkter gefragt) wie ist das jüdische Verständnis von der Seele? Und leiten Sie daraus bitte die Aussage: “Dass hingegen ein Juedischer Knabe, der nicht am achten Tag beschnitten wurde, an seiner Seele blutet – und dies nicht nur fuer kurze Zeit, sondern andauernd –” her. Danke.

  • her

    Finde das Urteil supi. Man sollte aber weiter gehen:

    – Haare schneiden von Kindern verbieten! Es gibt keine medizinische Grundlage und verstößt gegen das Haareschneideverbot bei Sikhs und Rastafaris. Haare schneiden daher erst, wenn Kinder selbst entscheiden können.

    – Christliche Propädeutik verbieten! Es ist durch zahlreiche Studien belegt, welche fatale Auswirkung die – auch passive – Aussetzung von Kindern gegenüber Folter und Kanibalismus hat. Daher dürfen Kinder nicht weiterhin unter einem Foltersymbol indoktriniert und (symbolischen*) Kanibalismen ausgesetzt werden, in einigen Fällen gar in Form von Ministranten Teil der Exekution des Kanibalismus werden.

    zu *: Liebe Katholiken e.a., verzeiht bitte, dass ich hier Eure Desubstantionslehre vernachlässige, aber ich glaube kaum, dass Euer Fall dadurch besser wird, dass Ihr Euren Kindern einredet, es sei echtes Fleisch und Blut -> Psychose !!!

  • Jakobo

    “Ansonsten schließe ich mich christoph linge an, in einer säkularen, weltlichen und freiheitlichen Gesellschaft muss man darüber diskutieren können.”

    muss ich in einer “weltlichen und freiheitlichen Gesellschaft” auch darueber diskutieren in welcher farbe ich meine kueche anstreiche?

    J

  • Rika Chaval

    Ein erstklassiger Kommentar von Ramona Ambs zum “Kölner Urteil” (hier das Urteil selbst http://www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/koeln/lg_koeln/j2012/151_Ns_169_11_Urteil_20120507.html)

    Außerdem: Ein Gedanke, auf den weder das Urteil des LG Köln, noch die meisten Kommentare in der Presse eingehen:
    Normalerweise ist es nicht Aufgabe eines vereinzelten Staatsanwalts und eines einzelnen Richters einer Berufungskammer eines Landgerichts, ein derartiges “Unwert-Urteil” über zentrale, selbst in Deutschland seit Jahrhunderten unangefochtene kulturelle Praktiken anerkannter Minderheiten zu sprechen oder durch “forsche Vorstöße” für Verunsicherung der Betroffenen zu sorgen.
    Die Entscheidung derart weitreichender Fragen muss beim Bundestag liegen, wo sonst (außer dem Bundesverfassungsgericht), weil es hier zumindest um die Abwägung verschiedener Grundrechte geht, die das Kölner Urteil nicht leistet und auf 10 Zeilen auch nicht leisten kann.
    Bemerkenswert ist insofern auch, dass das Kölner Urteil völlig außer acht lässt, dass Bundesrat und Bundestag sich bereits mit einer Beschneidungsthematik beschäftigt haben, aber gerade nicht mit der Beschneidung männlicher Vorhäute, sondern der weiblicher Genitalien.
    Bundesrat und FDP-Fraktion haben Anfand 2010 Strafrechtsänderungsentwürfe dazu geliefert, über die eine Entscheidung des Bundestages aber meines Wissens noch aussteht. Trotzdem zeigt das Vorhandensein dieser Entwürfe: Ein Verbot männlicher Zirkumzision oder eine Klausel, nach der diese erst mit einem bestimmten Alter zulässig sein soll, ist weder vom Bundesrat, noch einer im Bundestag vertretenen Partei gewollt bzw. für notwendig erachtet worden. http://www.bundesgerichtshof.de/DE/Bibliothek/GesMat/WP17/S/StrAendGGenitalverstuemmelung.html

    Darin liegt eine Grundentscheidung, über die sich ein Gericht nicht so einfach hinwegsetzen kann, wie das LG Köln es sich hier anmaßt.

  • Michal Mozes

    sorry, im letzten Absatz ist mir ein Tippfehler unterlaufen: Es muss natürlich heissen “Vorurteile” (nicht vorteile)

  • Michal Mozes

    Liebe Leute,
    vielleicht lasst Ihr mal Männer zu Wort kommen, die rituell im Alter von 8 Tagen beschnittenen worden sind,wie’s denen als Erwachsene damit geht; und fragt mal die Experten, z.B. Rabbi Dr.med. Deusel aus Bamberg, die ein Buch zu diesem Thema veröffentlicht hat!
    Die Beschneidung der Vorhaut ist nicht zu verwechseln mit der Clitorisbeschneidung bei Mädchen, die eine echte Verstümmelung und Körperverletzung ist.
    Bis zum heutigen Tag kenne ich keinen erwachsenen Juden, der von seiner brith mila (Beschneidung) traumatisiert worden wäre. Allerdings wirkt die ständige Verfolgung bis in die jüngste Generation weiter.
    Die jüdischen Brith-Gegner als Argumentationshilfe gegen die Beschneidung ins Feld zu führen ist Heuchelei, ebenso die Argumente gegen das Schächten!
    Massentierhaltung und Schlachthöfe, wo “normal” geschlachtet wird sind Tierquälerei, aber die meisten Menschen essen doch bedenkenlos mit großem Appetit Steaks u. Schnitzel etc., und natürlich sollen die auch noch superbillig sein!!
    Die jüdische Religion hat unzählige Beispiele für Tierschutz. Sie ist auch lebensnah, denn sie predigt, dass die Menschen erst nach der Sintflut angefangen haben Fleisch zu essen, der Mensch ist nun mal so gestrickt, aber wenn schon Tiere töten, dann so schmerzfrei wie möglich. Damit das Tier nicht leidet, muss es mit einem schartenfreien scharfen Messer durch einen einzigen Schnitt durch die Halsschlagader getötet werden.

    So gibt es zahlreiche Beispiele für Vorteile gegen die angeblich “archaiischen” jüdischen Bräuche, meistens von Menschen, die keine Ahnung von der jüdischen Religion haben.

    Zum Schluß noch ein Zitat, ich glaube v. Paul Wazlawik:
    “Neidische Menschen mit feinerer Witterung suchen den anderen (Menschen) nicht so genau kennenzulernen, um sich ihm überlegen fühlen zu können!”
    Es wäre schön, wenn sich viele Menschen mit wirklich wichtigen Themen beschäftigen würden und l e s e n und l e r n e n, statt ihren Hass auszuleben.

  • Daniel

    >>”Die Beschneidung ist eines der Symbole für den Bund mit Gott.”<>”aber Jude ist man auch ohne Beschneidung.”<<

    Na das ist doch mal ein Wort!

  • Jens

    @Yael

    Wie ich sagte, ich würde gerne mal einen Psychoanalytiker dazu hören. Ich meine, dass es bestimmt nicht gut für die allgemeine Entwicklung eines Kindes ist, wenn das erste große Gefühl was es im Leben empfindet, ein großer Schmerz am empfindlichsten und wichtigsten Körperteil was es hat ist. Da hat es eine offene Wunde, dann werden da vielleicht noch Windeln drüber gezogen und Urin kommt auch noch dran, das brennt doch wie Feuer. Und da soll mir mal jemand sagen, dass das einem Baby nichts ausmacht. Ich finde dabei vor allem das Alter entscheidend. Wenn man es bewusst erlebt und so auch direkt verarbeitet kann, ist das was anderes. Jedenfalls sind frühkindliche Schmerzerlebnisse immer problematisch. Und das sage ich gerade weil ich einen spirituellen Glauben habe und an so etwas wie eine Seele glaube und weiß wie empfindlich die ist.

    Aber trotzdem, ich würde es jetzt als erwachsener Mann niemals tun lassen. Und ich gehe auch davon aus, dass es die meisten auch nicht tun würden, wenn sie die freie Wahl hätten.

    “Was ein beschnittener Penis mit angeblicher nichtreligionsfreiheit zu tun hat und warum man mit einem beschnittenen Penis nicht eine andere Relgion annehmen dürfe, werden uns die Experten hier sicher gern erklären.”

    Das müssen Sie erklären. Denn mit dieser Aussage nehmen Sie ja der Beschneidung den zwingenden religiösen Charakter, also kann sie auch nicht unter die Religionsfreiheit fallen. Es hat ja auch wenig mit Freiheit zu tun, wenn man sich nicht selbst entscheiden kann. Es ist doch schlimm genug, wenn man als Deutscher oder Jude geboren wurde, das kann man sich schon nicht aussuchen. Es geht dabei um die körperliche Unversehrtheit und darum in wie weit die Eltern das Recht haben, diese zu verletzen. Es wird doch durch das Urteil niemand in seiner freien Religionsausübung eingeschränkt, im Gegenteil. Der juristische Denkfehler der von den Gemeinden gemacht wird ist, dass sie die Religionsfreiheit als Recht der Gemeinschaft betrachten, es ist aber ein individuelles Recht des Einzelnen.

    Es wird in Deutschland auch über Ohrlöcher und Schönheits-OP bei Kindern diskutiert und man sollte das auch strenger regeln.

    Ansonsten schließe ich mich christoph linge an, in einer säkularen, weltlichen und freiheitlichen Gesellschaft muss man darüber diskutieren können.

  • klauswerner

    Und noch ein schöner Link für Frau Ambs’ theologisches Problem. Ich erspare mir weitere Kommentare.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Brit_shalom_%28naming_ceremony%29

    Ansprechpartner für sie:

    Rabbi Kai Eckstein
    Postfach 740121
    22091 Hamburg
    Germany
    +49 (0)40 287 81 187
    humanrabbi@hotmail.com

  • Pommes

    Sarah es gibt nicht genug Toiletten auf der Welt für die Scheisse die aus deinem Mund kommt. Darf ich auch mal einen Menschen mit diesem Namen kennen lernen der nicht gänzlich mischugge ist?

    Es bedarf eigendlich keine weitere Diskussion da du wahrscheinlich zu blöd bist auch nur einen Satz von mir zu verstehen.

  • srm

    Und zum Schluss: @Yael “Übrigens mal zur Info: Jude ist man durch eine jüdische Mutter, beschnitten oder nicht.” – ja wie denn nun? Also brauchen wir die Beschneidung doch nicht und das ganze Thema hat sich erledigt! Nein?

    • Yael

      Die Beschneidung ist eines der Symbole für den Bund mit Gott. Strenggenommen dürfen nichtbeschnittene keine Bar Mitzwa feiern, nicht zur Thora aufgerufen werden etc. Es hat daher schon seinen Sinn, aber Jude ist man auch ohne Beschneidung.