Für Prophet und Führer

Wie stand eigentlich die NS-Diktatur zum Islam und den Muslimen? Eine Antwort auf diese Frage will der Historiker David Motadel geben. Er ist in Detmold geboren und derzeit Professor für Internationale Geschichte an der London School of Economics. Sein Buch „Für Prophet und Führer. Die Islamische Welt und das Dritte Reich“ ist eine umfangreiche Studie dazu, worin die Islam-Politik des NS-Regimes erstmals auf breiter Quellengrundlage veranschaulicht wird…

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Über den verdrängten „Jud´“

Als ich 2002 bei Lübbe meinen Roman „Trümmerkind“ veröffentlichte, bekam ich von der deutschsprachigen Presse solch begeisterte Kritiken, dass mir das Herz aufging. Angefangen hatte es mit einer regelrechten Hymne des ehemaligen SPD-Generalsekretärs Dr. Peter Glotz im Zürcher Tagesanzeiger, – eines der brillantesten Intellektuellen, die diese inzwischen nur noch seltsame Partei jemals hatte. Es folgten Rundfunk- und TV-Interviews, und Europas größte jüdische Website „hagalil“ feierte das Buch ebenfalls begeistert. In meiner Heimatstadt Fürstenfeldbruck allerdings war man nicht ganz so angetan: Nach 30 Jahren Bonn wieder frisch zugezogen, wurde ich mit einer Hetzkampagne der Lokalmedien begrüßt…

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Monster

Auf der letzten Seite von Yishai Sarids Roman kassiert ein deutscher Dokumentarfilmer in der Gedenkstätte des Vernichtungslagers Treblinka zwei krachende Faustschläge ins Gesicht. „(…) nicht innehalten, kräftig, mit voller Wucht. Ich musste das tun“, so die Worte des jüdischen Protagonisten. Ein guter und durchaus provokanter Schluss eines kurzen und fesselnden Romans, der sich aus der Sicht eines nicht weiter benannten israelischen Historikers und Antisemitismus-Experten mit der Erinnerungs- und  Bildungsarbeit zur Shoah beschäftigt…

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Sinti und Roma – Die Schuld der Kirchen

Während die beiden deutschen Kirchen sich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Sinti und Roma gegenüber in erster Linie abweisend, gleichgültig oder passiv verhalten, bzw. ihren Beistand und ihre Barmherzigkeit von Bedingungen abhängig gemacht hatten, luden sie während der zwölf Jahre, die das „Dritte Reich“ währte, passiv und aktiv Schuld auf sich. Diese Schuld ist in ihrer Schwere nicht wiedergutzumachen, sie ist unsühnbar und untilgbar, sie entzieht beiden christlichen Kirchen in Deutschland jedwede Glaubwürdigkeit…

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