Rachel Kohn: Ansichten in Ton

Die in Prag geborene Bildhauerin Rachel Kohn ist neben ihrer eigenen künstlerischen Tätigkeit im Vorstand des „Frauenmuseums Berlin“ aktiv und Kuratorin zahlreicher Ausstellungen. Im Interview mit Judith Kessler erzählt sie über ihren Weg nach Berlin, ihre Arbeit, ihr jüdisches, soziales und politisches Engagement, vor allem bei der Sichtbarmachung von Frauen in der Kunst.

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Das Haus Buchthal im Berliner Westend

Das Kronprinzenpalais Unter den Linden, im Spätklassizismus gebaut und ins Barocke umgebaut vom königlichen Baudirektor Philipp Gerlach aus Spandau, wurde nach Abdankung des Kaisers 1918 eine Abteilung der Nationalgalerie und die  Moderne Kunst zog ein. Die „Experimentiergalerie“ wurde für das MOMA in New York Vorbild. In dieser vorbildlichen Abteilung wurden aus der Sammlung Buchthal sieben Exponate ausgestellt. 1936 konfiszierte die Gestapo die großartige Kunst, verbrannte sie im Keller oder brachte sie in eigenen Besitz. Das Haus, das Museum für Moderne Kunst, wurde geschlossen.

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„Ich bin einfach gerne jüdisch“

Die jüdische Kantorin und Schauspielerin Chasan Jalda Rebling, 1951 in Amsterdam geboren und in Ostberlin aufgewachsen, erzählt über ihr Erbe als Tochter des berühmten Künstlerinnenpaares Lin Jaldati und Eberhard Rebling und wichtige Begegnungen und Stationen – über die DDR-Zeit und die Vereinigung der deutschen Staaten bis ins Jetzt – auf ihrem Weg zu der Persönlichkeit, die sie heute ist: eine international anerkannte Spezialistin für jüdische Musik und Geschichte(n) vom frühen Mittelalter bis zur Moderne.

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Gleis 17 am 27. Januar 2022 in Berlin-Grunewald

Über die Rampe gehe ich herauf zu den Gleisen am Bahnhof Grunewald zum Gleis 17. Dunkle Wolken ziehen über Berlin, ziehen über Grunewald, leichter Regen fällt auf die am Boden liegenden Blumen. Von Oktober 1941 bis Februar 1945 wurden von diesem Güterbahnhof fünfzigtausend jüdische Bürger in die Konzentrationslager deportiert. Internationaler Holocaust-Gedenktag ist heute. Wir denken an die 6 Millionen ermordeten Juden in der Nazizeit, die dem Wahn eines grauenvollen Regimes zum Opfer fielen, ermordet wurden.

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Die Villa Zissu in Berlin-Grunewald von 1929

Ein Refugium für Reiche wird Grunewald ganz nebenbei genannt, auch der Millionär Hermann Ullstein wird erwähnt, sein Verlag 1934 arisiert, 1939 rettet er sich vor den Nazis nach New York, wo er vier Jahre später stirbt. Der Verleger Samuel Fischer wird ebenso genannt, Alfred Kerr der berühmte Theaterkritiker soll fünfundzwanzig Jahre im „Parkwald“ gewohnt haben. Ganz nebenher fällt bei ihm der Ausdruck „Millionärskaff“. Auch Kerr flieht mit seiner Familie über die Schweiz und Frankreich nach England.

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Sonjas Tagebuch

Konrad und Gaby Kutt hatten im Namen der „BücherboXX“ in ihren privaten Salon Kunst Stücke in Grunewald eingeladen. Ein literarisch-musikalischer Abend war angekündigt, ein Abend für Sonja Borus wurde es. Die Erinnerung an Dr. Klaus Voigt, der vor Wochen in Berlin gestorben ist, sowieso. Eine Symbiose Sonja Borus und Klaus Voigt.

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