Wie umgehen mit den zerstörten Häusern, den steinernen Zeugen des Massakers vom 7. Oktober? Sollten sie als Mahn- und Gedenkort erhalten bleiben? Oder sollten die Spuren des Terrors beseitigt werden, um den Neuanfang zu ermöglichen? Das sind Fragen, denen sich die Kibbutzim im Gaza Umland stellen müssen. Der Kibbutz Kfar Aza hat nun mit einer Mehrheit von 69% der Stimmen entschieden, das junge Wohnviertel als Mahnmal zu erhalten, jedoch außerhalb des Kibbutz.
Das Viertel, das am Grenzzaun in Richtung Gaza liegt, war am 7. Oktober besonders betroffen. Terroristen aus Gaza mordeten hier ungestört, entführten, zerstörten, brannten nieder. Geht man den kleinen Weg durch das Viertel entlang, wird das Grauen des 7. Oktober mit jedem Schritt deutlicher.
Ein Teil des Viertels soll nach Entscheidung der Kibbutz-Mitglieder in der Nähe von Kfar Aza erhalten bleiben, ergänzt durch ein Mahnmal und ein Besucherzentrum. Auf dem Gelände des Kibbutz selbst sollen keine zerstörten Häuser zurück bleiben. Die Renovierungsarbeiten sind in vollem Ganze.
Yonatan Shimriz, dessen Bruder Alon aus dem Viertel entführt wurde und der später gemeinsam mit Yotam Haim und Samer Talalka irrtümlich von israelischen Soldaten getötet wurde, schrieb dazu:
„Die Abstimmung erfolgte nach monatelangen Diskussionen, und niemand hat Recht und niemand hat Unrecht. Die Entscheidungen und Debatten, die jetzt stattfinden, sind die achte Kammer der Hölle, nachdem wir sieben bereits durchlitten haben.
Mein Herz ist hin- und hergerissen zwischen den trauernden Eltern, die jede Erinnerung bewahren wollen, und den Freunden, die an einem Ort leben möchten, der keinem Vernichtungslager gleicht.“






