Das Mullah-Regime greift Aserbaidschan an – nur einen Tag nach Alijews Besuch in der Botschaft
Von Mikheil Khachidze
Die Spannungen im Südkaukasus haben einen gefährlichen Höhepunkt erreicht. Nach einem iranischen Drohnenangriff auf aserbaidschanisches Staatsgebiet steht die regionale Stabilität auf dem Spiel. Der Angriff auf die Autonome Republik Nachitschewan wird in Baku als direkter Verrat durch das Mullah-Regime gewertet, insbesondere angesichts der jüngsten diplomatischen Annäherungsversuche.
Der Vorfall: Präzisionsschlag auf die Exklave
Am 5. März 2026 stürzte eine iranische Drohne in der Nähe des internationalen Flughafens Nachitschewan ab. Online kursierende Videoaufnahmen, die von regionalen Beobachtern verifiziert wurden, zeigen den Moment, in dem eine iranische Arash-2-Kamikaze-Drohne – eine hochpräzise Loitering-Munition – einschlug.
Dieser Angriff auf die strategisch wichtige Exklave stellt eine erhebliche Eskalation dar. Er trifft eine Infrastruktur in einer Region, die an die Türkei und Armenien grenzt und bisher weit entfernt von den primären Konfliktherden des Nahen Ostens lag.
Diplomatische Ironie: Ein „Dolchstoß“
Der Zeitpunkt des Angriffs wird von Analysten als „bittere Ironie“ bezeichnet. Nur 24 Stunden zuvor, am 4. März, besuchte Präsident Ilham Alijew die iranische Botschaft in Baku, um dem verstorbenen Obersten Führer, Ayatollah Ali Khamenei, die letzte Ehre zu erweisen.
Während seines Besuchs betonte Alijew die friedliche Haltung Aserbaidschans:
- Nichteinmischung: Aserbaidschan hat nicht die Absicht, in größere regionale militärische Konfrontationen hineingezogen zu werden.
- Sicherheitsgarantien: Baku hat wiederholt versichert, dass aserbaidschanischer Boden niemals für militärische Operationen Dritter gegen den Iran genutzt werden würde.
Trotz dieser hochrangigen Zusicherungen deutet der Drohnenangriff darauf hin, dass das Mullah-Regime den Weg der Konfrontation statt der Diplomatie gewählt hat.
Scharfe Reaktionen aus Baku
Die aserbaidschanischen Medien reagierten mit beispielloser Härte, was das tiefe Gefühl des Vertrauensbruchs widerspiegelt. Führende Nachrichtenportale verurteilten das Vorgehen des Regimes scharf:
„Ein undankbares Mullah-Regime zeigt sein wahres Gesicht“, schrieb Lenta.az und hob den mangelnden Respekt gegenüber der nachbarschaftlichen Haltung Aserbaidschans hervor.
Report.az schloss sich dieser Meinung an: „Damit hat das iranische Mullah-Regime sein wahres Wesen offenbart, ungeachtet der konsequenten nachbarschaftlichen Beziehungen Aserbaidschans.“
Regionale Auswirkungen
Strategische Analysten warnen davor, dass dieser Vorfall der Katalysator für eine Einbeziehung des Südkaukasus in ein größeres militärisches Vakuum sein könnte. Es besteht die Sorge, dass das Mullah-Regime den Kaukasus als legitime „zweite Front“ in seinen laufenden internationalen Auseinandersetzungen betrachtet.
Während Baku seine militärischen und diplomatischen Reaktionen abwägt, beobachtet die internationale Gemeinschaft genau, ob dieser Schlag einen bewussten, provokativen Kurswechsel in der iranischen Außenpolitik signalisiert, der die gesamte Kaspische Region destabilisieren könnte.
Mikheil Khachidze ist ein georgischer Journalist, der seit vielen Jahren über Israel, jüdisches Leben und die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten berichtet. Er schreibt für georgische und internationale Medien und verbindet persönliche Eindrücke mit politischer Analyse.



