„Lasst uns würdig sein!“

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Foto: Paulina Patimer

„Bis zur letzten Geisel“. Das ist das Versprechen an die Familien der Entführten. Und so haben sich erneut Tausende am Platz der Entführten in Tel Aviv versammelt, um auf die Umsetzung des Abkommens zu drängen. Denn noch immer sind zwei Geiseln in Gaza. Der israelische Polizist Ran Gvili und der Thailänder Sudthisak Rinthalak, der im Kibbutz Beeri in der Landwirtschaft arbeitete.

Ayelet Goldin, die Schwester von Leutnant Hadar Goldin, dessen sterbliche Überreste vor drei Wochen endlich nach elf Jahren nach Israel überführt wurden, sagte: „Mein Hadar ist der Beweis, dass es möglich ist, alle nach Hause zu bringen. Ich zitiere einen hochrangigen Geheimdienstoffizier, der Hadar und viele andere zurückgebracht hat: ‚Die Fälle von Hadar und Oron waren tausendmal komplexer als die der Geiseln vom 7. Oktober. Es gibt also keinen Grund – weder für den Staat Israel, noch für die israelischen Streitkräfte, noch für irgendjemanden –, warum Ran und Sudthisak nicht nach Hause zurückkehren sollten. Es gibt kein Szenario, in dem sie nicht zurückkommen. Es gibt keine Situation, in der wir sie nicht nach Hause bringen.“ Wir werden sie zurückbringen und wir werden hier eine würdige Führung und Gesellschaft wiederaufbauen. Lasst uns würdig sein! Ran und Sudthisak, wir stehen alle an eurer Seite.“

Ayelet Goldin, Foto: Lior Rotstein

Unter den Rednern gestern war auch Eyal Eshel, Vater von Roni Eshel, die am 7. Oktober ermordet wurde. Roni war eine der Späherinnen am Nahal Oz Stützpunkt. Sie und 14 andere Späherinnen wurden von Hamas Terroristen ermordet. Eyal Eshel gehört dem „Okoktober-Rat“ an, der sich für die Einsetzung einer unabhängigen staatlichen Untersuchungskommission einsetzt. „Der Kampf um die Befreiung der Geiseln wurde von den Familien angeführt, und heute, zwei Jahre später, will das ganze Land wissen, warum sie entführt und im Stich gelassen wurden und wer sie nicht gerettet hat, als einige von ihnen lebend nach Gaza entführt wurden und nie zurückkehrten.“ Die Untersuchungskommission, forderte Eyal Eshel, dürfe nicht politisch sein. Es müsse eine Untersuchung sein, „die die Verantwortlichen benennt, die die Mechanismen des Versagens aufdeckt und das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherstellt. Denn ohne Wahrheit gibt es keine Heilung. Ohne Rechenschaftspflicht gibt es keine Führung. Und ohne Gerechtigkeit haben wir kein Land.“

Eyal Eshel, Foto: Uriel Even Sapir

Zum Schluss sprach Itzik Gvili, Vater von Ran Gvili: „Am 7. Oktober ließen 58 Polizisten und Grenzpolizisten ihr Leben, um israelische Bürger zu verteidigen. Einer von ihnen war mein Sohn, der israelische Held Ran Gvili. An jenem Samstag schützten Ran und seine Kollegen selbstlos alle, die Hilfe brauchten.“ Er appellierte an die Vermittler,  „unmissverständlich klarzustellen: Es gibt keine „nächste Phase“ und kein „Tag danach in Gaza“, bevor Ran nicht zurückkehrt. Die Hamas behauptet, zu suchen, aber wir sehen keine Fortschritte. Sie spielen mit uns, und das muss jetzt aufhören.“

Die Gvili Familie, Foto: Uriel Even Sapir