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Die Denkfabrik Schalom Aleikum öffnet

Am gestrigen Mittwoch eröffnete der Zentralrat der Juden in Deutschland feierlich die „Denkfabrik Schalom Aleikum. Forum für jüdisch-muslimischen Dialog“ im Auditorium Friedrichstraße. Die Denkfabrik ist eine Weiterentwicklung des erfolgreichen jüdisch-muslimischen Dialogprojekts „Schalom Aleikum“ zu einer verstärkt forschungsbasierten Untersuchung des jüdisch-muslimischen Dialogs.

In seinem Eröffnungs-Grußwort betonte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, die Relevanz jüdischer und muslimischer Stimmen für den gesamtgesellschaftlichen Dialog und Zusammenhalt. Der dialogische Charakter des Vorgänger-Projekts „Schalom Aleikum“ werde hierbei im Rahmen der neuen, stärker forschungsbasierten Denkfabrik vertieft. Ein Expertenaustausch jüdischer und muslimischer Perspektiven und eine fundierte Auseinandersetzung mit dem jüdisch-muslimischen Dialog könne hierbei für eine Vielzahl von zentralen Themen wertvolles Wissen für die Gesellschaft generieren.

Die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks „Brot für die Welt“, Dr. Dagmar Pruin, hob in ihrer Impulsrede das Projekt „Schalom Aleikum“ als wertvolle Grundlage für die neue „Denkfabrik Schalom Aleikum“ hervor, die jetzt auf den Erfahrungen des Dialogs aufbauen könne. Der Zentralrat schaffe mit der Denkfabrik einen Raum für Gespräche und Analysen, die essentiell seien für das Funktionieren eines demokratischen Staats.

Die Denkfabrik Schalom Aleikum bringe, so die Förderin des Projekts, Frau Staatsministerin Reem Alabali-Radovan, „jüdische, muslimische und auch christliche Perspektiven zusammen. Das stärkt unser Miteinander und den Respekt füreinander.“ Im Anschluss an die Eröffnungsreden fand ein Gesprächspodium statt. Die Gesellschaft brauche Räume des Dialogs, so Dr. Yasemin El-Menouar auf dem Podium, um die Vielfalt jüdischer und muslimischer Perspektiven sichtbar zu machen. Damit das multireligiöse Einwanderungsland Deutschland im Selbstverständnis der Menschen ankommen könne, brauche es den Dialog in der Denkfabrik.

Sowohl Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster wie auch Yasemin El-Menouar bezeichneten den jüdisch-muslimischen Dialog als ein essentielles Mittel im Kampf gegen antisemitische und muslimfeindliche Ressentiments. Gesellschaftliche Phänomene wie Antirassismus und Antisemitismus seien Themen, die sowohl Juden wie Muslimen in unterschiedlichen Formen begegneten und denen sie gemeinsam entgegentreten könnten. Dafür brauche es das wissenschaftlich fundierte Gespräch. Hierbei, so El-Menouar, sollten jedoch vor allem die positiven Gemeinsamkeiten, wie etwa gesellschaftliches Engagement von Juden und Muslimen, stärker betont werden.

Berlin, 15. September 2022 / 19. Elul 5782

–> Zur Webseite der Denkfabrik Schalom Aleikum

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