AJC fordert Druck gegen Hisbollah in Deutschland

6
37

Berlin, den 13.03.2013 – Nach der Bekanntgabe mehrerer Verbote salafistischer Vereine und verschiedener Razzien durch Bundesinnenminister Dr. Friedrich, fordert das American Jewish Committee Berlin mehr politischen Druck gegen Hisbollah-Aktivitäten in Deutschland…

AJC Berlin begrüßt Einsatz gegen Salafisten-Szene und fordert mehr politischen Druck gegen Hisbollah in Deutschland

„Die heutigen Vereinsverbote sind ein wichtiger Schritt im Einsatz gegen die Salafisten-Szene. Der Salafismus ist eine ernsthafte Bedrohung für die innere Sicherheit und das gesellschaftliche Zusammenleben in Deutschland. Salafisten treten immer stärker durch öffentlichkeitswirksame Aktionen auf, um neue Anhänger zu rekrutieren“, erklärte Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute for German-Jewish Relations.

Wie Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU) heute mitteilte, seien die salafistischen Vereine „DawaFFM“ und „Islamische Audios“ sowie die „An-Nussrah“ als Teilorganisation der im Juni 2012 aufgelösten Vereinigung „Millatu Ibrahim“ verboten worden. Sicherheitsbehörden zeigten sich bereits in der Vergangenheit zunehmend besorgt über den rasanten Anstieg des Salafismus, der ca. 5000 Anhänger in der Bundesrepublik hat. Ferner wird davon ausgegangen, dass Hunderte junger deutscher in Terrorlagern in Pakistan, Waziristan und Afghanistan ausgebildet wurden, auch um Terroranschläge in Deutschland durchzuführen.

Im vergangenen Jahr verteilten Salafisten Tausende von kostenlosen Koran-Exemplaren in deutschen Fußgängerzonen. Auffällig wurde die Szene auch durch gewaltsame Aktionen gegen Polizisten im Zuge von Demonstrationen in Bonn und Solingen.

„Vereinsverbote und ein erhöhter Fahndungsdruck sind im Kampf gegen den Islamismus außerordentlich wichtig. Innenminister Friedrich darf nun nicht nachlassen. Wir brauchen dringender denn je mehr Druck gegen Hisbollah-Aktivitäten in Deutschland. Mit Hilfe von sogenannten Wohltätigkeitsvereinen ist die schiitische Hisbollah maßgeblich daran beteiligt, Spenden in Deutschland für den bewaffneten Kampf gegen Israel zu sammeln“, erklärte Deidre Berger weiter.

Das AJC unterstützt zivilgesellschaftliche Initiativen im Kampf gegen islamistische Radikalisierung. Während seines 15jährigen Jubiläums verlieh das AJC Berlin Ramer Institutes den „Ramer Award“ an den Ahmad Mansour, der sich im Projekt „Heroes“ engagiert und einer islamistischen Radikalisierung unter Jugendlichen aktiv entgegenwirkt.

6 Kommentare

  1. Zum Thema Hisbollah/Gaza Streifen:

    Pfeifer,

    vor nicht all zu langer Zeit hatten Sie die Protestdemonstration des türkischen Hilfe-Schiffs vor Gaza in Bausch und Bogen verdammt. Bei der Enterung durchs Israeli-Militär kamen damals 9 Menschen der Schiffsbesatzung ums Leben. (Keine Meldung Ihres „Israel-bashing-Blocks“ !)

    Auf jeden Fall hatten Sie seinerzeit die Umstände des militärischen Vorgehens gerechtfertigt.

    Soeben hat sich Netanyahu für diese Tat bei der türkischen Regierung im Namen Israels entschuldigt und zusätzlich Entschädigung angekündigt.

    Was nun, Herr Pfeifer ?

  2. „AJC Berlin begrüßt Einsatz gegen Salafisten-Szene und fordert mehr politischen Druck gegen Hisbollah in Deutschland “

    absolut richtig! ein guter zeitpunkt um das zu fordern. die
    hesbollah hat mehr zivilisten auch ausserhalb von israel
    auf dem gewissen, als die salafistischen organisationen, die
    jetzt verboten werden.

    „Im vergangenen Jahr verteilten Salafisten Tausende von kostenlosen Koran-Exemplaren in deutschen Fußgängerzonen. Auffällig wurde die Szene auch durch gewaltsame Aktionen gegen Polizisten im Zuge von Demonstrationen in Bonn und Solingen.“

    dieser absatz ist absolut daneben gegriffen. eine koran
    verteilung ist keine straftat! die gewaltsamen aktionen gegen
    polizisten, waren zweifellos straftaten! es ist auf jeden fall
    wichtig beides auseinander zu halten.

    J

  3. @ efem: Prinzipiell gebe ich Dir recht. Glaube ebenso nicht, daß unsere Informationen ausreichen, um das Geschehen und die Einflussnahmen in Syrien, zu beurteilen. Aus Nachrichtenschnipseln entsteht für mich leider auch kein Bild.

    • @ ente

      Ich denke, dass man sich schon ein recht gutes Bild machen kann, was wirklich dort los ist, wenn man die Links, die ich Jane angab: http://test.hagalil.com/2013/03/07/toete-zuerst/comment-page-2/#comment-46812, täglich durchgeht.

      Einen vergaß ich noch: das ist der auf die Nachrichtenagentur „anna“, die aus russischer Sicht berichtet: http://anna-news.info/. Bei Arabisch oder Russisch, wenn du das nicht kannst, Google-Ãœbersetzer benutzen. Bing geht auch, ist aber nicht so powervoll.

      Bis zum Dezember berichtete auch noch Kreml-TV: http://kreml.tv, die alle paar Tage Videoberichte brachten, jedoch am 10.12.12 damit aufhörten, leider. Aber die Videos bis da sind noch online. Eine andere Seite gab auf, weil sich, ihrer Aussage nach, Todesdrohungen von „Rebellen“-Seite her häuften. Was Rückschlüsse auf die Ansicht über Presse- und Meinungsfreiheit gibt: für sich ja, für andere nein.

      Für Assads Truppen gilt natürlich: „viele Hunde sind des Hasen Tod“. Wenn zu den „Rebellen“ ständig neue Kämpfer von sonstwoher sich zugesellen, wenn die dazu noch andauernd mit modernsten Infanteriewaffen aus westlicher Produktion, übrigens auch israelischer Panzerabwehrgerätschaften und den von Heron so gelobten Kommunikationsmitteln samt Meldungen über die Truppenbewegungen ihres Gegners versorgt werden, dauert es nicht mehr allzu lange, bis „the brave Syrian Army“ aufgeben muss. Was dann kommt, ist voraussehbar. Die Sieger gehen zurück nach Libyen und Saudiarabien und Deutschland und sonstwo. Die syrische Bevölkerung aber kann zusehen, wie sie mit ihrem total zerstörten und ausgeplünderten Land klarkommt. Ohne Marshallplan.

  4. Empört Euch! (Stéphane Hessel Z“l)

    Um Salafisten und andere sunnitisch-islamistische Militante in Syrien mit Schießzeug zu versorgen, ist offensichtlich genig Geld da in der BRD, aus welchen Töpfen*) auch immer.

    Aber nicht für den so notwendigen Kampf gegen den in letzter Konsequenz mörderischen Rechtsextremismus im eigenen Land, wie sich am Beispiel haGalil zeigte. Und nun wird der ebenfalls erfolgreich arbeitenden Neonazi-Aussteigerhilfe „Exit“ http://de.wikipedia.org/wiki/Exit_Deutschland der Zuschuss gestrichen, was das Aus für Exit bedeutet.

    Hoffentlich greift der AJC Berlin auch das auf…

    *) Ist nun ja wohl klar, womit, auch, die gefüllt werden.

  5. Was sollen denn die Salafisten mit der Hisbollah zu tun haben? In Syrien bekämpfen sie sich, und die deutsche Regierung schwankt noch, ob sie mit Frankreich und Großbritannien gleichziehen, das Waffenembargo aufheben und genau jenen Leuten, deren Organisationen sie jetzt hier zu zerschlagen trachtet, in Syrien Waffen vom Feinsten zukommen lassen sollte. Entweder sind diese Regierungen nicht ganz bei Trost oder sie wissen nicht, was sie tun.

    Interessante Überlegungen zu dem, was in Syrien abläuft, hat im Dezember die Jerusalem Post (von Jonathan Spyer) gebracht, was wiederum einem Barry Rubin als Vorlage dient für seine Überlegungen: http://pjmedia.com/barryrubin/2012/12/18/proof-of-a-scandal-u-s-policy-is-making-syria-into-an-anti-western-antisemitic-islamist-state/

    Titel wie in der URL:

    „Proof of a Scandal: U.S. Policy is Making Syria into an Anti-Western, Antisemitic Islamist State“

    Lesenswert. Wäre ein eye-opener für Hollande & Co., aber wenn ihre Informanten und Berater ihnen sowas nicht vorlegen – woher sollten sie darauf kommen, und so brennen sie denn geradezu darauf, das Geschäft ihrer Waffenfabriken zu bedienen, damit, wie Frau Dr. Angela Merkels Aussage dazu interpretiert werden könnte, sie in Syrien als Blutstiller genutzt werden könnten. Ãœbrigens – Embargo hin oder her:

    Neue Zürcher Zeitung, 12.03.12 „Waffen aus Kroatien

    Ein Bericht der kroatischen Zeitung «Jutarnji list» hat das Geheimnis um die Waffenlieferungen teilweise gelüftet, die in den letzten Monaten an die syrischen Rebellen gingen. Laut den Recherchen der Zeitung wurden zwischen November und Februar Waffen aus kroatischen Beständen und aus anderen europäischen Ländern über eine Luftbrücke von Zagreb nach Amman gebracht. Mit 75 Flügen türkischer und jordanischer Transportmaschinen seien, schätzt die Zeitung, 3000 Tonnen Waffen und Munition nach Jordanien gebracht worden. Laut «Jutarnji list» haben die Amerikaner die Aktion organisiert, und die Saudi haben sie finanziert. Wie aus Videobildern hervorgeht, fanden Waffen aus der Lieferung auch den Weg in die Hände der Rebellengruppe, die letzte Woche eine Gruppe von Uno-Beobachtern im Golan festhielt. Kroatien hat Ende Februar angekündigt, dass es seine Beobachter von der syrisch-israelischen Waffenstillstandslinie zurückzieht.“ http://www.nzz.ch/aktuell/international/weiter-streit-in-der-syrischen-opposition-1.18044928

    Der letzte Satz könnte eine mehr als nur kluge Vorsichtsmaßnahme sein, nachdem das darüber Stehende nun bekannt ist. 3.000 Tonnen Waffen – wieviele Kämpfer lassen sich damit ausrüsten? „Und ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode“ (Shakespeare).

Kommentarfunktion ist geschlossen.