Rassisten und Moslemfeinde trafen sich zum Kongress

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Letztendlich blieb der jüdische „Koscherstempel“ aus, zwei Drittel der Redner entstammen einem rassistischen und/oder rechtsradikalen Spektrum, die Frage bleibt, was das übrige Drittel dort zu suchen hatte. Vom durch die Veranstalter beanspruchten „Laizismus“ waren die Inhalte meistens weit entfernt: katholische Fundamentalisten waren ebenso willkommen wie „Identitäts“-Rassisten…

Von Bernard Schmid, Paris

Es geht doch nichts über einen guten gemeinsamen Feind, um unter Leuten, die sonst mutmaßlich nicht sehr viel miteinander gemeinsam hätten, etwas „Verbindendes“ zu stiften. Oder was sonst hätten eine historische Feministin, einzelne Kabylen – also nordafrikanische Berber – und rechtsorientierte Juden, rechtsradikale Fußballhooligans mit Schals vom Pariser Club PSG und ein neofaschistischer Präsidentschaftskandidat miteinander gemeinsam? Ja, zum Glück gibt es einen gemeinsamen Feind.

Dessen Bestimmung führt zu unerwarteten Annäherungen. Die Feinddefinition ist klar. Sie lautet: Die Moslems sind es, diese Bösen, die uns überfremden, „besetzen“, überschwemmen, die Arbeitsplätze wegnehmen, an Kriminalität schuldig sind – und überhaupt. Wie der US-Gastredner Tom Trento von der anti-moslemischen Aktivistengruppe ,Florida Security Council’ kurz vor der Mittagspause durch den Saal donnerte: Die von ihnen ausgehende Bedrohung sei heute viel größer, sei „perfider und tödlicher“ als jene, die „in seinen besten Tagen von Adolf Hitler ausging“. Trento rief dazu auf, „diese Ratten, diese Ratten“, also die muslimischen ,bad guys’, „zu jagen, und zwar mit Videokameras, um sie im Internet für alle sichtbar darzustellen“.

Nicht jeden Tag sieht man die Obengenannten, vom Berber bis zum Neofaschisten, gemeinsam in einem Saal sitzen wie am vergangenen Samstag im 12. Stadtbezirk von Paris; die Fußballschläger dagegen stellten eher den (beeindruckenden) Ordnerdienst der Veranstaltung. Antirassistische und Menschenrechtsgruppen hatten im Vorfeld ein Verbot der Veranstaltung als Rassistentreffen verlangt, und der sozialdemokratische Pariser Oberbürgermeister Bertrand Delanoë hatte sich dieser Forderung sogar angeschlossen. Das Innenministerium und die Polizeipräfektur antworteten ihn hingegen, aufgrund des Prinzips der Meinungsfreiheit ziehe man kein Verbot in Betracht – wache aber durch anwesende Beamte genau über die Äußerungen, die fallen würden, um bei strafwürdigen Inhalten einschreiten zu können. (Oder um spätere Strafverfolgungen zu ermöglichen.)

Vorab hatte die – gewöhnlich äußerst gut unterrichtete – Webseite ,Droite(s) extrême(s)’, die für ,Le Monde’ über das gesamte Spektrum der extremen Rechten berichtet, das Publikum darüber informiert, dass auch Angehörige der ,Ligue de défense juive’ (LDJ, „Jüdische Verteidigungsliga“) am Ordnerdienst teilnehmen würden. Bei der LDJ handelt es sich um den französischen Ableger der rassistischen Kach-Bewegung des 1990 in New York getöteten Rabbi Kahane, die in Israel und in den USA aufgrund rechtsterroristischer Taten verboten ist. In Frankreich hingegen ist die Extremistenorganisation bislang erlaubt, und nimmt oft an Allem teil, was sich irgendwie gegen Araber und/oder Moslems richtet. Einer ihrer Chefs, Anthony Attal, wurde im November 2006 als Teilnehmer am „Präsidentschaftskonvent“ von Jean-Marie Le Pen gesichtet (wo im übrigen auch der schwarze französische Antisemit Dieudonné M’bala M’bala auftauchte). Wie oben zitierte Webseite jedoch kurz darauf präzisierte, erbrachte die LDJ ein schriftliches Dementi, was ihre Beteiligung an dem Kongress vom Samstag betrifft. Ob einzelne ihrer Mitglieder letztlich – eventuell in ihrem eigenen Namen – letztendlich dabei waren oder nicht, kann zur Stunde noch nicht beurteilt werden.

Die britische anti-muslimische Hooligantruppe English Defence League (EDL), deren Chef Tommy Robinson als einer der Hauptredner angekündigt worden war, erschien aufgrund von Terminschwierigkeiten letztendlich nicht. An seiner statt stellte allerdings Timo Vermeulen von der ähnlich gearteten, niederländischen Dutch Defence League (DDL) seinen Verein vor. Er beschrieb in apokalyptischen Farben die moslemische Präsenz in Holland. Zum Sittengemälde gehörte nicht zuletzt auch, das angeblich „einheimische holländische Frauen mit Drogen betäubt und zur Prostitution gezwungen werden“. Durch Immigranten, natürlich. In sein Horrorgemälde gemeindete Vermeulen auch Juden und Homosexuelle, die er als durch die moslemische Springflut bedroht darstellte, mit ein. Nicht alle Anwesenden dürften sich ihnen freilich auf das Innigste verbunden fühlen – denkt man beispielsweise nur an den Schriftsteller und samstäglichen Redner Renaud Camus, eines von dessen Büchern musste aufgrund explizit antisemitischer Passagen zurückgezogen werden (vgl. unten).

Schweine-Sandwichs vom freundlichen Faschisten

Rund 1.000 Personen aus halb Europa – zuzüglich Gastredner aus Russland und den USA – zog der „Kongress gegen die Islamisierung unserer Länder“ an, der den ganzen Tag über dauerte. Verpflegt wurden die Anwesenden, die dafür 15 Euro berappt hatten, mit Schweineschinken-Sandwichs und Rotwein von der rechtsradikalen Vereinigung Solidarité des Français (SDF). Diese Satellitenstruktur des Bloc identitaire, einer aktivistischen neofaschistischen Organisation, machte in den letzten Jahren durch ihre „Schweinesuppe“ – la soupe au cochon – von sich reden: Es handelt sich um eine vorgebliche Armenspeisung, die sie jeden Winter Pariser Obdachlosen anbietet, aber mit einem Speiseangebot, das sowohl Moslems auch aus Juden von vornherein ausschließt, jedenfalls sofern sie ihrer Religion nicht abgeschworen haben. Französische Gerichte haben diese „Provokation“ verschiedentlich verboten, und der Europäische Gerichtshof bestätigte im Juni 2009, es handele es sich um einen Akt bewusster und vorsätzlicher Diskriminierung. Nichtsdestotrotz ging das Treiben auch in diesem Jahr vor wenigen Wochen schon wieder los. SDF und der Bloc identitaire zählten zu den Hauptveranstaltern des Kongresses. Der Bloc identitaire selbst war mit seinem „Präsidentschaftskandidaten“, Arnaud Gouillon, und seinem Chef Fabrice Robert als Rednern vertreten.

Der Haupredner des Tages, Pierre Cassen von der Internetpublikation Riposte Laïque (ungefähr: Gegenschlag der Laizisten) – der sich selbst einen „aus der Linken kommenden Säkularisten“ nennt, aber explizit das Bündnis mit Rechtsextremen rechtfertigt und die alleinige Konzentration der Religionskritik auf den Islam betreibt – bedankte sich an jenem Samstag mehrfach beim Bloc identitaire. „Ohne sein Organisationsvermögen hätte diese Veranstaltung unmöglich zustande kommen können“, betonte er.

Auch nicht jeden Tag hört man eine frühere Webbegleiterin von Simone de Beauvoir die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen mit ihrem Vornamen ansprechen bzw. erwähnen, um ihr zu attestieren, ihre Sprüche hätten „nichts Schockierendes“. So hörte man es am Samstag aus dem Munde von Anne Zelensky, die sich auf die viel diskutierten Äußerungen der Tochter von Jean-Marie Le Pen vom 10. Dezember bezog.

Applaus für „Marine“ (Le Pen)

An jenem Abend hatte die mutmaßliche künftige Chefin des Front National (FN) einen Auftritt in Lyon vor rund 300 Anhängern ihrer Partei. Bei der Stadt am Zusammenfluss von Rhône und Saone handelt es sich um eine als „ultraradikal“ geltende Sektion des FN: In dieser Hochburg ihres Rivalen Bruno Gollnisch finden sich unter anderem Aktivisten der offen republikfeindlichen und antisemitischen Kleingruppe Oeuvre française, die die „Protokolle der Weisen von Zion“ verbreiten. Vor einem solchen Publikum, und um auch in die Anhängerschaft ihres Konkurrenzkandidaten einzubrechen, ließ Marine Le Pen sich nicht lumpen. Am Mikrophon schrieb sie jenen, die „dauernd vom Zweiten Weltkrieg“ und der Besatzung durch Nazideutschland reden wollten, ins Stammbuch, heute gebe es eine aktuelle Besatzung, um die sie sich stattdessen lieber einmal kümmern sollten. Und zwar jene Besatzung „von Teilen unseres Territoriums“, die von Muslimen ausgehe, die tatsächlich oder angeblich unter freiem Himmel auf den Straßen beteten.

Solches kommt an islamischen Feiertagen ausnahmsweise in einzelnen Straßenzügen im 18. Pariser Bezirk vor, weil – aufgrund der dortigen starken räumlichen Konzentration der Einwanderer auf engem Raum – die Moscheen des Stadtteils viel zu klein sind. Alle Einwandererfeinde in Frankreich haben in den letzten Monaten ihre Aufmerksamkeit auf diese Szenen gerichtet, die auf spezialisierten Webseiten akribisch dokumentiert werden. Auch dies sei eine Besatzung, „selbst wenn sie dieses Mal ohne Panzer und Soldaten auskommt“, stellte Marine Le Pen dank einer sehr speziellen Parallele zu den Jahren 1940 bis 1944 fest.

Marine Le Pen nahm an dem Kongress, der von konkurrierenden Kräften innerhalb des rassistischen Spektrums ausgerichtet worden war, selbst nicht teil. Der FN rief nicht explizit zu einer Teilnahme auf. Allerdings hatte der noch für wenige Wochen amtierende Alt-Parteichef Jean-Marie Le Pen sich bei einer Pressekonferenz am letzten Donnerstag positiv zu dessen Inhalten geäußert und erklärt, er finde diese Veranstaltung gut und sei ansonsten pluralistisch gesonnen: „Wir haben nie behauptet, dass wir die Einzigen seien, die vor den Bedrohungen warnen.“ Marine Le Pen wiederum erklärte bei einem Fernsehinterview am Sonntag, sie habe nur deswegen nicht kommen wollen, weil sie vollauf durch den innerparteilichen Wahlkampf im Ringen um den Parteivorsitz beschäftigt sei.

Helvetischer Asterix“ und die Panzerknacker

Sie fügte auf dem Sender LCI hinzu: „Oskar Freysinger hat eine bemerkenswerte Rede dort gehalten.“ Freysinger, Abgeordneter der Schweizerischen Volkspartei (SVP), war der wichtigste Stargast des Kongresses. Er ist es, der das eidgenössische Referendum vom November 2009 zum Minarett-Verbot und jenes vom November dieses Jahres – zur automatischen Abschiebung ausländischer Krimineller oder auch „Sozialleistungs-Missbraucher“ – maßgeblich initiiert hat. Gegen Mittag tauchte er mit einem stattlichen Trupp von Leibwächtern, die durch ihre Sonnenbrillen stark den Panzerknackern in Walt Disneys Comicstrips ähnelten, auf dem Kongress auf.

Oskar Freysinger selbst führte sich als „helvetischen Asterix“ in die Runde ein: Ringsum sei die Welt voll von Bedrohungen, aber seine kleine Nation widerstehe ihnen wacker. Er führte aus, „Islam und Kommunismus“ hätte beide miteinander gemeinsam, dass sie „kollektivistische Totalitarismen“ seien – in Wirklichkeit ist der Islam eine stark kaufmännisch geprägte und deswegen im Ausgang eher wirtschaftsliberale Religion -, und deswegen stünden die Linken in einer Front mit den Muslimen. In Wirklichkeit sei aber das Hauptproblem, dass die moslemischen Einwanderer in Europa auf eine „geistige und spirituelle Wüste“ träfen, weil „wir“ uns „unserer eigenen Identität“ nicht mehr sicher seien.

Fabrice Robert: Es geht um Blut & Boden, pardon: „fleischliche Identität“

Der Name der abwesenden Marine Le Pen wurde mehrfach mit Applaus bedacht, unter anderem anlässlich der Ausführungen von Anne Zelensky. Sie rechtfertigte die Allianz mit den Rechtsextremen (da „mein früheres Lager“ ihr vorwerfe, „mit den ,Identitaires’ anzubändeln“): Die Linke habe den Laizismus nach ihrem Geschmack verraten, und heute sei sie mitunter mit „der Rechte und zum Teil der extremen Rechte“ einverstanden. Denn diese habe erkannt, dass „nicht alle Kulturen (oder im Originalton: ,civilisations’) denselben Wert haben“, sondern die abendländische aufgrund der Stellung der Frau überlegen sei. – Neben Zelensky war noch eine zweite Vertreterin des Feminismus anwesend, Michèle Viales aus Lyon, die eine allgemeine Kritik an den Religionen und des „theokratischen Patriarchats“ im Namen der Aufklärungsideen vornahm. Daran war nichts Rassistisches erkennbar, und sie rechtfertige anders als Anne Z. auch nicht explizit das Bündnis mit offenen Rechtsradikalen; fraglich war nur, was sie inmitten einer Ansammlung rasender Rassisten eigentlich zu suchen hatte. Den Namen der Frauenvereinigung, in welcher sie tätig ist, durfte Michèle Viales allerdings nicht nennen, da ihre Organisation sich von dem Auftritt bei dem Kongress distanziert hatte.

Als einzige Rednerin wurde die historische Feministin Anne Zelensky gegen 17 Uhr durch eine Mehrheit des Publikums ausgepfiffen, als sie erwähnte, wie sie im Jahr 1970 am Kampf um die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen teilnahm. Und als einzige Rednerin wurde sie bei der Abschlussrede von Pierre Cassen mit kritischen Worten bedacht (die Sache mit der Abtreibung bilde doch offenkundig noch ein Problem). Nicht etwa der Chef des Bloc identitaire, Fabrice Robert, der in seinem Wortbeitrag mal eben Religionsfrage und Aufklärungsdenken – auf welch Letzteres Anne Z. sich ausdrücklich bezogen hatte – kurzerhand zur unwichtigen Nebensache erklärt hatte: „Die europäischen Völker sind laut einem Buch von Dominique Venner“, eines prominenten neofaschistischen Autors und Vordenkers der ,Nouvelle Droite’ („Neuen Rechten“ unter Alain de Benoist in den 1970er Jahren), „30.000 Jahre alt. Das Christentum hat nur zwei Jahrtausende, die Renaissance fünf Jahrhunderte und die Aufklärung 200 Jahre.“

In Wirklichkeit gehe es darum, „das zu verteidigen, was unsere Identität ausmacht“, und das sind für den Bloc identitaire – er schrieb es auch in zahllosen Texten nieder – , so wörtlich, „unsere fleischlichen Solidaritätsbande“ (nos solidarités charnelles). Nimmt man FabriCe Roberts Worte nur halbwegs ernst, dann ging es ihm dabei eben nicht um Laizismus, Aufklärung und nicht einmal um das Christentum, sondern schlichtweg um Blut & Boden.

Aber sei’s drum: Darauf kam es nicht, und die „laizistisch-republikanische“ Prominenz auf dem Podium wie Christine Tasin applaudierte dem Redner heftig (wie auch auf allen Aufnahmen zu sehen ist). Bei ihm ertönten keine Pfiffe, wie zuvor bei der – zweifellos politisch verwirrten und verkrachten – Altfeministin Anne Zelensky.

Weit, sehr weit vom Laizismus entfernt

Denn ganz so eng sehen viele der Anwesenden die Sache mit dem Laizismus nicht, der für einen Gutteil von ihnen vor allem einen bequemen Vorwand darstellen dürfte, um auf die Moslems im Besonderen und Einwanderer im Allgemeinen einzuprügeln. Als „Stargast“ war – vorab durchgesickerten Informationen von Le Monde zufolge – der Bürgermeister der Pariser Vorstadt Montfermeil vorgesehen, Xavier Lemoine. Nur ist dieser zwar ein fanatischer Kreuzzügler gegen den Islam und für das Abendland, aber wahrlich kein Verfechter des Laizismus. Ganz im Gegenteil. Der Rechtskatholik, der am Rande der konservativen Einheitspartei UMP steht, ist unter anderem Abtreibungsgegner und in gewissem Grade auch ein Nostalgiker des Vichy-Regimes. Jedenfalls ist Lemoine der politische Ziehsohn seines Amtsvorgängers und langjährigen Schirmherrn Pierre Bernard, der seinerseits im Juli 1996 an der Beerdigung von Paul Touvier, Chef der Miliz unter Vichy, in einer katholisch-fundamentalistischen Gemeinde teilnahm. Lemoine selbst hat es nicht derart doll getrieben, aber auch zu keinem Zeitpunkt mit seinem politischen Lehrherrn gebrochen.Auf den Plakaten offiziell angekündigt war unterdessen die Teilnahme von Christian Vanneste, konservativer Rechtsaußen-Abgeordneter aus der Nähe von Lille. Er ist der erste französische Promiente, der nach dem neuen Strafgesetz gegen Homophobie wegen schwulenfeindlicher Sprüche verurteilt worden ist, auch wenn das Urteil im vorigen Jahr durch den Obersten Gerichtshof aufgehoben wurde. Solche Figuren haben mit Laizismus schlichtweg nichts zu tun. Letztendlich erschienen aber weder Lemoine noch Vanneste zum Kongress. Die Parteiführung der UMP habe die Schraube angezogen und ihnen ein Erscheinen dort verboten, greinten die Veranstalter.

„Die Einwanderung, eine Belastung für uns (Schluchz – Hetz)“

Ansonsten ging es vor allem um die „Kosten der Einwanderung“, die der Unternehmensberater und Thatcherist Jean-Paul Gourevitch in Zahlenkolonnen vorstellte – angeblich kosten die Zuwanderer den Franzosen „38 Milliarden Euro“ pro Jahr, eine Zahl, die er freilich durch nichts rechtfertigte. Jacques Philarchein, „Gewerkschafter“ und in Wirklichkeit ein rechtsradikales U-Boot im Gewerkschaftsverband ,Force Ouvrière’ (FO) – er hält Vortrage in neofaschistischen Veranstaltungslokalen über „ein nationales Gewerkschaftswesen“, wie am 28. Oktober 2010 in einer rechtsradikalen Gaststätte im 15. Parier Bezirk  – hielt „der Linken“ vor, sie verrate „die wirklichen Armen“. Dies seien „die Einheimischen“, die einer Arbeit nachgingen, während die Zuwanderer „falsche Armen“ seien. Lebten sie doch durch Sozialleistungen und Kriminalität in Wirklichkeit ganz gut.

Applaus erhielt auch der Schriftsteller Renaud Camus; eines seiner Bücher musste im April 2000 durch den Verleger Fayard aufgrund antisemitischer Passagen zurückgezogen werden. Am Samstag führte Camus aus, die Präsenz von Zuwanderer in Frankreich sei Teil eines „großen Plans zum Bevölkerungsaustausch“ durch die Herrschenden. Hätten diese sich doch die – seinerzeit sarkastische – Aufforderung Bertold Brechts, sie mögen sich doch „ein neues Volk wählen“, zu Herzen genommen. Im Übrigen habe man es bei Straftätern migrantischer Herkunft „nicht mit Ganoven zu tun, sondern mit Soldaten“. Sei doch die „unerträgliche Unsicherheit“ Teil einer Kriegsführung, die auf Vertreibung der weißen „Eingeborenen“ abziele.

Nebenthema: Nationalismus versus Europäische Union

Ein zweites Thema, neben den Obsessionen bezüglich Einwanderung und Muslimen, beschäftigte viele Redner unterdessen auch: Die Unterdrückung der europäischen Nation durch die Union in Brüssel und die Einheitswährung Euro. Die Existenz des Euro wurde der Europäischen Union am Samstag neben ihren Rahmen-Richtlinien für ein Anti-Rassismus-Strafrecht in ihren Mitgliedsländern vorgeworfen.

Pierre Cassen und Christine Tasin von ‚Riposte Laïque’, respektive ihrer Vorfeldorganisation ,Résistance Républicaine’ (welcher u.a. auch der rechtsradikale Pseudo-Gewerkschafter Jacques Philarcheïn als Regionalverantwortlicher angehört), deren politischer Standort ungefähr als autoritärer National-Republikanismus charakterisiert werden kann, sprachen sich für eine rasche Rückkehr zum französischen Franc aus. Aber auch der dänische Redner Anders Gravers von der Vereinigung ,Stop the islamisation of Europe’ beschrieb die supranationale Europäische Union als eine der Hauptbedrohungen.

Tasin erklärte, sie sei „Republikanerin und Legalistin“, doch falls im Wahljahr 2012 kein grundlegender Wandel vollzogen werde, dann drohe eine Revolution  – ihrer Auffassung nach braucht es in dem Falle eine solche, aber von rechts. „Das französische Volk könnte dann auf die Straße gehen, um sich die Macht zurückzuholen.“

Islamhass soll Kräfte bündeln:
Rechtsradikalen-Häuptlinge aus halb Europa in Israel

Soll man Juden mehr hassen als Araber respektive Muslime? Oder lieber umgekehrt? Ungefähr so laufen Theoriedebatten auf der extremen Rechten ab. Durch die Reise von Prominenten dieses politischen Lagers[01] – unter ihnen die Leithammel der FPÖ aus Österreich[02] und des Vlaams Belang (VB, früher Vlaams Blok) aus dem flämischen Norden Belgiens – nach Israel seit dem vorgestrigen Montag wurde neues Öl ins Feuer des mitunter hitzig ausgetragenen Streits gegossen…

„Anti-Islam-Konferenz“ in Paris:
Ralph Giordano sagt Beteiligung ab

Der jüdische Schoah-Überlebende fühlt sich hintergangen: „Ich wurde auf eine falsche Fährt gelockt“…

Post scriptum:
Noch eine interessante Figur beim Kongress – Jean Robin, ebenso Rassist wie Antisemit
 
Noch eine andere Figur des Kongresses hätten wir beinahe ausgelassen. Es handelt sich um Jean Robin, der auf dem Anti-Islam-Kongress u.a. die russische Romanschriftstellerin Elene Tchoudinova (Autorin von „Die Moschee von Notre-Dame 2048“) übersetzte. Robin ist ansonsten auch Autor bei der Internetpublikation Riposte Laïque, wo er u.a. mehrere Artikel zu Themen wie dem „antiweiben Rassismus“ (etwa seinen Beitrag „Die Presse und die Bleichgesichter“) sowie dem „kolonialen Schuldkomplex“ absonderte.
 
Robin ist aber auch der Autor von Büchern über die „Judéomanie“ (2006 und 2008), ein Wort, das er erfunden hat und ungefähr – zugegeben sehr vergröbert übersetzt – „Judenwahn“ oder „Juden-Rummel“ bedeutet. Darin vertritt er die Grundthese, den Juden würden zu viel Aufmerksamkeit und zu viele Minderheitenrechte gewidmet. (Vgl. http://www.communautarisme.net/Jean-Robin-La-judeomanie-a-cree-une-distinction-entre-les-citoyens-francais_a808.html ) In einem Interview im Jahr 2008 für eine Webseite seines Verlegers, des Nationalrevolutionärs Philippe Randa, erklärte er zudem, die „Judéomanie“ sei nur die Blaupause für andere „Minderheiten-Rummel“. Robin dabei wörtlich: „Die Judéomanie führt zur Islamomanie, zur Negromanie, zur Homomanie usw., kurz, zum Kommunutarismus.“ Was ihn offenkundig störte, war, dass Leute, die nicht dem „Normalmenschen“ wie ihm selbst entsprechen, irgendwelche „Sonderrechte“ beanspruchen könnten…
 
Heute hat er sich allem Anschein nach stärker darauf verlegt, auf die Moslems einzuprügeln. Aber das Strickmuster bleibt identisch.

19 Kommentare

  1. Ein schöner Beitrag von Bernard Schmid,
     
    Gott sei Dank besteht die Welt nicht nur aus demagogischen Agitatoren, sondern auch aus Leuten, die dieser Kakaphonie aus geschürter Fremdenfeindlichkeit Paroli bieten.
     
    Was  sich doch wie ein roter Faden durch alle Diskusionen hier zieht, ist die Einsicht, dass es in einer komplexen Welt, mit Milliarden von Menschen, eben alles mögliche gibt und zwar wechselweise im Namen sämtlicher Religionen, Nationen oder was auch immer – und wer auf Konflikt, Krieg und Gewalt aus ist, wird in diesem Reservoir immer Argumente finden, um sich sein Feindbild zusammenzubasten – unter Ausschluss, des ganzen Rests der Realität – der vor allem dann stört, wenn er dem Feindbild nicht entspricht und dann gehörig bekämpft wird. Nach dieser Methode, kann man wahrscheinlich jede Gemeinschaft, jedes Volk, jede Religion der Erde verbrämen, denn es werden sich immer Vertreter finden, die  hierfür Material liefern.
     
    Ich halte hier nun schon lange den Palästinensern die Stange und für mich ist die Sache erst erledigt, wenn sie ihren eigenen Staat haben und nicht in einer Militärdiktatur leben, die einer unserer engsten Verbündeten ist und dies dann absurderweise immer noch angeblich im Namen der Demokratie tut (womit ja auch schon andere Kreuzzüge gerechtfertigt wurden)
     
    So ist es denn wohl für den wohlwollenden Menschen, für den der Wunsch, dass alle Menschen in Frieden leben dürfen können, ein zwingendes grundsätzlich zu differenzieren.
     
    Was ich kritisieren ist die israelische Politik, nicht ‚die Juden‘ und wenn man von ‚den Juden‘, ‚den Deutschen ‚,  ‚der Kirche‘, ‚den Muslimen‘
    oder ‚den Palästinenser‘ redet und dies mit einer feindseligen Agitation verknüpft, dann steckt dahinter immer ein rassistischer Impuls, der hinter dem emsig aufgebauten Feindbild, seine eigenen aggressiven Reflexe verbirgt, nicht besser, als der angebliche Feind, den man ausgemacht haben will.
     
    Bzgl. Israel ist es übrigens oft genau umgekehrt, nicht wenige haben aus dem Reflex, sich in der Nachkriegsgeschichte gut zu stellen, eine Haltung gewonnen, die systematisch alles gut heißt, was Israel macht – das findet man bei Juden oder Nicht-Juden, wie Herrn Schlickewitz vor.
     
    Das wäre harmlos, wäre der Schatten, dieser positiven Verbrämung nicht so gewaltig (gewaltsame Unterdrückung und Entrechtung von Millionen von Menschen seit nunmehr über 40 Jahren). Niemand zwingt die Israelis ihr Land widerrechtlich zu vergrößern – und das tun sie nunmal – ohne Unterlass. Und von westlicher Seite, wird diese Politik auch noch gestützt, obwohl sie eindeutig ihrer Rechtsordnung und auch ihren Grundwerten widerspricht – letztendlich nicht zu letzt aus einem Vorurteil – einem wohlwollenden Vorurteil heraus und dessen Schatten sind die kontinuierliche Verletzung der Menschenrechte der Palästinenser.
     
    Wenn es einem also ernst ist, mit humanistischen, meinetwegen christlichen Werten, mit den Menschenrechten mit den Lehren aus dem Holocaust, dann kann man das doch nicht ignorieren. Ich finde das nicht sehr glaubwürdig, genauso wenig, wie man Menschen auf Grund ihrer Religion, ihrer Rasse, ihrer Hautfarbe oder ihres Geschlechts verunglimpfen darf. Aus diesem Grund gab es auch schon Holocaustüberlebende, die in Yad Vashem vorstellig wurden, weil sie wollten, dass die Namen ihrer Verwanden wieder getilgt werden, weil sie sich des Eindrucks einer negativen politischen Instrumentalisierung nicht entziehen können.
     
    Man darf das einfach nicht, diese Verallgemeinerungen. Es ist immer der Auftakt zu größerem Übel.
     
    Man darf aber auch nicht, aus Einsicht in diese Notwendigkeit, angebrachte Kritik an Politik und an real existierenden Zuständen unterdrücken – man muss differenzieren und insofern man das tut – ist Kritik – auch harte Kritik, soweit begründet, eben auch vonnöten.
     
    Ich habe jedenfalls keinen Zweifel, dass die Umstände mitunter wenig menschlich sind – und wenn man Frieden will, dann soll man sich doch für mehr Gerechtigkeit in der Welt einsetzen und das ganz zwingend – gleichermaßen für jederman.

  2. Herr Schlickewitz,
     
    natürlich habe ich all das nicht gelesen; es wäre purer Zufall, wenn in der unendlichen Flut der Veröffentlichungen jeder hier alles gelesen hätte, was ein anderer gelesen hätte. Es gibt aber absolut keinen Grund nicht eine Meinung zu äußern, zu einem Thema, welches uns ja seit Kindesbeinen in der ein oder anderen Form begleitet und insofern man nicht ganz unbegildet ist, ist einem völlig klar, dass die Katholische Kirche einen langen Schatten zieht. Dass die Kirche viele Verbrechen begangen hat, das habe ich gar nicht vor zu bestreiten.
     
    Ich habe daran keinen Zweifel. Autoren wie Goldhagen spreche ich jedoch die angemessene Seriösität ab. Die Debatte um ihn hat seine reichlich tendenziöse Geschichtsschreibung durchaus vor Augen geführt.
     
    Ich kann mir freilich ein eigenes Urteil erlauben und weiß, dass die Kirche als älteste Institution der Welt eben sehr, sehr viele Menschen beherbergt, die den Glauben letztendlich doch ganz unterschiedlich auffassen und leben.
     
    Hierfür brauche ich keine Bücher. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Genauso, wie es den heuchlerischen Machtmissbrauch, bis hin zur Kriminalität und ihrer Duldung in dieser alten und einflussreichen Institution gibt, genauso gibt es in ihr Menschen die vom christlichen Gedanken beseelt ein wahrer Segen für diese Welt sind.
     
    Ich kann Ihnen ein kleines Beispiel geben. Dieser absurde Vorwurf ‚Die Juden haben Jesus getötet‘ – ist eine populistische Demagogie, ein Missbrauch der Religion, den man zuweilen auch bei Amtsträgern finden mag, aber wieweit dies zutrifft, darüber habe ich mich nicht eingehend informiert. Aber inwieweit dies irgend eine offizielle Kirchendoktrin gewesen sein soll, können bestimmt Sie mir weiterhelfen.
     
    Wer aber so redet, der hat den urchristlichen Gedanken gar nicht verstanden. Ganz gleich, wer nun in welchem Maße dafür verantwortlich war, dass Jesus gekreuzigt wurde, die Betreffenden, vermutlich Römer und einie Juden, sind vor knapp 2000 Jahren gestorben und Jesus selbst bat um Ihre Vergebung. So weit die Ãœberlieferung. Da gibt es also nichts zu rächen – auch nicht aus christlicher Perspektive. Rache selbst widerspricht dem Christentum. Kollektive Rache ist einfach ein Verbrechen, ganz gleich von wem an wem begangen und wenn Christen sich so verhielten, suchten sie halt ein Hintertürchen, um dem inneren Schweinehund eine rechtfertigende Fassade zu geben. Sowas finden Sie überall. Der Islamismus ist ein Beispiel dafür und z.Bsp. Muslime beklagen das nicht weniger, als manche Agitatoren hier. Auch im Judentum finden Sie dieser Tage reichlich Beispiele für eine religiöse Verbrämung von Rassismus und Kriegstreiberei.
     
    Wer also allen ernstens Äonen später durch die Gegend rennt und meint, man müsse die Juden diskriminieren oder mehr – weil ’sie Jesus getötet hätten‘ – kann das gar nicht im Namen des christlichen Gedankens tun. So jemand hat das Christentum im Kern nicht verstanden. Aber das ist freilich keine Seltenheit, auch wenn man Christ ist, mitunter nicht mal wenn man ein Würdenträger ist.
     
    Es tut meiner Ansicht auch keinen Abbruch, dass es viele Veröffentlichungen über die finstere Seite des Katholizismus under Kirche gibt. Ich habe keine Zweifel, dass sie reichlich Material liefert und ich bin absolut nicht jemand, der ein Interesse hätte das in Abrede zu stellen.
     
    Nichtsdestotrotz hat der christliche Gedanke auch einen stark zivilisierenden Einfluss und ich bin mir nicht sicher, ob wir mit oder ohne ihn besser dran wären.
     
    Letztendlich kann sich die Kirche selbst diesem zivilisierenden Einfluss selbst nicht entziehen. So seht sie mittlerweile ziemlich ramponiert, aber auch ein Stück weit geläutert da.
     
    Was Sie ignorieren, ist die grenzenlose Güte, die der christliche Impuls in manchen ihrer Anhänger, ob nun Laien oder Würdenträger, bewirkt – und so kann man neben die Verbrechen der Kirche mit gutem Grund den Segen mancher ihrer Anhänger stellen, der sich auch beständig durch die Geschichte zieht.
     
    Einige Beispiele habe ich schon vorgetragen. Es waren mehr als alles andere Katholiken, die Juden versteckten und ihr eigenes Leben riskierten. Die Mitglieder der weißen Rose begründeten den Widerstand gegen die Nazis mit ihrem Christentum. In Frankreich wurden jüdische Kinder vor allen Dingen in Klöstern versteckt und das war eine sehr riskante Sache, denn die Rache des Besatzers traf diese genauso wie jeden anderen auch. Es war bei Tode verboten Juden zu verstecken.
     
    Die Art und Weise, wie man versucht Nationalsozialismus und Kirche auf einen Nenner zu bringen, wird der Sache in keiner Weise gerecht, auch wenn es natürlich nicht zu leugnen ist, dass es Würdenträger gab, die sich den Nazis andienten.
     
    Das gilt genauso für den viel gescholtenen Papst Pius XII der bei umfassender Betrachtung ganz und gar nicht so antisemtisch da steht, wie ihn die zelotische Agitatoren gerne hätten.

    http://www.welt.de/kultur/article3080040/Der-junge-Pacelli-rettete-Juden-vor-den-Tuerken.html
    http://wissen.de.msn.com/bilder.aspx?cp-documentid=155142694&page=2
    http://www.haaretz.com/jewish-world/pope-benedict-nazi-era-pope-saved-more-jews-than-anyone-else-1.325928
     
    Tatsache ist und bleibt, dass ihre Ablehnung der Kirche genauso konsequent ist, wie es die Ablehnung der Kirche durch Adolf Hitler war. Nicht zu letzt, war das natürlich nicht wenigen Würdenträgern bis zum Papst sehr bewusst und daher ist es nicht verwunderlich, dass auf politischem Parkett Diplomatie mit stiller Gegenwehr einherging.
     
    Zu gut belegt sind die kirchenfeindlichen Äußerungen und Aktionen der National-Sozialisten.
     
    In Dachau gab es übrigens einen eigenen Priesterblock, wo knapp 3000 christliche Priester inerniert waren. 1000 von Ihnen überlebten das Konzentrationslager nicht.
     
    Im Oldenburger Land, gab es einen der wenigen offenen Widerstandsaktion gegen die NationalSozialisten, als diese die Kreuze in den Schulklassen verbieten wollten.
     
    Wären die National-Sozialisten länger an der Macht gewesen, dann hätte Hitler das getan, was er selbst in diesem Tischgespräch offenbarte, er hätte den christlichen Glauben über kurz oder lang in Deutschland ausgemerzt.
     
    Dieses Ansinnen ist eben auch eine Tatsache, und das von mir eingestellte Hitlerzitat, lässt wohl an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.

  3. @ Sonia

    Ach ja? Ich lebe zufällig auch in Frankreich, gute Frau, und kenne daher das Leben hier ziemlich genau. Auch in den Banlieues. Ich wohnte lange Zeit in einer mehrheitlich jüdisch geprägten Strasse, und jetzt in einer gemischt moslemisch-christlich-atheistischen Strasse. Von der Apokalypse, die Sie schildern, keine Spur; Probleme ja, die gibt es (und gab es sehr viel massiver in den Jahren 2000 bis 2004, als das Zusammenleben um einiges angespannter war als jetzt), aber nicht diese angebliche Apokalypse. – Ach, übrigens, und JA: islamistische Demonstrationen habe ich auch schon gesehen, in der Regel gehe ich da nämlich hin und berichte in Form von Artikeln darüber. Nicht in freundlichem Tonfall. Eher hässlich ist das oft, aber auch eine kleine Minderheit.

    Was Sie tun, ist bewusst und systematisch die Ergebnisse sozialer Desintegration mit „den Moslems“ zu vermischen. Es gibt sozial abgehängte Zonen, in denen die Kriminalität gedeiht. Das hängt vor allem damit zusammen, dass man in Frankreich seit Jahrzehnten alle Armen und alle Gruppen mit sozialen Problemen auf platzmässig engem Raum konzentriert, und in Hochhausblöcke oder Plattenbausiedlungen abdrängt. Darunter auch viele Einwanderer – nicht ausschliesslich Einwanderer, es sind auch „Altfranzosen“ darunter, aber die Einwanderer finden sich nun einmal zahlenmässig stärker unter den Armen als unter den Reichen.

    Wenn dann noch Arbeitslosigkeit, Elend und ein Gefühl das „Abgehängtseins“ anwachsen, dann wird das Ganze relativ explosiv. Das wäre genauso, wenn dort nur Christen oder nur Atheisten wohnen würden. Aus historischen Gründen (Frankreichs Einwanderer kommen nun einmal vor allem aus früheren Kolonien des Landes, in erster Linie Maghreb und Westafrika) sind es aber nun einmal vor allem Menschen aus mehrheitlich moslemischen Ländern, die einwanderten. Wobei „der“ Islam im Senegal überhaupt nichts mit dem in Saudi-Arabien oder in Pakistan gemeinsam hat.

    Grotesk wird es, wenn Sie über „die jungen Leute“ (hihi) der LDJ schreiben: „Plus poli“ (deutsch: „höflicher“) gehe es kaum. Echt höflich, die Jungs. Die haben nur zum Beispiel am 7. April 2002 in Paris einen Polizisten und einen spanischen Kameramann abgestochen. Andere Anhänger von denen haben im Januar 2007 in Paris im Marais-Viertel zwei Mitarbeiter der städtischen Müllabfuhr, einen senegalesischen und einen mauretanischen Müllwagenfahrer, erst rassistisch angepöbelt und dann geschlagen (der Prozess findet demnächst statt). Und in Israel und in den USA sind die jeweiligen Ableger derselben Organisation – der rassistischen Kach-Bewegung – verboten. Beispielsweise deswegen, weil ihr Anhänger Baruch Goldstein 1994 ein dreissigfacher Mörder geworden ist. Wirklich, echt „höflich“, die Jungs.
     

  4.  Bonjour , in vielem bin ich einer Meinung mit dem Artikel . aber er zeigt auch deutlich , das Sie vom Leben in Frankreich und unser Probleme nicht wirklich viel wissen .
    Zum Beispiel die Moslems und ihre Gebete auf offener Strasse . Waren sie schon mal vor Ort ?? Das findet jede Woche statt , und nicht etwa wie Sie schreiben zu Feiertagen und nur ausnahmsweise . Nein jede Woche . Die ganze Strasse ist gesperrt , von den “ Freundlichkeiten “ ganz zu schweigen . Nicht wie sie schreiben , das die Moscheen zu klein sind – eine sehr grosse ist fast leer  , sondern weil das pure provocation ist . Das nicht nur in Paris , sondern an vielen Orten .
    Ganze Wohnbezirke sind ein Niemandsland , wo Polizisten , Feurwehr und Ärzte ständig Angriffen ausgesetzt sind . Zu Fuss diese Gegenden zu betreten , würde ich nicht mal Ihnen empfehlen . Mit dem Auto , sofort als nicht “befugter” indentifiert , alors mit ein bischen Glück ohne Steine zu durchqueren . Ganz klar sagt man – das hier ist bei uns , da habt ihr nichts verloren .
    Waren sie in Paris , Marseille oder anderswo , wenn diese grüne Horde aufzieht , mit Schreien – Mort den Juden – Israel faschist etc ? Haben Sie ein einziges Mal gesehen , wenn eine jüdische Gemeinde sich zu einer Feier trifft ? Ein super Aufgebot an CRS um die Leute zu schützen , die gekommen sind um zu feiern . die sich ihren Weg bahnen müssen unter einem Meer palestiner Fahnen und Rufen – Israel assasin , mort a Israel etc etc .
    Kennen Sie die jungen Leute des LDJ ? Plus polie finden Sie kaum . Glücklicherweise sind sie immer da , wenn für die Sicherheit gesorgt sein muss . Das der eine oder andere mal über die Stränge gehauen hat , mag schon sein , aber wie sollte man nach Ihrer Meinung reagieren , wenn ein Junge mit Kippa sofort umzingelt und bedrängt wird , wenn er das malheur hat etwas abseits aufzuhalten ?
    Dultet Deutschland das ihre Hymne ausgepfiffen wird bei einem Fussballspiel ? Das die Fahnen verbrannt , zerbrochen oder schlimmer zum Hintern abwischen genutzt werden ?
    Das sind nur einige Beispiele von vielen .
    Meine grosse Sorge ist dennoch das eine M. Le Pen bei den nächsten Wahlen zu viele Stimmen bekommt , denn der Ärger , die Unsicherheit usw sind so gross , keine andere Partei da die etwas ändern würde .
    Frankreich hat sich sehr verändert und nicht zum guten , wenn das so weitergeht , dann glaube ich das viele jûdische Bürger das Land verlassen werden .

  5. @Jane, Ihr ganz persönlicher Fehler ist es, zu wenig gelesen zu haben („Herzel“), jedoch mit dem unstillbaren Bedürfnis behaftet zu sein, zu allem und jedem seine Meinung zu äußern.
     
    Geben Sie zu, dass Sie nicht nur das Buch von Flannery nicht gelesen haben, sondern auch nicht einmal den Aufsatz von Döllinger, den ich auf haGalil kommentiert wiederveröffentlicht habe, dass Sie ferner weder ein Buch von Karlheinz Deschner, noch „Die katholische Kirche und der Holocaust“ von Daniel Jonah Goldhagen je ihrer Aufmerksamkeit für würdig befunden haben.
     
    Lesen Sie sich erst ordentlich ein, über die Kriminalgeschichte des Katholizismus‘, dann können wir uns gerne weiterunterhalten. Diskussionen mit Ihnen zu einem früheren Zeitpunkt sehe ich als fruchtlos an; bitte haben Sie Verständnis.
     
     
    Lesekost für unsere Mitbürger und Mitbürgerinnen christlichen Glaubens, die mitreden wollen:
    http://www.deschner.info/index.htm?/de/werk/05/kurzbeschreibung.htm
    http://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/rezensionen/literatur/1813-die-katholische-kirche-und-der-holocaust-von-daniel-jonah-goldhagen.html
    http://www.judenundbayern.de/05Juden-Katholiken.html
    http://test.hagalil.com/2009/05/06/doellinger/
    http://test.hagalil.com/98/08/polen.htm
    http://www.perlentaucher.de/buch/4343.html
    http://www.israel-information.net/glossar/antijudaismus-nzz.htm
    http://www.suite101.de/content/die-paepste-gegen-die-juden-a72132
    http://books.google.de/books?id=J40gNC7cxfYC&printsec=frontcover&dq=the+anguish+of+the+jews&source=bl&ots=mPjVmjyTOT&sig=ZKK05C4K2W17AnIGBhaI7b3WJKg&hl=de&ei=VHcQTcibGsHd4gas6LmGAg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2&ved=0CCcQ6AEwAQ#v=onepage&q&f=false

  6. “Es so auszudrücken, ist fahrlässig und zeugt davon, dass man eben die Leidensgeschichte von Juden und Sinti doch nicht ernst genug nimmt, dass man von der Warte des Christen, oder des von Christen bezahlten Gelehrten aus urteilt und 2000 Jahre Unheilsgeschichte des Katholizismus so gut wie ausblendet.“
     
    Herr Schlickewitz
     
    Ihr Tunnelblick auf die Kirche und die angeblich, logische Nähe zum NationalSozialismus ist nicht wirklich stichhaltig. Tatsache ist, dass die Nationalsozialisten antraten die Kirche abzuschaffen, auch wenn 12 Jahre für die Ausrottung des Glaubens, der über 1000 Jahre hier beheimatet ist, so nicht reichte.
     
    Tatsächlich lehnte Hitler die Kirche samt und sonders, die katholische, wie die evangelische, ja das Christentum schlechthin total ab.
     
    Welche Ansichten gab Hitler über die Kirche in kleinem Kreis preis, eines von vielen Zitaten, jenseits der taktisch politischen Reden:

    “..Ich bin Katholik. Das hat die Vorsehung schon so eingerichtet. Nur ein Katholik kennt die schwachen Punkte der Kirche. Ich weiß, wie man den Brüdern zu Leibe gehen muß. [. . .] Die katholische Kirche ist schon was Großes. Herr, Gott, ihr Leut’, das ist eine Institution und es ist schon was, an die zweitausend Jahre auszudauern. Ich garantiere,  wenn ich will, könnte ich die Kirche in wenigen Jahren vernichten. So hohl ist das alles und so durch und durch brüchig und verlogen das ganze Glaubensgetue. Jetzt sind wir die Erben. Wir sind auch eine Kirche. Der ihre Zeit ist abgetan…

    ..Unsere Bauern haben ihren eigentlichen Glauben nicht vergessen. Er lebt noch. Er ist nur überdeckt. Die christliche Mythologie hat sich nur wie ein Talglicht darüber gelegt. Aber vom Bauerntum her werden wir das Christentum wirklich zerstören können, weil dahinter die Kraft eines echten Glaubens steckt, der in der Natur und im Blut wurzelt. Von ihm aus werden wir auch die großstädtischen Massen einmal missionieren können. Aber das hat noch eine gute Weile…“
     
    Rauschning in seinem Buch „Gespräche mit Hitler“ in französischer (1939) und 1940 in deutscher Sprache veröffentlicht. Die von Rauschning notierten Aussagen und Ideen Hitlers wurden durch die nachfolgenden Ereignisse vollauf bestätigt.

  7. Laut einer von der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh veröffentlichten Studie gibt es zwischen Bürgern mit oder ohne Migrationshintergrund „mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes“.

    ..Die Karriereorientierung ist bei Migranten eher stärker ausgeprägt, große Ãœbereinstimmung gibt es zum Beispiel beim Mutterbild…

    ……Beim Mutterbild gibt es kaum Unterschiede. Die Vorstellung einer dauerhaft nichtberufstätigen Mutter, die ihre Kinder zu Hause erzieht, lehnen insgesamt sieben von zehn Befragten ab. Die Ablehnung ist sogar unter Menschen mit ausländischen Wurzeln (74 Prozent) größer als unter Bürgern ohne Migrationshintergrund (70 Prozent). Entgegen gängiger Klischees erteilen auch 70 Prozent der Bürger aus muslimisch geprägten Ländern diesem Mutterbild eine klare Absage.“

    http://de.news.yahoo.com/2/20101222/tts-migranten-laut-studie-besser-integri-c1b2fc3.html

  8. Post scriptum:
    A propos, Herr Hilout (und danach hat sich die Sache für mich aber auch erledigt), fragen Sie sich vielleicht einmal, welchen Platz Sie – als Kind marokkanischer Eltern, falls man Ihnen glauben darf – hätten, falls Fabrice Robert und seine Kumpanen sich je durchsetzen sollten.
    Haben Sie die, am Samstag schon im Eingangsbereich ausliegenden, Broschüren des Bloc identitaire etwa nicht gelesen, wo von „fleischlichen Solidaritäten“ (solidarités charnelles) die Rede ist, und von „Identitäten“, die sich unschwer als Synonym für – nun ja – ,Rasse‘ dechiffrieren lassen? Oder haben Sie Fabrice Robert (Chef des Bloc identitaire, früher Unité Radicale und Stadtverordneter des Front National in Nizza) etwa nicht zugehört, als er erklärte, was wichtig und was unwichtig ist? „Unsere Unterschiede“ (die zwischen den im Saal sitzenden politischen Strömungen) „sind nur Facetten. Worauf es ankommt, ist unsere TIEFE Identität, das, was uns selbst ausmacht. Die europäischen Völker sind 30.000 Jahre alt, das Christentum 2.000, die Aufklärung nur 200.“ Auf die ,Rasse‘, darauf kommt es diesem werten Herrn an, auf Nichts Anderes…

  9. @ Pascal Hilout
    Hihi, jetzt bin ich aber beeindruckt. „Welch eine Frechheit, ich bin der wichtigste Mensch auf Erden, und Sie haben mich überhaupt nicht erwähnt!“ Da findet sich aber jemand wirklich ungeheuer wichtig…
    Mensch, Herr Hilout, da waren insgesamt 24 Redner (in der Regel einer schlimmer als der andere), die ich mir sämtlich (!) angetan habe – und hinterher bezahlt mir niemand Schmerzensgeld dafür… Nun, ich habe die wichtigsten oder inhaltlich herausragendsten – negativ herausragendesten, nous sommes d’accord – dieser Reden analysiert. Es ist nicht unbedingt des Chronisten Pflicht, jeden einzelnen dieser Beiträge akribisch aufzulisten, sonst wird die Leserin auch irgendwann müde. Inhaltliche Analyse ist wichtiger als langweiliges Auflisten. Und auf diese inhaltliche Analyse gehen Sie übrigens mit keinem Wort ein. Was sagen Sie denn nun, inhaltlich, beispielsweise so über die Rede Ihres – pardon, pardon – Nazifreunds Fabrice Robert ?! Und zu dem Faktum, dass Pierre Cassen anerkannt hat, dass das Zustandekommen dieser Veranstaltung im Wesentlichen auf den „organisatorischen Qualitäten“ des Bloc identitaire, einer blut & boden-faschistischen Gruppierung, beruht hat?
    Seien Sie beruhigt, Herr Hilout, ich habe Sie durchaus gesehen. Sie waren der erste Redner, um kurz vor 10 Uhr am vergangenen Samstag, nach einem fünfminutigen Videofilm (Hetzfilm, wenn Sie so möchten). Auch stand ich Ihnen in der Mittagspause unmittelbar gegenüber. Ihren Redebeitrag habe ich durchaus mitbekommen, auch wenn ich ihn jetzt nicht un-be-dingt als den wichtigsten Beitrag auf dem Planeten und aller Zeiten betrachten musste.
    Nur, wie soll ich es Ihnen sagen? Mein Eindruck war folgender: Da sitzt ein total armes Würstchen, ein Individuum, das von Komplexen zerfressen ist und unbedingt meint, ganz gross rauskommen zu müssen. Genauer, einer, der glaubt, seine Identitätsprobleme in alle Welt hinausschreien zu müssen. Wie man ja auch ganz gut an Ihrer Selbstdarstellung erkennen kann. Also, ich meine: Dass jemand, dem man in seiner Kindheit einen Vornamen gegeben hat, den er nicht mehr tragen möchte (beispielsweise Mohamed) einen anderen Vornamen annimmt (beispielsweise Pascal) und diesen dann trägt – das ist ja völlig in Ordnung und jedes Menschen gutes Recht. Dass jemand, der aufgrund familiärer Herkunft als Moslem verbucht wurde, im Erwachsenenalter kein Moslem mehr sein möchte (und dies durch seine Vornamens-Änderung begleitet): völlig gebongt, warum nicht?, es herrscht Glaubensfreiheit in diesem Land. Aber WARUM, um alles in der Welt, muss dieser Jemand dann jedes mal, wenn er seinen nunmehrigen neuen Namen ins Internet hinaus schreibt, jedes mal den alten Namen (den er doch nicht mehr tragen möchte?!) demonstrativ hinzu setzen? Wie beispielsweise: „Pascal, geboren Mohamed“… Also, ich meine: Sie möchten nicht mehr Mohamed heissen, gut, in Ordnung, aber dann lassen Sie es auch darauf beruhen und lassen Sie den Mohamed in Zukunft einfach stecken…
    Mensch, Herr Hilout, gehen Sie doch einfach mal konsultieren! Ich glaube, für manchen Psychologen oder Psychiater wären Sie ein hochinteressanter Fall. Vielleicht stossen Sie dann auf die Ihnen gebührende, riesige Aufmerksamkeit, die Sie offenkundig suchen.
    Ansonsten, belästigen Sie vielleicht nicht die halbe Welt mit Ihren Komplexen und Obsessionen… Ein Typ, der gestern noch auftrat, um „den neuen Islam“ zu repräsentieren (vgl. http://www.nouvel-islam.org/spip.php?auteur7 ), und heute unter einem Haufen Rassisten und Faschisten auftritt – unter den sich auch eine verkrachte Feministin verirrt hat, OK OK OK -, um hinaus zu posaunen, der Islam sei das Schlimmste auf der Welt, verdient nicht unbedingt die Hochachtung des ganzen Planeten.
    Und noch ein letztes Wörtchen: Warum, glauben Sie, applaudierte der Saal, als Sie beispielsweise Ihren Quatsch darlegten, wonach „der Islam zu einer ,immigration de peuplement‘ (= Besiedlungs-Einwanderung) führt“, weil die Moslems Leute aus Ihren Herkunftsländern heirateten, und deswegen böse sei? Hand aufs Herz: Doch nicht etwa deswegen, weil es dem Grossteil des Saals darum ging, dass Einwanderer generell böse und Scheisse seien? Nein, nicht doch…

  10. Wollen wir es daher dabei bewenden lassen.
     
    Meinetwegen, dennoch möchte ich Dich darauf hinweisen, dass Du damit …

    Es so auszudrücken, ist fahrlässig und zeugt davon, dass man eben die Leidensgeschichte von Juden und Sinti doch nicht ernst genug nimmt, dass man von der Warte des Christen, oder des von Christen bezahlten Gelehrten aus urteilt und 2000 Jahre Unheilsgeschichte des Katholizismus so gut wie ausblendet.
     
    … voll daneben liegst. Möchte gar nicht damit anfangen, dieses zu dekonstruieren, ehrlich jetzt.
     
    Konstruktive Kritik, Schlicke, sieht anders aus.
     
    Aber okay – lassen wir es dabei bewenden.
     
    Mit meinem Ursprungsbeitrag allerdings wollte ich, im Kontext zum Thema, auf die aktuelle Brisanz des grassierenden, geschürten und geradezu exponentiell zunehmenden Hass auf Muslime, insbesondere in Hinblick auf die Vergleichbarkeit, die wohl unübersehbaren Parallelen zum Antisemitismus, und zwar genau wie von Benz analysiert, hinweisen. Siehe, eine weitere Facette, auch das mittlerweile erschienene obige Post scriptum zum Artikel.
     
    Ich denke, jeder der sich mit Rassismus, insbesondere dem Antisemitismus befasst, sollte sehr aufmerksam und nicht zuletzt auch durch die Artikel des Bernard Schmid, Paris, auf’s Höchste alarmiert sein:
     
    Tasin erklärte, sie sei „Republikanerin und Legalistin“, doch falls im Wahljahr 2012 kein grundlegender Wandel vollzogen werde, dann drohe eine Revolution  – ihrer Auffassung nach braucht es in dem Falle eine solche, aber von rechts. „Das französische Volk könnte dann auf die Straße gehen, um sich die Macht zurückzuholen.“

     
    Es handelt sich mittlerweile um eine „Bewegung“, eine europaweite „Bewegung“!
     
     

  11. jim, jemanden zu kritisieren und jemanden zu verleumden sind zwei sehr unterschiedliche Dinge.
    Ich erkenne gewisse Leistungen von Benz durchaus an, besitze auch eine Reihe seiner Bücher, jedoch bleibe ich bei meiner Kritik an einigen, mir sehr wesentlich erscheinenden Zügen seiner Persönlichkeit, Brumlik hin oder her.
    Man wird, jim, selten einen Menschen finden, mit dem man zu einhundert Prozent übereinstimmt. Wollen wir es daher dabei bewenden lassen.

  12. Sehr geehrter Herr Schmid,
    Wieso haben Sie mich nicht erwähnt ?! Ich, der erste Redner der Tagungun. Ich habe den Beweis dafür gebracht, dass der Islam eine totalitäre Ideenmenge ist. Ich habe auch die Schweinwurst als Massive Waffe der Destruktion gegen die Mauern die die islamische und jüdische Religion um Menschen aufbauen.
    Sie sind aber nicht bereit über dies nachzudenken. Das mögen Sie weder schluken noch assimilieren ! Salam ‚alaykoum, wenn ich vorbeikomm !

  13. Dazu empfehle ich auch das ausgezeichnete Buch des katholischen Journalisten und Schriftstellers  Friedrich Heer
    Der Glaube des Adolf Hitler – Anatomie einer politischen Religiosität


  14. Nochwas, und nicht nur der Vollständigkeit wegen:
     
    http://www.amazon.de/Holocaust-Wolfgang-Benz/dp/3406398227
     
    Kurzbeschreibung
    „Wolfgang Benz, einer der renommiertesten deutschen Holocaust-Forscher, zeichnet in diesem Buch die Geschichte des Völkermordes an den Juden von der Ausgrenzung und Entrechtung bis zum industrialisierten Massenmord in den Vernichtungslagern nach. Sein Augenmerk gilt dabei nicht nur den Tätern, sondern vor allem auch den Opfern selbst. Neben die Geschichte der Verfolger tritt die Geschichte der Verfolgten. Ein eigenes Kapitel ist dem oft vernachlässigten anderen Völkermord“ an den Sinti und Roma gewidmet.“
     
     

  15. Es so auszudrücken, ist fahrlässig und zeugt davon, dass man eben die Leidensgeschichte von Juden und Sinti doch nicht ernst genug nimmt, dass man von der Warte des Christen, oder des von Christen bezahlten Gelehrten aus urteilt und 2000 Jahre Unheilsgeschichte des Katholizismus so gut wie ausblendet.
     
    Schlicke, hör bitte endlich auf, hier Wolfgang Benz zu verleumden! Ihm vorzuwerfen, den christlichen Antijudaismus zu vernachlässigen, ist mehr als falsch. Warum Du das tust – keine Ahnung, …
     
    Hier – darf Dir auch ein Buch empfehlen:
     
    Wolfgang Benz
    Was ist Antisemitismus?
    C. H. Beck Verlag, München 2004
    ISBN-10 3406522122
    ISBN-13 9783406522123
    Gebunden, 256 Seiten, 19,90 EUR

    Wolfgang Benz, Was ist Antisemitismus?

    Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung,

    Ãœberzeugend findet Rezensent Micha Brumlik diese „anschaulich geschriebene“ Studie über den Antisemitismus des renommierten Historikers und Leiters des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung Wolfgang Benz. Er würdigt die „profunde Kennerschaft“ des Autors sowie seinen „unaufgeregten, gelassenen Ton“. Benz nähere sich der Thematik über die Analyse von bundesrepublikanischen Alltagsphänomenen, Briefen an den Zentralrat der Juden in Deutschland etwa oder Äußerungen nicht nur von Provinzpolitikern, um daraus Jahrhunderte alte Ressentiments, Vorurteile und Deutungsmuster herauszupräparieren. In zwei historischen Kapitel zum christlichen Antijudaismus und zum Rassismus verdeutliche Benz dann Hintergrund und Herkunft dieser menschenfeindlichen Haltung. Wichtig scheint Brumlik Benz‘ Kernaussage, der Antisemitismus erfülle in all seinen Formen auch eine politische Funktion, nämlich zwischen der Mitte der Gesellschaft und ihrem rechten Rand, mehr noch dem Rechtsextremismus zu vermitteln. Bei allem Lob macht Brumlik auch auf Spuren einer „gewissen Hast“ aufmerksam. So wolle der Autor im Eingangskapitel vier Grundphänomene analytisch unterscheiden: erstens den christlichen Antijudaismus, zweitens den biologistischen Rassenantisemitismus, drittens den aktuellen Antisemitismus nach dem Holocaust und viertens den. . .? Hier werde Leser trotz wiederholtem Vor- und Zurückblättern nicht fündig. Das Thema Ende nehme Benz erst am Ende des Buches auf, wenn es um die Hass- und Vernichtungsphantasien des radikalen Islamismus im Blick die Juden geht. Nichtsdestoweniger kann Brumlik das Buch allen, die sich mit diesem Thema befassen, nur empfehlen.
     
     
    Wirklich empfehlenswert!

     “Das „Handbuch des Antisemitismus“ ist auf sieben Bände angelegt und wird bei de Gruyter verlegt.“
     
    PS: Wolfgang Benz hat nur die Wahrheit gesagt und wurde deshalb, warum liegt auf der Hand, auf übelste Weise diffamiert und verleumdet.
     
    Es geht um Xenophobie, um Antisemitismus, Antiislamismus, um Homophobie und Frauenverachtung, es geht um den Hass auf das Fremde und dessen Auswirkungen und Konsequenzen, um dessen Ursprung und die psychodynamische Verwandtschaft aller nur möglichen Ausprägungen.
     
     

  16. Verzeihen Sie mir jim, wenn ich, bei aller Sympathie für Sie, Ihre Benz-Euphorie nicht teilen kann. Allein folgender Wortlaut in dem von Ihnen verlinkten Artikel ist geeignet, stutzig zu machen:
     
    Wenn man die katholische Kirche historisch nur über das Leid definieren wollte, das päpstliche Kreuzzüge gegen „Ungläubige“ im Mittelalter, Inquisition und Hexenprozesse bis in die Neuzeit über unglückliche Unschuldige gebracht haben (oder heutzutage nur über Priester, die sich an Minderjährigen vergreifen), dann zöge man sich den Vorwurf der Verleumdung zu – die Verallgemeinerung beklagenswerter Auswüchse ist Hetze mit dem Ziel der Diskriminierung.
     
    Es so auszudrücken, ist fahrlässig und zeugt davon, dass man eben die Leidensgeschichte von Juden und Sinti doch nicht ernst genug nimmt, dass man von der Warte des Christen, oder des von Christen bezahlten Gelehrten aus urteilt und 2000 Jahre Unheilsgeschichte des Katholizismus so gut wie ausblendet. Es waren eben nicht ’nur‘ Kreuzzüge, Inquisition, Hexenprozesse und Pädophile, es war wesentlich mehr. Benz wäre gut beraten aufmerksam das Buch des von mir hier schon einmal erwähnten Edward Flannery zu lesen „The Anguish of the Jews“.
    http://books.google.de/books?id=J40gNC7cxfYC&printsec=frontcover&dq=the+anguish+of+the+jews&source=bl&ots=mPjVmjyTOT&sig=ZKK05C4K2W17AnIGBhaI7b3WJKg&hl=de&ei=VHcQTcibGsHd4gas6LmGAg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2&ved=0CCcQ6AEwAQ#v=onepage&q&f=false

  17. … durch den Saal donnerte: Die von ihnen ausgehende Bedrohung sei heute viel größer, sei „perfider und tödlicher“ als jene, die „in seinen besten Tagen von Adolf Hitler ausging“. Trento rief dazu auf, „diese Ratten, diese Ratten“, also die muslimischen ,bad guys’, „zu jagen, und zwar mit Videokameras, um sie im Internet für alle sichtbar darzustellen“.
     
    Man sieht es immer deutlicher, Wolfgang Benz hat recht:
     
    http://www.sueddeutsche.de/politik/antisemiten-und-islamfeinde-hetzer-mit-parallelen-1.59486
     
    Antisemiten und Islamfeinde Hetzer mit Parallelen

    Liegt in der Natur der Sache.

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