Unterstellungen, Pauschalisierungen, falsche Fakten

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Offene Briefe zu dem Artikel “DER ANTI-SEMITISMUS-VORWURF UND KEIN ENDE”  von Mag. Thomas Hennefeld, Superintendent der evangelischen Kirche helvetischen Bekenntnisses in Österreich, erschienen in Kritisches Christentum, Sept./Okt. 2010…

akc@aon.at

Offener Brief

Liebe jüngere Brüder und Schwestern der reformierten Kirche Österreichs 

Dem deutschen Journalisten und evangelischen Theologen Ulrich Sahm gebührt Dank für seine ausgezeichnete Antwort auf den Artikel “DER ANTI-SEMITISMUS-VORWURF UND KEIN ENDE”  von Mag. Thomas Hennefeld, Superintendent der evangelischen Kirche helvetischen Bekenntnisses in Österreich, der in der aktuellen online Ausgabe der Zeitschrift „Kritisches Christentum, Beiträge zu Kirche und Gesellschaft“ veröffentlicht wurde.

Ich habe das Inhaltsverzeichnis dieser Zeitschrift  angeschaut und – wenn ich nichts übersehen habe – keinen Artikel über den in der reformierten Kirche Ungarns grassierenden Antisemitismus gefunden.
Nun hat Mag. Thomas Hennefeld den Antisemitismus pauschal verurteilt, und auch einmal – nachdem ich ihn anrief –  dagegen protestiert, dass sein Budapester Amtsbruder Lóránt Hegedüs jun. den in Österreich wegen Leugnung der NS-Verbrechen verurteilten David Irving in seiner Kirche empfangen hat.
Doch von einer Zeitschrift, die sehr viel Platz der einseitigen gegen Israel gerichteten Agitation und deren österreichische Verbreitern widmet und die gleichzeitig beteuert, sich gegen den Antisemitismus zu wenden, würde man doch auch eine kritische Schilderung der Zustände in der Schwester-Kirche des Nachbarlandes erwarten.
Ich habe keine solche gefunden. Daher gilt noch immer was Rabbi Jochanan im Talmud sagte „Wenn jemand zu einem sagte: Nimm fort den Splitter zwischen deinen Augen, so erwiderte ihm dieser: Nimm fort den Balken zwischen deinen Augen.“ Baba Batra 15b.
Da die wenigsten christlichen Pfarrer geschweige denn Christen den Talmud lesen können, empfehle ich ihnen die Lektüre von Matthäus 7. Ich warte nun gespannt auf die konkrete Aufklärung ihrer Leser über die unglaublichen Zustände in der Calvinistischen Kirche Ungarns.

Karl Pfeifer, Journalist

Kuratoriumsmitglied
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
Wipplingerstr. 6-8
1010 Wien

http://www.akc.at/Artikel.html
 
Sehr geehrter Herr Pfarrer Mag. Thomas Hennefeld, Landessuperintendent der Evangelischen Kirche H. B. in Österreich und im christlich-jüdischen Dialog als auch in der Solidaritätsarbeit mit Friedenskräften in Israel und Palästina engagiert,

Mit Schrecken und Empörung habe ich Ihren Beitrag “DER ANTI-SEMITISMUS-VORWURF UND KEIN ENDE” gelesen.
Sie diskutieren da offenbar mit irgend welchen obskuren Christen und Juden, freilich ohne sie beim Namen zu nennen, und pauschalisieren auf diese Weise in einer unlauteren Weise.

Wer bezeichnet da Dinge als “Antisemitismus”, wie Sie es hier allen möglichen Gruppen unterstellen? “Besonders wenn es um den Staat Israel geht, wird oft und gerne Antizionismus, Israelkritik und sogar der Einsatz für die Rechte von Palästinensern mit Antisemitismus gleichgesetzt.”

Sie behaupten da, es geschehe “oft und gerne”! Ja von wem denn? Ich kenne da eher eingefleischte Antisemiten, die von einem vermeintlichen „Verbot, Israel zu kritisieren“ schwadronieren, mit Vergnügen dieses „Tabu“ dann brechen, aber noch nie erklären konnten, wer eigentlich ein solches Verbot ausgesprochen hat und wie es bei Zuwiderhandlung geahndet wird.

Angesichts Ihrer Titel gehe ich davon aus, dass Sie die Bedeutung der von Ihnen verwendeten Worte einigermaßen verstehen. Es gibt zweifellos eine „proisraelische“ Haltung, aber was ist denn eine „zionistische Haltung“? Es sollte Ihnen eigentlich bekannt sein, dass der Zionismus die politische Nationalbewegung des jüdischen Volkes war, mit dem Bestreben, für das jüdische Volk einen Staat zu schaffen. Nicht mehr und nicht weniger. Die von den Sowjets in den siebziger Jahren erfundene Ideologie des „Antizionismus“ bedeutet letztlich, dass die Juden kein Volk und deshalb auch kein Recht auf einen eigenen Staat hätten. „Zionistische Haltung“ beinhaltet gemäß meinem Verständnis nur, dass man die Existenz des Staates Israel befürwortet (und nicht dessen Legitimität in Zweifel stellt). In diesem Sinne darf ich Ihnen wohl auch eine „zionistische Haltung“ unterstellen. Falls Sie mit dieser Formel jedoch irgend welche politische Ansichten in Israel meinen sollten, dann sollten Sie präzisieren, welche der vielen Parteien oder Politiker sie meinen. Und das nennt sich dann israelische Politik (von links bis rechts), aber nicht „Zionismus“.

„Unter Juden wiederum gibt es eine Haltung…“ Interessant. Wer ist das denn? Sind es unter den 13 Millionen Juden weltweit zwei oder drei oder vier?
Und inhaltlich ist Ihre Unterstellung auch sehr problematisch formuliert.
Wo und wann hat ein namhafter Jude Menschenrechtsverletzungen gerechtfertigt mit einem vermeintlichen Sonderstatus, Leid in der Geschichte usw? Dann reden Sie von vermeintlich gerechtfertigten „aggressiven Eroberungsfeldzügen“. Es wäre interessant zu erfahren, welche Feldzüge Sie da meinen. Mir ist kein einziger israelischer Feldzug bekannt mit der ausdrücklichen und „aggressiven“ Absicht, Land zu erobern. Die meisten Feldzüge hatten zudem eine lange Vorgeschichte, wobei der israelischen „Aggression“ ein arabischer Angriff (1973), arabische Kriegserklärungen (1967), Raketenbeschuss (Libanon und Gaza)  oder ein grenzüberschreitender Überfall mitsamt Raketenbeschuss (2006) vorausging.
Ja, es gab bei Verhören Folter. Die wurde allerdings vor einigen Jahren vom Obersten Gericht strikt verboten. Wovon reden Sie also? Wenn einzelne Soldaten oder Beamte dennoch bei Folter erwischt werden, dann werden sie genauso bestraft wie individuelle christliche Verbrecher in Österreich, die sich eines Vergehens schuldig gemacht haben. Sie stellen es jedoch dar, als wenn bei Herrn Muzikant, Barenboim, Frau Knobloch oder bei Emmanuel Rahm Folter als offizielle Politik gerechtfertigt würde.
Atombombe: Sind Sie sicher, dass Israel eine besitzt? Wenn ja, beweisen Sie das doch bitte mal.

„Und je brutaler und skrupelloser die Regierung und das Militär gegen echte oder vermeintliche Terroristen, aber auch gegen die Zivilbevölkerung vorgehen, umso schneller ist man mit dem Antisemitismus-Vorwurf bei der Hand.“

Ja sie haben recht. Terroristen, die sich in die Luft sprengen wollen, sollten höflich ins Land und in die Busse geleitet werden. Sie unterstellen da der israelischen Regierung Brutalität und vor allem Skrupellosigkeit. Was meinen Sie damit? Als skrupellos würde ich eher die tatsächlichen Terroristen bezeichnen, die bereit sind und von Organisationen losgeschickt werden, möglichst viele Juden (ja, ja, das ausdrückliche Ziel sind Juden, auch wenn es gelegentlich Nichtjuden trifft) zu ermorden. Sicherlich betrachten Sie dann auch die Sicherheitskontrollen auf dem Flughafen als „skrupellos“ weil nämlich sogar Sie als vermeintlicher Terrorist betrachtet werden, bis die Beamten festgestellt haben, dass Sie kein Teppichmesser oder gar ein Rasierwässerchen in Ihrem Handgepäck tragen.

Dass Sie immer noch von „Passagieren“ reden, die „ihre Solidarität mit der leidenden Zivilbevölkerung in Gaza zum Ausdruck bringen wollten“ spricht für Sie. Wer die IHH ist, die die Flottile organisiert hat, deren Gewalteinsatz und Weigerung abzudrehen, deren Sprüche usw scheinen Sie nicht wahrgenommen zu haben.

Es gibt in Ihrem Aufsatz kaum einen Satz, der nicht kritisch hinterfragt werden müsste, aber ich habe keine Lust, auf alle Ihre weiteren Unterstellungen, Pauschalisierungen, falschen Fakten usw einzugehen.
Angewidert stelle ich fest, verehrter Herr Theologe und Landessuperintendent der Evangelischen Kirche H. B. in Österreich, dass Sie sogar einen ungeheuerlichen Begriff aus der Nazisprache verwenden, indem Sie schreiben: “bis die Nicht-Juden keinen Raum mehr zum Leben haben.“

Da Sie ja angeblich auch ein Theologe sind, hier noch eine Anmerkung zu ihrer Behauptung, dass die Juden ein „auserwähltes“ Volk seien. Sie sollten sich hierzu mal mit dem jüdischen Selbstverständnis auseinandersetzen und nicht einfach die uralte anti-jüdische christliche (Ersatz-) Theologie den Juden unterstellen.

Und wenn Sie hier im Zusammenhang von den Juden (!!!) fordern, keine Sonderbehandlung zu erwarten und sich dem internationalen Recht zu unterwerfen, dann frage ich erneut, gegen welches internationale Recht denn Herr Muzikant, Barenboim oder Emmanuel Rahm denn verstoßen.
Da sie von der „theologischen Erwählung Israels“ schreiben, können Sie nur die Juden, nicht aber den modernen Staat Israel gemeint haben, denn niemand behauptet wohl, dass der Staat jemals von irgend wem „theologisch erwählt“ worden sei.

Alle weiteren Ungeheuerlichkeiten in Ihrem Aufsatz belasse ich erst mal unbeantwortet. Da Sie Ihren Aufsatz veröffentlicht haben, dürften Sie wohl nichts dagegen haben, wenn ich meine Antwort darauf ebenfalls verbreite und veröffentliche.

mfg

Ulrich W. Sahm
P.O.B. 10235
91101 Jerusalem-Geulim
ISRAEL

10 Kommentare

  1. Also das was Herr Krims hier treibt kann man nur mit dem Wort „Chuzpe“ beschreiben.
    Da gibt es eine ungebändigte rassistische und  antisemitische Hetze von Pfarrern der reformierten Kirche in Ungarn und dazu hat seit 2005 keiner in seinem Blatt konkret Stellung genommen, und jetzt will er mich wieder mal belehren 2004 gab es ein paar konkrete Sätze.
    Nein wir führen keine akademische Diskussion, sondern eine über Ihre Glaubhaftigkeit Herr Krims. Und die ist nicht gegeben. Das habe ich bewiesen. Damit Sie aber zufrieden sind, will ich gerne in nicht allzuferner Zukunft einen Artikel über die Zeitschrift dieser – wenn es um Antisemitismus in Europa und in der arabischen Welt geht – Mund haltenden „kritischen“ Christen publizieren.

  2. Wenn Herr Krims behauptet, es gäbe ausser den von mir zitierten Satz einen zusätzlichen konkreten Satz  über die antisemitische Hetze durch Pfarrer in Ungarn , dann soll Herr Krims mir diesen Satz um die Ohren schlagen.
    Wie denn auch, wo doch der Artikel sich mit der Zeigeschichteschreibung beschäftigt.
    Wenn also die Geschichte seiner Kirche gefälscht wird und dabei auch antisemitische Töne mitschwingen, so ist das sehr bedauerlich, doch das hat ein anderes Gewicht als Pfarrer, die vor großen Massen antisemitische Hetze betreiben.
    Ich werde noch dazu schreiben.

  3. Eigentlich wollte ich mich mit Herrn Pfeifer nicht mehr beschäftigen, nachdem er statt sachlicher Diskussion persönliche Polemik betreibt. Nur wenn er aus der Zeitschrift „Kritisches Christentum“ selektiv zitiert und einfach die direkt den Antisemitismus betreffenden Passagen ignoriert, kann ich das nicht so stehen lassen. In dem von ihm zitierten Beitrag von Balázs Németh gibt es nämlich nicht nur den von ihm zitierten Satz über „Roma-feindliche Aggressionen“, sondern sehr wohl auch ausdrückliche Hinweise auf den (kirchlichen) Antisemitismus!

    Zur Erleichterung seiner weiteren Recherchearbeiten in der Österreichischen Nationalbibliothek möchte ich noch einen zusätzlichen Literaturhinweis geben: Balázs Németh:  „Evangelische Immunschwäche: Nationalismus“, in: „Kritisches Christentum“ Nr. 278/279; Mai/Juni 2004, S 32 ff.

  4. In der Zwischenzeit habe ich die Lehren aus der Belehrung von Herrn Krims gezogen und in der Nationalbibliothek mir seineZeitschrift  „Kritisches Christentum“ angeschaut u.a. auch den von ihm erwähnten Artikel von Pfarrer Németh über die Zeitgeschichte.
    Alles was ich da zum aktuellen Rassismus und Antisemitismus in der reformierten Kirche Ungarns entdeckte ist folgender Satz: „Ich denke dabei an den Vormarsch der Rechten und der Roma-feindlichen Aggressionen, auch in kirchlichen Kreisen“.
    Wenn es um die permanente Verurteilung Israels geht ist diese Zeitschrift nicht so zurückhaltend. Darauf komme ich noch zurück.
    Doch hier sei gesagt, es gehört kein besonderer Mut dazu in einem Land mit einer derartigen Geschichte des Antisemitismus „sich nicht den Mund verbieten zu lassen“ und deswegen permanent und einseitig Israel zu verdammen. Doch über aggressiven Rassismus und Antisemitismus unter Pfarrern und Gläubigen einer Kirche im Nachbarland gibt es keinen einzigen konkreten Hinweis während der Jahre 2005 – 2010.
    Wahrlich sie sitzen in einem Glashaus und werfen mit Steinen und bemerken den antisemitischen Balken im Auge ihrer eigenen Kirche in Ungarn nicht. Sicher kein Zufall.
     
     

  5. Sehr geehrter Herr Pfeifer!
     
    Da Sie offenbar ohnehin keine sachliche Diskussion wünschen, sondern in Ihrer Polemik nun auch noch persönlich werden, betrachte ich den e-mail-Austausch mit Ihnen von meiner Seite für beendet. Im übrigen: ich habe weder mit einem kruden noch mit irgendeiner anderen Form von Antisemitismus irgendetwas zu tun.
     
    MfG
     
    Adalbert Krims
     
    PS: Ãœbrigens bin ich nicht Mitglied der Reformierten Kirche, verurteile aber selbstverständlich trotzdem die – auch mir bekannten – antisemitischen Tendenzen in der Ungarischen Reformierten Kirche!

  6. Sehr geehrter Herr Krims,
    Danke für die Belehrung. Da der von mir kritisierte Text im Internet von mir gefunden wurde, beschränkte ich meine Recherche darauf. Ich habe auch nicht ahnen können, dass Ihre Zeitschrift im Internet lediglich „amateurhaft“ gestaltet wird.

    Sie wiesen darauf in, dass Herr Mag. Hennefeld den „Fall Hegedüs“ in der „reformierten Weltgemeinschaft bekannt machte“. Da ich nicht annehme, dass Sie zwar wissen, wie diese Weltkirche auf die antisemitische Hetze wenigstens einer ihrer Pfarrer reagiert und mir – einem Kollegen – dies nicht mitteilen wollen, muss ich annehmen, dass Sie dies nicht wissen, weil Sie das nicht interessiert oder was noch ärger wäre, weil Sie den kruden Antisemitismus dieses Pfarrers (bzw. mehrerer ungarischer Pfarrer) als berechtigte Kritik an Israel bzw. meine Kritik an ihn als Ablenkung von den wirklichen oder angeblichen Menschenrechtsverletzungen Israels werten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Karl Pfeifer

  7. Sehr geehrter Herr Pfeifer!
     
    Recherchieren und googeln sind zwei verschiedene Dinge, auch wenn sie sich durchaus überschneiden. Aber es gibt viel Gedrucktes, das nicht im Internet erscheint. So ist „Kritisches Christentum“ z. B. eine Zeitschrift, die zwar eine sehr amateurhafte Homepage hat, aber nach wie vor ein Druckwerk ist und bleiben wird. Unsere Zeitschrift wendet sich auch nur an ihre Abonnenten und wird nicht frei verkauft. Allerdings ist sie in mehreren Bibliotheken in Österreich und Deutschland zugänglich. Für eine Recherche ist es daher notwendig, entweder in der National- oder der Universitätsbibliothek nachzusehen.
     
    Hier aber ein Hinweis auf den letzten Beitrag von Pfarrer Dr. Balázs Németh zur Thematik „Ungarische Reformierte Kirche und Antisemitismus“:
    „Balázs Németh: ZEITGESCHICHTE ALS POLITISCHES LABOR. Randbemerkungen zu zeitgeschichtlichen Arbeiten in der reformierten Kirche Ungarns“, in „KC“ 320/321, September/Oktober 2008, S 13 ff.
     
    Da die Zeitschrift „Kritisches Christentum“ kein Organ der reformierten Kirche ist, können wir auch ihre Frage nicht beantworten, welche Folgen das Engagement von Landessuperintendent Thomas Hennefeld in der „Causa Hegedüs“ in der reformierten Weltgemeinschaft hatte. Diesbezüglich müssten Sie ihn schon selbst fragen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
    Redaktion der Zeitschrift
    „Kritisches Christentum“

  8. Sehr geehrter Damen,

    Sehr geehrte Herren,

     

    Als Journalist bin ich gewohnt zu recherchieren und habe bevor ich noch meinen “offenen Brief” schrieb gegoogelt und gesucht, welche Beiträge die beiden von Ihnen erwähnten Herren über den in Ungarn in Ihrer Kirche grassierenden Antisemitismus, Rassismus und Revanchismus in Ihrer Zeitschrift bzw. anderswo publiziert haben. Tatsächlich fand ich nur einen Protest von Herrn Mag. Hennefeld gegen den reformierten Pfarrer Lóránt Hegedüs jun., der den in Österreich verurteilten Leugner der NS-Verbrechen David Irving in seiner Kirche empfangen hat. Das geschah nach einem Telefonanruf von mir und wurde auch von mir korrekterweise erwähnt.

    Sie schreiben “über antisemitische Tendenzen in der Ungarischen Reformierten Kirche in der Vergangenheit mehr als einmal berichtet” zu haben. Bitte lassen Sie mich wissen, in welchem Heft Ihrer Zeitschrift ich diese Berichte lesen kann.

    Da “Landessuperintendent Thomas Hennefeld derjenige [war], der den „Fall Hegedüs“ in der reformierten Weltgemeinschaft bekannt machte” und diese Angelegenheit ja nicht nur eine interne Ihrer Kirche ist, lassen Sie mich bitte wissen, ob die reformierte Weltgemeinschaft in dieser Angelegenheit Massnahmen gesetzt hat und wenn ja welche.

    Ich hoffe auf Ihre baldige Antwort und verbleibe

    mit freundlichen Grüßen

    Karl Pfeifer

  9. Sehr geehrter Herr Pfeifer!

     

    Danke für Ihren Hinweis, mit dem Sie allerdings bei uns offene Türen einrennen. Da Sie aber unsere Zeitschrift nicht kennen, wissen Sie natürlich nicht, dass wir über antisemitische Tendenzen in der Ungarischen Reformierten Kirche in der Vergangenheit mehr als einmal berichtet haben. Nicht zuletzt ist unser ständiger Mitarbeiter Dr. Balázs Németh, der selbst aus dieser Kirche stammt, eine verlässliche und kritische Quelle. Ãœbrigens war Landessuperintendent Thomas Hennefeld derjenige, der den „Fall Hegedüs“ in der reformierten Weltgemeinschaft bekannt machte und persönlich bei den kirchenleitenden Stellen in Budapest vorstellig wurde.

     

    Allerdings lassen wir uns auch nicht den Mund verbieten, kritisch über die missbräuchliche Verwendung des Begriffs Antisemitismus zur Rechtfertigung von Völker- und Menschenrechtsverletzungen durch die israelische Regierung zu berichten. Gerade Landessuperintendent Hennefeld, der als langjähriger entschiedener Kämpfer gegen den Antisemitismus bekannt und anerkannt ist, ist für uns diesbezüglich ein besonders glaubwürdiger Autor.

     

    MfG

     

    Redaktion

    „Kritisches Christentum“

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