Die Grabstätten meiner Väter

Jüdische Friedhöfe galten in der Nachkriegszeit in Österreich für viele als verwaiste, zum Teil gar als verwahrloste Orte, ohne dies als direkte Folge der NS-Vertreibungs- und Vernichtungspolitik zu benennen, durch die die Nachfahren der Begrabenen entweder in der Shoah ermordet wurden oder in aller Welt verstreut lebten. Darüber hinaus geraten jüdische Friedhöfe bis heute vor allem durch antisemitische Zerstörungen in die Schlagzeilen.

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Jude ist kein Schimpfwort

Bücher zu Antisemitismus erscheinen gerade im wöchentlichen Takt. Das ist einerseits erfreulich, andererseits wird es schwierig den Überblick zu behalten. Und nicht alle Bücher bringen neue Erkenntnisgewinne. Definitiv zu empfehlen ist das neue Buch der Wiener Journalistin und Autorin Alexia Weiss mit dem treffenden Untertitel „Zwischen Umarmung und Ablehnung“, das sich zwar vorwiegend dem jüdischen Leben in Österreich widmet, aber auch Lesern in Deutschland sehr empfohlen sei…

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Ein Leben im Widerspruch: Marie Langer

Marie Langer, 1910 in Wien geboren und aufgewachsen, Ärztin, Psychoanalytikerin und jüdische Emigrantin, wurde wegen ihres linken politischen Engagements vielfach idealisiert. Der österreichische Psychoanalysehistoriker Karl Fallend, der eine Doppelbiografie zu Langer und deren Jugendfreundin Else Pappenheim (vgl. Kaufhold 2009) veröffentlicht hat, fand in den 1980er Jahren so zu ihr. Als Marie Langer 1981 in das „revolutionäre“ Nicaragua ging, luden er und Freunde vor allem aus dem Umfeld von medico international sie mehrfach zu Vorträgen über Nicaragua und dessen Gesundheitssystem ein. Der Schmerz der gewaltsamen Vertreibung wurde hierdurch wohl etwas gelindert…

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„Österreich hat nichts gutzumachen, weil es nichts verbrochen hat“

Bereits 2016 hat Barbara Serloth, langjährige Lehrbeauftragte des Instituts für Staatswissenschaften der Universität Wien sowie Senior Parliamentary Advisor im österreichischen Parlament, eine äußerst lesenswerte Studie „Von Tätern, Opfern und jenen dazwischen“ über den Antisemitismus der Zweiten Republik vorgelegt. Ihr neues Buch „Nach der Shoa“ knüpft an diese Untersuchung an und konzentriert sich nun auf die Restitutionspolitik der österreichischen Nachkriegszeit…

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