Jüdischer Kalender:
 
 
Rudolf Ekstein Themenschwerpunkt

"Ich bin’s, der Rudi aus Los Angeles":
Zum 100. Geburtstag von Rudolf Ekstein (9.2.1912 – 18.3.2005)

Ein typische Bemerkung für Rudolf Ekstein, diesen liebenswert-optimistischen Pionier der Psychoanalytischen Pädagogik. Mit diesen Worten stellte sich Rudolf Ekstein dem damaligen österreichischen Bundeskanzler Franz Vranizky vor, als er 1992 anlässlich des Wien-Ottokringer 1. Mai-Zugs auf der Ehrentribüne Platz nahm. Damals war der ehemalige jüdische Flüchtling bereits 80 Jahre alt, und immer noch reiste er regelmäßig, für gut zwei Monate, als Gastprofessor und Supervisor von Los Angeles nach Wien und Salzburg, gelegentlich auch in die Bundesrepublik. Ein Brückenschlag, biografisch, historisch. Er verband, was für ihn zusammengehörig war, trotz aller gegenteiligen Erfahrungen...

Rudolf Ekstein (1912 - 2005):
"Wiener mit amerikanischem Pass"

Vor 70 Jahren, am 22.12.1938, floh der Wiener Psychoanalytiker und Pädagoge Rudolf Ekstein in die USA...

Rudolf Ekstein (9.2.1912 – 18.3.2005):
Leben und Wirken des Pioniers der Psychoanalytischen Pädagogik
"Eine Vorbedingung eines guten Erziehers ist, dass er genügend über sich und über das Kind weiß"...

Rudolf Ekstein:
Psychoanalytischer Pädagoge, Autismusforscher, Philosoph

Als ich im Jahre 1981 als junge Studentin Rudolf Ekstein im Rahmen eines Seminars zur Kinderpsychotherapie an der Wiener Universität kennenlernte, war ich beeindruckt von seiner psychoanalytischen Kompetenz und von seinem offensichtlichen Einfühlungsvermögen in psychisch schwer kranke Kinder, aber auch von seiner Fähigkeit, dieses therapeutische Wissen und Können uns StudentInnen im Seminar auf eine sehr lebendige und „unakademische“ Art zu vermitteln...

A Bridge Between Psychoanalytic Worlds:
A Dialogue with Rudolf Ekstein

Originally what I wanted to do was to study psychology at the University of Vienna. I wanted to be a psychologist and a philosopher. But it was not very easy because the psychology that was taught at the University was not really what I wanted because I knew there were streets right next to the University where a completely different psychology was taught. I don’t know if you know Vienna but I will describe it...

The Relationship and Debates:
Bruno Bettelheim and Rudolf Ekstein
The relationship between Bruno Bettelheim (1903-1990) and Rudolf Ekstein (1912-2005) evolved initially from a shared professional commitment to the understanding and treatment of severely disturbed children and adolescents. On an even deeper level, both were European intellectuals, strongly identified with lay analysis, who were profoundly invested in ideas and in the transmission of psychoanalytic forms of knowledge. The two had a joint fascination with the psychology of fairy tales. They had distinct itineraries in the psychoanalytic movement, starting in Vienna and continuing in America...

"Grenzen sind nicht nur Hindernisse":
Zum 100. Geburtstag von Rudolf Ekstein
Grundsätze des „Brückenbauers“ in lebendiger Erinnerung und gelebtem Vermächtnis im Rudolf Ekstein Zentrum…

Rudolf Ekstein:
Ein Eckstein des Mosaiks?

Rudolf Ekstein – bis vor wenigen Jahren ein vollkommen unbekannter Name für mich, ebenso das mit dem Namen verbundene Leben und Werk. Seit 1999 bin ich als Lehrerin in Mosaikklassen Mitarbeiterin am Rudolf Ekstein Zentrum – ein überregionales Sonderpädagogisches Zentrum für Integrative Betreuungsformen in Wien…

Ein Gespräch zwischen Roland Kaufhold und Rolf Wagner:
Psychoanalytische Pädagogik

In der Nazizeit sind nahezu alle Psychoanalytischen Pädagogen emigriert; die meisten von ihnen waren Juden. Diese Vertreibung hat dazu geführt, dass der Begriff der Psychoanalytischen Pädagogik und die Erinnerung daran, was diese repräsentiert, im deutschsprachigen Raum vollständig aus dem kollektiven Gedächtnis ausgelöscht worden sind...

Jetzt steht es fest:
Der alte Frieden ist tot
Am Anfang wurde er nur leicht verletzt. Nachdem Israel den Palästinensern den Gazastreifen überlassen hatte, explodierte der erste Bus am Dizengoff-Platz. Nachdem Israel den Palästinensern Nablus und Ramallah überlassen hatte, sind Busse im Zentrum von Jerusalem und Tel Aviv explodiert. Nachdem Israel den Palästinensern angeboten hatte, einen unabhängigen Staat auf dem Großteil der besetzten Gebiete zu errichten, reagierten sie mit einer Terrorwelle. Als die Selbstmordattentäter in unseren Städten feierten, beschlich uns der Gedanke, dass vielleicht irgendetwas an der Verheißung vom großen Frieden faul ist...

Yeshayahu Leibowitz:
Der widerwillige Prophet
Am letzten Montag wurde ich für mein „Lebenswerk“ mit dem Leibowitz-Preis ausgezeichnet. Der Preis war von der Yesh Gvul-Friedenssoldaten-Organisation initiiert. Ich war nicht in der Lage, eine Rede vorzubereiten. Also sprach ich frei und muss nun meine Bemerkungen aus dem Stegreif rekonstruieren. (die Laudatio der Nobelpreisträgerin Prof. Ada Yonat war viel zu viel des Lobs, um sie zu verbreiten)…

Prost Mahlzeit:
Schmackhafter Frieden
Im Tel Aviver Herodes Hotel fand ein internationales Gipfeltreffen der Chefs aller Chefs statt. Vertreten waren der Kreml, der Palais d´Elysée, das Bundeskanzleramt, das Weiße Haus und Monacos Prinzenpalast. Aber nicht Sarkozy, Merkel, Obama, Albert und Medwedew waren erschienen, den Nahostfrieden gemeinsam mit Israelis und Palästinensern schmackhaft zu machen, sondern die Chefköche der Mächtigsten dieser Welt…

Stichwort: Bildung gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus
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Ambivalente Haltung:
Arabisch-israelischer Stolz
Wie stolz sind die israelischen Araber darauf, Israelis zu sein? Angesichts der gegenwärtigen Atmosphäre im Land klingt diese Frage wie eine Provokation – als wolle man die Minderheit jetzt noch verspotten…

Im Amt bestätigt:
Netanyahu bleibt Parteivorsitzender
Bei den vorgezogenen Vorwahlen des Likud am Dienstag ist Ministerpräsident Binyamin Netanyahu klar in seinem Amt als Parteivorsitzender bestätigt worden…

Jerusalem:
"Archäologischer Bezirk" im Aufbau
Die israelische Antikenbehörde hat die Errichtung eines „archäologischen Bezirks“ in Jerusalem in Auftrag gegeben. Auf dem Jerusalemer Museumshügel zwischen dem Israel-Museum und dem Bibelland-Museum soll ein archäologischer Komplex auf 35.000 Quadratmetern entstehen…

Sprecher der schweigenden Mehrheit:
Neue orthodoxe Bewegung gründet sich
In einer Zeit, in der die Verdrängung von Frauen aus dem öffentlichen Raum durch Orthodoxe immer mehr Schlagzeilen macht, gibt es auch orthodoxe Rabbiner, die anders denken…

Zentrum der Start-Up Nation:
Wie Tel Aviv zur Technologie-Hauptstadt wurde
Zwischen den europäischen Hauptstädten tobt der Kampf um den Titel der Hightech-Hauptstadt und London, Berlin, Paris und Dublin wollen den Thron für sich in Anspruch nehmen. Doch es gibt bereits einen König, und es ist unwahrscheinlich, dass jemand ihm den Rang ablaufen könnte...

Reaktion:
EU-Diplomaten verurteilen Jerusalemer Mufti
Die diplomatischen EU-Missionen in Jerusalem und Ramallah haben die „zündelnde“ Rede des Jerusalemer Mufti am 9. Januar aus Anlass des 47. Gründungstags der Fatah-Partei verurteilt…

Erst in der zweiten und dritten Generation:
Historischer Friedensschluss in Nahost
In Tel Aviv ist am Donnerstag eine Jahrhundert alte Feindschaft mit einem „Friedensschluss“ beigelegt worden. In den Büroräumen der Zeitung „Jakinton“ trafen sich „Polen“ und „Deutsche“, in Israel abschätzig „Jekkes“ genannt…

Internationaler Holocaust-Gedenktag:
Erinnerung und Lehre
Der Beschluss der UN-Generalversammlung vor mehr als sechs Jahren, den Vorschlag Israels zur Einführung eines internationalen Gedenktages für die Opfer der Shoah anzunehmen, war ein einzigartiger Moment in der Geschichte der Vereinten Nationen. Die Einführung des internationalen Holocaustgedenktages erteilt jeder Form der Holocaustleugnung eine eindeutige Absage...

Zu den Fakten:
Wie real ist ein israelischer Schlag gegen Iran?
Die Medien-Spekulationen über einen „unmittelbar“ bevorstehenden israelischen Militärschlag gegen Iran treiben seit einem Jahrzehnt die seltsamsten Blüten. Langstreckenflüge der israelischen Luftwaffe bis Gibraltar, zusammen mit der deutschen Luftwaffe, galten ebenso als „untrügliche Zeichen“ wie Auftanken in der Luft, was jedes NATO-Mitglied ebenso regelmäßig übt…

Hetze und Aufruf zu Gewalt und Mord:
Israels Polizei soll Mufti verhören
Israels Generalstaatsanwalt Jehuda Weinstein hat am Dienstag Abend eine strafrechtliche Ermittlung der Polizei gegen das geistliche Oberhaupt der Palästinenser, dem Jerusalemer Mufti Mohammed Hussein, angeordnet. Dieser hatte am 9. Januar in Ramallah vor laufender Kamera des offiziellen palästinensischen Fernsehens in einer Rede zum 47. Jahrestag der Gründung der Fatah-Partei zum Mord an Juden aufgerufen…

Fußnote:
Oscar-Nominierung für israelischen Film
Wieder ist ein israelischer Film im Rennen um den Oscar in der Kategorie des besten fremdsprachigen Films. Und wieder ist es ein Film des israelischen Regisseurs Joseph Cedar...

Warnglocke:
Gefährliche Hisbollah
Zur Abwechslung gibt es einmal gute Nachrichten aus Beirut. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, hat bei seinem letzten Besuch in der libanesischen Hauptstadt für Schlagzeilen gesorgt. “Ich bin sehr besorgt über die militärische Stärke der Hisbollah und den Stand der Entwaffnung”, sagte er bei einer Pressekonferenz nach seinem Treffen mit libanesischen Politikern. “All diese Waffen sind außerhalb der Reichweite staatlicher Autorität, dies ist für uns inakzeptabel”, erklärte er…

Premier Netanyahu:
Gedenken an Wannsee-Konferenz vor 70 Jahren
Bei der wöchentlichen Kabinettssitzung hat sich Ministerpräsident Binyamin Netanyahu zum 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz am Freitag geäußert…

Hetze:
Der Mufti und die Juden
Seit seiner Ernennung zum Mufti von Jerusalem hat Muhammad Hussein auf jeder sich bietenden Bühne seine Hetzreden zu Gehör gebracht, so auch in der vergangenen Woche auf der Feier zum 47. Jahrestag der Fatah-Gründung...

Nach Aufruf zur Ermordung von Juden:
Netanyahu fordert Ermittlung gegen Mufti
Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat Generalstaatsanwalt Yehuda Weinstein aufgefordert, den Fall des Jerusalemer Muftis Mohammed Hussein zu untersuchen…

Noch eine Front:
Der Hacker-Krieg in Nahost
Am Donnerstag erwischte es Banken in den arabischen Emiraten und die Zentralbank im Gazastreifen. Eine israelische Hackergruppe habe sie laut Medienberichten lahm gelegt…

Gedenken:
Erinnern an Raoul Wallenberg
Wenn wir des 100. Geburtstags von Raoul Wallenberg gedenken, erinnern wir an sein Erbe, an seinen Beitrag zu unserer Welt, in einer Zeit, in der der Antisemitismus erneut sein hässliches Haupt erhebt. Raoul Wallenberg darf niemals vergessen werden...

Sie wollte verfluchen und brachte Segen:
Unser Verhältnis zu den israelischen Arabern
Die Knessetabgeordnete Anastassia Michaeli hat alle überrascht, als sie letzte Woche dem Knessetabgeordneten Ghaleb Majadele Wasser ins Gesicht schüttete. Nicht einmal von ihr hatte man so etwas erwartet…

Stolz auf seine Taten:
Zweiter Mörder von Itamar verurteilt
Das Militärgericht Shomron hat am Dienstag den zweiten der beiden Männer, die des Mordes an Familie Fogel in Itamar im März 2011 angeklagt worden waren, zu einer fünffachen lebenslänglichen Freiheitsstrafe und weiteren sieben Jahren Haft verurteilt...

Seit Montag:
Generalstreik in den Kommunen
Mit dem Streik protestieren die Kommunen gegen eine Reihe von Gesetzen und Gesetzesinitiativen, deren Durchführung ihrer Meinung nach vor allem aus den Kommunalbudgets finanziert werden müsse und sie so unverhältnismäßig stark belaste...

Nukleare Bedrohung:
Wie das iranische Atomprogramm aufzuhalten ist
Fünf Jahre sind vergangen, seit der UN-Sicherheitsrat erstmalig den Iran zum Stopp der Urananreicherung aufgefordert hat. Seitdem widersetzt sich die iranische Republik dem internationalen Druck und arbeitet weiter stur an ihrem Plan der Entwicklung von Atomwaffen – wie es scheint, könnten diese bereits im nächsten Jahr bereit sein...

Fundsache:
Jeremias bei den Taliban
Afghanische Hirten haben in den Bergen der Samangan Provinz in einer Höhle ein mittelalterliches Archiv mit jüdischen Texten entdeckt. Die rund 150 Pergamente, teilweise unleserlich und in schlechtem Zustand, werden von Experten der Hebräischen Universität in Jerusalem untersucht und entziffert…

David Ranan Lesereise:
Verweigerung in Israel
Der Auslöser für dieses Buch war ein Besuch vor kurzer Zeit bei israelischen Freunden von mir. Zweien von ihren drei Söhnen war es gelungen, sich aus dem Militärdienst herauszuwinden. Nur der mittlere Sohn hatte sich für den Dienst in der Armee entschieden und leistete einen kompletten dreijährigen Dienst in einer Kampfeinheit ab…

Theodor Herzl im kollektiven Gedächtnis Israels:
Ein jüdischer Jules Verne
Andrea Livnat hat einen grundständigen, durch leichtfüßigen Stil bestechenden Beitrag zur Erinnerungsforschung geleistet, indem sie eine Antwort darauf gibt, wie Herzls Legende in dem von ihm erträumten “Judenstaat” weiterlebt und der “Prophet des Staates” den Sprung aus dem Vergessen geschafft hat, während gleichzeitig das konkrete Wissen über die Person Herzls selbst deutlich abgenommen hat...

Netanyahu zu anti-äthiopischen Vorfällen:
Kein Platz für Rassismus
Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat am Mittwoch seinen Berater für die Angelegenheiten äthiopischer Einwanderer Ali Adamsu angewiesen, entschlossen gegen rassistische Anfeindungen gegen äthiopische Einwanderer vorzugehen…

Weitere Meldungen...

פרשת השבוע בחוג המשפחה:
בא – בשלח

יש מי שמאמין בניסים ויש מי שאינו מאמין בניסים. מה ההבדל ביניהם? אין הבדל! את ההוכחה לכך אנו מוצאים בפרשה שלפנינו…

Weitere Meldungen...

Biografie:
Anna Halprin
Seit Ende der 1930er Jahre ist der Tanz ein wichtiges Element der vielseitigen Karriere von Anna Halprin. Immer wieder hat sie revolutionäre Richtungen für diese Kunstform entwickelt und dabei andere Choreografen dazu inspiriert, den modernen Tanz in neue Dimensionen zu führen...

Fatigue:
Müdigkeit nach Krebs keine Seltenheit

Uni-Klinik für Rehabilitationsmedizin hat dazu ein Therapiekonzept entworfen, das aus mehreren Bausteinen besteht. Die Therapie ist gleichzeitig eine Studie, deren Ziel es ist, Standards für Diagnose und für Therapien zu erarbeiten. Die Forscher wollen mit ihrem Konzept die Aufnahme der tumorbedingten Erschöpfung als eigenständige Diagnose in die Internationale Klassifikation...

Geriatrie und Sucht:
Immer mehr Ältere haben Alkoholproblem

Immer mehr ältere Menschen werden in London gegen Probleme mit dem Trinken von Alkohol behandelt. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist es bei Menschen über 65 Jahren zu einem Anstieg von 163 Prozent bei...

BMS schluckt Inhibitex:
Hepatitis-C-Medikament im Fokus

Der US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb übernimmt für 2,5 Mrd. Dollar (1,97 Mrd. Euro) den Mitbewerber Inhibitex. Das Unternehmen mit Sitz in New York interessiert sich dabei vor allem für Inhibitex’ Medikament INX 189, ein vielversprechender...


Vielversprechend:
Neuer Impfstoff gegen Hepatitis C
Eine frühe klinische Studie eines Impfstoffes gegen Hepatitis C hat laut Wissenschaftlern der University of Oxford viel versprechende Ergebnisse erbracht. Die Entwicklung eines Impfstoffes wurde dadurch erschwert, dass das Virus seine Erscheinungsform ändert und damit schwer zu fassen ist...

Künstlerischen Zwiegespräch mit ganz erstaunlicher Botschaft:
ben-jakov-paintings
Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 12. Februar 2012 um 18.00 Uhr im Jüdischen Gemeindezentrum, 80331 München, St.-Jakobs-Platz 18…

Nachtrag zur Sendung "Die letzten Zeitzeugen":
Noch ne Portion Auschwitz gefällig?
Gedanken ohne Epilog…

Von Schlurfs, Potapkis und Zazous:
Mit Swing und Jazz gegen das NS-Regime
Getreu dem Zitat von Albert Einstein: „Wenn einer mit Vergnügen in Reih und Glied zu einer Musik marschiert, hat er sein Gehirn nur aus Irrtum bekommen“, entschieden sich tausende von Jugendlichen in Deutschland, Österreich und den besetzten Ländern der nationalsozialistischen Unkultur die Stirn zu bieten. Der Gleichschaltung und dem eingeforderten Herdenverhalten setzten die „Swingheinis“ ihre eigene Kultur entgegen: individueller Dresscode sowie kreative und ekstatische Musik...

Ein Urteil gegen die NS-Opfer:
Fehlentscheidung aus Den Haag
Heute, am Freitag, den 3.2.2012, verkündete der Internationale Gerichtshof in Den Haag seine Entscheidung im Fall Deutschland ./. Italien. Er gab der Klage Deutschlands statt, mit der die Bundesrepublik Immunität gegenüber Klagen von NS-Opfern in Italien beansprucht. Deutschland klagte vor dem IGH, weil italienische Gerichte vielfach zu Gunsten der Opfer entschieden und eine Klagemöglichkeit in Italien anerkannt haben. Mit diesem Urteil ist nun der Klageweg für NS-Opfer in Italien versperrt...

Gedenken an Nazi-Opfer:
Zickzack-Kurs in Deggendorf
Vor 70 Jahren wurden acht jüdische Bürger aus der Stadt Deggendorf an der Donau verschleppt. Jetzt wollen die Räte der niederbayerischen Stadt die Mitglieder aus drei Familien ehren: Sie planen, „Stolpersteine“ an den einstigen Wohnhäusern der vermutlich in Piaski, Theresienstadt und Auschwitz Ermordeten zu setzen.[01] Damit fährt die Stadt jenen Zickzack-Kurs weiter, den sie schon 1962/63 bei Straßenwidmungen zu Ehren der drei Familien eingeschlagen hatte: Denn noch vor kurzem hatte sie die „Stolpersteine“ abgelehnt und eine eigene Art unübersehbaren Gedenkens auf Wandtafeln angestrebt…

Zweite Anlaufstelle in der Region Stuttgart:
Rückkehr jüdischen Lebens nach Esslingen

Vor wenigen Tagen fand die notarielle Unterzeichnung des Erbbauvertrages zur Übergabe der Immobilie der ehemaligen Esslinger Synagoge von der Stadt Esslingen an die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs statt...

Chazak we Emaz – Stark und Mutig!:
Die jüdische Nachkriegsgemeinde Passau
Es war ein sonniger Frühlingstag im Mai 1947: Ein langer Demonstrationszug zieht durch die Altstadt von Passau. An der Spitze marschiert ein Standartenträger mit einer blau-weißen Fahne. In der Mitte prangt ein großer Davidstern, der von hebräischen Schriftzeichen umrahmt ist. „Jüdische Gemeinde Passau“ ist dort zu lesen. Die weit über hundert Juden erinnern mit ihrem Aufzug an die Liquidation des jüdischen Ghettos der polnischen Stadt Kielce und an die Ermordung der letzten 46 Kinder im Mai 1943...

30. Januar 1933:
Generalstreik in Mössingen
In dem Arbeiterdorf Mössingen, zwischen Reutlingen und Tübingen, fand am 31. Januar 1933, dem Tag nach der Machtübertragung an die Nazis, ein Generalstreik statt. Es war im ganzen Deutschen Reich der einzige organisierte Versuch die Katastrophe zu verhindern und die Nazi-Regierung gleich zu Beginn zum Rücktritt zu zwingen…

Religions-Check:
Was passiert nach dem Tod?
Rabbiner Andrew Steiman, dessen Tätigkeitsfeld in der Budge-Stiftung in Frankfurt liegt, beantwortete diese Frage als Vertreter des Judentums…

Ralph Giordano:
Mein politisches Testament
Nichts hat so heftig an den mir von den Nazis injizierten Fluchtinstinkt appelliert wie die stellenweise bis an den Rand der Konspiration operierende Defensive der Schutz- und Sicherheitsorgane gegenüber der akuten braunen Gefahr. Ich fürchte mich, eingestandenermaßen! Aber nicht vor der braunen Pest, die sich da mitten unter uns mit sozialen Fäden geradezu wohnlich einrichten konnte, sondern vor der staatlichen und politischen Indifferenz ihr gegenüber. Davor fürchte ich mich...

Salomon Hugo Lieben:
"Jesuiten" im Jüdischen Lexikon von 1927
Nachdem sich unter unseren Lesern eine Diskussion zum Christentum entsponnen hat, bei der auch einige Fragen zu den Jesuiten laut wurden, möchten wir an dieser Stelle den entsprechenden Eintrag aus dem Jüdischen Lexikon wiedergeben. Gleichzeitig ist dies eine kleine und verdiente Reminiszenz an einen leider vergessenen Historiker und Lehrer aus dem alten Prag…

Willy Cohn:
Dominikaner und Franziskaner in Lexikoneinträgen
Mit drei Einträgen aus dem Jüdischen Lexikon von 1927 soll an den Lehrer und Historiker Willy Cohn (1888-1941) erinnert werden. Der anerkannte Spezialist für mittelalterliche Geschichte sowie Biograf sozialistischer Vordenker war nicht nur der Lehrer von u.a. Walter Laqueur, sondern hat als Chronist die deutsche Schreckensherrschaft über Juden in Tagebuchform festgehalten. Cohns Schicksal steht exemplarisch für das zahlreicher hoch gebildeter deutscher Juden seiner Generation…

Für Faschings-Muffel:
Fernsehtipps für Februar
Vom 01. bis 15. Februar 2012...

Dresden:
Zwischen Coventry und Leningrad
Zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens werden Neonazis auch diesmal einen Fackelmarsch abhalten. Auf eine zusätzliche Großdemonstration scheint die Szene jedoch zu verzichten. Die Auseinander­setzung mit dem deutschen Opfermythos wird indessen vernachlässigt…

Köln:
Israelischer Filmabend
Am Mittwoch, 1. Februar 2012, 20.00 Uhr, wird in der Filmpalette Köln der israelische Film "Hachov" ("The Debt", "Die Schuld"), OmeU, gezeigt…

Neugründung:
Torat Hakalkala
Ende vergangenen Jahres wurde in Frankfurt der Verein "Torat Hakalkala – Verein zur Förderung angewandter jüdischer Wirtschafts- und Sozialethik" gegründet. Torat Hakalkala (Hebräisch für "Wirtschaftlehre" oder "Wirtschaftstora") will eine jüdische Perspektive auf wirtschaftspolitische Herausforderungen von heute formulieren und Stellung zu aktuellen Entwicklungen und Tendenzen beziehen…

Antisemitismus:
Die Statistik von den traurigen Witzen
Problematisch bei der ganzen Geschichte sind aber eigentlich nicht die Zahlen, sondern das, was hinter diesen Zahlen steht. Die Leute und ihre Einstellungen. Und nein, ich meine gerade nicht die offensiven Antisemiten, die ganz bewusst Juden hassen und das auch sagen. Und nein, ich rede auch nicht von erzkonservativen Akademikern, die ihren Judenhass in einem religiösen oder historischen Kontext verschleiern, und ich rede auch nicht von einigen hyperlinken Palästinafreunden, die ihren Judenhass in Israelkritik verkleiden. Ich rede von Otto Normalbürger...

Reinschauen lohnt sich:
Das Leben im Kibbuz
Rahmenprogamm zur Ausstellung “Kibbuz und Bauhaus – Pioniere des Kollektivs” mit Lesungen, Vorträgen, Führungen und einem israelischen Abend…

Aktion für haGalil-Leser:
Jewrhythmics in Concert
Musik-Fans aufgepasst. Für die Jewrhythmics – Album Release Shows gibt es für haGalil – Leser eine tolle Aktion: 2 für 1!  1 Karte zahlen, 2 kommen ins Konzert...

Zum 27. Januar:
Wunschzettel
OK. Ich gebs zu. Der Holocaustgedenktag ist kein Wunschkonzert. Aber das kann man ja mal kurz ignorieren. Wünschen darf man

Ungeschminkt:
Warum ich nicht stolz bin, Bayer zu sein
Von Kindesbeinen an wird einem/einer in Bayern eingeredet, stolz auf seinen Freistaat Bayern bzw. auf das ehemalige Königreich Bayern sein zu müssen. Im Elternhaus, im Kindergarten, in der Schule, ja, sogar noch im Institut an der Universität und am Arbeitsplatz wird er gepflegt, der bayerische Gemeinschaftssinn, der bayerische Regionalpatriotismus, das, was viele immer noch „reine und unverstellte Heimatliebe“ nennen, ohne weiter drüber nachzudenken…

Expertenbericht:
Ein Fünftel der Deutschen ist antisemitisch eingestellt
Laut dem Bericht besitzt der Islamismus inzwischen ein erhebliches Gefahrenpotential und fördert die Radikalisierung arabisch- und türkischstämmiger Jugendlicher. Antisemitische Argumentationsmuster würden dazu dienen, das Existenzrecht Israels infrage zu stellen. Der Rechtsextremismus sei jedoch weiterhin der wichtigste Mittler antisemitischer Inhalte, so die Experten...

Grundwissen:
Christlicher Antijudaismus
Die erste antijüdische Politik setzte im 4. Jahrhundert n. Chr. in Rom ein. Das Christentum hatte unter der Herrschaft Kaiser Konstantins (324 – 337) zunehmend an Einfluß gewonnen, um schließlich zur Staatsreligion zu werden und die Christianisierung in weiten Teilen Europas einzuleiten. Seit dieser Zeit machte der Staat Kirchenpolitik. Juden waren vielfach die einzige Minderheit, die demgegenüber auf ihrer eigenen Religion beharrte…

Horst-Eberhard Richter:
Psychoanalyse und Politik
Vor vier Wochen ist der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter im Alter von 88 Jahren verstorben. Er galt als der Vertreter der Friedensbewegung; zugleich war er der Begründer einer psychoanalytischen Familientherapie. Sein Gießener Schüler und Kollege Hans-Jürgen Wirth hat in einem mit "Psychotherapeut der Nation" betitelten Nachruf an dessen Wirken erinnert. Nachfolgend stellen wir Horst-Eberhard Richters 1999 erschienenes Werk "Psychoanalyse und Politik. Zur Geschichte der politischen Psychoanalyse" vor…

Weitere Meldungen aus Deutschland:
Jüdisches Leben in Deutschland...
Antisemitismus, Rechtsextremismus...

Bilanz aus Wien:
"Wir sind die neuen Juden"
Am 27.1., dem Holocaust-Gedenktag, fand in Wien der WKR-Ball in der Wiener Hofburg statt, der von rechtsextreme Burschenschaften mitgetragen wird. Rund 10.000 Menschen haben dagegen demonstriert. Die Skandale folgten im Nachgang: Rechtsextreme sehen sich als die “neuen Juden” und ein vorm. Nationalratsabgeordneter wird vor den Augen der Polizei von einem mutmaßlich Rechtsextremen verprügelt…

Burschenschaftler in der postnazistischen Kleinfamilie:
Eine Nestbeschmutzung
Österreich ist ein merkwürdiges Land. Am heutigen Abend werden Burschenschaftler der im WKR zusammengeschlossenen Olympia, Cimbria und Teutonia in der Hofburg das Tanzbein schwingen. Das ist in etwa so, als würde die bundesrepublikanische NPD ihre nächste Party am 9. November im Berliner Schloss Bellevue, dem Sitz des deutschen Bundespräsidenten abhalten...

Wien:
Von Deutschland lernen
Deutschvölkische Burschenschaften laden am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz zum Ball in die Wiener Hofburg. Dies gehört in Österreich noch immer zur postnazistischen Normalität…

Jetzt in deutscher Übersetzung:
Froim - der Junge aus dem Warschauer Ghetto
Das Kinderbilderbuch erzählt, illustriert mit fein gezeichneten Bildern, die authentische Kindheitsgeschichte von Erwin/Froim Baum...

Kleingedrucktes:
Grünes Licht für die Zentralbank Irans?
Mit faulen EU-Kompromissen lässt sich die iranische Bombe nicht verhindern…

"Friedensmarsch" in Budapest:
Hands off Hungary
"Fäkalantisemit" Bayer initiiert Pro-Regierungsdemonstration in Budapest…

"Gegensatz zur Haltung der deutschen Tradition":
In vollem Wichs gegen Adorno
Rechtsextreme machen kurz vor dem deutsch-völkischen Burschenschaftler-Ball in der Hofburg gegen die Kritische Theorie der Frankfurter Schule mobil…

Alles nur Schall & Rauch:
Zum Völkermord in Rwanda
Das Ende der Fahnenstange für den in Frankreich verbreiteten Geschichtsrevisionismus…

Liberale Vergangenheit und kreativ-vielfältige Zukunft:
Jüdische Schweiz
Die jüdische Schweiz sieht sich gerne traditionell orthodox in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Stimmt dieses Bild wirklich? Sicher ist das für die Gemeinden in Endingen und Lengnau richtig, die als einzige nach der Vertreibung der Juden im 15. Jahrhundert weiter bestehen durften. Danach gab es Niederlassungsbewilligungen für Juden erst wieder im 19. Jahrhundert, zuerst in den Städten Basel, St. Gallen, Zürich und Bern. Denn die Emanzipation der Juden in der Schweiz erfolgte sehr zögerlich und spät, nur auf politischen Druck von aussen...

Tolerierter Antisemitismus:
Sündenböcke der ungarischen Regierung
Antisemitischer Hassprediger Csurka demonstriert mit Fidesz-Kommunalpolitikern für Orbán-Regierung…

Revolution der Seele:
Die Geburt der Psychoanalyse
Die Geschichte der Psychoanalyse wurde bisher hauptsächlich in Form von idealisierenden Biografien ihres Begründers Sigmund Freud erzählt. George Makari hingegen verbindet diese einzelnen Stimmen zu einem vielschichtigen Panorama. Gestützt auf neues Archivmaterial und zehn Jahre intensiver Forschung, lässt er die Zeit von 1870 bis 1945 vor dem geistigen Auge des Lesers wieder aufleben – von der Geburtsstunde der Psychoanalyse in Wien bis zu ihrer Vertreibung aus Europa durch den Faschismus...

Elektroyid:
What can you mach - Amerike!
Nicht das Heilige Land der Bibel, sondern das Land der unbegrenzten Möglichkeiten war für die Juden Osteuropas, unter Diskriminierung und Verfolgung leidend, das Gelobte Land. In Massen zogen sie – vor fast hundert Jahren, in die Vereinigen Staaten von Amerika…

Österreichs Regime-Hilfe:
Die österreichisch-iranischen Beziehungen seit 1979
Das iranische Regime hätte sich wohl kaum über 30 Jahre an der Macht halten können, wenn ihm aus Europa nicht mit politischer Nachsicht und ökonomischer Kooperation begegnet worden wäre. Nach 1979 spielte Österreich neben Deutschland eine entscheidende Rolle bei der Herausführung der "Islamischen Republik" aus der internationalen Isolation...

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