Eröffnung der Gedenkstätte Lety u Písku

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Blick auf den heutigen Standort der Gedenkstätte, (c) Zentralrat Deutscher Sinti und Roma/ Gustav Pursche

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sieht im neuen Holocaust-Dokumentationszentrum auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Lety u Písku, das unter tschechischer Verwaltung stand, einen wichtigen Ort der Erinnerung an den Holocaust an 500.000 Sinti und Roma im NS-besetzten Europa. Dieses Konzentrationslager bestand zwischen 1940 und 1945 im von den Deutschen besetzten „Reichsprotektorat Böhmen und Mähren“. Dort wurden überwiegend Roma inhaftiert. Hunderte Häftlinge starben aufgrund der Lagerbedingungen, über 1000 wurden von Lety in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert.

Romani Rose: „Erst am 17. März 1982 hat die Bundesrepublik Deutschland den Holocaust an den europäischen Sinti und Roma als Völkermord anerkannt. Auch in der Tschechischen Republik wurde die Erinnerung an dieses Menschheitsverbrechen an unserer Minderheit über Jahrzehnte hinweg ignoriert. Daher ist das neue Dokumentationszentrum in Lety ein wichtiges Zeichen der historischen Bewusstseinsbildung, dass Holocaust auch die Ermordung von 500.000 Sinti und Roma im NS-besetzten Europa bedeutet.“ Rose betonte, dass es vor allem den Selbstorganisationen aus der Minderheit und der Zivilgesellschaft zu verdanken sei, dass nun an die Opfer dieses ehemaligen Konzentrationslagers erinnert werde.