Erinnerungszeichen für den Künstler Moritz Heymann (1870 – 1937)

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Moritz Heymann gezeichnet von Oskar Schmal, 1931, (c) Privatsammlung

Am 23. Oktober wird ein Erinnerungszeichen für den Künstler Moritz Heymann (1870 – 1937) gesetzt. Er war einer der führenden Vertreter des Münchner Impressionismus und gründete die Schule für zeichnende Künste und Malerei, eine der angesehensten privaten Kunstschulen Münchens mit vielen bedeutenden Absolventen.

Die Gedenkveranstaltung findet um 15.30 Uhr in der Akademie für Bildende Künste München statt. Teilnehmen werden Bürgermeisterin Mona Fuchs in Vertretung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München, Prof. Karen Pontoppidan (Akademie der Bildenden Künste München), Prof. Dr. C. Bernd Sucher (Liberale Jüdische Gemeinde München Beth Shalom e.V.) und Klaus Bäumler, der Initiator des Erinnerungszeichens. Die Gedenkveranstaltung findet in englischer Sprache statt. Gegen 17 Uhr wird das Erinnerungszeichen in der Türkenstraße 52 gesetzt, wo Moritz Heymanns Kunstschule ihren Sitz hatte.

Moritz Heymann wurde am 2. Juli 1870 in Breslau geboren. Er studierte bei Albrecht Bräuer, später an der Akademie der Künste in Berlin sowie an der Akademie der Bildenden Künste München bei Carl von Marr. 1902 gründete Heymann die Schule für zeichnende Künste und Malerei. In den folgenden drei Jahrzehnten erhielten dort über 5.000 Studierende aus aller Welt Unterricht in Zeichnen und Lithografie. Heymann bildete international bekannte Künstlerinnen und Künstler wie Max Unold, Hermann Euler und Maria Luiko aus.

Eine Klasse von Moritz Heymann (2.v.l.), (c) privat

Der Impressionist war bereits bekannt für seine Lithografien und Zeichnungen, bevor er sich zunehmend der Malerei widmete. Seine Werke zeigten venezianische Landschaften, Porträts, Hundestudien und Zirkusszenen. Heymann stellte regelmäßig im Münchner Glaspalast aus und war in vielen bedeutenden Ausstellungen in ganz Deutschland vertreten. Er war Mitglied der Künstlervereinigung Luitpold-Gruppe.

Aufgrund seiner jüdischen Herkunft war Heymann mit dem Beginn der NS-Herrschaft zunehmender Verfolgung ausgesetzt. Trotz wachsenden behördlichen Drucks hielt er den Betrieb seiner Schule aufrecht, bis er 1936 gezwungen war, die Schule zu schließen. Moritz Heymann starb am 29. Januar 1937. Sein Vermächtnis lebt weiter durch die Tausenden von Künstlern, die er inspirierte, und die zeitlose Qualität seines Werks.

Zu den Erinnerungszeichen:

Erinnerungszeichen werden seit 2018 an Orten angebracht, an denen Menschen lebten, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Die Erinnerungszeichen bestehen aus gebürstetem Edelstahl und sind vergoldet. Es gibt sie als Wandtafeln an der Fassade und als Stelen auf öffentlichem Grund. Sie enthalten die wichtigsten Lebensdaten, Angaben zum Schicksal und – falls vorhanden – ein Bild.

Weitere Informationen: www.erinnerungszeichen.de