
Der Netzwerk- und der Trägerverein für das Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus und das Jüdische Museum Hohenems begrüssen die Bekanntgabe des Siegerprojektes für den Erinnerungsort in Bern. Das Memorial «unfolded minute» wird auf der Casinoterrasse neben dem Bundeshaus realisiert.
Der Erinnerungsort ist ein wichtiges Element des Memorial-Gesamtkonzepts, das zudem das geplante Vermittlungszentrum Flucht in Diepoldsau und ein Netzwerk von Institutionen und Kantonen umfasst.
An einer Medienkonferenz stellte das EDA vergangene Woche, im Beisein von Bundesrat Ignazio Cassis, der Berner Stadtpräsidentin Marieke Kruit, Jurypräsidentin Madeleine Schuppli und dem Siegerteam das Projekt vor. Die Jury überzeugte das Team unter Leitung der Historikerinnen Franziska Schürch und Isabel Koellreuter (aus Basel) sowie den Künstlern und Künstlerinnen Jannik Giger und Rahel Zaugg sowie den Architektinnen Andrea Steegmüller und Salomé Gutscher.
Das Siegerprojekt
Mit «unfolded minute» wird auf der Casinoterrasse in Bern ein mehrteiliges Memorial erbaut: Eine Klangwand macht individuelle Schicksale von Opfern mit einminütigen Klangfolgen sinnlich erfahrbar. Ergänzt wird dies durch digitale Informationstafeln, die Vermittlungsinhalte bieten. Der Beitrag schafft einen Erinnerungsort, der künstlerischen Ausdruck mit historischer Vermittlung verbindet.
Erinnern, vermitteln, vernetzen
Eingebettet ist der Erinnerungsort in Bern in das Gesamtprojekt Schweizer Memorial, welches zudem das geplante «Vermittlungszentrum Flucht» im St. Galler Rheintal und ein gesamtschweizerisches Netzwerk umfasst. Der Trägerverein ist eng in die Realisierung des Erinnerungsortes in Bern eingebunden und wird nach dem Bau die Trägerschaft übernehmen. Der Netzwerkverein koordiniert aktuell die anderen beiden Projektteile. Gemeinsam mit assoziierten Mitgliedern wächst ein internationaler Verbund zur Erinnerung an die Schweiz zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und an die Opfer des Nationalsozialismus. Mit dem Vermittlungszentrum Flucht wird an der Schweizer Landesgrenze in Diepoldsau im Kanton St. Gallen das Memorial um einen modernen transnationalen Ort der Geschichtsvermittlung ergänzt werden, der die gesamtschweizerische Fluchtgeschichte umfasst und in enger Zusammenarbeit mit dem benachbarten Jüdischen Museum Hohenems in Österreich realisiert wird. Die Realisierung des Vermittlungszentrums ist eng mit der teilweisen Nachnutzung von heute durch den Zoll genutzten Liegenschaften ab 2029 verbunden. Bereits ca. 2028 soll die Geschichte der Fluchten in die Schweiz während der Zeit des Nationalsozialismus im Rahmen einer Wanderausstellung an mehreren Orten in der Schweiz vermittelt werden.
Der Träger- und der Netzwerkverein freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit mit allen Beteiligten zur Realisierung des Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus.
Verein Netzwerk Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus
Das Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus entstand aus einer zivilgesellschaftlichen Initiative, die 2019 ihren Anfang nahm. Nach dem Entscheid des Bundesrats von 2023, ein Memorial zu schaffen, gründeten der Kanton St. Gallen, das Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich, das Zentrum für Jüdische Studien der Universität Basel, der Schweizerische Israelitische Gemeindebund und die Stadt Bern 2024 ein Netzwerk. Dieses hat das Ziel, Akteurinnen, Akteure und Initiativen rund um das Schweizer Memorial miteinander zu vernetzen und in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems den Aufbau des Vermittlungszentrums Flucht Diepoldsau voranzutreiben. Bereits sind einige assoziierte Mitglieder formell beigetreten, unter anderem die Paul-Grüninger-Stiftung, der Verein Stolpersteine Schweiz und das Schweizerische Nationalmuseum. Verschiedene Kantone haben bereits Interesse an einer Mitgliedschaft signalisiert.
Trägerverein für das Schweizer Memorial
Seit 2025 gibt es neben dem Netzwerkverein auch den Trägerverein. Ihm obliegt die langfristige Verantwortung für den Erinnerungsort in Bern – insbesondere für dessen Betrieb, Pflege, Sicherheit und dessen Weiterentwicklung. Später kann der Trägerverein eine entsprechende Rolle für das geplante «Vermittlungszentrum Flucht» im St. Galler Rheintal übernehmen. Neben dem SIG und dem AfZ ist auch die GMS Mitgründerin des Trägervereins.
Mehr Informationen: swissmemorial.ch


