Die Nationalbibliothek Israels freut sich, den Erwerb eines seltenen Exemplars des „Jüdischen Handbuchs: Praktische Informationen zur jüdischen und modernen Küche (mit einer Sammlung wertvoller Rezepte und Hinweise zur Toilette)“ bekanntzugeben. Es handelt sich um das erste jüdische Kochbuch und Haushaltshandbuch, das jemals in England veröffentlicht wurde.
Das 1846 erschienene „Jüdische Handbuch“ nannte lediglich „Eine Dame“ als Autorin, wird aber Lady Judith Montefiore zugeschrieben. Obwohl es keine Dokumente oder konkreten Beweise gibt, sprechen einige Gründe für diese Hypothese: Nur wenige jüdische Frauen im viktorianischen England trugen den Titel „Lady“, die Rezepte des Buches entsprechen der Küche, die im Hause Montefiore üblich war, der Text deutet darauf hin, dass die Autorin der Oberschicht angehörte, und – noch aussagekräftiger – sie scheint eine weltoffene Person gewesen zu sein, die unter anderem Eretz Israel bereiste. Judith Montefiore besuchte Eretz Israel fünfmal in Begleitung ihres Mannes.
Die Rezepte des „Jüdischen Handbuchs“ reichen von der „Palästina-Suppe“ – („Ein Rinderbein, ein Kalbsfuß, ein Pfund Chorissa und ein großes Huhn in vier Litern Wasser köcheln lassen, ein Stück frische Zitronenschale, sechs Topinambur, einen Bund Kräuter, etwas Salz und weißen Pfeffer, etwas Muskatnuss und eine Muskatblüte hinzufügen…“) bis hin zu „Gerösteten Kastanien als Dessert“ („Kastanien werden so oft ungenießbar serviert, dass wir das französische Rezept dafür angeben…“).
Die Kapitel des Buches behandeln Körperpflege – „Kosmetische Bäder mit Milch… sind auch in den höheren Gesellschaftsschichten des Ostens weit verbreitet; und wir haben gehört, dass sie in Frankreich und England allmählich an Beliebtheit gewinnen“ – und die Autorin gibt außerdem Ratschläge, „um die junge jüdische Haushälterin in den Genuss von Luxus und Sparsamkeit beim Essen zu bringen, von dem so viel Freude am geselligen Beisammensein abhängt“.
„Bislang hatte der Bibliothekskatalog nur Zugriff auf die digitale Kopie des Jüdischen Handbuchs aus der Montefiore-Sammlung“, erklärt Dr. Chaim Neria, Kurator der Haim-und-Hanna-Solomon-Judaica-Sammlung der Nationalbibliothek Israels. „Es war uns wichtig, ein gedrucktes Exemplar zu besitzen, denn der Erwerb dieses Buches – des ersten jüdischen Kochbuchs, das jemals in England veröffentlicht wurde – ist Teil unseres Auftrags, Wissen, Erbe und Kultur des jüdischen Volkes, des Staates und des Landes Israel zu sammeln, zu bewahren und zu verbreiten. Das Erbe der Familie Montefiore ist untrennbar mit all dem verbunden.“
Das Buch ergänzt die Sammlung der Bibliothek mit historischen und modernen Kochbüchern sowie Dokumenten zur jüdischen und israelischen Küche. Zu den Höhepunkten zählen: „Dei Yiddishe Kuch“ (1930), das zwar in Jiddisch verfasst ist, aber auch Rezepte aus dem Nahen Osten enthält; „How to Cook in Palestine“ (1933), ein unverzichtbarer Leitfaden zur Gewöhnung an die Küche des Landes Israel; Kochbücher von jüdischen Gemeinden und vieles mehr. Die Manuskriptsammlung der KTIV enthält sogar ein Fragment einer mittelalterlichen Einkaufsliste mit den Zutaten für Tahini.
Pünktlich zum bevorstehenden Schawuot-Fest präsentiert die Nationalbibliothek eine Auswahl an Käserezepten aus dem „Jewish Manual“:
Savoury Cheese Cakes – Grate finely an equal quantity of stale bread and good cheese, season with a little pepper and salt, mix into a batter with eggs, form into thin cakes and fry.
Maccaroni and Cheese – Boil some maccaroni [sic] in milk or water until tender, then drain them and place on a dish with bits of butter and grated Parmesan cheese; when the dish is filled grate more cheese over it and brown before the fire.
Ramakins – Mix together three eggs, one ounce of warmed butter, and two of fine cheese grated, and bake in small patty pans.
Cheesecakes – Warm four ounces of butter, mix it with the same quantity of loaf-sugar sifted, grate in the rind of three lemons, squeeze in the juice of one, add three well-beaten eggs, a little nutmeg, and a spoonful of brandy; put this mixture into small tins lined with a light puff paste, and bake. Cheesecakes can be varied by putting almonds beaten instead of the lemon, or by substituting Seville oranges, and adding a few slices of candied orange and lemon peel.
A Nice Breakfast Cake – Make a paste of half a pound of flour, one ounce of butter, a very little salt, two eggs, and a table-spoonful of milk, roll it out, but first set it to rise before the fire; cut it into cakes the size of small cheese plates, sprinkle with flour, and bake on a tin in a brisk oven, or they may be fried in a clean frying pan; they should be cut in half, buttered hot, and served quickly.
A Fondu – Make into a batter one ounce and a half of potatoe [sic] flour, with the same quantity of grated cheese and of butter, and a quarter of a pint of milk or cream; add a little salt, very little pepper, and the well-beaten yolks of four fine fresh eggs; when all this is well mixed together, pour in the whites of the eggs, well whisked to a froth; pour the mixture into a deep soup plate or dish, used expressly for the purpose, and bake in a moderate oven. The dish should be only half filled with the fondu, as it will rise very high. It must be served the moment it is ready, or it will fall. It is a good plan to hold a salamander* over it while being brought to table.
* A metal implement used for browning.



