Anlässlich des DFB-Pokalfinales, einem der größten Ereignisse im deutschen Fußball, startete der Zentralrat der Juden in Deutschland am Wochenende sein neues Projekt „Anstoß gegen Antisemitismus im Fußball“.
Zehntausende Fans aus ganz Deutschland waren an diesem Wochenende in Berlin. Diese Fußballpräsenz in der Stadt nutzte der Zentralrat der Juden, um das Projekt und seine Anliegen sichtbar zu machen. Denn Antisemitismus ist zwar auch im Fußball präsent, bleibt aber zu oft unerkannt. Um diesem entgegenzutreten, waren auf hunderten digitalen Werbeflächen des Außenwerbe-Unternehmens Ströer in ganz Berlin die Botschaften „Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus“ und „Mitfiebern. Gegen Antisemitismus“ zu sehen.
Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, erklärt: „Fußball erreicht in Deutschland viele Millionen Menschen, die als begeisterte Fans ihren Teams folgen oder selbst vor Ort im Verein aktiv sind. Leider erleben wir aber, dass der wachsende Antisemitismus auch im Fußball das Miteinander auf allen Ebenen, von der Kreisliga bis in den Spitzensport, bedroht. Dieses Projekt nutzt die einzigartige Position des Fußballs als verbindendes Glied vieler Menschen in unserem Land, um dem Antisemitismus, der in unserer Gesellschaft immer aggressiver auftritt, Paroli zu bieten.“
Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert. Bundesministerin Karin Prien erklärt: „Fußball begeistert Millionen in Deutschland und verbindet Menschen unterschiedlichster Herkunft, Generationen und Lebensrealitäten. Gerade deshalb spielt der Sport eine besondere Rolle für Zusammenhalt, Respekt und demokratische Werte. Mit dem Projekt ‚Anstoß gegen Antisemitismus‘ setzt der Zentralrat der Juden ein wichtiges Zeichen für Haltung und Miteinander im Fußball. Denn Antisemitismus ist kein Randphänomen und wird zu oft nicht erkannt oder benannt. Mit dem Bundesprogramm ‚Demokratie leben!‘ unterstützen wir Initiativen, die Dialog fördern, Aufklärung stärken und deutlich machen: Jüdisches Leben gehört dazu – selbstverständlich auch beim Fußball.“
Das Projekt verfolgt das Ziel, antisemitismuskritische Strukturen in Verbänden, Vereinen und unter Fans nachhaltig zu stärken und ein klares Zeichen für Solidarität, Verantwortung und demokratische Werte im Fußball zu setzen.
Durch die gezielte Ansprache von Multiplikatoren wirkt das Projekt als Katalysator für Vernetzung und Zusammenarbeit: Es eröffnet neue Räume für Austausch, macht erfolgreiche Praxisbeispiele sichtbar und baut tragfähige Kooperationen mit zentralen Stakeholdern auf – darunter auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB). So sollen bestehende Kräfte gebündelt, neue Impulse gesetzt und antisemitismuskritisches Engagement im Fußball langfristig gestärkt werden.
Zentralrat der Juden in Deutschland, Berlin, 20. Mai 2026 / 4. Siwan, 5786



