Schon wieder ein historischer Tag

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IDF-Einheiten im Einsatz im Südlibanon, Foto: IDF Sprecher

Es könnte zumindest einer sein, laut US-Präsident Trump, der hofft, dass sich die Hisbollah anständig verhält. Daran glaubt in Israel niemand, umso überraschter war man, dass gestern eine Waffenruhe verkündet wurde. Noch dazu als erstes von Trump selbst.

Während Premier Netanyahu seine Minister zu einer eilig anberaumten Telefonkonferenz zusammengerufen hatte und sie darauf warteten, dass Netanyahu sich zuschaltet, ploppten bereits die Meldungen über den Waffenstillstand auf. Es gab entsprechend keine Abstimmung der Regierung dazu, Netanyahu hatte die Entscheidung alleine getroffen.

Bis Mitternacht, als die Waffenruhe in Kraft trat, gab es heftigen Beschuss der Hisbollah auf den Norden Israels. In Karmiel wurden dabei zwei Menschen schwer verletzt. Nach Inkrafttreten der Waffenruhe wurde im Dahieh-Viertel in Beirut gefeiert. Noch in der Nacht kehrten Zehntausende in ihre Häuser zurück. Sowohl die libanesische Armee als auch die israelischen Streitkräfte warnten jedoch die Bewohner von Dörfern im Süden des Libanons davor, dorthin zurückzukehren. Die israelische Armee bleibt bis auf weiteres südlich des Litani-Flusses einsatzbereit in ihren Stellungen.

Netanyahu hat sich dem Druck Trumps gebeugt, der den Waffenstillstand im Libanon offensichtlich für die Verhandlungen in Pakistan über ein Abkommen mit dem Iran braucht. Für die Bewohner Israels im Norden ist es eine Atempause nach wochenlangem heftigem Dauerbeschuss. Der Druck auf die Hisbollah im Libanon könnte ebenfalls noch weiter wachsen. Dennoch ist man von einem möglichen Abkommen zwischen Israel und dem Libanon noch meilenweit entfernt, ein Abkommen, das im Libanon auch zu Unruhen führen könnte.

Bisher hält die Waffenruhe. Ein Alarm am Morgen hat sich als Fehlalarm herausgestellt. Die kommenden Tage werden sowohl in Bezug auf den Libanon wie auch den Iran zeigen, ob Trump am Ende ein Abkommen schließen wird, das auch Israels Interessen wahrt. Es sieht nicht gut aus.