Das belastete Erbe

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Warum sich die Linke (kaum) von ihrem Israelhass lösen kann – Audiomitschnitt von einem Vortrag von Dr. Olaf Kistenmacher

Warum gibt es in der Linken überhaupt Antisemitismus und Israelhass? Bei der deutschen Linken wird beides oft mit latenten Schuldgefühlen erklärt, die die Nachkommen der Nazi-Täter*innen wegen der Shoah entwickeln könnten und unbewusst abwehren. Der missglückte Sprengstoffanschlag der Tuparamos Westberlin auf die Jüdische Gemeinde im November 1969 zeigt den Zusammenhang sehr deutlich. Hinzu kommen für die Geschichte der radikalen Linken weitere Motive wie ein linker Nationalismus, der alle „nationalen Befreiungsbewegungen“ unterstützen will, nur den Zionismus nicht, oder ein personifizierter, fetischisierter „Antikapitalismus“, der einhergeht mit bestimmten Vorstellungen von „den Juden“.

In den letzten Jahren hat sich neben der Schuldabwehr in Bezug auf die deutsche Geschichte noch eine spezifisch linke Schuldabwehr etabliert, die immer aggressiver leugnen muss, dass die traditionell linke Auffassung vom Antisemitismus, Israel oder dem Zionismus falsch war und dass es in der Geschichte der politischen Linken alles gegeben hat: das Schüren von offenem Judenhass, antisemitische Verfolgungen, Terrorakte.

Der Audiomitschnitt stammt von einer Veranstaltung mit Dr. Olaf Kistenmacher, die am 8. April 2026 in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Hamburg und dem jungen Forum veranstaltet wurde. Der Vortrag fand statt innerhalb der 4-teiligen Reihe: „Moralische Immunität und der ehrbare Antizionismus: Über linken Aktivismus und die Terrorregime im Nahen Osten“.