Amy Gutmann und Daniel Zajfman wurden am Samstagabend, den 15. November 2025, mit dem Peis für Verständigung und Toleranz geehrt. Das Jüdische Museum in Berlin und die Freunde des Museums vergeben diesen ehrenvollen Preis seit 2002. „Alljährlich bekommen zwei herausragende Personen aus Kultur, Politik oder Wissenschaft den Preis verliehen. Menschen, die sich auf herausragende Weise um die Förderung der Menschenwürde, der Völkerverständigung, der Integration von Minderheiten und des Zusammenlebens unterschiedlicher Religionen und Kulturen verdient gemacht haben“.
Von Christel Wollmann-Fiedler
Hetty Berg, die Direktorin des Jüdischen Museums empfing in ihrer gastlichen Rede die Preisträger*‘innen und Laudator*innen und natürlich die zahlreichen Gäste im Glashof des Museums, die an den sehr feierlich gedeckten Tischen Platz genommen hatten.
Die Rede des Bundeskanzlers Friedrich Merz hatte den Titel „Kampf gegen Antisemitismus ist und bleibt eine Aufgabe für uns alle“. Mit selbstverständlichen Worten sprach er über die konsequente Bekämpfung des Antisemitismus und betonte, dass der „Schutz des jüdischen Lebens in Deutschland eine gesellschaftliche Aufgabe sei“. An die Zivilcourage des Bürgers erinnerte er.
Dr. Felix Klein, der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, war Laudator für die US-Amerikanerin Dr. Amy Gutmann. Felix Klein wird 1968 in Darmstadt geboren mit Familienwurzeln in Siebenbürgen, studiert Jura, wird Diplomat. Im Bundesinnenministerium in Berlin befindet sich sein jetziges Amt.
Dr. Amy Gutmann spricht u.a. über ihre deutschen Wurzeln. Ihr Vater kam aus einer jüdisch-orthodoxen Familie in Feuchtwangen bei Nürnberg in Mittelfranken, 1934 flieht der Vater vor den Nazis nach Bombay in Britisch-Indien und emigriert nach dem 2. Weltkrieg in die USA nach New York. Sie selbst wird 1949 in New York geboren.
Nach der Schulzeit bekommt sie ein Stipendium für das Radcliffe College, anschließend studiert sie Politikwissenschaft an der London School of Economics, an der Harvard Universität beendete sie 1976 ihre Promotion. An der Princeton Universität wird sie u.a. Dekanin und Professorin. Als Beraterin in wichtigen Institutionen war und ist sie noch heute tätig. US-Präsident Biden schickt Amy Gutmann im Jahr 2022 als Botschafterin nach Deutschland, nach Berlin. Eine Vielzahl von hohen Ehrungen und Auszeichnungen bekommt sie in den Jahren.
Hetty Berg: „Amy Gutmann erinnert uns daran, dass Demokratien unsere Fürsorge, Widerstandskraft und unser Handeln brauchen. Sie steht für eine Haltung, die Theorie und Praxis miteinander verbindet – als Wissenschaftlerin, die Demokratie erforscht, und als Persönlichkeit, die sie mit Leben füllt. Ihr Engagement für Bildungsgerechtigkeit und Verständigung ist ein starkes Signal in unserer Zeit.“
Die Präsidentin des European Council, Professor em. Dr. Helga Nowotny PhD, spricht über das Leben und die Verdienste von Professor Daniel Zajfman, dessen Laudatorin sie ist. Helga Nowotny wird 1937 in Wien geboren, studiert später Jura, promoviert und habilitiert. An verschiedenen Institutionen im In- und Ausland arbeitete sie als Forscherin. Bis zur Emeritierung lehrte sie an der ETH Zürich.
Der Israelische Physiker Daniel Zajfman wird 1959 in Brüssel geboren. Er ist der Nachfahre von Holocaustüberlebenden. Nach Israel geht er, studiert am Technion in Haifa Physik und promoviert in Atomphysik. Später unterstützt er als Präsident des Weizmann Institute of Science in Rechovot und als Direktor des Max-Planck-Instituts für Kernphysik in Heidelberg die wichtige Verbindung zwischen Israel und Deutschland. Rechovot hat eine hochinteressante historische Vergangenheit, 12 Meilen südlich von Tel Aviv gelegen. Gegründet wird das Institut 1934 von dem Chemiker Chaim Weizmann der 1949 zum ersten Staatspräsidenten des neugegründeten Staates Israel gewählt wird.
Chairman und Vorsitzender verschiedener naturwissenschaftlichen Stiftungen und Institutionen in Israel, der Schweiz und Deutschland ist der Naturwissenschaftler Professor Dr. Daniel Zajfman. Verschiedene Medaillen und Auszeichnungen erhielt er, u.a. vor zwei Jahren die Harnack-Medaille für seine Beiträge zur Förderung der Wissenschaft und der deutsch-israelischen Zusammenarbeit.
Hetty Berg: „Daniel Zajfman zeigt, wie Wissenschaft Brücken bauen kann – zwischen Ländern, Kulturen und Menschen. Seine Arbeit steht für die Überzeugung, dass Forschung nicht nur Erkenntnis schafft, sondern auch Verständigung. Er verkörpert den Geist des Dialogs, der unsere Gesellschaften miteinander verbindet.“
Hetty Berg, die Direktorin des Jüdischen Museums Berlin, überreichte die Preise für Verständigung und Toleranz 2025 an die beiden Preisträger Dr. Amy Gutmann und Dr. Daniel Zajfman.



