„Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns“

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Vor 100 Jahren starb Franz Kafka

„Es ist sehr gut denkbar, dass die Herrlichkeit des Lebens um jeden und immer in ihrer ganzen Fülle bereit liegt, aber verhängt, in der Tiefe, unsichtbar, sehr weit. Aber sie liegt dort, nicht feindselig, nicht widerwillig, nicht taub. Ruft man sie mit dem richtigen Wort, beim richtigen Namen, dann kommt sie. Das ist das Wesen der Zauberei, die nicht schafft, sondern ruft.“
Tagebücher, 1921

„Ich habe kein literarisches Interesse sondern bestehe aus Literatur, ich bin nichts anderes und kann nichts anderes sein.“
Brief an Felice Bauer, 1913

„Das Glück begreifen, dass der Boden, auf dem Du stehst, nicht größer sein kann, als die zwei Füße ihn bedecken.“
Zürauer Aphorismen, 1917-18

„Prag läßt nicht los. Uns beide nicht. Dieses Mütterchen hat Krallen. Da muß man sich fügen oder -. An zwei Seiten müßten wir es anzünden, am Vyšehrad und am Hradschin, dann wäre es möglich, daß wir loskommen. Vielleicht überlegst Du es Dir bis zum Karneval.“
Brief an Oskar Pollak, 1902

Adolf Hoffmeister, Franz Kafka auf dem alten jüdischen Friedhof, 1965

Franz Kafka
Franz Kafka, der Dichter aus Prag, von wenigen gekannt, aber von diesen als einer der größten heutigen Meister der deutschen Prosa bewundert, ist am dritten Juni im Sanatorium Kierling bei Wien einem schweren Leiden erlegen.

Kafkaeske Identität(en)
Zum 140. Geburtstag Franz Kafkas, einem der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller, dessen lebenslanges Ringen um seine Jüdischkeit mit Blick auf unsere heutigen Identitätsdebatten von großer Aktualität ist.