Lidice

Vor genau 80 Jahren, in der Nacht auf den 10. Juni 1942, vernichteten die Nazis das kleine Dorf Lidice in Böhmen. Es war die Reaktion auf das Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren, Reinhard Heydrich. Die Männer von Lidice wurden an Ort und Stelle ermordet, Frauen und Kinder deportiert und ermordet. Nur wenige Bewohner überlebten. Das Dorf wurde dem Erdboden gleichgemacht. 

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Zu Jom haShoa – Eine Jahrhundert-Zeitzeugin wird 100

Am 31. Januar 2022 feierte die Pragerin Lisa Miková, geborene Lichtenstern, ihren 100. Geburtstag. 96 Jahre verbrachte sie in ihrer Heimatstadt Prag, wo sie in der demokratischen Ersten Tschechoslowakischen Republik aufwuchs. Sie erlebte dort dann die Zerstörung dieses Staatswesens durch das Münchner Abkommen im September 1938, das die sudetendeutschen Gebiete dem Deutschen Reich zusprach, dann die Abspaltung der Slowakei am 14. März 1939 und die Besetzung des restlichen Staatsgebiets durch das NS-Regime einen Tag später.

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Wenn du erwachsen wirst…

Leo Steiner, geboren 1912, war der Star einer der berühmtesten Gesangsgruppen im Prag der 1930er Jahre. „Zlata hvezda“ (‚Goldener Stern‘) wurde oft mit den Comedian Harmonists verglichen. 1941 wurde er von der Gestapo verhaftet und von einem ordentlichen deutschen Gericht zum Tode verurteilt. Vor 80 Jahren, am 24. Februar 1942 wurde er in Dresden hingerichtet. Seine Tochter wurde genau einen Monat vor der Hinrichtung geboren. Er hat sie niemals gesehen. Im Herbst 1942 wurden Leos Frau Hanna und seine Tochter Jirina deportiert. Im Winter 1942/43 wurden beide in Auschwitz ermordet. Hanna war 31 Jahre alt, Jirina knapp ein Jahr…

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Die Rückkehr einer tschechischen Torarolle

Anlässlich des kommenden jüdischen Feiertags Simchat Tora, der am Abend des 27. Septembers beginnt, wird die Tschechische Torarolle MST#1052 aus der historischen Sammlung des Memorial Scrolls Trust (MST) der Progressiven Jüdischen Gemeinde Prag Ec chajim übergeben, deren Rabbiner David Maxa sie von Jeffrey Ohrenstein, dem Vorsitzenden des MST, im Vlastenecký sál des Prager Karolinum, dem Sitz der Karlsuniversität, entgegennimmt.

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Die Jerusalemsynagoge in Prag

Der Rathausturm am Altstädter Ring ist leicht zu erklettern. Gegenüber liegt die Teynkirche, das Wahrzeichen von Prag, zu Füßen die Pracht an der Moldau, eine der schönsten Städte der Welt. Alt ist die Pracht,  die Besiedlung unterhalb der Burg begann bereits im 6. Jahrhundert, Jüdische und Deutsche Kaufleute kamen im 9. und 10. Jahrhundert. 1230 wurde Prag Residenzstadt des Königreichs Böhmen. Im 13. Jahrhundert entstand das Ghetto, die Judenstadt, in der die eingewanderten jüdischen Familien leben mussten.

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