Strings of Hope

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In dem Kunsthandwerk-Kollektiv Kuchinate bekommen asylsuchende Frauen in Tel Aviv die Möglichkeit, ein selbst bestimmtes Leben zu beginnen.

Im Süden von Tel Aviv gibt es ein kleines Viertel, das zwischen großen Verbindungsstraßen mit Auto- und Motoradwerkstätten und der Schokenstraße, wo die Haaretz-Zeitung Zuhause ist, liegt. Die Kiryat haMelacha besteht nur aus ein paar Querstraßen mit großen fabrikähnlichen Gebäuden, die Handwerksbetriebe, Warenhäuser und billige Textilgeschäfte beherbergen. In den oberen Stockwerken haben sich seit gut zehn Jahren immer mehr Künstler in Studios mit Loftcharakter niedergelassen, so dass das „Handwerksviertel“, die Kiryat haMelacha, heute eine spannende Mischung ist. Hier ist auch Kuchinate untergekommen. 

Seit 2011 arbeitet Kuchinate mit asylsuchenden Frauen in Tel Aviv. Heute leben knapp 30.000 Asylsuchende in Israel, die hauptsächlich aus dem Sudan und aus Eritrea stammen. Die Politik des Landes ist sehr restriktiv, mehrmals gab es Interventionen des Obersten Gerichtshofs in Bezug auf Pläne einer unbegrenzten Internierung von „Eindringlingen“, wie Asylsuchende hier oft genannt werden. Auch wenn Asylsuchende derzeit in Israel bleiben können, ist ihre Situation sehr schwierig, da sie offiziell nicht arbeiten dürfen und keinen Zugang zu Sozialleistungen haben. Die Folgen sind vor allem für Frauen verheerend, die zusätzlich zu den wirtschaftlich und sozial prekären Lebensumständen oftmals geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt sind.

Hier kommt Kuchinate ins Spiel und schafft für die Frauen einen Platz, an dem sie mit Kunsthandwerk einen fairen Lohn verdienen können. Die Frauen sind teilweise stark traumatisiert durch ihre Flucht. Kuchinate schafft auch einen Raum für Heilung in der Gemeinschaft.

Im Studio kann man gehäkelte Körbe, Taschen, Kissen und Accessoires kaufen, alles in wunderschönen kräftigen afrikanischen Farben und Mustern. Wer noch mehr erfahren will, kann auch einen der angebotenen Workshops buchen und dabei selbst das Häkeln lernen, einen Armreif flechten oder bei einem gemeinsamen veganen Mittagessen afrikanisches Essen kosten. Bei einer Buna, einer traditionellen ostafrikanischen Kaffeezeremonie, kann man mehr über die Situation von Asylsuchenden in Israel erfahren und auch eine der Frauen von Kuchinate über ihre persönliche Geschichte erzählen hören.

–> Zur Webseite von Kuchinate