Modern aus Tradition: 250 Jahre liberales Judentum

Vor 250 Jahren öffnete sich für das Judentum in deutschen Landen das Tor zur Gesamtgesellschaft. Moses Mendelssohn ergriff die Chance der Aufklärung. Es galt sich neu zu orientieren: Wie der Tradition treu bleiben und doch offen sein für die Moderne?

Das 19. und 20. Jahrhundert waren geprägt von einem zähen Ringen um die jüdische Identität im christlichen Staat. Persönlichkeiten wie Israel Jacobson, Abraham Geiger, Leo Baeck und Regina Jonas sind Wegmarken eines liberalen Judentums, das sich aus Deutschland weltweit zur größten jüdischen Strömung entwickelte. Heute sind es in Deutschland vor allem das Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam, gut dreißig jüdische Gemeinden der Union Progressiver Juden, aber auch Einheitsgemeinden, die dieses liberale Erbe in aktuelle Bezüge setzen.

Das Buch stellt im ersten Teil die historischen Grundlagen der jüdischen Reformbewegung von Moses Mendelssohn bis Leo Baeck vor. Dabei werden sowohl historische Entwicklungen, wie zum Beispiel die Wissenschaft des Judentums, Musik in der Synagoge und der Weg hin zur Geschlechtergleichheit, gezeigt, wie auch Biographien von bedeutenden Akteuren, wie Rabbiner Abraham Geiger, Louis Lewandowski und Rabbinerin Regina Jonas, vorgestellt.

Daran schließt im zweiten Teil eine Übersicht über die Vielfalt des Liberalen Judentums heute an. Die Leser lernen Grundsätze und Institutionen kennen und erhalten guten Einblick in die Gemeindearbeit.

Unbedingt lesenswert!

Walter Homolka / Heinz-Peter Katlewski / Hartmut Bomhoff (Hg.), Modern aus Tradition: 250 Jahre liberales Judentum, Patmos Verlag 2021, 256 S., Euro 26,00, Bestellen?

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