ZAHAL behandelt Verwundete mit Trockenplasma

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Seit einigen Jahren werden in Krankenhäusern in der westlichen Welt zunehmend Trockenblut-Produkte eingesetzt, um Blutungen zu behandeln. Diese Produkte bestehen vornehmlich aus Blutplasma, das zu Pulver getrocknet wurde…

Eine Expertenkommission des Sanitätscorps der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) hat den möglichen Einsatz solchen Trockenplasmas im Feld geprüft und entschieden, dass ZAHAL die weltweit erste Armee sein wird, die solche Produkte außerhalb von medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Verletzten einsetzen wird.

„Das Trockenplasma enthält über die Flüssigkeit für die Bewahrung des Blutvolumens hinaus auch Gerinnungshemmer. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, dass das Trockenplasma bis zu 15 Monate lang bei Raumtemperatur gelagert werden kann“, so Dr. Dani Gandler vom Sanitätscorps.

Im vergangenen Monat wurde zum ersten Mal weltweit einem Menschen außerhalb eines Krankenhauses Trockenplasma verabreicht. Ein Palästinenser hatte nach einem Verkehrsunfall schwere Blutungen am Bauch und wurde von einem Krankenwagen von ZAHAL vor Ort behandelt. Die Rettungssanitäterin legte ihm eine intravenöse Infusion mit dem kostbaren Stoff, bevor der Verletzte mit einem Hubschrauber abtransportiert wurde. Er wurde vor einigen Tagen aus dem Krankenhaus entlassen.

Haaretz, 29.04.13, Newsletter der Botschaft des Staates Israel

1 Kommentar

  1. Naja, Infusionen auf Basis von Trockenplasma wurden bereits im 2. Weltkrieg auf deutscher Seite eingesetzt und wurde in der DDR nicht auch mit Trockenplasmainfusionen gearbeitet? Wenn meine Erinnerung nicht trügt, wurde im deutschen Einsatzlazarett in Mazar-e-Sharif auch Trockenplasma infundiert. So revolutionär finde ich das ganze jetzt nicht, aber weiter so ZAHAL!

    Abgesehen von der erwähnten, verbesserten Lagerungsmöglichkeit – zwischen 2 und 25°C – von gefriergetrockneten Plasma wäre auch die schnellere Aufbereitungszeit gegenüber gefrorenem Frischplasma nennenswert. Im Feld kann so etwas den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.

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