Erneute Pöbelei in Berlin: Zum Angriff auf Stephan Kramer

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Während der Hohen Feiertage wurde der Generalsekretär des Zentralrats nach dem Besuch einer Synagoge beschimpft. Der Angreifer fühlte sich womöglich durch ein jüdisches Gebetbuch zu seinen Ausfällen provoziert…

Die Botschaft des Staates Israel verurteilte den Angriff auf den Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, aufs Schärfste: „Die Drohungen gegen ihn sind nur der jüngste Vorfall einer Reihe antisemitischer Angriffe in den vergangenen Wochen, darunter der tätliche Angriff auf Rabbiner Alter in Friedenau und die Pöbeleien gegen eine Gruppe jüdischer Schülerinnen auf dem Schulweg in Charlottenburg.
Wir haben vollstes Vertrauen in die rechtsstaatlichen Institutionen und sind sicher, dass diese dafür Sorge tragen werden, dass solche Vorkommnisse sich nicht wiederholen und jüdisches Leben in Sicherheit gewährleistet ist.
Wir stehen an der Seite unseres Freundes Stephan Kramer und seiner Familie.“

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister verurteilte „Drohungen gegen jüdische Bürgerinnen und Bürger, auf offener Straße“, als unerträglich und inakzeptabel. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, sprach von einem „Akt der Fremdenfeindlichkeit“.

haGa u. Botschaft des Staates Israel

14 Kommentare

  1. ich finde die Situation ist untragbar geworden und finde es so gemein wie die Presse das wieder darstellt.Zumal in der Synagoge in Mannheim ein leeres Polizeiauto während den Veranstaltungen Wache schiebt. den Polizist darf man suchen wer ihn gefunden hat , der hat gewonnen. Hoffentlich bekommt der Herr Kramer nicht noch die Knarre abgenommen, die er wirklich braucht um überleben zu können.Falls wieder so ein, halbstarker Flinten-Nazi da angreift.
    Ich persönlich rate zu Kippa Flashmobs, hab festgestellt es werden nimmer mehr Teilnehmer und mehr Städte.

    Dänemark konnte es sofort das Unrecht durch Solidariät abwehren in Deutschland wird das jetzt geübt

    Chag Sameach!
    Habt kein Angst vor euren Freuden die aus mitmenschlichen Gründen für euch eintreten.
    vielleicht hab ich bis nächstes Jahr auch eine Sukka das Fest ist ja megacool.

  2. Und was genau hatte dieser Mann denn nun so furchtbar Schlimmes gesagt, getan, geschimpft oder gepöbelt, dass der Zentralrat der Juden so hellauf empört und zutiefst beleidigt ist? Darüber schweigen sie, aber dass es eine „Drohung“ und sogar ein „Angriff“ gewesen sein soll, das soll man ihnen unbesehen glauben. Ich allerdings glaube denen gar nichts mehr.

    Die eigentliche Nachricht, die da unters Volk gebracht werden soll, ist aber wohl eine andere: Erstens, die Hohen Herren vom Zentralrat laufen hier in Deutschland jetzt so wie im Wilden Westen mit Schiesseisen bewaffnet herum, und wie man hier im Fall Kramer sieht, sitzt der Colt offenbar ziemlich locker bei denen. Fühlen die sich hierzulande schon als Sheriff und haben die jetzt vielleicht eine offizielle Lizenz zum Abknallen eines jeden Deutschen, der sie auf der Strasse dumm anmacht oder auch nur scheel anguckt? Das Drohen mit einer Waffe ist jedenfalls eine schwerwiegendere Straftat als das blosse verbale Anpöbeln, und es bleibt nur zu hoffen, dass er sich entsprechend vor Gericht dafür zu verantworten hat.

    Und zweitens, die israelische Botschaft (als Interessenvertreterin des Staates Israel und ihrer Bürger in Deutschland) mischt sich ein und übernimmt den Fall. Warum eigentlich, wenn Kramer doch ein deutscher und kein israelischer Staatsbürger ist? Sowas macht natürlich nur dann einen Sinn, wenn man Kramer automatisch als Israeli wahrnimmt, nur weil er ein Jude ist.

    Was an der ganzen Sache übel riecht, ist wieder einmal, dass man in allen Medien wie immer nur die Darstellung der „betroffenen“ Juden zu lesen bekommt. So wie im Fall der Jüdin, die aus einem Taxi geworfen worden ist. Diese absolute Einseitigkeit in der Berichterstattung aller dieser Vorfälle mit Juden ist jedenfalls geeignet (und soll auch womöglich dazu beitragen), eine allgemeine Opferhysterie zu schüren. Ob die dann aber für das berühmte „jüdische Leben in Deutschland“ förderlich sein kann, sei mal dahingestellt.

  3. Ich fühlte mich durch entes komischen Kommentar zum Schreiben animiert, denn wenn sich ein Mensch von einem Gebetbuch, ob offen oder geschlossen, lateinisch, arabisch oder hebräisch, angegriffen und provoziert fühlt, dann ist das ein Problem dieses Menschen und der Gesellschaft aus der er kommt.

    Christas Beitrag ist sehr interessant. Ich hoffe, die Polizei zieht diese Möglichkeit in Betracht.
    Ich finde es sehr eigenartig, wieso nun wegen „gegenseitiger Bedrohung“ ermittelt wird. Es ist doch klar, wer angefangen hat, oder ist das egal?

    • „Ich finde es sehr eigenartig, wieso nun wegen “gegenseitiger Bedrohung” ermittelt wird. Es ist doch klar, wer angefangen hat, oder ist das egal?“

      Ja – das ist für die Ermittlungen egal.

      1) Wenn beide eine Anzeige erstattet haben, muss auch in beide Richtungen ermittelt werden.

      2) Egal, wer angefangen hat – es kommt immer auf die Verhältnismässigkeit an. Wenn dich einer „doofe Nuss“ nennt und du haust im den Schädel ein, wird dir nicht helfen, dass er dich beleidigt hat.

      3) Die wirklich idiotische Bemerkung „Geh doch hin, wo du hergekommen bist“ ist keine Bedrohung. Wenn anderes dazugekommen sein sollte, sollte auch darüber berichtet werden. Ist es aber bisher nicht.

  4. Ich denke, der Angriff hätte auch stattgefunden, wenn Herr Kramer sein Gebetbuch nicht sichtbar bei sich getragen hätte. Wahrscheinlich wurde Herr Stephan Kramer schon beim Verlassen der Synagoge beobachtet und aufgrund seiner Prominenz ausgewählt. Dem Angreifer ging es vermutlich darum, die jüdische Gemeinde an dem hohen Feiertag zu beleidigen, zu verunsichern und außerdem hohe mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen.
    Der Jüdischen Gemeinde ist zu wünschen, dass sie diesen Angriffen selbstbewusst und mit Präsenz entgegentreten kann. Zum Beispiel bei Demonstrationen für Glaubensfreiheit, an denen gewiss auch viele nichtjüdische Mitbürger teilnehmen würden. In Solidaritätslisten würden sich auch viele Bürger eintragen und damit den Angreifern ein wirksames Signal senden. Es darf nicht sein, dass Menschen in Deutschland ihren Glauben verstecken müssen, um sicher leben zu können.

  5. Wer sich nicht zu schade ist, diesen Typen, der Stefan Kramer auf offener Strasse angegangen ist, er solle „dahin verschwinden, wo er herkommt“, mit irgendwelcher Waberlogik in Schutz nehmen zu wollen, ist wirklich armseelig.

  6. Es ist wieder mal interessant, wie sich manche (mfb, Nagel, Amir) mit ihren Relativierungen offenbaren, ohne dabei rot zu werden. Ihr seid so armseelig.

  7. @ Nagel: Trau, schau, wem und staune: Es gibt Deutsche (geboren und mit dt. Pass!!!!) die NICHT Weihnachten, Ostern und dergleichen feiern, sondern Rosh ha Shana, Yom Kippur, Sukkot und Pessach. Oder – wahlweise – Ramadan, Eid al Fitr … Das nennt man, glaube ich, auch Multikulti.
    @ Amir: man kann sich auch von einem Kiesel im Schuh provoziert fühlen. Der „normale“ Mensch pöbelt dann allerdings nicht andere an. Sowas nennt man dann „gute Kinderstuben“. Auch wenn´s schwer fällt.

  8. „Hohe Feiertage“?
    Wo, bei wem?

    In Deutschland waren zu dieser Zeit keine Feiertage, weder hohe noch niedrige!

    Worüber fabuliert also der Autor?

  9. Nachdem, was ich in der Presse gelesen habe, wurde Krämer durch den Mann beschimpft .. von mir aus angepöbelt. Von einem „Angriff“ kann da doch nicht die Rede sein. Immerhin hat Jrämer den mann ‚darauf aufmerksam gemacht, dass er eine Waffe trägt‘ .. was sicher nicht weniger eine „Bedrohung“ darstellt.

    Bin gespannt, ob hier das Gericht objektiv urteilen wird.

  10. „Der Angreifer fühlte sich womöglich durch ein jüdisches Gebetbuch zu seinen Ausfällen provoziert…“

    Was ist das denn für ein Spruch. Immerhin die Pünktchen. Es gibt genug Leute die dies lesen und nicht als Sarkasmus erkennen.

    „Provokation (v. lat. provocare ‚hervorrufen‘, ‚herausfordern‘) bezeichnet das gezielte Hervorrufen eines Verhaltens oder einer Reaktion bei anderen Personen. Hierbei agiert der Provokateur bewusst oder unbewusst in einer Weise, dass die provozierte Person oder Personengruppe ein tendenziell erwünschtes Verhalten zeigt.: „Wiki

    Davon gehe ich ja nun nicht aus!

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