Israel wurde erworben, nicht gestohlen

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Die Zionisten haben das Land der Palästinenser gestohlen: Das ist das Mantra, das sowohl die Hamas als auch die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) ihren Kindern beibringen und in ihren Medien propagieren…

Von Daniel Pipes

Diese Behauptung ist von weitreichender Bedeutung, wie Palestinian Media Watch erklärt: „Die Gründung des Staates Israel wird als Akt des Diebstahls dargestellt, und die Tradierung dieser Darstellung als historische Ungerechtigkeit dient als Basis für die Nichtanerkennung Israels durch die PA.“

Die Anschuldigung des Diebstahls unterminiert Israels Position auch international. Doch entspricht diese Anschuldigung der Wahrheit? Nein, das tut sie nicht. Ironischerweise repräsentiert der Aufbau Israels die friedfertigste Migration und Staatsgründung in der Geschichte. Um das zu verstehen, muss man den Zionismus in seinem Kontext betrachten. Einfach gesagt ist Eroberung die historische Normalität. Regierungen auf der ganzen Welt gründen auf Invasionen; fast alle Staaten wurden auf Kosten anderer gegründet. Niemand ist dauerhaft an der Macht, die Wurzeln aller gehen auf andere Orte zurück.

Germanische Stämme, Horden aus Zentralasien, russische Zaren und spanische/ portugiesische Konquistadoren haben die Landkarten umgestaltet. Moderne Griechen haben nur noch eine spärliche Verbindung zu den Griechen der Antike. Wer kann noch zählen, wie oft Belgien überrannt wurde? Die Vereinigten Staaten wurden auf Grundlage des Sieges über die Ureinwohner Nordamerikas gegründet. Könige plünderten Afrika, Arier fielen in Indien ein. In Japan haben die Yamato-Völker jede noch so kleine Gruppe, wie beispielsweise die Ainu, einfach eliminiert.

Der Nahe Osten hat aufgrund seiner zentralen Lage und seiner Geographie überdurchschnittlich viele Invasionen erlebt, darunter die durch die Griechen, die Römer, die Araber, die Kreuzritter, die Seldschuken, die Timuriden, die Mongolen und die modernen Europäer. Und innerhalb des Gebietes wurden einzelne Regionen, so beispielsweise Ägypten, mehrfach erobert und wieder zurückerobert.

Das Land, das jetzt Israel ausmacht, ist dabei keine Ausnahme. In seinem Buch „Jerusalem Besieged: From Ancient Canaan to Modern Israel“ schreibt Eric H. Cline: „Keine andere Stadt wurde in ihrer Geschichte so bitter umkämpft wie Jerusalem.“ Diese Aussage wird von ihm gestützt, indem er „mindestens 118 verschiedene Konflikte in und um Jerusalem während der letzten vier Jahrtausende“ zählt.

Er berechnet weiter, dass Jerusalem mindestens zweimal komplett zerstört, 23 Mal belagert, 44 Mal erobert und 52 Mal angegriffen wurde. Die PA fantasiert heute, dass die heutigen Palästinenser von einem Stamm des alten Kanaan abstammten, den Jebusiten, dabei sind sie in überwiegender Mehrheit die Nachfahren von Invasoren und Immigranten, die aus ökonomischen Gründen einwanderten.

Gegen diese Reihe von nicht enden wollenden Eroberungen, Umstürzen und Gewalt sind die Bemühungen der Zionisten, bis 1948 eine Präsenz im Heiligen Land aufzubauen, erstaunlich mild, eher kaufmännisch als militärisch. Zwei große Imperien, die Ottomanen und die Briten, regierten Eretz Yisrael; im Gegensatz dazu fehlte den Zionisten jede militärische Macht. Es war ihnen unmöglich, einen Staat durch Eroberung aufzubauen.

Stattdessen kauften sie Land. Im Herzen des zionistischen Unterfangens bis 1948 stand der Erwerb von Eigentum, Dunam für Dunam, Haus für Haus, Hof für Hof. Der Jewish National Fund, der 1901 gegründet wurde, um Land in Palästina zu kaufen, und somit „die Gründung einer neuen Gemeinschaft von freien Juden, die sich aktiv in friedfertiger Wirtschaft engagieren“ zu unterstützen, war die wichtigste Einrichtung – nicht die Hagana, die im Verborgenen agierende Verteidigungsorganisation, die 1920 gegründet wurde.

Die Zionisten konzentrierten sich auf die Regionen, die öde und unfruchtbar waren und als nutzlos galten. Sie haben nicht nur die Wüste zum Erblühen gebracht, sondern auch Sümpfe trockengelegt, Wasserkanäle gereinigt, Brachland regeneriert, kahle Hügel aufgeforstet, Felsen gereinigt und den Boden entsalzt. Jüdische Regenerierungs- und Sanierungsarbeiten reduzierten die krankheitsbedingten Todesfälle drastisch. Erst als die britische Mandatsmacht 1948 Palästina aufgab, woraufhin die arabischen Staaten ins Feld zogen und alles daran setzten, die Zionisten zu zerschlagen und vertreiben, haben diese die Waffen zur Selbstverteidigung ergriffen und Land durch militärische Eroberungen gewonnen. Selbst dann flohen die Araber von ihren Ländereien, wie der Historiker Ephraim Karsh in seinem Buch „Palestine Betrayed“ darstellt. Äußerst wenige wurden zum Gehen gezwungen.

Die Geschichte widerspricht also dem palästinensischen Narrativ, dass „zionistische Banden Palästina gestohlen und sein Volk vertrieben haben“, was dann zu einer Katastrophe geführt haben soll, die von „bislang ungekannten Ausmaß in der Geschichte“ gewesen sei (so ein Schulbuch der PA für die 12. Klasse) oder dass Zionisten „das palästinensische Land geplündert haben und ihren Staat auf den Ruinen des palästinensischen arabischen Volkes errichtet“ hätten (wie ein Kolumnist in einer Tageszeitung der PA schreibt). Internationale Organisationen, Leitartikel in Zeitungen und Petitionen von Fakultäten wiederholen diese Unwahrheit wieder und wieder.

Israelis sollten stolz sein und daran erinnern, dass der Aufbau ihres Landes auf der gewaltlosesten und zivilisiertesten Bewegung eines Volkes in der Geschichte der Menschheit basiert. Israel wurde nicht von Banden gestohlen, Kaufmänner haben Israel erworben.

Der Autor ist Präsident des Middle East Forums.

Jerusalem Post, 22.06.11, Newsletter der Botschaft des Staates Israel

20 Kommentare

  1. @ Karl Pfeifer

    Wie kann man nur so am Thema des Artikels und Ihres eigenen Kommentars, auf den ich mich bezog, vorbei“antworten“?

    Israel wurde erworben… da kann man von jemandem mit dem blumigen Titel „Präsident des Middle East Forums“ doch erwarten, daß er auch sagt, wieviel Prozent des israelischen Territoriums denn nun rein kaufmännisch-legal erworben wurden („Dunam für Dunam“)… Natürlich geht es auch um ein „moralisches“ Erwerben: um das Fruchtbarmachen, Entwickeln oder Ausbeuten eines Landes, um die Integration, Nicht-Integration, Vertreibung oder Unterwerfung der autochthonen Bevölkerung usw. Doch bevor man moralische Kategorien anspricht, sollte es um Zahlen und Fakten gehen – und die sehen wohl ziemlich besch… aus, wenn Pipes zu ihrer Umgehung bis nach Indien und Sie bis nach Pakistan ausweichen müssen?

    Was Ihren Kommentar betrifft, den ich ansprach und der Ihnen schon wieder entfallen zu sein scheint: „Nun wollen Sie mir doch hoffentlich nicht erklären“, daß die Schuld der Palästinenser am israelisch-arabischen Krieg 1948 ebenso eindeutig und schwerwiegend ist, wie die der Deutschen am Zweiten Weltkrieg. Was soll also Ihr Vergleich ausgerechnet mit Nazi-Deutschland? Er dient der Dämonisierung der Palästinenser und letztlich der Legitimierung von Enteignungen/ Vertreibungen – auch derer, die keine Mörder oder Täter waren, wie Sie selber schreiben.

  2. Esther, es existiert ein israelisches Volk, eine israelische Kultur, eine israelische Wirtschaft und das Land hat sich gegen seine Feinde bislang erfolgreich verteidigt.
    Das tut Esther mächtig weh, da geht sie und will wissen, wie viel Land bis 1948 erworben wurde.
    Sie möchten uns einreden, dass Israel sich unmenschlich verhielt, weil es während eines Krieges, ein paar zehntausend Arabern, nicht gestattet hat im Hinterland der israelischen Armee zu bleiben. Doch vergessen Sie den geschichtlichen Kontext. Damals wurden Millionen Deutsche vertrieben und was von Leuten Ihres Schlags vollkommen vergessen wird, gerade damals kam es zur größten Fluchtbewegung und Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg am indischen Subkontinent, als Pakistan auf reiner religiöser Grundlage errichtet wurde. 10 Millionen Flüchtlinge und 1 Million Tote waren das Resultat. Wer von allen diesen verkommenen Israelbashern spricht davon.
    Die Tatsache, dass in Israel über 150.000 Araber bleiben konnten, zeigt die Verlogenheit der Israelbasher. Hätte Israel vorgehabt alle Araber zu vertreiben, wie das ihre Propaganda behauptet, dann hätte man nicht 150.000 Araber im Land gelassen.
    Hingegen haben die Araber dort wo sie im Heiligen Land herrschten keinen einzigen Juden gelassen. Auch nicht in Ostjerusalem.
     
    Da können Sie ja in die Lexika reinschauen.
    Fakt ist Israel existiert und Fakt ist, wenn auch Juden für Hamas sich gegen Israel stellen und versuchen diesen Staat madig zu machen, so werden diese Leute wenig Israelis überzeugen können.

  3. @ Karl Pfeifer
    „Es ist nämlich in der Geschichte so, wer einen Krieg beginnt, dann verliert, der zahlt in der Regel. Da Deutschland den Krieg verlor, wurde Land und Eigentum vieler Deutscher in Osteuropa vom Staat beschlagnahmt.Nun wollen Sie mir doch hoffentlich nicht erklären, dass jeder Deutscher, der sein Eigentum in Osteuropa verloren hat ein Mörder oder Täter war. Deren Eigentum und Land zurückzufordern nennt man Revisionismus und das ist zu Recht verpönt. Nicht so im Fall Israel, denn da wenden die Israelbasher einen ganz anderen Maßstab an.“
     
    Mich erstaunt vielmehr der Maßstab, den manche „Israelfreunde“ anwenden, wenn sie das den Palästinensern zugeschriebene Unrecht mit dem Nazi-Deutschlands vergleichen. So auch Benny Morris im Interview „Ja, ich bin Zionist“, wo er implizit den Palästinensern die gleiche Schuld an ihrer Vertreibung zuweist wie den Deutschen. Seltsamerweise ruft das niemand von denen auf den Plan, die sonst gern von der Einzigartigkeit und Unvergleichbarkeit deutscher Verbrechen schwätzen…
     
    Doch zurück zum Thema. Anstatt auch noch die „Arier in Indien“ zu bemühen, könnte Pipes einfach nur eine Zahl nennen: Wieviel Prozent des israelischen Territoriums wurden bis 1948 von Juden legal erworben – vielleicht können Sie uns da weiterhelfen, Herr Pfeifer?
     
    „Wenn Sie aber derartig aufgeregt sind, dann sollten Sie vielleicht einen Spezialisten konsultieren…“

    Scheint irgendwie eine Masche von Ihnen zu sein, Ihre eigene Aufgeregtheit auf andere zu projizieren. Ich hoffe, sie hat sich, zumindest was mich betrifft, wieder gelegt:
    http://test.hagalil.com/2010/08/16/jerusalem-17/comment-page-1/#comment-15182
     

  4. Ich frage mich, weshalb  sich gewisse Linke ausgerechnet in Deutschland über Israel und angebloiche oder wirkliche Menschenrechtsverletzungen die von Israel zu verantworten sind, derart aufregen, während sie muckmäuschen still sind, wenn Syrien bereits mehr als 1500 der eigenen Bürger massakriert hat?
    Dabei haben diese Linke ein gutes Gewissen, sie haben ja ihre Alibi-Juden, die ihnen bestätigen, dass es nicht antisemitisch ist, wenn der jüdische Staat mit anderen Maßstab gemessen wird als andere Staaten.
    Wieso richtet sich ihr Zorn gegen israelische Siedler und nicht gegen türkische Siedler in Nordzypern?
    Angeregt dazu hat mich Gunnar Heinsohn:
    Was am Antizionismus ist Judenhass?
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/was_am_antizionismus/
     
     

  5. @efem

    Hier fand sich vor einger Zeit eine Schätzung (Verifizierung?) des in islamisch bestimmten Ländern verlorenen und nicht entschädigten Besitzes an Grund und Boden, der der des von AraberInnen im heutigen Israel in etwa gleichkäme. Warum das offizielle Isarael das Alles nicht stärker thematisiert – wer weiß es?

    Wird seit neustem in der Israelischen Politik Berücksichtigt, aber leider leider viel zu spät. Bei Verhandlungen mit der Arabischen Liga  kommt diese Kapitel seit neusten mit auf den Tisch, ganz besonders bei der Flüchtlingsfrage generell.

  6. Nicht zu vergessen die ganzen arabischen Bauern und Dörfer die unter dem Terror der Feudalherren leiden mussten, weil sie mit den Sozialisten der Kibbuzime „gemeinsame Sache machten“ (als ihre Nachbarn aktzeptierten, ihnen mal ein Ei leihten, von ihnen Tricks zur Bewässerung u.ä. lernten), die ihr Wissen sehr gerne teilten. Die Auftraggeber dieser Terroristen, die Feinde der arabischen Bauern und zionistischen Siedler, haben den palästinensischen Nationalismus erfunden. Genau die gleiche Gesinnung hat damals innerhalb der arabischen Staaten den Palästinensern ihren Staat verboten und den Jüdischen zu zerstören versucht. Erst als zweiteres fehl schlug, hat man den nicht-existenten Staat als Kampfmittel erkannt. Und diese Feudalherren waren nicht einfach „Türken (und manchmal auch araber)“, sondern bis heute angesehene Clans. Dieser starre Dualismus, der hier historisch angenommen wird, ist so schäbig. Die Nachbarn der Kibbuzime zahlten für ihre Nachbarschaftsfreundschaft: wer in zeiten des Terrors sich nicht von seinen jüdischen Nachbarn fern hielt, musste damit rechnen, dass er und seine Familie hingemetzelt werden. Das hält bis heute an, bloß nennt man es heute Collaborateure. Die Perspektive auf Palästina ist eine der druch Gewalt zur Herrschaft gelangten Banden, nicht die der armen und geknechteten, die hier einige in den Kommentarzeilen dazu dienen nur auf Israel zu „schießen“.
     
     
    Es gab sehr viel Kooperation zwischen den Siedlern und den muslimischen Nachbarn. Letztere haben ihre Solidarität oft mit ihrem Leben bezahlt. Es waren auch eben jene muslimischen Nachbarn, die jüdische Migranten an Land retteten, als die Britten die Einwanderung verboten. Sie verboten sie, weil die muslimischen Feudalherren im Mandatsgebiet Palästinas in das Auflösungskonzept des britischen Kolonialismus passten und sie diese als Freunde und Machtabnehmer strategisch brauchten. Dafür hat man ihren Wunsch auf Einwanderungsstopps zu einer der schlechtesten Momente der Zeit gedankt.
     
     

    • @ Mario M.:
      Ich finde das sehr interessant was du schreibst. Ich denke das kommt der Realität wohl sehr Nahe. Die Grenzen zwischen den Völkern sind nur ein Instrument der Herrschenden um die wahren Grenzen zwischen oben und unten zu verschleiern.
      Kannst Literatur nennen die das Was du schreibst vertieft ausführt? Das wäre sehr interessant.

  7. בראשית ברא אלהים את השמים ואת הארץ

    „Im Anfang schuf G“tt den Himmel und die Erde“

    Raschi-Kommentar:
     „Wenn die Völker der Welt zu Israel sprechen sollten,

    ihr seid Räuber, denn ihr habt die Länder der sieben Nationen eingenommen,
    so antworten sie ihnen, die ganze Erde gehört dem Heiligen, gelobt sei Er.
    Er hat sie erschaffen und dem gegeben, der gerecht in Seinen Augen
    (Jirmijahu 27,5);
    nach Seinem Willen hat Er sie jenen gegeben und nach Seinem Willen sie ihnen
    genommen und uns gegeben“.

    Shabat Shalom lekulam

  8. Ach ronit. Das hier:
    .
    „auf die Vertreibung von Jüdinnen und Juden ist sie schon oft und oft hingewiesen worden, dennoch fabuliert sie von einer einseitigen Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung.“
    .
    Das Eine folgte dem Anderen, eine Gleichzeitigkeit unabhängig voneinander zu konstatieren ist Augenwischerei. Ermüdend, dass bestimmte Leute immer wieder darauf hingewiesen werden müssen, weil sie sonst gebetsmühlenartig ihr Mantra daherbeten, dass Beides nichts miteinander zu tun habe.
    .
    Konkret: zuerst verloren durch eigenes Verschulden oder / und durch handfeste Vertreibung  in dem Gebiet des heutigen Israels Ansässige in der Größenordnung von, je nach Quelle, 550.000 bis 900.000 ihre Heimat.
    .
    Daraufhin kühlten davon völlig Unbetroffene in muslimischen Ländern in einer Art unakzeptierbaren, irritierend solidarischen Rache-Empfindens ihr Mütchen an ebenfalls davon völlig unbetroffenen Jüdinnen und Juden, die dort schon immer lebten, und machten ihnen das Dasein mit diversen Schikanen und Bedrohungen für Leib und Leben so schwer, dass sie es vorzogen, das Land ihrer Väter zu verlassen und größtenteils nach Israel (ins neu etablierte Land ihrer Vorvorväter 🙂 umzusiedeln, wo sie mit offenen Armen empfangen wurden. Manche verließen die ihnen durchaus nicht immer und überall plötzlich feindselig gesinnte Nachbarschaft nach Gründung Israels  jedoch auch ganz ohne Druck, weil sie sich für Israel entschieden, vielleicht auch ein Ãœberschwappen der Feindseligkeit bis zu sich befürchteten, so z.B. aus Marokko, wo durchaus jüdische Menschen (ca 8.000 ) wohnen. In der Zahl von schätzungsweise 900.000 dürften sie mitgezählt sein.
    .
    So wars und nicht anders. Im Gegensatz zu den entwurzelten AraberInnen verspüren sie wohl kaum Interesse daran, zurückzukehren. Entschädigungen bei den gewaltsam Vertriebenen /subtil Hinausgeekelten könnte dennoch mal  auf der Agenda stehen. Hier fand sich vor einger Zeit eine Schätzung (Verifizierung?) des in islamisch bestimmten Ländern verlorenen und nicht entschädigten Besitzes an Grund und Boden, der der des von AraberInnen im heutigen Israel in etwa gleichkäme. Warum das offizielle Isarael das Alles nicht stärker thematisiert – wer weiß es?
    .
    efem

  9. Das Stärkere setzt sich durch.(das muss man nicht unbedingt physisch verstehen;es können auch Kluge oder gut Organisierte sein).Das gilt immer.Eisernes Gesetz.Was sich dabei allerdings durchsetzt muss nicht unbedingt das Bessere,das Entwicklungsfähigere sein. Der Mohammedanismus z.B. hat sich auch durchgesetzt,er behindert die Entwicklung der Menschen.
    Jetzt steht aber an das sich der Westen,die europäische Kultur durchsetzt und weltweit die Leitkultur darstellt(und eben nicht die Scharia).Da nützt alle Feigheit,Korruption und alles Appeasement nichts!
    Das Bessere ist eben der Westen,das Abendland,Europa.

  10. Also Efem,
    wir wollen doch klarstellen, dass ich nicht behaupte in allen Fragen die Meinung von Daniel Pipes zu teilen.
    Sie haben vollkommen recht, Israel ist nicht ohne Fehler, aber im Nahen Osten das Land, in dem auch Araber mehr Menschenrechte haben als in allen arabischen Ländern. Das betrifft insbesondere die Beduinen.
    Ich denke, es ist kein Zufall, dass die Beduinen lieber in Israel bleiben wollen, obwohl sie doch früher nicht an diesem Stück Land gehangen haben, sondern hin und her wanderten in der Region.
    Was mir auffällt: die Israelbasher kümmern sich gar nicht um die Menschenreche aller Menschen im Nahen Osten, sie haben eine Agenda, zu beweisen, dass Israel und die Juden die Quelle aller Übel sind.
    Alle diese Probleme könnten gelöst sein, wenn die pal. Seite ihre verantwortungslose Politik der Ablehnung jeglichen Kompromisses aufgeben würde.
    In Camp David wurde von Ehud Barak ein weitgehender Kompromiss vorgeschlagen, dann von Ehud Olmert. Die Antwort war im ersten Fall die Terrorwelle gegen israelische Zivilisten und im zweiten Fall die glatte Ablehnung.
    Und wie ich schon so oft hier bemerkte, es waren ja die Palästinenser und ihre israelischen Freunde, die behaupteten, es gäbe in Israel keinen Unterschied zwischen Linken und Rechten. Jetzt sollten sich diese Leute an der Nase nehmen und jedesmal daran denken, wenn sie Netanjahu und Liebermann Vorwürfe machen.
     

  11. „Jane fangt an, Themen zu berühren, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.“
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    Damit ist sie nicht die/der einzige. Es geht dem Autor um: „Die Gründung des Staates Israel wird als Akt des Diebstahls dargestellt“, nicht um die Zeit danach, in der es auf Grund des fehlgeschlagenen Ãœberrollversuches durch arabische Armeen anders weiterging, was er keinesfalls beschönigt: „Erst als die britische Mandatsmacht 1948 Palästina aufgab, woraufhin die arabischen Staaten ins Feld zogen und alles daran setzten, die Zionisten zu zerschlagen und vertreiben, haben diese die Waffen zur Selbstverteidigung ergriffen und Land durch militärische Eroberungen gewonnen.“
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    Pipes meint in seiner Widerlegung des propagandistisch-populistischen „palästinensischen Narrativs“ – mensch könnte es auch faschistische Blut- und Bodenlügen nennen – die Zeit bis zur Ausrufung des Staates.
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    Genau DARAUF und auf nichts anderes bezog ich mich. Mit den Worten eines Kommentators hier: „Tatsachen sind hartnäckig“.
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    – – –
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    Dann erinnerte ich lediglich noch an die anhaltende Drangsalierung von Beduinen im Negev, die ursächlich weder mit Landkauf noch mit irgendeinem Krieg von diesen oder gegen diese Indigenen zu tun hat. Darauf kam ich, weil Pipes schreibt: „Die Zionisten konzentrierten sich auf die Regionen, die öde und unfruchtbar waren und als nutzlos galten. Sie haben nicht nur die Wüste zum Erblühen gebracht“. Stimmt. Aber dort, in dieser davor lebensfeindlichen Nische leb(t)en sehr wohl Menschen, die seit Urzeiten als Nomaden Teile dieser „Regionen“ als ihr Land betrachte(t)en. Sie konnten und wollten es nicht zum Kauf anbieten.
    .
    Das Vorgehen gegen diese Indigenen erinnert an bestimmte Bananenrepubliken. Oder in besonders Ungarn, Frankreich, heutiges Deutschland etc. gegen Zigeuner. Sind halt im Wege und wollen sich partout nicht „zivilisieren“ lassen.
    .
    Das Drama der nach der Flucht und Vertreibung eines Großteils von ihnen im Zuge des Krieges von 1948 in Israel verbliebenen Beduinen ist z.B. hier geschildert:
    .
    http://www.sikkuy.org.il/2003/english03/pdf/bedouinEn03.pdf .
    ,
    Autor ist ein Professor der international berühmten BGU (Ben-Gurion-Universität des Negev).
    .
    efem

  12. Herr Pfeifer, Ihre Mühe in Ehren, aber bei dieser Person ist’s vergebens. Ich wage zu prophezeien, dass Jane erneut mit einem „Die Ju… äh Israel ist an allem Schuld“-Sermon antworten wird, der weder mit dem Thema des Artikels noch mit Ihrer Antwort etwas zu tun hat. auf die Vertreibung von Jüdinnen und Juden ist sie schon oft und oft hingewiesen worden, dennoch fabuliert sie von einer einseitigen Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung. 
    Dennoch danke für Ihr Statement.

  13. Jane, Sie sind ja nicht einmal fähig meinen Namen richtig zu schreiben.
    Das aber ist nicht das Problem.

    Jane fangt an, Themen zu berühren, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.
    Trotzdem will ich – weil Sie halt anscheinend ein psychisches Problem haben mit der Existenz eines jüdischen Staates – ausnahmsweise auf Ihre Mantra Punkt für Punkt eingehen. Dazu bin ich aber nur in der Lage, weil diesmal Ihre Mantra nicht so elend lang ist, wie sonst.
    Die Anzahl der arabischen Flüchtlinge wird von verschiedenen Historikern verschieden eingeschätzt und es ist wirklich irrelevant darüber zu diskutieren. Ihre Behauptung
    „keiner von denen durfte zurückkehren“ haben Sie aus den Fingern gesogen. Israel hat eine Familienvereinigung gestattet und da sind zehntausende zurückgekehrt.
    und hier werde ich nicht Themen diskutieren, wie die jüdischen Terrorgruppen oder die Lehi. Denn was war die Absicht der Lehi gegen die aktive Kollaboration des Mufti Hadj Amin el Husseini mit den Nazi. Auch das ist jetzt kein Thema.

    ‘Absentee Property’ Gesetz wurde von Israel erlassen. Es ist nämlich in der Geschichte so, wer einen Krieg beginnt, dann verliert, der zahlt in der Regel. Da Deutschland den Krieg verlor, wurde Land und Eigentum vieler Deutscher in Osteuropa vom Staat beschlagnahmt.Nun wollen Sie mir doch hoffentlich nicht erklären, dass jeder Deutscher, der sein Eigentum in Osteuropa verloren hat ein Mörder oder Täter war. Deren Eigentum und Land zurückzufordern nennt man Revisionismus und das ist zu Recht verpönt. Nicht so im Fall Israel, denn da wenden die Israelbasher einen ganz anderen Maßstab an.
    Israel hat aber für Land und Eigentum der abwesenden Palästinenser Kompensation vorgeschlagen. Die meisten haben abgelehnt. Immerhin könnte man das gegen das jüdische Eigentum, das in arabischen Staaten beschlagnahmt wurde gegenrechnen.

    Israel hat in Camp David den Clinton Vorschlägen zugestimmt, die von Arafat angeführten Palästinenser haben das nicht getan sondern eine blutige Terrorkampagne gegen israelische Zivilisten geführt.
    Dann hat Ehud Olmert fast das gleiche angeboten und auch das wurden von der pal. Führung wieder abgelehnt.  
    Und Graf Bernadotte ist wirklich nicht das Thema, daher schlage ich vor, wenn ihre psychische Situation das erlaubt, doch beim Thema zu bleiben. Wenn Sie aber derartig aufgeregt sind, dann sollten Sie vielleicht einen Spezialisten konsultieren, der Ihnen helfen kann.
    Also bleiben wir beim Thema.

  14. “Es flüchteten ca. 600.000 Araber aus dem Mandatsgebiet und ca 60.000 wurden nach dem Araber angriffen nicht mehr im jüdischen Hinterland gelassen“
     
    Herr Pfeiffer – das waren doch ca 700.000 und keiner von denen durfte zurückkehren und wie ich schon sagte, in der Frühzeit des Zionismus vor der Staatsgründung war Kauf tatsächlich wohl die gängige Praxis, das änderte sich aber mit der Staatsgründung und auch zuvor verübten jüdische Terrorgruppen Anschläge auf Araber und Engländer, im Kampf gegen die Engländer hatte die Sterngruppe sogar die Absicht mit den Nazis zu paktieren.
     
    Israel verleibte sich den Besitz und die Ländereien der vertriebenen 700.000 Palästinenser ganz offiziell mit dem ‚Absentee Property‘ Gesetz ein – das war  ja nun keine Kleinigkeit und darüberhinaus hatten sie sich weit mehr einverleibt, als der Teilungsplan vorsah. Die Version oben ist nun einemal massiv aufgehübscht und Effem und ich vertreten im allgemeinen überhaupt nicht gleiche Ansichten, aber wo er Recht hat, hat er Recht.
     
    Wenn ich darüberhinaus schrieb, dass die Landenteignung von Palästinensern heute in den besetzten Gebieten Tag für Tag, Woche für Woche weiter geht, dann habe ich das wohl auch recht umfangreich belegt.
     
    So nett und friedlich, vor allem ab 47 ging es wirklich nicht zu und das lag  nicht allein an den Arabern. Graf Bernadotte, der im zweiten Weltkrieg 10-20 Tausend Juden das Leben rettete, wurde von der Stern-Gang umgebracht, weil er als erster UNO-Gesanter in der Region zwischen Muslimen und Juden vermitteln wollte und für die Rückkehr der vertriebnen Palästinenser eintrat.

  15. Klar doch, Jane und Efem geben uns ihre Mantra. Doch Tatsachen sind hartnäckig:
    1) unter der türkischen und britischen Verwaltung, also bis 1948 konnten Juden nur Boden erwerben und das auch nur zu weit überhöhten Preisen. So kostete ein Hektar Boden im Heiligen Land ein vielfaches des Durchschnitts von guten landwirtschaftlich benutzbaren Boden im amerikanischen Mittelwesten.
    2) Es flüchteten ca. 600.000 Araber aus dem Mandatsgebiet und ca 60.000 wurden nach dem Araber angriffen nicht mehr im jüdischen Hinterland gelassen.
    3) Während in Israel 150.000 bis 160.000 Araber blieben, durfte in den arabisch verwalteten Gebieten des britischen Mandats k e i n  e i n z i g e r  Jude bleiben.

  16. Bei aller Sympathie für das kleine bedrängte Land Israel: Das klingt zu schön, um die volle Wahrheit zu sein.
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    Zum Beispiel ist hinlänglich bekannt, dass zwar die JNF z.T. ganze Ländereien erwarb, aber dabei die feudalistische Infrastruktur dieser Gebiete, die etwa türkischen, in Istanbul oder sonstwo, bloß nicht auf dem gekauften Land residierenden Großgrundbesitzern (manche waren auch arabisch) gehört hatten, mit Absicht nicht beachtete.
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    Was dazu führte, dass die da zuvor Lebenden und Arbeitenden sehen konnten, wo sie blieben, weil die, auf die die JNF das Land aufteilte, natürlich keinen Sinn darin sahen, diese armen Teufel (Fellachen) weiterhin darauf wohnen zu lassen, obwohl die u.U. da schon lange Zeit ihre Heimat hatten und das Land so sahen, auch wenn es ihnen nicht „gehörte“.
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    Wir erinnern uns: im Mittelalter waren die meisten Bauern sog. Leibeigene. Denen ging es im Prinzip nicht anders als wie den Fellachen. Erst die ca. 150 Jahre anhaltenden Bauernkriege verschafften ihnen Freiheit und eine Neuordnung in Bezug auf Grundbesitz: wer das Land bebaute, dem gehörte es endlich auch (simpel gesagt). Den Fellachen aber gelang Vergleichbares nicht bzw. das Mittelalter dauerte quasi noch an. Und nun kamen die Weißen (jüdische Menschen) und vertrieben sie…
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    Wer waren sie eigentlich ursprünglich? Das enzyklopädische „Jüdisches Lexikon“ von 1927 meint, sie seien in „Palästine, Syrien und Ägypten“ aus einer Mischung von Arabern mit der einheimischen Bevölkerung entstanden. Es schreibt: „… darum hat sich bei den palästinesischen F. eine Reihe von j. (Jüdischen, efem) Traditionen und j. geographischen Bezeichnungen erhalten. … “
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    Davon träumte Herzl nicht … Das „Jüdisches Lexikon“ sagt weiterhin über diese „palästinensischen Fellachen“: „… … Ihre ökonomische Lage ist meist sehr schlecht, da sie von den Großgrundbesitzern (Effendis) ökonomisch ausgebeutet werden: sie sind jedoch sehr genügsam und vermögen ihr primitives Leben durch ihre mit ganz veralteten landwirtschaftlichen Methoden geführte Arbeit zu fristen. Der j. Kolonisation stehen sie im allfgemeinen nicht feindlich gegenüber. S. auch Araberfrage.“ Nicht feindlich. Vermutlich, weil sie durch die lange Zeit der Unterdrückung verlernt hatten, sich zu wehren, als sie von den „Kolonisten“ vertrieben wurden: schließlich hatte ja deren Organisation das Land gekauft. Wo blieben diese Vertriebenen? Vielleicht nahmen einige ihre Hausschlüssel mit und ihre Enkel hüten die noch immer und präsentieren sie bei passender Gelegenheit.
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    Ãœbrigens gab es im Zuge des arabischen Widerstandes gegen den UN-Teilungsplans bekanntlich jede Menge gewaltsamer Zusammenstöße, bei denen durchaus Leute auch von Land, das die JNF nicht gekauft hatte, vertrieben wurden. Genauso wie umgekehrt die uralte jüdische Gemeinde in Hebron… Und im Negev werden noch heute Beduinen von ihrem Land verjagt. „Die israelische Bürgerrechtsgruppe ICAHD berichtete, dass im Juli 2010 ein komplettes von Beduinen bewohntes Dorf in der Negev Wüste zerstört wurde.“ (Wikipedia) Ach…
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    efem

  17. “Israelis sollten stolz sein und daran erinnern, dass der Aufbau ihres Landes auf der gewaltlosesten und zivilisiertesten Bewegung eines Volkes in der Geschichte der Menschheit basiert. Israel wurde nicht von Banden gestohlen, Kaufmänner haben Israel erworben.“
     
    Schönfärberei erster Güte.
     
    Sicher haben Zionisten Land gekauft, der Autor geht aber doch ein wenig großzügig über die gewaltsame Vertreibung von 700.000 Palästinensern weg, die mit der Staatsgründung Israels einherging und die alles andere als friedlich war. Mit einer Unzahl von Massakern an der palästinensischen Zivilbevölkerung versetzten die zionistischen Terrororganisationen die palästinensische Zivilbevölkerung in Angst und Schrecken und erwirkten somit die Massenflucht. Diese haben niemals wie von der Uno gefordert zurückkehren dürfen. Israel erließ innerhalb weniger Jahre ein Gesetz, wonach Besitz der Abwesenden an den Staat fällt. So lief das – und das war natürlich nicht ‚gekauft‘.
     
    Auf diese Art und Weise vielen mehrere hundert Dörfer und ihre Ländereien, Wohn- und Arbeitsstätten von 700.000 Menschen an Israel.
     
    Es ist auch falsch, dass die Israelis ‚die Wüste zum Blühen‘ brachten und die Palästinenser angeblich das Land nicht bewirtschaftet hätten. Israel war früher und ist auch heute ein Land mit unterschiedlichen Klimazonen. Auch zu Zeiten der Ottomanen galt Palästina als Kornkammer und zwar jene Regionen, die auch heute noch fruchtbar sind und über ausreichend Wasser verfügen, andere Zonen sind wüstenartig und sind es weitgehend auch heute noch. Die Jaffa-Orange ist eine palästinensische Züchtung des 19- Jahrhunderts und die Region war für ihre Produkte aus dem fruchtbaren Jordantal auch im 19. Jahrundert berühmt. Natürlich haben heute und im 20. Jahrhundert und mit einer Verfielfachung der Bevölkerungszahl unter Verwendung moderner Technologien auch Begrünungen stattgefunden, wo es vorher tatsächlich brach lag, aber der demagogische Versuch die Palästinenser als angeblich brutale und nutzlose ‚Menschen‘ darzustellen – ist völliger Unsinn und man sieht wie armselig die Versuche sind, den immer noch stattfindenden Landdiebstahl mit der Entmenschlichung der Palästinenser zu rechtfertigen.
     
    Moshe Dayan: 
    Aus Ansprachen an die Studenten des Technion
     
    Alle unsere Siedlungen sind erbaut 
    auf den Ruinen 
    palästinensischer Dörfer 

    Ja wir haben sie nicht nur 
    ausradiert bis auf den Boden 
    sondern auch ihre Namen aus den 
    Geschichtsbüchern ausradiert 

    Sie haben also 
    ihre triftigen Gründe 
    für den Kampf 
    den sie gegen uns führen 

    Unser Problem ist nicht 
    wie wir sie loswerden sollen 
    sondern wie wir 
    mit ihnen leben können 

    Wenn ich selbst 
    ein Palästinenser wäre 
    ich wäre wahrscheinlich ein Kämpfer 
    in Al Fatah
     
    Auch heute geht der Landraub unvermindert weiter. So stehen ca. 40% der Siedlungen auf konfisziertem Privatbesitz der Palästinenser und die Bewohner Jerusalems werden per Verwaltungsdekreten kompensationslos aus der Stadt gedrängt.
     
    Am Anfang der Intifada im Jahr 2000 hat Israel vier Kontrollposten errichtet, die alle Strassen, die ins Tal führen, überwachen. Wie die israelische Menschenrechtsorganisation Btselem in einem Bericht vom letzten Februar schreibt, werden seit 2005 keine Palästinenser mehr durchgelassen, deren Wohnort, wie er in der Identitätskarte notiert ist, nicht im Tal liegt. Viele Palästinenser, die ausserhalb wohnen, besitzen Land im Tal, sie können es aber weder erreichen noch nutzen. So wird die Bedingung geschaffen, dass das Land unter dem «Absentee Law» (Ortsabwesende-Gesetz) konfisziert wird. Dieses Gesetz besagt, dass Land, das in drei aufeinander folgenden Jahren nicht bebaut wird, von Israel beschlagnahmt werden kann.
    Nach Angabe des Palästinensischen Komitees zur Verteidigung des Landes sind in den vergangenen Jahren Hunderte von Hektaren Land für Siedlungen und Militärbasen konfisziert worden. Die israelische Armee rechtfertigt das Eintrittsverbot für Palästinenser und die Beschlagnahmungen immer noch als Sicherheitsmassnahmen….
    Abu Maher zog seiner Bienen wegen, die das milde Winterklima im Jordantal und die vielen Blumen mögen, in die Hütte gleich neben seinem Cousin Abu Nidal. Weil er seit Ausbruch der Intifada immer wieder Mühe hatte, durch die Checkpoints ins Tal zu kommen, versuchte er fünf Jahre lang den Wohnort in seiner Identitätskarte von Tubas auf Bardala, ein Dorf im Jordantal, umschreiben zu lassen. Vor wenigen Wochen haben die israelische Zivilverwaltung und das palästinensische Innenministerium eingewilligt, und Abu Maher erhielt seine neue Identitätskarte. Einen Tag später nahmen ihm die Soldaten die Karte weg….

    Ein paar Kilometer nördlich von der Hütte des Bienenkönigs preist Jihad Darami nun seine Bohnen, Auberginen, Peperoni, Tomaten und Kohlköpfe in ordentlich angeordneten Kisten am Strassenrand zum Kauf an. An diesem Nachmittag liegt auf seinem Gesicht ein spitzbübisches Lächeln. Er sitzt auf einem zerschlissenen Autosessel neben seinen Kisten und zählt die 150 Schekel, rund 50 Franken, die ihm ein israelischer Siedler für mehrere Kilo Gemüse bezahlt hat. Dann kehrt die Nervosität wieder in seinen hageren Körper zurück. Vor drei Wochen haben ihm Soldaten seinen Stand aus Plasticplanen und Gemüsekisten kurz und klein geschlagen. Er fürchtet, dass der israelische Jeep jeden Moment wieder auftauchen kann.


    Laut den Informationen, die die Menschenrechtsorganisation al-Haq gesammelt hat, hat die willkürliche Zerstörung von Gemüseständen durch Soldaten in den letzten Wochen zugenommen. Immer wieder seien Bewohner aufgefordert worden, das Tal zu verlassen. Auch Darami war bis im vergangenen Mai in Tubas registriert. Eines Abends klopften aber Soldaten an die Tür seiner Hütte am Strassenrand und sagten, nachdem sie seinen Ausweis kontrolliert hatten: «Es ist für dich verboten, hier im Jordantal zu sein.» Sein Einwand, dass er hier Land besitze, nützte nichts, er wurde in der gleichen Nacht nach Tubas ausgeschafft. Später stellte er einen Antrag auf Änderung des Wohnorts. Heute wird Darami nicht mehr deportiert. Aber er kann auch seine Familie in Tubas nicht mehr besuchen. Und in den letzten zehn Monaten, erzählt Darami, hätten ihn die Soldaten schon 15-mal festgenommen und ihm seinen Ausweis weggenommen.

    http://www.nzz.ch/2006/05/04/al/articleE1ZHX.html

  18. Der Beschreibung wird kaum widersprochen, aber nach dem 6tage-Krieg hat sich ein Wandel in der Staatsidee vollzogen, und was den einen zum Traum, das wurde und wird anderen zum Albtraum!
    Was wäre denn, wenn….

    Wenn jetzt Ölscheichs in West-Jerusalem anfingen, so dies und das aufzukaufen, mit dem Ziel einer Heimstatt für….. Ob dies überhaupt über die Anfrage hinauskäme?
    Ich behaupte: Nein! Dies würde mit vielen Mitteln (!) verhindert und von daher bleibt „diese“ Staatsgründungsanalyse eine Verklärung und kein Vorbild. Und eine vielleicht gerne geglaubte Bestätigung eigener (früherer?) moralischer Qualitäten.
    Eigentlich schade…

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