Gott sei mit uns: Sukoth in Jerusalem

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Eigentlich begann alles auf dem Tempelberg. Eigentlich ist der Tempelberg das Ende der Zündschnur, die jedes Mal die unerträglichen Spannungen in Jerusalem zum Explodieren bringt. Es gibt fast keinen Ort im Osten der Stadt, an dem es keine nationalen oder religiösen Reibungen gibt…

Shalom Jerushalmi kommentiert in M’ariw die Ausbrüche religiöser Verzückung, wie sie alljährlich das Laubhüttenfest begleiten

Manchmal arten sogar die Unruhen zwischen Juden zu Angriffen gegen Araber aus. Aber für die gestrige Eskalation gibt es keinen besonderen Grund. Aber – in Jerusalem braucht man keinen besonderen Grund, um sich zu prügeln. Die Moslems befürchteten, dass die Juden auf den Berg gehen um zu beten, wie sie es an jedem Feiertag befürchten.

Shejkh Salachs Aufruf, die El-Aksa Moschee zu schützen war gerade erfolgt, als der Berg auch schon geschlossen wurde. Israelische Araber, die auf dem Weg dorthin waren, mussten kehrt machen, die Spannungen nahmen zu, mit ihr die Hetze, die Demonstrationen und die Verhaftungen.

Es bestehen auch keine Aussichten darauf, dass sich die Gemüter so bald beruhigen werden, denn durch die Religion werden sie nur noch mehr angeschürt. Gestern besuchte ich die Laubhütte von Mosche Feiglin (Fraktion „Jüdische Führung“ im Likud) in Kiriyat Shaul. Feiglin verglich sich mit König David, der verfolgt wurde, aber letzten Endes das Königreich erhielt. „Nächstes Jahr werden wir gemeinsam im Tempel beten“, versprach er.
Zur selben Stunde beteten in der Stadt Tausende Israel-freundliche Christen um die Ankunft des Messias auf dem Ölberg. Und am „Prister-Segen“ nehmen Tausende Juden teil.

Yaron London meint in Jedioth achronoth, die Explosion sei im Anrollen. Immer wieder würden ultra-nationalistische und fundamentalistische Gruppen die arabischen Massen provozieren und so für jede Änderung am Tempelberg überempfindlich machen.

Stellen Sie sich vor, so London, ihr Nachbar, ein schwieriger Typ, lechzt nach Ihrem Grundbesitz und redet immer wieder ganz offen darüber, wie er Ihr Haus dem Erdboden gleich machen wird. Schlafen Sie gut?
Das ist, kurz gefasst, die Erklärung dafür, dass es so leicht ist, Massen von Muslimen mit der Behauptung in Aufruhr zu versetzen, dass Israel beabsichtigt, die Moscheen am Tempelberg zu zerstören.

London meint, dass radikale national-religiöse Vereine und Personen, sowie messianische Bewegungen die ‚Explosion’ des Konflikts zwischen Juden und Arabern herbeiführen werden. Er empfiehlt, „die Katastrophe herauszuschieben“, unter anderem durch die Einstellung archäologischer Ausgrabungen im „heiligen Becken“.

Gott möge uns beschützen!