Phase III: Es wird eng

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Das verfluchte „friendly fire“ ist das Übel eines jeden Krieges. In dicht besiedelten Gebieten, wo an jeder Ecke ein feindliches Gewehr lauert, nimmt die Wahrscheinlichkeit, dass Truppen das Feuer auf eigene Truppen eröffnen, zu. Die schnelle Reaktion, die Angst, die Unsicherheit- sie alle haben ihren Preis. Wenn dies nun wieder einmal passiert ist, dann ist das der Preis, den wir beschlossen haben zu zahlen…

Zur Lage der Hamas schreibt der Militärexperte von Jeioth achronoth, Alex Fishman: Im Verlauf der Kampfhandlungen wurden bereits 100 Hamas-Leute verhaftet. Die militärische Kommandantur der Hamas, auf der Ebene der Kommandeure vor Ort, existiert nach wie vor und befiehlt die Truppen, sowohl durch Boten als auch durch Telefone, die in den Tunneln installiert wurden. Die israelische Annahme lautet, dass auf dem Bereich der schweren Raketen- strategische Waffen mit 40 km Reichweite schon 70% der Vorräte abgeschossen wurden. Die Angriffe wurden mit 7 solcher Raketen am Tag begonnen, jetzt sind es nur noch 3-4…

Youtube-Infodesk ZaHaL:  Video-Newsclips der Israelischen Armee

Zu den politischen Bemühungen schreibt er: Gestern traf eine Delegation von Hamas-Damaskus unter Vorsitz von Imar Alami in Kairo ein. Die Hamas in Gaza ist nicht in der Lage, Kontakte aufzunehmen und Debatten zu führen, da sie sich in Bunkern verschanzt hat. Deshalb erhielt die Damaskus-Delegation die Erlaubnis von Gaza, dringend Verhandlungen über eine sofortige Feuerpause zu eröffnen. Die Hamas will eine Pause. Wenn Israel aufhört zu schießen, hören sie auf zu schießen. Neben der Hamas-Delegation in Kairo gibt es auch Vorschläge aus den USA, Großbritannien, Frankreich, sowie die türkisch-ägyptische Initiative. Israel zieht den amerikanischen Vorschlag vor, denn er fordert eine Rückkehr zum Rafah-Abkommen von 2005 und stellt einen Zusammenhang mit der Freilassung von Gilad Shalit her. Die Amerikaner sind auch bereit, ihre Ingenieur-Truppen entlang der Philadelphi- Schleuse zu verstärken, um den Ägyptern bei der Auffindung der Tunnels zu helfen.

Israel weiß, dass es an eine kritische Kreuzung gelangt ist. In den nächsten Tagen muss zwischen zwei Optionen entschieden werden: entweder zu beschließen, dass die bisher erzielten Erfolge genügen und die Abschreckung wieder hergestellt wurde. In diesem Fall wird eine einseitige Einstellung der militärischen Maßnahme erklärt, wobei die Bedrohung aus der Luft und über den Boden beibehalten wird. In anderen Worten: Die Truppen werden aus Gaza abgezogen und entlang der Grenze stationiert. Die zweite Möglichkeit: in die dritte Phase der Kampfhandlungen eintreten, und zwar im dicht besiedelten urbanen Gebiet. Dies würde bedeuten, dass die Reservetruppen zum Einsatz gebracht werden, um den Druck auf die Hamas weiter zu verstärken. Und zwischen diesen beiden Alternativen lauert die schlimmste von allen: Das „auf der Stelle treten“. Im Libanon haben wir das 18 Jahre lang getan.

Nachum Barnea und Shimon Shiffer berichten in Jedioth, dass Verteidigungsminister Ehud Barak dazu tendiert die Aktion zu beenden. Er bedauert es, dass der französische Vorschlag einer Feuerpause vor Beginn der Bodenaktion vom Kabinett abgelehnt wurde. Es sei nun an der Zeit, so Barak, über das Schicksal der Aktion zu entscheiden. Wenn es US-AM Rice gelingen wird, die Ägypter zu überzeugen, die Verhinderung des Waffenschmuggels an der Philadelphi-Schleuse zu übernehmen, kann eine Feuerpause erzielt werden. Wenn nicht, dann wird Israel wahrscheinlich die nächste Phase der Bodenoffensive eröffnen.
In privaten Gesprächen übte Barak Kritik an Premier Olmert, da dieser ihn daran gehindert hat, den Leiter der sicherheitspolitischen Abteilung seines Ministeriums, Amos Gilad, und den politischen Berater Olmerts Turgeman zu Gesprächen mit dem ägyptischen Minister Suleiman zu schicken, um über das Thema der Philadelphi- Schleuse zu beraten. Barak sagte, Olmert weigere sich, da er keine weitere Schiene neben der amerikanischen eröffnen wolle.
Der Meretz-Vorsitzende Chaim Oron sagte gestern, hohe Stellen in Ramallah hätten ihm mitgeteilt, dass PA-Präsident Abu-Masen mit Rücktritt drohe, falls die Kämpfe in Gaza andauern. Das Kabinett will zu einer Sondersitzung zusammentreten, an der auch der Generalstabschef und hohe Offiziere teilnehmen werden.