Nietzsche und der Antisemitismus

War er’s nun? War er’s nicht, Antisemit selbstredend? Spätestens seit Hitler, seit der Indienststellung beider, Wagners und Nietzsche, für dessen menschenverachtende Sache, tobt der Streit um diese Frage, bis hin zum Versuch neu-rechter Ideologen wie Siegfried Gerlich und Michael Klonovsky, Wagner, unter Bagatellisierung seines Antisemitismus, für die Sache der AfD Alexander Gaulands zu vereinnahmen. Unser Autor, ein Nietzscheforscher, der nichts gegen Wagners Musik hat, gibt eine sybillinische Antwort auf die Ausgangsfrage: Nietzsche war (rhetorischer) Antisemit (unter Wagnereinfluss) als junger Mann und entschiedener Anti-Antisemit als zur Reife und seiner Überzeugung gelangter Mit-Dreißiger, also etwa ab 1878. 

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Der 3-D-Test zu israelbezogenem Antisemitismus

„Dämonisierung“, „Delegitimierung“ und „Doppelstandards“ stehen für den 3-D-Test, der kritische Einstellungen zur israelischen Politik und antisemitischen Positionen gegen den Staat Israel unterscheidbar machen will. Die einzelnen Bestandteile bedürfen aber noch einer inhaltlichen Konkretisierung, wozu hier einige Anregungen und Vorschläge unterbreitet werden…

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Handreichung zum Umgang mit Antisemitismus an Schulen

Antisemitismus ist ein virulentes antidemokratisches Phänomen in der deutschen Gesellschaft – auch in Köln. Antisemitismus macht auch vor Schulen nicht Halt – im Gegenteil: Neuere Untersuchungen verweisen eindrücklich auf die Notwendigkeit, Antisemitismus als äußerst realer Belastung, Bedrohung und Gefahr für jüdische Schüler*innen und auch für Lehrkräfte zu begegnen…

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Anfrage an Staatsanwaltschaft und Gesellschaft – Anlässlich des nicht vollstreckbaren Haftbefehls gegen Attila Hildmann

Nachdem Attila Hildmann ein Jahr lang über diverse Medienkanäle rechtsradikale und antisemitische Hetze verbreiten konnte, muss man feststellen, dass das Handeln des Staates zu zögerlich ausgefallen ist. Inzwischen konnte Hildmann ein luxuriöses Anwesen in der Türkei beziehen und sendet „sonnige Grüße“ an die Staatsanwaltschaft, die mitteilt, dass mit einer zeitnahen Vollstreckung des Haftbefehls gegen Hildmann nun nicht mehr zu rechnen ist.

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Bissig gegen den Antisemitismus 2.0

Sandra Kreislers Buch „Jude Sein. Ansichten über das Leben in der Diaspora“ ist eine bissige Kampfansage an jegliche Formen des Antisemitismus. Ihr besonderes Verdienst ist es, dass sie den auf Israel bezogenen Antisemitismus, der von unterschiedlichen politischen Lagern immer wieder als inexistent oder als Erfindung der israelischen Regierung diffamiert wird, schonungslos aufzeigt. Ferner tritt sie der Delegitimierung, Dämonisierung und den Doppelstandards, mit denen der jüdische Staat regelmäßig konfrontiert ist, mit Fakten und spitzer Zunge entgegen. Dabei steht die 59-Jährige in ihrer wortgewandten Direktheit ihrem Vater, Georg Kreisler (1922-2011), dem anarchistischen Sänger, Dichter und Komponisten in Nichts nach.

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Jude ist kein Schimpfwort

Bücher zu Antisemitismus erscheinen gerade im wöchentlichen Takt. Das ist einerseits erfreulich, andererseits wird es schwierig den Überblick zu behalten. Und nicht alle Bücher bringen neue Erkenntnisgewinne. Definitiv zu empfehlen ist das neue Buch der Wiener Journalistin und Autorin Alexia Weiss mit dem treffenden Untertitel „Zwischen Umarmung und Ablehnung“, das sich zwar vorwiegend dem jüdischen Leben in Österreich widmet, aber auch Lesern in Deutschland sehr empfohlen sei…

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Die „Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus“

Antisemitismus sollte in einer „Jerusalemer Erklärung“ neu definiert werden. Doch ist man hier wirklich einen entscheidenden Schritt weiter gekommen? Die genaue Analyse der vorliegenden Erklärung macht deutlich, dass manche formalen, inhaltlichen und politischen Komponenten überaus problematisch sind…

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