Verschwörungsmythen und Antisemitismus

Verschwörungsmythen zielen darauf, politische und gesellschaftliche Entwicklungen der rationalen Betrachtung zu entziehen und stattdessen die Emotionalität und Affekthaftigkeit des Politischen zu steigern. Ihr Grundmotiv besteht darin, hinter politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen unbekannte, unfassbare, omnipotente Mächte zu vermuten, die stets im Verborgenen agieren und die Agenden der sichtbaren politischen Akteure insgeheim steuern.[1] Die konkreten Verschwörungsmythen werden dabei fast so schnell produziert, wie die Ereignisse stattfinden, die den Anlass – oder besser gesagt: den Vorwand – für ihre Formulierung bilden.

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Antisemitismus in der Geschichte – eine gelungene Überblicksdarstellung

Der Soziologe Achim Bühl legt ein zweibändiges Werk zur Geschichte des Antisemitismus vor, wobei er in systematischer Form die jeweiligen Phänomene komprimiert und stringent beschreibt und einschätzt. Diese Eigenschaften machen aus seinen beiden Monographien ein nützliches Nachschlagewerk, auch wenn in Einzelfällen bestimmte Themen fehlen oder nur randständig vorkommen.

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Antisemitische Verschwörungsmythen in Zeiten der Coronapandemie: Das Beispiel QAnon

Das American Jewish Committee Berlin hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz mit Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau und Benjamin Strasser MdB eine Untersuchung mit dem Titel „Antisemitische Verschwörungsmythen in Zeiten der Coronapandemie: Das Beispiel QAnon” vorgestellt. Der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e.V. (Bundesverband RIAS) hat die Untersuchung im Auftrag des American Jewish Committee Berlin Ramer Institute erstellt…

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Vor 110 Jahren – Pogrome in Süd-Wales

Im August 1911 kam es in Süd-Wales zu antijüdischen Ausschreitungen. In Tredegar und anderen umliegenden Städten wurden jüdische Geschäfte von einem wütenden Arbeiter-Mob geplündert und zerstört. Bis heute gibt es in der historischen Forschung Fragen zu den Gründen der Ereignisse. Im Folgenden wird eine zeitgenössische Diskussion in der Zeitschrift „Ost und West“ dokumentiert. Ausmaß und Bedeutung der pogromartigen Ausschreitungen wurden dabei sehr unterschiedlich bewertet…

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Kundgebung gegen Antisemitismus in Neukölln

Jüdisches Leben in Berlin steht unter Vorbehalt, insbesondere in Neukölln. Wer sich als Jüdin oder Jude zu erkennen gibt, muss damit rechnen, als „Zionist“, wenn nicht gar als „Rassist“ beschimpft und für die Politik des Staates Israel mitverantwortlich gemacht zu werden. Weltoffenheit und Toleranz bedeuten im multikulturellen Neukölln, dass hier jede Farbe und jede Flagge, jedes Symbol willkommen ist – nur der Davidstern nicht.

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