Grenzen der Aufklärung

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Der 7. Oktober und die Gegenwart des Antisemitismus. Eine Konferenz der Gesellschaft für kritische Bildung

Die Gesellschaft für kritische Bildung veranstaltet zwischen dem 20.-22. Juni 2024 in Köln eine unter dem Titel „Grenzen der Aufklärung. Der 7. Oktober und die Gegenwart des Antisemitismus“ stehende Konferenz, die im NS-Dokumentationszentrum sowie im Stadtgarten stattfinden wird. Im Rahmen der Konferenz werden bis zu fünfzig Referentinnen und Referenten bei vierzehn Panels und Workshops vortragen und diskutieren, darunter Volker Beck (Vors. der Deutsch-Israelischen Gesellschaft/Tikvah Institut), Jacob Horowitz (Vorstandsmitglied der Jüdischen Studierendenunion Deutschland), Prof. Karin Stögner (Universität Passau), Prof. Lars Rensmann (Universität Passau), Alexandra Schauer (Frankfurter Institut für Sozialforschung), Lars Henrik Gass (Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen), Jörg Rensmann (RIAS NRW), Tania Martini (taz) und Prof. Stephan Grigat (Leiter des Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien (CARS) an der Katholischen Hochschule NRW).

Das komplette Programm findet sich auf der Homepage der Gesellschaft für kritische Bildung: https://www.kritischebildung.de

Eine Anmeldung zur Konferenz ist erforderlich. Eine E-Mail mit Vor- und Zuname kann dazu an anmeldung@kritischebildung.de gesendet werden.

Zur Konferenz erklärt Mitorganisator Andreas Stahl von der Gesellschaft für kritische Bildung:

„Seit den Ereignissen vom 7. Oktober 2023 in Israel haben antisemitische und israelfeindliche Vorfälle weltweit massiv zugenommen. Was seitdem wieder sehr sichtbar wurde, ist kein neues Phänomen, sondern seit langer Zeit Teil vieler Gesellschaften und Kulturen, nicht zuletzt der deutschen. Das ‚Gerücht über die Juden‘, wie Theodor W. Adorno den Antisemitismus einmal nannte, das heute insbesondere als ‚Gerücht über Israel‘ verbreitet ist, zeichnet sich dadurch aus, dass es sich immer wieder an unterschiedliche gesellschaftliche und politische Kontexte anpasst. Der Antisemitismus findet sich nicht bloß in der politischen Rechten, sondern ebenfalls unter sich selbst als links und progressiv verstehenden Akteuren wie auch in der angeblich aufgeklärten Mitte der Gesellschaft. Oft ist dieser geprägt von einem Gestus des rebellischen, besonders kritischen Geistes, der vorgeblich nach Frieden, Menschenrechten oder Gerechtigkeit strebt.“

Weiter erläutert die stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft für kritische Bildung, Debora Eller:

„Die dreitägige Konferenz ‚Grenzen der Aufklärung. Der 7. Oktober und die Gegenwart des Antisemitismus‘ bringt einführende sowie vertiefende Beiträge zusammen und widmet sich
den aktuell vorherrschenden Facetten des Antisemitismus: der israelbezogenen, islamischen, postkolonialen und ‚progressiven‘, aber auch der rechten und akademischen Juden- und Israelfeindschaft. Die Podien und Vorträge beleuchten unter anderem den Antisemitismus im Kunst- und Kulturbereich, an Hochschulen und bei den Vereinten Nationen (UN). In vertiefenden Workshops setzen wir uns vor allem mit der Geschichte des arabisch-israelischen Konfliktes sowie den politisch-ökonomischen Grundlagen und der kritischen Theorie des Antisemitismus auseinander. Im Rahmen der Konferenz soll insbesondere diskutiert werden, welche Theorien helfen können, Antisemitismus zu verstehen, wo die Grenzen von Bildungsarbeit liegen und was zur Bekämpfung dieser gefährlichen Ideologie beitragen würde.“

Kooperationspartner:
Amadeu-Antonio-Stiftung (AAS), Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) der Universität zu Köln, Bündnis gegen Antisemitismus (BgA) Köln, Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien (CARS) Aachen, Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) Köln, freier zusammenschluss von student*innenschaften (fzs), Junges Forum (JuFo) der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Köln, Lehrstuhl Didaktik der Sozialwissenschaften der Universität Wuppertal (Marc Grimm), Mideast Freedom Forum Berlin (MFFB), Recherchestelle- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Nordrhein-Westfalen, Studierendenvertretung der Humanwissenschaftlichen Fakultät Köln (StAVV), Tikvah Institut