Jüdische Gemeinde zu Dresden feiert Rückkehr in Synagoge und Gemeindezentrum

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Foto: Jörg Blobelt / CC BY-SA 4.0

Mit einem Synagogenfest begeht die Jüdische Gemeinde zu Dresden am 14. September 2026 die Rückkehr in ihre Synagoge und das Gemeindezentrum. Nach mehrjähriger Bauzeit konnten die Gemeinde und die Geschäftsstelle des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Sachsen, der an diesem Tag auch seiner staatlichen Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts vor 100 Jahren gedenkt, die Gebäude wieder beziehen. Mit dem Synagogenfest wird dieser wichtige Schritt nun gemeinsam mit Ehrengästen und Wegbegleitern gewürdigt.

Im Mittelpunkt der seit Januar 2023 durchgeführten Baumaßnahmen stand insbesondere die Verbesserung der baulich-technischen Sicherheit. Grundlage hierfür waren die Empfehlungen des Landeskriminalamtes Sachsen. Zugleich mussten die besonderen architektonischen Anforderungen des mehrfach ausgezeichneten Synagogenbaus sowie zwischenzeitlich erhöhte Anforderungen unter anderem an Brand- und Arbeitsschutz berücksichtigt werden.

Die Bauphase stellte die Jüdische Gemeinde vor erhebliche Herausforderungen. Neben den Folgen der Corona-Pandemie und deutlich gestiegenen Bau- und Energiekosten wirkten sich auch die seit dem terroristischen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 nochmals gestiegenen Anforderungen an den Schutz jüdischer Einrichtungen auf das Vorhaben aus.

Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Sachsen würdigt das vor dem Abschluss stehende Bauvorhaben als wichtigen Schritt für die dauerhafte Sicherung jüdischen Gemeindelebens in Dresden. Der Schutz jüdischer Einrichtungen ist angesichts fortbestehender antisemitischer Bedrohungen eine gemeinsame und dauerhafte Aufgabe von Staat und jüdischen Gemeinden. Dazu Ekaterina Kulakova, Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden: „Wir schätzen die Unterstützung, die wir für unsere Sicherheit erhalten, sehr. Besonders in letzter Zeit, in der der Antisemitismus im alltäglichen Leben, aber auch auf politischer Ebene, so rasant zugenommen hat. Enorm wichtig ist für uns jede Art der Unterstützung: der Schutz jüdischen Lebens seitens des Landes Sachsen, aber auch die Unterstützung von sächsischen Bürgern, die uns schriftlich und persönlich erreicht. Viele machen sich mit Blick auf die politische Entwicklung Sorgen.“

Ekaterina Kulakova, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Dresden sowie des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, und Landesverbands-Geschäftsführer Domokos Szabó, Foto: Norbert Millauer

Kultusminister Conrad Clemens erklärt: „Jüdisches Leben gehört zu Sachsen. Es muss bei uns frei, sichtbar und vor allem sicher gelebt werden können. Der Freistaat steht deshalb fest an der Seite der Jüdischen Gemeinden. Die umfassenden Sicherungsmaßnahmen an Synagoge und Gemeindezentrum in Dresden sind Ausdruck dieser besonderen Verantwortung. Mein Dank gilt der Jüdischen Gemeinde zu Dresden und dem Landesverband, die während der langen Bauzeit erhebliche Belastungen auf sich genommen haben. Dass beide nun wieder an diesen für das jüdische Leben in Dresden so wichtigen Ort zurückkehren konnten, ist ein gutes und wichtiges Zeichen.“

Der Freistaat Sachsen unterstützt die Jüdischen Gemeinden bei der Sicherung ihrer Einrichtungen sowohl finanziell als auch fachlich. Für baulich-technische Sicherungsmaßnahmen und personelle Sicherheitsdienstleistungen werden Mittel aus dem Haushalt des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus bereitgestellt. Das Landeskriminalamt begleitet die Gemeinden durch fachliche Sicherheitsberatung und aktualisiert seine Empfehlungen entsprechend der jeweiligen Gefährdungslage. Hinzu kommen lageabhängige Maßnahmen des polizeilichen Objektschutzes.

Die besondere Verantwortung des Freistaates für den Schutz jüdischen Lebens ist eine dauerhafte staatspolitische Aufgabe. Nach dem rechtsextremistischen Anschlag auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober 2019 wurden die Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen erneut umfassend bewertet und weiterentwickelt. Zu konkreten Sicherungsmaßnahmen und zur jeweiligen Gefährdungsbewertung können aus Sicherheitsgründen keine näheren Angaben gemacht werden.

Interessierte haben am 14. September 2026 eine besondere Möglichkeit, die Synagoge zu besuchen. Ab 18 Uhr findet eine Feierstunde mit anschließendem Festkonzert statt. Nach den Festreden von Alexander Dierks (Präsident des Sächsischen Landtages), Mark Dainow (Vize-Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland) und Ekaterina Kulakova (Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden und der Jüdischen Gemeinde zu Dresden) wird die Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden unter der Leitung von Michael Hurshell Werke verfemter und verfolgter jüdischer Komponisten spielen. Auf dem Programm stehen Werke von Erwin Schulhoff, Alexander Zemlinsky, Felix Mendelssohn, Franz Schreker und Erich W. Korngold.

An dem Abend werden außerdem zwei Ausstellungen eröffnet: In der Synagoge ist die Gemälde-Reihe Alef-Bet rund um die Buchstaben des hebräischen Alphabets von Liselotte Theil-Hurshell zu sehen, während im Gemeindezentrum die Dresdner KIW-Gesellschaft in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung eine Schau anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Landesverbands präsentiert. Pressevertreter sind zu dem Abend ausdrücklich eingeladen.

Wichtiger Hinweis: Beginn ist am 14. September 2026 um 18 Uhr. Der Eintritt für die Feierstunde und das Konzert ist frei. Gäste müssen sich jedoch zwingend unter sekretariat@jg-dresden.org anmelden. Zeitiges Kommen ist empfohlen, die Sicherheitskontrolle startet 17 Uhr.