Antisemitismus als zentrale Herausforderung

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Der „Verfassungsschutzbericht 2025“ weist 5.706 Straftaten mit extremistischem Hintergrund als antisemitisch motiviert aus, wobei die höchsten Steigerungen im Vergleich zum Vorjahr im Linksextremismus und auslandsbezogenen Extremismus verzeichnet werden.

Von Thomas Tews

Am gestrigen Dienstag wurde der „Verfassungsschutzbericht 2025“ von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und dem Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Sinan Selen, in der Bundespressekonferenz in Berlin vorgestellt.

In seinem Vorwort benennt Dobrindt „Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen“ als eine „zentrale Herausforderung“. Der Antisemitismus kenne „keine ideologische Grenze“ und sei „zu einem verbindenden Merkmal zwischen Rechtsextremismus, Linksextremismus, dem islamistischen Spektrum und dem auslandsbezogenen Extremismus geworden.“[1]

Rechtsextremismus

Die Gesamtzahl rechtsextremistischer Straftaten mit antisemitischer Motivation stieg leicht um 1,6 % auf insgesamt 2.821 Taten (2024: 2.775). Volksverhetzungsdelikte machten mit 63,9 % weiterhin die Mehrheit aller rechtsextremistischen, antisemitisch motivierten Straftaten aus und stiegen ebenfalls leicht um 1,2 % (2024: 1.781; 2025: 1.803). Demgegenüber sank die Zahl rechtsextremistischer Gewalttaten mit antisemitischer Motivation um 9,3 % von 54 auf 49.[2]

Auslandsbezogener Extremismus (säkularer propalästinensischer Extremismus und türkischer Rechts-/Linksextremismus)

Bei 2.132 der Straftaten mit ausländisch-ideologischer extremistischer Motivation konnte ein antisemitischer Hintergrund festgestellt werden (2024: 1.776). Dies entspricht einer Steigerung um 20 % und fast der Hälfte aller Straftaten im auslandsbezogenen Extremismus im Berichtsjahr (47,6 %). Zu diesen Straftaten zählen 67 Gewalttaten (2024: 75), daneben vor allem Propagandadelikte (1.018; 2024: 550) sowie Volksverhetzung (453; 2024: 607).[3]

Islamismus

Im Berichtsjahr wurden 592 antisemitische Straftaten mit einer extremistischen religiös-ideologischen Motivation festgestellt (2024: 656, -9,8 %), zu denen 16 Gewalttaten zählten (2024: 12). Die weiteren Straftaten verteilen sich vor allem auf Propaganda- (279) und Volksverhetzungsdelikte (76) sowie Sachbeschädigungen (94).[4]

Linksextremismus

Im Berichtsjahr wurden 119 antisemitische Straftaten (2024: 99, +20,2 %) als linksextremistisch motiviert eingestuft, darunter vornehmlich Sachbeschädigungen (53), Propagandadelikte (32) und Volksverhetzung (24).[5]

„Reichsbürger*innen“ und „Selbstverwalter*innen“

Von den „Reichsbürger*innen“ und „Selbstverwalter*innen“ zugeordneten Straftaten wurden 42 (2024: 62, -32,3 %) als antisemitisch eingeordnet, wobei es sich im Wesentlichen um Volksverhetzungsdelikte (32) handelte.[6]

–> Zum vollständigen Bericht

Anmerkungen:

[1] Bundesministerium des Innern (Hrsg.), Verfassungsschutzbericht 2025. Berlin 2026, S. 1 f., https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/themen/sicherheit/BMI26012-vsb2025.pdf?__blob=publicationFile&v=7 (letzter Zugriff am 30.06.2026).
[2] Ebd., S. 30; 95 f.
[3] Ebd., S. 55.
[4] Ebd., S. 50.
[5] Ebd., S. 42.
[6] Ebd., S. 38.