Severoth und Urgehal im Backstage München

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Am 7. Januar 2026 veröffentlichten das  Linke Bündnis gegen Antisemitismus München (LBGA) einen offenen Brief ans Backstage München wegen der geplanten Auftritte zweier Bands – Severoth und Urgehal – auf dem Dark Easter Metal Meeting. Das LBGA darin Severoth wegen vergangener Verbindungen zu Rechtsextremen und Urgehal wegen antisemitischer und rassistischer Lyrics; vom Backstage wurde darin eine Absage beider Konzerte gefordert.

Severoth hat nun auf Facebook am 4. März eine Stellungnahme zu der Kritik des LBGA veröffentlicht, in der er sich von Rassismus, Faschismus und Antisemitismus distanziert und um Entschuldigung für „some past choices“ bittet. Dazu zählen die Tätigkeit als Live-Bassist für die NSBM-Band Kroda und die Veröffentlichung von Platten beim NSBM-Label Werewolf Promotion. Die Zusammenarbeit mit Kroda beschränke sich zudem lediglich auf zwei Konzerte, bei denen er nur ausgeholfen habe; ein Mitglied sei er nie gewesen. Und die Kooperation mit Werewolf sei acht Jahre her.

In einer Statement schreibt das LBGA: „Er schrieb uns tags darauf direkt an, verwies auf sein Statement und gab uns weitere Informationen. Zunächst wies er uns auf einen Irrtum hin: Tatsächlich haben wir zwei verschiedene NSBM-Labels – Werewolf Promotion aus Polen und Werewolf Records aus Finnland – verwechselt; mit Werewolf Records und ihrem Flaggschiff Satanic Warmaster stand er nie in Verbindung. Diesen Fehler unsererseits möchten wir hiermit ausdrücklich richtigstellen. Zudem verwies er darauf, dass er die Songs des gemeinsam mit Likvann veröffentlichten Split-Albums „Hedmark-Carpathian Spirit of Blood, Soil and Darkness“, das wir in unserem Brief wegen des Blut-und-Boden-Titels kritisierten, nochmal separat auf einer eigenen Solo-EP publiziert hat, um sich dadurch von Likvann zu distanzieren. Tatsächlich handelt es sich auch dabei um Nazis, was uns bislang gar nicht bekannt war und wir nur durch Severoth erfahren haben.“

Das LBGA hält diese Distanzierung Severoths von Rechtsextremismus für glaubhaft. Für ihn spreche, „dass er zu vergangenen Verbindungen in die rechte Szene steht, statt sie zu bestreiten und sogar solche erwähnt, von denen wir gar nichts wussten; er kommuniziert transparent und übernimmt Verantwortung.“ Das sei ein gewaltiger Unterschied zu den oft mit Beleidigungen und Verharmlosungen garnierten Abwehrreflexen, die das LBGA sonst aus der Metal-Szene zu spüren bekommt. „Unsere Forderung ans Backstage, Severoth auszuladen, nehmen wir ausdrücklich zurück. Unsere Forderung bleibt hingegen, Urgehal nicht auftreten zu lassen.“

Zum Statement:
https://lbga-muenchen.org/2026/03/08/zur-stellungnahme-von-severoth-bzgl-unserer-antisemitismus-und-rechtsextremismusvorwurfe/