Okay, Herr Dey!

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(c) Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau

Szenische Lesung zum Prozess gegen einen Wachsoldaten des Todeslagers Stutthof

Im Rahmen von Tacheles! – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen zeigt das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau am Freitag, 13. März, um 19:30 Uhr im Haus Zittau die szenische Lesung Okay, Herr Dey! von Andrea Zielinski.

Im Herbst 2019 beginnt in Hamburg einer der letzten Strafprozesse gegen den ehemaligen SS-Wachmann Bruno Dey, eingesetzt im Konzentrations- und Todeslager Stutthof bei Danzig.

Dey war 1944 der Schutzstaffel zugeordnet worden und bewachte politische polnische Verschleppte, sowjetische Kriegsgefangene, Partisanen sowie ausgebürgerte und deportierte Juden Osteuropas. Zwei Stunden pro Verhandlungstag könne der hochbetagte Angeklagte dem Prozess folgen, so die Gutachten. Das Verfahren zieht sich, wird durch die Corona-Pandemie unterbrochen. Dey ist nicht geständig.

Andrea Zielinski berichtet anders als die begleitenden Medien. Ihre Chronik erzählt von Tätersprache und Opferhierarchien, von Eitelkeiten, Verzweiflung und der Resignation aller Beteiligten vor der Sanduhr der verrinnenden Lebenszeit von Angeklagtem und Nebenklägern. Kontinuität und Halt bieten das bundesdeutsche Strafgesetz und die Prozessordnung. Doch wem nützt die Anwendung der 1941 eingeführten Einzelnormprüfung für Mord? Wer profitiert von der Prozessökonomie?

Okay, Herr Dey! ist ein Beitrag zur kritischen Erinnerungskultur. Die nationalsozialistische Rechtsnorm wurde von der Bundesrepublik übernommen. Die Autorin wird anwesend sein.

–> Tickets und weitere Informationen