Georg Stefan Troller Preis für journalistische Berichterstattung über jüdisches Leben

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Erstmals gibt es im deutschsprachigen Raum einen Journalistenpreis für herausragende Berichterstattung über jüdisches Leben und die Bekämpfung des Antisemtismus. Die FAZIT-Stiftung, Mehrheitseignerin der Frankfurter Allgemeine Zeitung, und der Jüdische Journalistenverband JJJ loben für 2026 den Georg Stefan Troller Preis aus. Der Preis soll jährlich verliehen werden. Er ist mit 10.000 Euro dotiert.

Journalistinnen und Journalisten, die zwischen Juli 2025 und Juni 2026 Beiträge publiziert haben bzw. publiziert haben werden, die dem Verständnis für jüdische Lebensrealitäten dienen, werden gebeten, sich ab sofort mit ihren Werken auf www.trollerpreis.org zu bewerben. Sie können ebenso von Dritten als preiswürdig vorgeschlagen werden.

Der Georg Stefan Troller Preis trägt den Namen eines Journalisten, dessen Leben und Werk auf besondere Weise mit den Anliegen dieses Preises verbunden sind. Die Töchter der im September 2025 mit 103 Jahren verstorbenen Reporterlegende begrüßen die Benennung nach ihrem Vater ausdrücklich.

Troller wurde 1921 in Wien geboren und musste als Jude 1938 vor dem Nationalsozialismus fliehen. Die Erfahrung von Ausgrenzung, Verfolgung und Exil prägte seine Biografie ebenso wie seine journalistische Haltung. Nach seiner Emigration in die USA kehrte er als amerikanischer Soldat nach Europa zurück und wurde später in Paris zu einem der bedeutendsten deutschsprachigen Reporter und Dokumentaristen.

Schon zu Lebzeiten galt Troller als Reporterlegende. Mit seiner unverwechselbaren Art des genauen Hinsehens und Zuhörens prägte er Generationen von Journalistinnen und Journalisten und wurde für viele zum Vorbild. Neben seiner langjährigen Tätigkeit als Fernsehreporter für das ZDF und den WDR veröffentlichte er auch in führenden deutschsprachigen Printmedien wie der Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Zeit und Der Spiegel.

Sein Werk zeichnete sich durch genaue Beobachtung, intellektuelle Neugier und ein tiefes Interesse an den gesellschaftlichen und historischen Zusammenhängen menschlicher Erfahrungen aus. In seinen Reportagen, Interviews und Dokumentationen verband er persönliche Perspektiven mit analytischer Schärfe und machte sichtbar, wie individuelle Lebensgeschichten, politische Entwicklungen und gesellschaftliche Strukturen miteinander verwoben sind.

Diese Haltung steht im Zentrum des Georg-Stefan-Troller-Preises. Der Preis zeichnet journalistische Arbeiten aus, die jüdisches Leben in der Gegenwart sichtbar machen, differenziert darstellen und zum Verständnis jüdischer Lebensrealitäten im deutschsprachigen Raum und weltweit beitragen – sei es durch Recherche, Analyse, Reportage, Kommentar oder dokumentarische Formen. Zugleich erinnert Trollers eigene Lebensgeschichte daran, welche Folgen Antisemitismus haben kann. Sein Werk steht für einen Journalismus, der genau hinschaut, komplexe Wirklichkeiten verständlich macht und gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. In diesem Geist würdigt der Georg-Stefan-Troller-Preis auch Beiträge, die Antisemitismus sichtbar machen, ihm widersprechen und zu seiner Bekämpfung beitragen.

Die Jury besteht aus 16 unabhängigen Persönlichkeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die alle direkt oder indirekt dem Journalismus verbunden sind. Den Jury-Vorsitz bilden Gabriela Hermer, Hörfunk- und Podcastredakteurin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und Werner D’Inka, bis 2020 Herausgeber der Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Einsendeschluss ist der 30. Juni 2026.

Die Preisverleihung findet am 11. Oktober 2026 in Frankfurt am Main statt.

–> www.trollerpreis.org